Material / Download / Publikationen

Hier finden Sie eine Materialsammlung mit hilfreichen Artikeln, Büchern etc. für die Gemeindearbeit.

Arbeitsbuch Werkstatt Gottesdienst (A. Schneider, O. Pilnei u.a.)

Arbeitsbuch Werkstatt Gottesdienst

Viele Fäden laufen in der "Werkstatt" Gottesdienst zusammen - eine Chance und Herausforderung zugleich!

Dieses Buch ist gedacht für Gottesdienstteams und -arbeitskreise, für Pastoren und Pastorinnen und insbesondere für die sogenannten Moderatoren und Moderatorinnen. Es ist ein Arbeitsbuch - aus der Praxis für die Praxis.
Verschiedene Autoren geben eine Fülle von Tipps und Tricks weiter, u. a. über die Bearbeitung von klassischen Elementen des Gottesdienstes und zu Themen typisch freikirchlicher Gottesdienstpraxis. Außerdem sind Arbeitshilfen und Anregungen für die Teamarbeit und die persönliche Vorbereitung enthalten.

Herausgegeben vom ehemaligen Dienstbereich Gemeindeentwicklung des BEFG.
Erhältlich beim Oncken Verlag, z. B. im Oncken Online-Shop

Berührt vom Weihnachtswunder (A. Schneider)

Das Adventskalenderbuch

Weihnachten neu entdecken: Sich nicht von der Hektik vereinnahmen zu lassen, sondern der Vorfreude bewusst Raum zu geben. Ein kurzer Text für jeden Tag der Adventszeit - mal heiter, mal nachdenklich - mit Erlebnissen und Erinnerungen, Bräuchen und Traditionen.
Andrea Schneider. SCM Collection, 2014
Im Buchhandel erhältlich.

Das Ja der Dankbarkeit (A. Schneider)

In der Bibel entdeckt, heute gelebt.

Ein inspirierendes Bild der Dankbarkeit, das Impulse und Anregungen für den Alltag gibt.
Denn wer genau hinsieht, entdeckt in der Bibel unzählige Dankbarkeitsgeschichten - und jede zeigt
einen besonderen Aspekt, hat ihre ganz eigene Bedeutung. Dadurch wird klar: Dank ist viel mehr als
eine höfliche Floskel, sondern erstreckt sich über alle Bereiche des Lebens.

Andrea Schneider. Verlag SCM R.Brockhaus, 2015
Im Buchhandel erhältlich.

Den Nächsten schützen - Eine Besinnung (J. Mankel)

Steigende Einbruchszahlen in Deutschland, Terroranschläge, die hohe Zahl von Flüchtlingen aus Krisengebieten - sie konfrontieren uns mit der Frage, wie wir mit Geflüchteten umgehen, aber auch, wie wir mit uns selbst umgehen, wenn wenn wir diesen Situationen begegnen. Wo erleben wir Schutz und Sicherheit? Was brauchen Menschen, die traumatisiert oder verängstigt sind?

Artikel von Jens Mankel in: DIE GEMEINDE 12/2016

Hier als pdf-Dokument zum Download erhältlich.

Eigentlich kerngesund. Mit Hindernissen mutig leben (A. Schneider)

Ist man krank, wenn der Körper nur eingeschränkt funktioniert? Ist man gesund, wenn man keine
Krankheitsdiagnose hat? Was macht das Leben ohne die sprichwörtliche Hauptsache "gesund" lebenswert?
Seit zehn Jahren lebt die Autorin mit der Diagnose Multiple Sklerose. Mal ernst, mal heiter, immer
ermutigend erzählt sie eigene Erfahrungen sowie von anderen Menschen, die krank sind - und doch im
Kern gesund. Ein Buch, das Hoffnung weckt und Mut für den Umgang mit Lebenshindernissen schenkt.

Andrea Schneider. Verlag SCM Hänssler, 2013
Im Buchhandel erhältlich.

Ende und Neuanfang. Das Buch Ruth (A. Schneider)

Andrea Schneider in: Meine Woche mit Gott - Mit der Bibel durchs Kirchenjahr.
Herausgeber: Chr. Rösel, Verlag Bibellesebund, 2016. S. 132 - 141.

Im Buchhandel erhältlich.

Gemeindearbeit und Medienrecht - Edition BEFG

Moderne Software ermöglicht es selbst Laien, professionelle Gemeindebriefe oder Broschüren und ansprechende Internetseiten zu gestalten. Mit diesen Möglichkeiten entstehen aber auch urheber- oder persönlichkeitsrechtliche Fragen, die auch Gemeinden in die Gefahr bringen, unwissentlich gegen Medienrecht, Urheber- und Persönlichkeitsrecht zu verstoßen.

Die Broschüre kann in gedruckter Form beim Referat für Kommunikation bestellt werden:
Tel.: 033234 74-172  |  E-Mail: kommunikation(at)baptisten.de
oder hier als pdf-Dokument heruntergeladen werden: Gemeindearbeit und Medienrecht

Sie darf kostenlos in elektronischer und gedruckter Form vervielfältigt und weitergegeben werden.

Gott nahe zu sein ist mein Glück (A. Schneider)

Das Buch zur Jahreslosung 2014.

Eine Annäherung an Psalm 73, 28 in kurzweiligen Texten. Ein Lesebuch für ein ganzes Jahr über den Reichtum und das Glück der Nähe Gottes.

Andrea Schneider. Verlag SCM R.Brockhaus, 2013
Im Buchhandel erhältlich.

Impulse für die Gemeindearbeit (O. Pilnei)

"Unser Jahresziel ist ..." - Gemeindeleitung zwischen Machbarkeit und Unverfügbarkeit

Oliver Pilnei in: Nah bei den Menschen ..., Festschrift zur Verabschiedung von Olaf Kormannshaus, Dozent an der TH Elstal.
Hier als pdf-Dokument zum Download

Klug handeln - mit dem Mammon? (A. Schneider)

Eine Bibelarbeit von Andrea Schneider zu Lukas 16, 1-13.
In: Deutscher Ev. Kirchentag 2015. Dokumente.
Gütersloher Verlagshaus, 2016, S. 56-67.

Im Buchhandel erhältlich

Mich selbst führen beginnt mit genug Schlaf! (J. Mankel)

Gedanken zum Vortragsmodul von Paul Donders: Heilsame Beziehung zu mir selbst - Mich entwickeln und entdecken

Jens Mankel in: Christsein Heute 121, 1/2014, S. 10-13
Hier als pdf-Dokument zum Download

Mission mit Respekt und Toleranz - Edition BEFG (O. Pilnei u.a.)

Baptistische Perspektiven zu dem Verhaltenskodex "Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt"

Der Arbeitskreis "Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung" des BEFG hat sich intensiv mit dem 2011 herausgegebenen Dokument "Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt - Empfehlung für einen Verhaltenskodex" auseinandergesetzt, das durch die Zusammenarbeit bedeutender kirchlicher bzw. ökumenischer Gremien entstanden ist.
In diesem 1. Band aus der Reihe Edition BEFG liegt das Ergebnis des Arbeitskreises vor. Es enthält neben dem Dokument Beiträge aus baptistischer Perspektive, die zentrale Stichworte des Verhaltenskodex theologisch beleuchten und einige praktische Fragen bearbeiten.

Herausgeber: Oliver Pilnei, Friedrich Schneider
Erhältlich beim Oncken Verlag, z. B. im Oncken Online-Shop

Mit Scheitern verheißungsvoll leben (J. Mankel)

Scheitern müssen wir nicht lernen. Es gehört zum Leben wie das Gelingen. Aber den Umgang damit sollten wir lernen. Wie gewinnen und wie verlieren wir? Wie gehen wir mit Gewinnern und Verlierern um? An diesen Fragen bewähren sich unser Menschsein und auch unser Glaube an den menschenfreundlichen Gott. Wir wünschen uns ein gutes, gelingendes Leben, einen geraden Lebenslauf. Aber was ist, wenn der Lebens-lauf krumm wird, wenn Lebenslinien zerreißen, wenn das Leben tiefe Wunden schlägt, wenn Krankheit, Scheidung oder Arbeitslosigkeit Lebenspläne zunichte machen, wenn Hoffnungen, Träume und Beziehungen zerbrechen? Wie ist es, wenn ich scheitere?

Artikel von Jens Mankel in: Christsein Heute 116, 4/2009, S. 8-11

Hier als pdf-Dokument zum Download

Orientierungshilfe für das Zusammenleben mit Muslimen (J. Mankel)

Dem Eigenen treu und offen für den Anderen

Orientierungshilfe für das Zusammenleben mit Muslimen

Der Gesprächskreis für soziale Fragen will christlichen Gemeinden Mut machen, auf Muslime zuzugehen, den Kontakt zu muslimischen Gruppen und Moscheevereinen zu suchen und in der Begegnung auch eine Bereicherung und Vergewisserung des eigenen Glaubens zu entdecken.

Zugleich soll auch etwas von dem Spannungsbogen bisheriger Erfahrungen und Einschätzungen in Freien evangelischen Gemeinden in der Begegnung mit Muslimen und ihrer Religion deutlich werden. Hier brauchen Gemeinden das Gespräch. Dazu will dieses Heft einen Beitrag leisten.

In: MitGedacht - Gesprächsimpulse zur sozialen Verantwortung 1/2016
Herausgeber: Gesprächskreis für soziale Fragen im Bund Freier evangelischer Gemeinden KdöR (2016)

Als pdf-Dokument hier als Download erhältlich.

Wie Sie unvermeidlich glücklich werden - Buchrezension (J. Mankel)

Manfred Lütz: Wie Sie unvermeidlich glücklich werden: Eine Psychologie des Gelingens

Buchrezension von Jens Mankel in: DIE GEMEINDE 26/2015
hier als pdf-Dokument zum Download erhältlich

Das Buch von Mafred Lütz kann im Buchhandel erworben werden.

Andachten zur Erntedank-Zeit und Dankbarkeit

Zum Hören und Nachlesen

Hier hören und lesen Sie kurze Morgenandachten, die von Andrea Schneider für NordWestRadio/Radio Bremen geschrieben und aufgenommen wurden. Alle Andachten haben die Erntedank-Zeit und Dankbarkeit überhaupt als Thema aufgenommen.

Nicht vergessen!


Wir kennen sie - diese netten Runden am Kaffeetisch der geschätzten Großfamilie oder am Biertisch der ehemaligen Klassenkollegen: „Weißt du noch?“ Und dann geht's munter los: fragen, antworten, erzählen ... Schöne Ereignisse, kleine Katastrophen, verrückte Erlebnisse. In der Erinnerung wird Stressiges lustig, Harmloses dramatisch, Schwieriges verklärt. Die eine meint, sich noch haargenau erinnern zu können, der andere ist völlig überrascht von einer Geschichte, die er aber bestimmt auch miterlebt hat.

Was wir wie erinnern – das ist so eine Sache. Viel erforscht, aber immer noch geheimnisvoll. Im Altertum dachte man an eine Wachsplatte, später dann an ein gedrucktes Buch, um zu beschreiben, wie sich das einprägt, was wir erleben. Heute sprechen Forscher gern von der Erinnerung als „Theater“. Wir spielen unsere Rollen in diesem Erinnerungstheater. Sind so etwas wie seine Regisseure. Manches heben wir auf die große Bühne, anderes lassen wir im Dunkel hinter dem Vorhang verschwinden. Bewusst und unterbewusst.

Interessant dabei: Negatives erinnern wir oft viel besser und länger als Positives: Wenn wir kritisiert werden, gräbt sich das tief ein. Wenn jemand uns kränkt, tragen wir ihm das lange nach. Wenn wir scheitern, verunsichert uns das. Und wenn wir auf das anscheinend ach so tolle Leben der anderen schauen, macht uns das neidisch. Denn bei uns selbst sehen wir oft nur graue Normalität und manchmal auch ein ungerechtes Schicksal.

Anscheinend wussten schon die Menschen zur Zeit der Bibel, wie lückenhaft, ja „falsch“ wir uns oft erinnern. Wie vergesslich wir sind.

In Psalm 103 steht: „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“
Dieses Psalmwort will locken: Schau richtig hin! Vergiss nicht! Erinnere dich an das Schöne - auch in deinem Leben! An die vielen Geschenke von Gott - für dich. Das kleine, alltägliche Glück! Die besonderen Highlights! Dass du fröhlich gesund bist zum Beispiel! Oder dass dir geholfen wurde, als du krank warst!  Alles nicht selbstverständlich!

„Lobe den Herrn, meine Seele!“ Das hebräische Wort Näfäsch für Seele meint auch die Kehle und den ganzen Menschen. Darum geht’s: mit allen Sinnen Dankbarkeit ausstrahlen! Das tut gut.  Es hilft gegen neidisch und unglücklich sein. Und übrigens auch gegen miesepetrig-verkniffene Falten, die alt machen. Denn so heißt es weiter in Psalm 103: „Gott macht deinen Mund fröhlich, dass du wieder jung wirst wie ein Adler.“

Wenn das nichts ist - heute am frühen Morgen!

Danke!


„Danke!“ ist ein einfaches Wort. Aber „Dankbarkeit“? Nicht so einfach. Wie bedankt man sich zum Beispiel für ein Geschenk, das so gar nicht den eigenen Geschmack trifft – vielleicht mit: „Schönen Dank auch!“ ?

Im Ernst: Es ist oft nicht einfach, ehrliche, unbefangene Dankbarkeit zu zeigen.

Ich erinnere mich noch gut: Wenn ich als kleines Mädel von irgendeiner Bekannten ein kleines Geschenk bekam, sagte meine Mutter: „Nun mach auch einen Knicks und sag schön Danke!“ Ich wurde knallrot, flüsterte gehemmt irgendwas wie „Danke!“, musste mich dann oft noch von dieser „Tante“ umarmen lassen und fand das alles schrecklich ...

Aber klar, viel später habe auch ich meinen Kindern versucht beizubringen, dass man sich für ein Geschenk bedankt. Zwar nicht mehr mit einem Knicks, aber vielleicht mit einem Telefonanruf, wenn z.B. die Oma den Studentenkindern einen Schein zugesteckt hat … Danke sagen gehört einfach dazu. Und bedeutet doch mehr, als nur höflich zu sein.

„Danke, für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag. Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.“

Vielleicht kennen Sie dieses sogenannte Danke-Lied. 1961 geschrieben, ist es bis heute ein echter Kirchenschlager. Man kann es wunderbar mitträllern und mitklatschen.

Kein Wunder, dass es für alle Lebenslagen umgedichtet wurde: für die Hochzeit z.B.: „Danke für diese schöne Feier, danke, dass in uns Liebe brennt ...“, für die Geburt: „Danke für dieses neue Leben, danke für jeden frischen Schrei ...“ , aber auch für die Beerdigung: „Danke, wir sagen ewig danke, danke, für alles, was sie tat ...“

Manchmal klingt das Liedchen etwas nach „Reim dich oder ich fress dich“, aber immer will es sagen: Das Gute in unserem Leben verdanken wir nicht uns selbst, sondern andern Menschen und einem liebenden Vater im Himmel.

Dankbarkeit braucht in der Tat keinen Knicks. Aber das kleine Wörtchen „Danke!“ ist ein Andere-und-sich-selbst-Glücklich-Macher und ein Lächeln-ins-Gesicht-Zauberer. Und wer sich umguckt, entdeckt tausendfachen Anlass  dafür.

Ein Gebet, weit verbreitet im Internet, sagt es so: „Danke für die Hose, die ein bisschen eng sitzt, weil das bedeutet, dass ich genug zu essen habe ... Danke für die Fenster, die geputzt werden müssen, weil das bedeutet, dass ich ein Zuhause habe ...Danke für den Bügelberg, weil das bedeutet, dass ich reichlich Kleidung habe ... Danke für das Weckerklingeln, weil das bedeutet, dass mir ein neuer Tag geschenkt wird...“

Na, dann: „Danke für diesen guten Morgen!“

Wunderbar gemacht!


Wann haben Sie zum letzten Mal so richtig gestaunt? Nach dem Motto: Wow, wunderbar! Vielleicht an einem Morgen in den letzten Wochen, als die schrägen Strahlen dieser unerwarteten Spätsommersonne den Frühnebel einfach weggezaubert haben? Zum Staunen! Herrlich!

Oder vielleicht als Sie nach längerer Zeit ihren kleinen Enkel mal wieder beobachtet haben? Wahnsinn, wie der schon wieder gewachsen ist! Was der schon wieder Neues kann … von Woche zu Woche … Ich glaube ja, Großeltern sind Staun-Experten - vielleicht noch mehr als Eltern!

Weniger Staun-Experten sind wir, wenn wir uns selbst angucken. Statt zu staunen stöhnen wir eher: über ein paar Kilo zu viel oder zu wenig, über die neuen Falten oder Furchen im Gesicht, über die zu lange Nase oder die zu kurzen Beine, das doppelte Kinn oder das flache Hinterteil, eine buschige Mähne oder spärliche Strähnen...

Studien bestätigen immer wieder, dass Frauen - und zunehmend auch Männer - mit ihrem Äußeren unzufrieden sind und „was machen lassen“. Unser Körper wird zur Baustelle, auf der gearbeitet wird: Gestrafft und geglättet, abgesaugt und aufgepolstert, weggeschnitten und hochgehoben. Und die Eingriffe werden ja auch immer einfacher und kostengünstiger, lassen sich zuweilen sogar in der Mittagspause erledigen.

Staunen über den eigenen Körper? Dankbar sein nach dem Motto: Wunderbar gemacht!? Gerade für Ältere gar nicht so einfach, die natürlich sehen und erleben, was alles so knackt und und klappert, statt sich biegt und bewegt ...

Dabei würde es uns so gut tun, mal bewusst anders hinzuschauen. Auf die großen und kleinen Wunder um uns herum und auch auf uns selbst - so wie es der Beter im 139. Psalm tut: „Du hast mich geschaffen mit Leib und Geist, mich zusammengefügt im Schoß meiner Mutter. Dafür danke ich dir. Es erfüllt mich mit Ehrfurcht. An mir selbst erkenne ich: alle deine Taten sind Wunder!“ 

Ja, jeder Mensch ist bis in die winzigste Körperzelle ein Wunderwerk! Wirklich zum Staunen! Sich selbst so wahr-zunehmen, macht Lust, wertschätzend mit dem eigenen Körper umzugehen. Sich zu pflegen und gesund zu ernähren, auf das Gewicht zu achten usw.

Vielleicht entdecken Sie ja ein neues Fältchen, wenn Sie am Morgen in den Spiegel schaun. Aber dann zwinkern Sie sich doch zu, greifen zur Cremedose  und sagen mit Matthias Claudius:

„Ich danke Gott und freue mich
wie's Kind zur Weihnachtsgabe,
dass ich bin, bin! Und dass ich dich,
schön menschlich Antlitz habe!“
Und dann starten Sie fröhlich in den Tag!"

Michaelistag


Heißen Sie vielleicht Michael? Oder Michaela? Oder kurz und gut Mika oder Michel? Dann ist heute Ihr Tag. Ihr Namenstag. Michaelistag.

Im Mittelalter war der 29.9. ein wichtiger Feiertag. Zur Sonnenwende wollten die Menschen noch einmal Kraft tanken für die Zeit, wenn die Tage wieder dunkler und kürzer und die Nächte länger und kälter werden. Bis heute richtet sich das Datum des Erntedankfests nach dem Michaelistag, es liegt immer auf dem Sonntag danach.

Der Michaelistag erinnert an den Erzengel Michael. Dieser Engel wird in der christlichen Kunst oft mit einem Schwert oder einer Lanze in der Hand dargestellt. Er kämpft gegen einen Drachen, Sinnbild für das Böse in der Welt. Das hebräische Wort „Mi-cha-el“ bedeutet wörtlich: „Wer ist wie Gott?“
Und da schwingt die Antwort schon in der Frage mit: Niemand, keine Macht der Welt, auch keine böse, ist so stark und groß wie Gott.

Der Erzengel Michael – das ist kein niedlich-pausbäckiges Engelchen, sondern ein kraftvoll-kämpfender Gottesbote, übrigens traditionell Patron der Soldaten und der Kranken.
Dieser Engel streitet gegen die ach so mächtig Erscheinenden, die sich hochmütig aufplustern. Gegen den Größenwahn, sein zu wollen wie Gott. 

Er ist auf der Seite der Kleinen und Schwachen, die sich von gefährlichen Ungeheuern - wie auch immer die aussehen mögen - bedroht fühlen und machtlos unterlegen.

Klar, Engel passen irgendwie nicht in unsere kopfbetonte, aufgeklärte Zeit. Oder vielleicht doch? Sehnen wir uns nicht insgeheim nach Engeln? Dass es etwas gibt zwischen Himmel und Erde, das uns das Schwere etwas leichter macht. Einen Engel, der für uns Partei ergreift. Und auch mal – auf Deubel komm raus! - dazwischen schlägt, um uns zu schützen. Einen Engel, der ein wenig die Decke vom undurchschaubaren Leben hebt und uns Gott ein bisschen näher bringt. 

Ob es solche unsichtbaren Gottesboten gibt? Sichtbare gibt’s bestimmt. Die haben dann keine Flügel und auch kein Schwert. Aber Augen, die achtsam hinschauen. Hände, die streicheln. Arme, die schützen. Und einen Mund, der mutig sagt: Stopp! So nicht! So nicht mit ihr, mit ihm!

Vielleicht können Sie heute so ein Engel sein. Oder Sie treffen einen. Vielleicht heißt der sogar Michael oder Michaela, Mika oder Michel. Oder auch ganz anders.
Dann sagen Sie doch zu ihm: „Mensch, bist'n Engel! Danke!“

Wert-volle Ernte

Ein schön verlängertes Wochenende liegt vor uns - dem Feiertag am 3. Oktober sei Dank. Offizielle Feierlichkeiten, Dankbarkeit für über ein Vierteljahrhundert Deutsche Einheit ...

Aber das Thema „Dankbarkeit“ hat weit darüber hinaus Hochkonjunktur in diesen ersten Oktobertagen: Erntefeste und Herbstbräuche, Ernteumzüge und Getreidekronen. Erntedank - in Dörfern und Städten, in Vereinen und Kirchen.

Erntedank gibt es in allen Religionen und Kulturen. Die alten Ägypter haben ihren Fruchtbarkeitsgöttern gedankt. In Japan wird Reis aus der ersten Ernte den Göttern geopfert. Zum tamilischen Pongal-Fest gehört ein Reisgericht mit Zucker, das unbedingt überkochen muss, weil man im Erntejahr Überfluß  erhofft. Erntedankfeste, von denen die Bibel erzählt, erinnern im Frühling und im Herbst daran, wie Gott sein Volk versorgt, auch auf dem Weg durch die Wüste.

Ab 1933 vereinnahmten in Deutschland die Nazis das Erntedankfest für ihre Interessen: Auf einer riesigen Wiese in der Nähe von Hameln wurden Zigtausende Menschen aus allen Teilen des Landes zusammengekarrt, um Hitler und seiner Blut-und-Boden-Deutsche-Heimat-Ideologie zu huldigen. Eine Bauersfrau überreichte eine Erntekrone: „Mein Führer! Sie schützen mit starker Hand unser Land, unser Volk, unsern Stand. Als unseres Dankes bescheidenes Zeichen wir Ihnen die Erntekrone reichen.“ Erschreckend, wie da der Erntedank-Gedanke missbraucht wurde!

Der meint nämlich was ganz anderes - so das bekannte Lied von Matthias Claudius: „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen liegt in des Himmels Hand. Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn.“  

Auch heute, in unseren hochindustrialisierten Zeiten empfinden Menschen – ob nun christlich engagiert oder entkirchlicht sozialisiert, ob im Hochhaus aufgewachsen oder mit Getreidefeldern vor der Tür: Letztlich hängt es nicht an uns und unseren Möglichkeiten, ob etwas wächst und gedeiht. Der „Himmel“ oder die „Natur“ oder wie immer man das übergreifend Größere nennen mag, ist stärker. Und immer wieder auch unberechenbar. Und die Natur ist bedroht. Deshalb schützenswert. Dass Frucht wächst und gedeiht, Jahr für Jahr, das ist nicht selbstverständlich. Und deshalb gibt es guten Grund für Erntedank. Auch 2016. Unsere Nahrungsmittel sind wert-volle Lebens-Mittel.

Vielleicht denken Sie da dran, wenn Sie heute Ihren Einkaufszettel fürs Wochenende schreiben und sich überlegen: Was will ich wo einkaufen? Nur billig ...oder den Preis wert? Un-achtsam … oder nach-haltig?
Tun Sie's doch „ernte-dankbar“!

Wirklich reich

In vielen Erntedankgottesdiensten morgen wird er wieder vorkommen. Aber vermutlich auch wieder ziemlich schlecht wegkommen. Der sogenannte „Reiche Kornbauer“. Jesus hat mal von ihm erzählt: Ein Bauer hat eine ungewöhnlich große Ernte, plant zufrieden neue große Scheunen, um die riesigen Vorräte zu lagern, aber stirbt unerwartet in der darauffolgenden Nacht. Ein Narr, sagt Jesus. So die Kurzform des eh schon kurzen Gleichnisses.

Man kann sich wundern über diese Geschichte. Oder sogar ärgern. Besonders wenn man selbst Landwirt oder Landfrau ist.
Warum wird immer wieder dieser Mann so kritisch erwähnt, der doch nur tut, was sein Job und sinnvoll ist: säen und ernten. Vorräte sorgsam einlagern. Scheunen erweitern. Planen und vorsorgen für knappere Zeiten, und dann den Erfolg zufrieden genießen. Das klingt doch wie ein guter Tipp aus der Lebenshilfeliteratur. Warum diesen Bauern als „Narren“ bezeichnen - fachlich-kenntnisarm, dafür aber kirchlich-besserwisserisch?

Tja, in der Tat macht dieser Bauer vieles richtig. Handelt, wie ein umsichtiger Unternehmer handeln muss. Kalkuliert klug Einsatz von Saatgut und Risiko von Ernteausfall. Wird so richtig reich. Zugegeben, dies vermutlich auch, weil viele Leute viel für ihn arbeiten. Bis heute ein Grund fürs Reichwerden.
Aber was genau ist das Problem?

Das kurze Gleichnis deutet es an: In den fünf Versen der Geschichte kommt fünfmal das Wörtchen „Mein“ vor: meine Früchte, meine Scheunen, mein Korn, meine Vorräte und „meine liebe Seele, habe nun guten Mut“.

Der Kornbauer spricht zu sich selbst, er kreist um sich selbst: Ich und Ich und mein und mein und nochmal mein. Er ist überreich an Lebensmitteln – aber wo ist seine Lebensmitte? Er lebt Genuss ohne Grenzen - aber feiert ohne Freunde. So „richtig“ er gehandelt hat, so „falsch“ war sein Leben.
Und mit einem Schlag ist's aus. Die Blase platzt. Was bleibt? Nichts. Nichts und nichtig war alles, was er mühsam gesammelt hatte. Ja, er kann einem leid tun, dieser reiche, einsame Mann. Klug und dumm zugleich. Wirklich ein Narr.

Bis heute provoziert uns seine Geschichte. Und sie will korrigieren: Denk dran, alle deine vermeintlichen Sicherheiten sind nicht sicher. Erweisen sich ganz schnell als trügerische Narretei.
Dein Erfolg und dein Reichtum, deine Gesundheit und dein gutes Leben – letztlich verdankst du das alles nicht dir selbst. Es ist ein Geschenk. Deshalb: liebe Seele, freu dich dran. Genieße es alles. Aber: Teile es mit andern. Dann wirst du wirklich froh. Und: ganz anders reich...