Supervision

Gemeindeleitungen und Ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen ist ein wichtiges Anliegen des Netzwerks „Beratung von Gemeinden". Haupt- und Ehrenamtliche in Gemeindeleitungen haben eine schöne, aber auch komplexe Aufgabe zu bewältigen:

  • Wie kann die Motivation über eine längere Strecke erhalten bleiben?
  • Wie kann man burn out vorbeugen?
  • Wie kann man im Team Gaben und Schwerpunkte erkennen, Aufgaben gut verteilen und die Zusammenarbeit sinnvoll verabreden?
  • Wie gelingt gemeinsame Planung?
  • Und speziell nach Neuwahlen oder Ergänzungswahlen: Wie kann nach einer Wahl aus den gewählten Einzelpersonen ein wirkliches Team werden?

Hier finden Sie als Gemeindeleiterinnen und Gemeindeleiter, Gemeindeälteste, Pastorinnen und Pastoren, Diakoninnen und Diakone Angebote an Begleitung – sei es für Sie persönlich, sei es für das Team. Ob Sie nur einen Klausurtag planen oder an ein längeres Team-Coaching denken, ob Sie einen Supervisor suchen oder Kollegiale Beratung einüben wollen – hier finden Sie unterschiedliche Möglichkeiten, die Sie nutzen können für Ihr situationsangepasstes Lernen „on the job“.

 

Begleitetes Klausurwochenende für Gemeindeleitungen

Leitungskreise haben viele Möglichkeiten, ihre Gemeinde zu gestalten und etwas zu bewegen. Aber im Sitzungsalltag verdrängt das Dringende oft das Wichtige: Den Blick fürs Ganze. Manchmal hat das Nachdenken über Grundsätzliches und langfristige Perspektiven wenig Raum.
Begleitete Klausurtage oder Klausurwochenenden bieten die Gelegenheiten, aus dem gewohnten Trott herauszukommen. Unterschiedliche Schwerpunkte sind möglich:

  • Gemeinsam leiten – ein konfliktfähiges Leitungsteam werden
  • Zukunftsperspektiven finden- Ideen und Strategien für die weitere Entwicklung der Gemeinde

Die Klausur wird in einem Vorgespräch mit dem Berater geplant, der die Gruppe von Freitagabend bis Samstagabend begleitet. Der Sonntag wird erfahrungsgemäß gerne für einen eigenen gottesdienstlichen Abschluss in eigener Regie genutzt.

Team-Coaching / Team-Supervision – „learning on the job“

„Die christliche Gemeinde beruft geeignete Männer und Frauen, deren besondere Begabung durch den Heiligen Geist und Berufung durch Gott sie erkennt, in spezielle Dienste und bildet sie dazu aus…“

Team-Supervision / Team-Coaching bietet die Möglichkeit, dieses Bekenntnis aus der „Rechenschaft vom Glauben“ in die Praxis der Gemeinde zu implementieren. Supervision / Coaching zielt darauf, über einen gewissen Zeitraum hinweg in einem geschützten Raum und durch professionelle Begleitung das eigene Leitungshandeln zu reflektieren und zu modifizieren.

Dabei bildet das alltägliche Tun den Ausgangspunkt für einen Lernprozess „on the job“.

So wird es möglich, etwa eingeschliffene Handlungsmuster oder „blinde Flecken“ zu erkennen, typische Konflikte zu durchdenken oder Rollen zu klären. Der Perspektivwechsel ermöglicht eine veränderte Wahrnehmung und eröffnet neue Handlungsmöglichkeiten. Zusammenarbeit und Teamfähigkeit werden gestärkt.

Was in vielen Berufen als Fortbildung und zur Qualitätssicherung selbstverständlich ist, sollten wir hin und wieder auch den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Berufenen in der Gemeinde gönnen! Es wird auch dem Ganzen der Gemeinde zugute kommen.

Training „Kollegiale Beratung“

Kollegiale Beratung geht davon aus, dass sich Teammitglieder untereinander bei Problemen und Herausforderungen in ihrem Arbeitsfeld qualifiziert beraten können, wenn sie bestimmte Regeln und Rahmenbedingungen berücksichtigen. So besprechen sie als Gruppe in einem geschützten Raum aus persönlicher Betroffenheit heraus konkrete Fälle aus ihrem Arbeitsfeld. Dabei folgen sie z.B. im „Heilsbronner Modell“ 10 Schritten, die sich in der Praxis bewährt haben.

Bei diesem Training „Kollegiale Beratung“ lernen die Teilnehmenden die Ressourcen der Gruppe im Rahmen dieser Methode für sich zu nutzen.

Sie erfahren, wie sie miteinander an der Lösung einer Fragestellung arbeiten können und erleben dabei Entlastung, Klärung und Unterstützung. Insgesamt werden so auch Teamgeist und Zusammenhalt gefördert.

Supervision für Ordinierte Mitarbeiter

Supervision ist eine Möglichkeit, meine Sicht zu erweitern.

Supervision ist die professionelle Begleitung von Einzelpersonen, Teams oder Organisationen bei der Reflexion ihres beruflichen Handelns und ihrer Arbeitsbeziehungen. Wie der Name (wörtlich "Daraufsicht") deutlich macht, nimmt Supervision eine Art Perspektivwechsel auf die berufliche Kommunikation und Kooperation vor.
Für Ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Anfangsdienst ist Supervision verpflichtend.

Aber ob Berufsanfänger oder "alter Hase" – es lohnt sich, eingeschliffene Verhaltensmuster zu erkennen, "Blinde Flecken" zu entdecken und neue Sichtweisen zu gewinnen.

Inhalte und Möglichkeiten:

  • Sie möchten Ihre Aufgaben als PastorIn, als DiakonIn mit Abstand betrachten?
  • Sie möchten Ihre Rollen und Aufgaben in der Gemeinde, im Leitungsteam oder in anderen Zusammenhängen neu reflektieren?
  • Sie möchten erkennen, welche Hintergründe zu Konflikten führten
  • Sie möchten die eigenen Handlungsmöglichkeiten neu in den Blick bekommen?
  • Sie möchten dem "Burnout" vorbeugen?

Dann ist Supervision das passende Angebot:

  • Sie finden einen geschützten Raum und fachliche Begleitung, um an diesen Fragen zu arbeiten.
  • Ein qualifiziertes Feedback hilft Ihnen, die eigenen Stärken und Fähigkeiten zu erweitern.
  • Sie finden Unterstützung, wenn Veränderungsprozesse bevorstehen.
  • Sie nehmen sich Zeit, um den Blick wieder frei zu bekommen für Ihre Aufgaben und Möglichkeiten.

Formen der Supervision

Einzelsupervision
die intensive persönliche Begleitung des beruflichen Handelns.

Teamsupervision
die Mitglieder eines Teams reflektieren ihre Aufgaben und klären ihre Arbeitsbeziehungen. So verbessern sie ihre Zusammenarbeit.

Gruppensupervision
eine Gruppe aus ähnlichen Arbeitsfeldern aber verschiedenen Einrichtungen, z. B. Gemeinden, schaut gemeinsam auf konkrete Herausforderungen Konflikte oder Schwierigkeiten der Arbeit und hilft, neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten zu finden.

Supervisionsangebote im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

Materialpaket über Supervision und kollegiale Beratung
Die kirchenleitenden Gremien halten es für wünschenswert, dass die Ordinierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Supervision in Anspruch nehmen. Es zeigt sich, dass diejenigen, die dies tun, ihre Arbeit effizienter und fröhlicher tun oder Krisen besser meistern. Dabei ist deutlich: Man kann Supervision nicht verordnen und kontrollieren. Vielmehr möchten wir dies als Angebot werbend unterbreiten, um Menschen in ihrem Dienst zu fördern.
Das Netzwerk "Beratung von Gemeinden" hat gemeinsam mit dem Vertrauensrat der Pastorenschaft ein "Materialpaket über Supervision und kollegiale Beratung" entwickelt. Darin wird ausführlich beschrieben, was Supervision ist, was sie leisten kann und welche Formen von Supervision es gibt. Darüber hinaus stellt es die eigenständige Arbeitsform der "Kollegialen Beratung" (Intervision) vor, die die Supervision zwar nicht ersetzen kann, aber eine gute Alternative bietet, wenn eine professionelle Supervision nicht möglich ist.

Empfehlungsliste Supervision
Zusätzlich zu dem Materialpaket kann eine Liste von SupervisorInnen angefordert werden, die seitens des Bundes empfohlen werden. Das Angebot steht auch den Diakoninnen und Diakonen offen.

Supervisionsgruppe für Pastorinnen und Pastoren
Das Institut für Seelsorge und Psychologie in Elstal bietet eine Supervisionsgruppe für Pastorinnen und Pastoren an.