Die Nachricht von der Insolvenz des Familienzentrums Heiligenstadt der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Nordbayern sorgte im Mai 2011 für große Betroffenheit. Der Fortbestand der traditionsreichen Einrichtung mit ihrer Tagungsstätte, dem Alten- und Pflegeheim und den Seniorenwohnungen war gefährdet, viele Arbeitsplätze standen auf dem Spiel. Ende November dann die gute Nachricht: Mit dem Hamburger Diakoniewerk Tabea e.V. übernimmt ein neuer Träger das Familienzentrum. Die Senioren können in ihren Wohnungen bleiben, die Arbeitsplätze sind gesichert. „Dadurch kann eine traditionsreiche Einrichtung in unserem Bund unter baptistischer Leitung weitergeführt werden“, zeigte sich BEFG-Präsident Hartmut Riemenschneider erleichtert. In einem Festgottesdienst wurde am 4. Dezember in Heiligenstadt der Einstieg des neuen Trägers gefeiert. Als Repräsentantin des Bundes nahm Renate Girlich-Bubeck, Mitglied des Präsidiums und Stellvertreterin des Präsidenten, teil. Lesen Sie hier ihren persönlichen Bericht vom Festgottesdienst:
Mit einem feierlichen Gottesdienst und vielen Mut machenden und Hoffnung ausstrahlenden Grußworten wurde das jüngste Kind des Diakoniewerks Tabea begrüßt: das Tabea Familienzentrum Heiligenstadt.
In seiner Festpredigt wies Pastor Lutz Buchheister vom Vorstand des Diakoniewerks darauf hin, dass auf die Zusage Gottes „Ich will Euch Zukunft und Hoffnung geben“ die Aufforderung folgt „Mache Dich auf – und werde licht“. Beides gehört zusammen: Gottes Verheißung und menschliches Handeln. Es gibt sicher nichts Vollkommenes, aber in der Nähe Gottes und mit seiner Hilfe sind Erfolg und Segen verheißen. Dies gilt auch für das Familienzentrum Heiligenstadt. Gott hat sich für den neuen Anfang Menschen erwählt, Menschen, die ihm dienen.
Das Familienzentrum Heiligenstadt steht an einem Wendepunkt, einem Aufbruch, der sicher auch mit Herausforderungen verbunden ist. „Die Herrlichkeit des HERNN geht auf über Dir.“ Diese Zusage, die Gott seinem Volk vor rund 2.500 Jahren gemacht hat, soll Orientierung und Zuversicht für die Zukunft des Familienzentrums geben: Zur Ehre Gottes, zum Wohl der dort lebenden Menschen.
Vorausgegangen war eine Zeit des Bangens und Fragens. Nachdem das Familienzentrum im Mai 2011 den Insolvenzantrag gestellt hatte, wurden vom Insolvenzverwalter die notwendigen Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Damit konnte die Ertragsfähigkeit der verschiedenen Einrichtungen des Familienzentrums wieder hergestellt werden. Es wurde ein neuer Investor gesucht und mit dem Diakoniewerk Tabea e. V. der ideale Partner gefunden. Am 1. Dezember 2011 wurden die entsprechenden Verträge unterzeichnet. Die gute Nachricht: alle 142 Arbeitsplätze können erhalten werden.
Dank für diese gute Entwicklung gebührt vor allem Gott, der Wege geführt und ermöglicht hat. Dank gilt aber auch vielen Menschen, die sich unermüdlich eingesetzt haben. Dieser Dank wurde beim Festgottesdienst und dem Empfang am 4. Dezember in den vielen und herzlichen Grußworten auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck gebracht.
Im Namen des Präsidiums und der Bundesgeschäftsführung durfte ich stellvertretend für viele andere den Menschen danken, die ihren Beitrag geleistet haben, dass das Familienzentrum gerettet werden konnte: Irmgard Stanullo, die bisherige Vorsitzende des Aufsichtsrates, Fritz Schnedler, Wirtschaftsprüfer und Berater, Elimar Brandt, langjähriger erster Mann in verschiedenen diakonischen Werken und Interimsvorstand in der kritischen Phase der Verhandlungen, außerdem die Mitglieder des Vorstands des Diakoniewerks Tabea e.V., Emanuel Brandt, Anneliese Kirschner und Lutz Buchheister. Sie alle haben mit viel Einsatz, hoher Kompetenz, Weisheit und Weitblick dazu beigetragen, eine gute Lösung für den Fortbestand des Familienzentrums zu finden. Ihnen gebührt Dank und Anerkennung für ihr großes Engagement! In ihren Grußworten betonten sowohl der Insolvenzverwalter als auch der Landrat und der Bürgermeister die faire und kompetente Verhandlungsführung, die zu jeder Zeit von menschlicher Nähe und christlichem Geist geprägt war. Diese Grundhaltung habe sie tief beeindruckt.
Auch der EFG Heiligenstadt, den nordbayerischen Gemeinden, den Bewohnern, den Mitarbeitenden, den Banken und den vielen Betern gebührt Dank.
„Ich, der Herr, helfe Dir, darauf gebe ich Dir mein Wort.“ Ich wünsche mir, dass dieser Zuspruch Gottes aus Jesaja 41 sowie das Motto des Familienzentrums „Die Tür ist offen – das Herz noch mehr“ die künftige Arbeit und Ausstrahlung des Tabea Familienzentrums Heiligenstadt prägen.
Renate Girlich-Bubeck
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