verBUNDen - Gemeinsam dienen wir dem Herrn

Das Wichtigste von der Bundesratstagung in Kassel

Knapp 600 Abgeordnete und 400 weitere Gäste kamen vom 6. bis 8. Mai 2010 auf der Bundesratstagung in Kassel zusammen.

Vor der eigentlichen Ratstagung fand eine Konsultation zu Fragen unserer kirchlichen Ordnungen statt. „Wir haben vom Baum der (juristischen) Erkenntnis gegessen und gesehen, dass wir nackt sind.“ Mit diesen Worten fasste Pastor Joachim Gnep aus dem Präsidium des Bundes die Ausgangslage zusammen, die zur Erarbeitung einer Reihe von neuen Ordnungen des Bundes geführt hat. Die von allen Baptisten geschätzte  Selbstständigkeit der Ortsgemeinde hat bisher keine rechtliche Grundlage. Damit Dienstrechtsfragen nicht vor dem Arbeitsgericht ausgetragen werden müssen, ist zusätzlich eine eigene Regelung für die „Gerichtsbarkeit des Bundes“ nötig. Und auch das Dienstrecht für Ordinierte Mitarbeitende und andere Angestellte muss neu geregelt werden.

Ein weiterer Konsultationstag folgt am 4. September in Kassel. Am 13. November 2010 soll es auf einem  zusätzlichen Bundesrat eine erste Lesung der zu beschließenden Ordnungen geben.

Der Eröffnungsgottesdienst am Donnerstagabend mit einer Predigt von Präsident Hartmut Riemenschneider, die Bibelarbeit am Freitag (von den vier Dienstbereichsleitern der Bundesgeschäftsführung) und Samstag (von vier Präsidiumsmitgliedern) unterstrichen das Motto des Bundesrates: „Gemeinsam dienen wir dem Herrn.“

Aber auch an vielen anderen Stellen, wie z.B. z.B. in den neu zusammengestellten Angeboten speziell für kleine Gemeinden wurde etwas vom Bund als Solidargemeinschaft erkennbar.

Dem Bundesrat wurde eine Regelung für Ordinierte Mitarbeitende für eine Sabbatzeit vorgestellt, bei der über eine längere Zeit Gelder angespart werden können, um dann die freien Zeiten zu finanzieren.

Ferner wurde bekannt, dass die halbe Stelle für Seniorenarbeit wegen der Finanzknappheit des Bundes nicht weitergeführt werden kann, wenn nicht zusätzliche Spenden dafür eingehen.

Überhaupt war die aktuelle schwierige Finanzlage des Bundes das Schwerpunktthema am Samstag. Der Bundesmissionsbeitrag wurde zum besseren Verständnis in „Bundesbeitrag“ umbenannt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass er als verpflichtender Mitgliedsbeitrag für alle Gemeinden verstanden werden soll, auch wenn er juristisch nur „zur Zahlung empfohlen“ wird. Der Beitrag für 2011 wurde für Gemeinden in den neuen Bundesländern auf € 48,00 und in den alten Bundesländern auf € 57,00 festgesetzt.

Etliche Abgeordnete waren ungehalten, dass manche Gemeinden den Beitrag nicht zahlten. Andere kritisierten die Konsequenz der Gehaltskürzungen und sogar  drohenden Kündigungen von Bundesmitarbeitern.

Zur Weiterarbeit an den Themen des Konvergenzdokuments soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die das theologische Spektrum des Bundes widerspiegelt. Die Arbeitsgruppe soll eine Stellungnahme des Bundes vorbereiten.

Berichtet wurde, dass die Hans-Herter-Indienhilfe in die EBM/MASA aufgenommen wurde. Damit wurde die Missionsgesellschaft in „EBM international“ unbenannt. Die Hans- Herter- Indienhilfe feiert in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum. Dr. Walter Herter wurde mit großem Dank für sein Lebenswerk gewürdigt.

Großen Anklang fanden auch Kurzvorstellungen von Mitarbeitenden in Elstal, die in einer halben Minute jeweils zwischen den Tagesordnungspunkten etwas von den vielfältigen Aufgaben des Bundes „verkörperten“.

Friedrich Schneider

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