Foto: iStock/Alina Solovyova-Vincent

Ich bin da

Wenn die Gemeinde zu dir nach Hause kommt

Am 31.08.16 traf sich eine Arbeitsgruppe, um sich intensiv mit der Überarbeitung des Schulungskonzeptes „Ich bin da“ zu beschäftigen. In den vergangenen 8 Jahren wurde die Schulung mehrfach im ganzen Bundesgebiet durchgeführt und hat dazu beigetragen, Mitarbeitende im Besuchsdienst ihrer Gemeinde auszubilden, zu unterstützen und sicher im Umgang mit herausfordernden Situationen zu machen.
Schnell wurde deutlich, dass die Bandbreite an Inhalten und praktischen Hilfen zu groß ist, um daraus nur einen Schulungstag zu gestalten. Zusätzlich muss berücksichtigt werden, dass die Zielgruppe für Gemeindebesuche größer ist und sich nicht  nur auf Alte und Kranke beschränkt. Durch die veränderten Bedürfnisse und Voraussetzungen wurde es nötig, das Konzept anzupassen und einige Inhalte zu überarbeiten.

Besuchsdienste sind ein wichtiges Element des Gemeindelebens und bilden oft die Brücke zwischen dem aktiven, präsenten Teil der Gemeinde  und denen, die aus verschiedenen gesundheitlichen, psychischen oder seelsorgerlichen  Gründen nicht dabei sein können. Hier ist es wichtig, den Blick für die Gesamtgemeinde zu weiten und gleichzeitig individuelle Wege zu den Menschen zu finden. Schulungsinhalte werden auch in Zukunft die Gesprächsführung, Grundlagen in Psychologie und Seelsorge sein. Aber auch ethische und rechtliche Fragen müssen geklärt werden. Genauso wie der Umgang mit schwierigen Themen wie Trauer und Sterben, Scham und Schuld, Zweifel und Verzweiflung, die einem bei einem Besuch begegnen können.

Die Konzeptionsgruppe hat einen Seminartag geplant, der Lust und Mut macht, sich für diesen wichtigen Arbeitszweig in der Gemeinde einzusetzen. Er  vermittelt  Informationen und praktische Hinweise  für eine gute Vernetzung in der Gemeinde, die Einbindung des Besuchsdienstes in die Gesamtgemeinde und die Bildung eines Mitarbeitendenteams. Grundlagen in Gesprächsführung und eine Sensibilisierung für das Gegenüber werden hier  gelegt. Wenn darüber hinaus weiterer Bedarf für Schulungen besteht, können aus dem „Ich bin da“ – Konzept passende Module ausgewählt werden, die eine Gruppe oder Gemeinde an weiteren Terminen wahrnimmt. So bleibt das Konzept umfassend, kann sich aber an die Bedürfnisse vor Ort anpassen.

Die Arbeitsgruppe wird sich noch in diesem Jahr ein weiteres Mal treffen um die Konkretisierung weiter voran zu treiben und so schon 2017 mit einem Angebot für Gemeinden und Mitarbeitende  zu machen, die sich in den Dienst der aufsuchenden Gemeindearbeit stellen wollen.

Für die „Ich bin da“ – Konzeptionsgruppe ( Jutta Teubert, Friedrich Schneider, Matthias Ekelmann und Gisela Dürre)
Dagmar Lohan Referentin im Fachbereich Familie und Generationen