„(M)ein Blick zurück – Mut für morgen“

Ein persönlicher Bericht vom Wochenende des Christlichen MS-Netzwerks

Ein Blick zurück – lähmt das nicht eher? Hält uns das nicht zu sehr in der Vergangenheit? Das muss nicht sein, sondern bei der Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte und dem Austausch darüber kann man Mut für morgen bekommen – diese Erfahrung machten die 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Begegnungswochenende für MS-Betroffene und ihre Angehörigen vom 28. bis 30. Oktober 2011 im Dünenhof in Cuxhaven. Das Wochenende des Christlichen MS-Netzwerks wurde organisiert von der Leiterin des Netzwerks, Dr. Andrea Wiedner, und von der Baptistenpastorin und ehemaligen Wort-zum-Sonntag-Sprecherin Andrea Schneider. Beide sind an MS erkrankt. Andrea Wiedner berichtet. 

Am Eröffnungsabend erzählten wir uns zum Kennenlernen gegenseitig Erlebnisse, die wir mit bestimmten Stoffen verbinden. Diese „Stoffgeschichten“ brachten interessante Erinnerungen zu Tage, weckten Erlebnisse aus der Kindheit, erinnerten uns an geliebte oder gehasste Kleidungsstücke, gemusterte Tapeten oder den Kittel der Großmutter.

Unsere Erinnerungen an viele kleine Details aus unserem Leben, etwa den ersten Schulranzen oder das Lieblingsfoto aus der Kindheit, aber auch an einschneidende, markante Lebenspunkte und Geschehnisse, wurden dann besonders lebendig bei der kreativen Beschäftigung mit der eigenen Biografie. Dabei leitete uns Irmgard Neese vom GemeindeSeniorenwerk des BEFG an.

Jeder konnte sein persönliches Lebensbild darstellen, durch Malen, durch die Gestaltung eines Mosaiks mit ganz verschiedenen Materialien, das Legen von glitzernden Steinchen, Knöpfen, Zapfen oder Muscheln auf Stoffbahnen. Wahre Kunstwerke entstanden da, mit denen wir einander aus unserem Leben erzählten. Bunte, farbenfrohe Bilder und Elemente, in denen wir dankbar schöne und gute Zeiten darstellten. Aber auch bedrohliche, sorgenvolle Momente, etwa durch unsere Erkrankung, konnten so gut dargestellt werden.

Beeindruckt bei diesen Lebensgeschichten hat mich zum einen, dass meist die Erkrankung nicht im Mittelpunkt des Bildes stand. Es gab sogar ein Bild, in dem die MS als solche gar keine Rolle spielte, nicht extra dargestellt wurde. In dem Bild bedeutete der Krankheitsbeginn im Rückblick keinen „Knick“ oder Einbruch. Stattdessen entstand ein ganz harmonisches Bild, da die Erkrankung ins Leben integriert werden konnte, sogar Positives bewirkte, neue Werte und Schwerpunkte setzte, die die Person intensiv und erfüllt leben ließen.

Und zum anderen wurde in einigen Lebensbildern deutlich, wie hell und strahlend sich der Weg veränderte durch den Glauben an Jesus Christus, durch die Bekehrung und Beziehung zu ihm. Ein ganz entscheidender, lebensverändernder Einschnitt. Nein – der nicht alles in rosarotes Licht tauchte, der nicht Einschränkungen, Grenzen, Probleme durch die Erkrankung wegnahm, der aber Hoffnung, Zuversicht, Frieden, inneres Heil schenkte und deshalb das ganze weitere Leben in ein helleres, warmes Licht tauchte.

Diese hellen Momente, Höhepunkte im Glauben und in der Begegnung mit Gott fand man eigentlich in allen Bildern wieder. Da wurde genau das ausgedrückt, was Irmgard Neese als Fenster zum Himmel, Fenster in die Ewigkeit bezeichnete. Das waren Erfahrungen, in denen erlebt wurde, dass Gott zu uns steht, er treu ist in allen Lebenslagen. Gestern, heute und sogar in Ewigkeit. Das haben wir neu so erspürt in der Beschäftigung mit unserem bisherigen Lebensweg. Und das war uns Ermutigung für unseren Alltag.

In diesem Sinne rundete der Gottesdienst am Sonntag auch unser Wochenende schön ab. „Was betrübst du dich meine Seele und bist so unruhig in mir. Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken.“ So wie der Psalmbeter in seinem Lied (Psalm 42/43) nach der Schilderung seiner Not, seiner Sehnsucht zu Gott, all der Klage und dem Aufschrei sich erneut Gott zuwendet und in diesen Refrain immer wieder einstimmt, so stärkte uns Pastor Friedbert Neese, Leiter des BEFG-Dienstbereichs Ordinierte Mitarbeiter, in seiner Predigt darin, auf Gott zu harren und ihm zu danken.

Ein intensives Wochenende war es wieder einmal in den Begegnungen und dem Austauschen untereinander, durch neue Impulse und die spürbare Gegenwart Gottes besonders beim Abendmahl, das wir zum Abschluss miteinander feierten und das uns in unserer Verbundenheit stärkte.

Auch die Gastfreundschaft des Dünenhofs, ein Abend zum Entspannen und heiteren Besinnen mit Musik und Texten, ausgesucht und vorgetragen von Andrea Schneider unter dem Thema „das Leben ist schön!“ sowie die morgendlichen Körperübungen unter fachkundiger Anleitung durch Bettina Weiß machten uns viel Freude und trugen zu der frohen und angenehmen Atmosphäre an diesem ganzen Wochenende bei, das sicher bei vielen nachklingen wird. 

 

Die Dienstbereiche

 

Bildungszentrum Elstal

Infos & aktuelle Bildungsangebote ...

Spendenkonto IBAN
DE14 5009 2100 0000 0333 08

Euro

Interaktiv

Aktuelles

Weltweit für Menschen im Einsatz

Ratstagung des Baptistischen Weltbunds in Izmir

22.07.14
 
Ab 1. Januar Leitung für das GJW gesucht

Stellenausschreibung

07.07.14
 
Wir suchen eine/n Europasekretär/in

Stellenausschreibung aus dem GJW

04.07.14
 

Termine / Veranstaltungen

01. Aug. 2014 - 08. Aug. 2014
01. Aug. 2014 - 03. Aug. 2014, 18:00 - 14:30
04. Aug. 2014 - 14. Aug. 2014, 18:00 - 10:30
09. Aug. 2014 - 16. Aug. 2014

Feedback

Wie gefällt Ihnen der Internetauftritt baptisten.de? Ihre Meinung interessiert uns - schreiben Sie uns gerne!