Konvergenzdokument "Voneinander lernen - miteinander glauben"

Erläuterungen des Präsidiums zum Konvergenzdokument

Sechs Jahre (2003-2009) waren Vertreter der Evangelischen Kirche in Bayern und des Landesverbands der Baptisten miteinander in theologischen Gesprächen. Auf Bitten des damaligen Landesverbandes Bayern hat das Präsidium des Bundes 2005 für die baptistische Seite die Schirmherrschaft über diese Gespräche übernommen. Die Gespräche in Bayern verstanden sich auch als Fortsetzung der baptistisch-evangelischen Gespräche auf europäischer Ebene. Dort hatte man angeregt, auf nationaler bzw. regionaler Ebene an den Themen weiterzuarbeiten. Nun liegt als Abschlußbericht ein Konvergenzdokument vor. Der weitere Weg ist es nun, dass sich beide Kirchen mit dem Ergebnis auseinandersetzen und überlegen, ob und wie weit sie den Ergebnissen zustimmen und den Empfehlungen folgen. Mit der Veröffentlichung hat also weder die lutherische Kirche noch unser Gemeindebund dem Ergebnis zugestimmt! Manche Reaktion legt nahe, dass wir als Präsidium besser zwischendurch eingegriffen hätten, um das Ergebnis zu korrigieren. Unsere Vertreter haben sich weit vorgewagt, aber solche Eingriffe in laufende Gespräche sind unüblich.

Inzwischen gibt es viele Rückmeldungen von einzelnen und von Gruppen aus unserem Gemeindebund. Die Reaktionen zeigen uns, dass der Prüfungsauftrag durch die Gemeinde in ihrer Gänze (alle Gläubigen inklusive der ausgebildeten Theologen) wahrgenommen wird. Darüber freuen wir uns sehr.

Es wird sich zeigen, welche Elemente des Dokuments helfen können, das Miteinander von Lutheranern und Baptisten zu fördern. Dabei sollten nicht nur die provokanten Aussagen zur Taufe im Blick sein. Das Dokument ist breiter angelegt. Wer intensiver daran arbeiten möchte, kann auch auf Ergebnisse anderer Gespräche zwischen Lutheranern und Baptisten zurückgreifen (mehr dazu in der Gesprächshilfe).

Die Leitfrage lautet: Wie können wir das Verhältnis zu anderen Kirchen (in diesem Fall der lutherischen Kirche) beschreiben, gestalten und die Zusammenarbeit weiterentwickeln? Dazu gehört auch das bessere gegenseitige Verstehen. Um einen Weg zueinander und miteinander zu finden, ist es nicht notwendig eigene Positionen aufzugeben. Im Gegenteil, wer andere verstehen und sich selbst verständlich machen will, muss eine Position haben.

Es gibt im praktischen Gemeindeleben vor Ort bereits eine gewisse Form von „Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft“. Wenn im Konvergenzdokument davon gesprochen wird, ist mehr gemeint: Die volle gegenseitige Anerkennung als Kirche. Es geht nicht um eine Einheitskirche, sondern um Kirchengemeinschaft. Die inhaltlichen Herausforderungen und „Zumutungen“ sind für beide Seiten vorhanden. Ob das Papier für weitere Schritte aufeinander zu bereits eine ausreichende Grundlage beschreibt, muss von uns jetzt miteinander geklärt werden. Dieser Klärungsprozess braucht Zeit.

Wir sind weiterhin offen für schriftliche Äußerungen. Einzelne Landesverbände wollen Konsultationstreffen durchführen. In einigen Landesverbänden arbeiten Pastoren an dem Thema. Wir haben das Theologische Seminar um ein Gutachten gebeten. Auf der Bundesratstagung 2010 ist ein Forum geplant. Erst nach diesen Gesprächen auf Gemeinde-, Landesverbands- und Bundesebene wird das Präsidium eine Stellungnahme abgeben. Eine Entscheidung obliegt dann alleine dem Bundesrat.

Für das Präsidium
Hartmut Riemenschneider (Präsident)

Konvergenzdokument "Voneinander lernen - miteinander glauben"

Gesprächshilfe

Präsentation anlässlich des Forums zum Konvergenzdokument auf der Bundesratstagung 2010

Powerpointpräsentation anlässlich des Forums zum Konvergenzdokument auf der Bundesratstagung 2010

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