Unter dem Motto, das sich wie ein Kinderspiel anhört, ließen sich am 14. November 2011 über 40 Gemeindeberaterinnen und -berater auf intensive Selbstreflexion ein: Sehen und entdecken wir nur, was wir wissen? Dr. Dietmar Nowottka machte in einem einführenden Referat deutlich, dass wir in dem, was wir wahrnehmen und wie wir es wahrnehmen, immer abhängig sind von bereits gespeichertem Wissen und Deutungsmustern.
Und es wurde schnell klar: Auch wenn sich ein Gemeindeberater noch so sehr um Neutralität und Objektivität bemüht, er hat seine eigenen Bilder von einer gelingenden Gemeindearbeit im Hinterkopf. Und diese eigenen Vorstellungen und Erfahrungen, die tief sitzen, haben unterbewusst Einfluss darauf, was der Berater mit einer Gemeinde möglichst erreichen oder verhindern möchte. Anhand von modellhaften Gemeindeskizzen und einem Raster, das sich an das Persönlichkeitsmodell von Fritz Riemann anlehnt, konnten die Teilnehmenden versuchen, ihre Eindrücke zu objektivieren.
„Persönliche Wertungen sind nicht zu vermeiden, aber zur professionellen Arbeit gehört, sie sich bewusst zu machen“, war eine der wesentlichen Erkenntnisse des Tages. Neben diesen Schulungseinheiten gab es beim Beratertreffen wie immer auch viel Zeit zum Austausch und gegenseitigen Lernen voneinander.
Das Treffen findet jedes Jahr statt und wird von Friedrich Schneider und Heike Beiderbeck-Haus aus dem Dienstbereich Gemeindeentwicklung geleitet. Der Fachbeirat des Netzwerkes „Beratung von Gemeinden“, zu dem Heidrun Hoffmann-Taufal, Stefan Hofmann, Thorsten Graff, Dr. Dietmar Nowottka und Hans-Günter Simon gehören, gestaltet den Arbeitstag aktiv mit.
Sie können sich unter „Gemeindeberatung“ nichts vorstellen? Anhand von zwei Interviews stellen wir Ihnen Gemeindeberatung aus zwei Perspektiven vor: „Handlungsspielräume und Luft zum Atmen“
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