Ein Bericht von Irmgard Neese
Mein Ökumenischer Kirchentag fand in Halle B 1 statt. Dort war das Zentrum „Älter Werden“ und als Mitglied der Projektkommission, die dieses Zentrum vorbereitet hat, war ich natürlich fast durchgängig dort präsent. Ob es an den interessanten Themen, an der guten Lage in U-Bahn-Nähe lag, oder an den berühmten Namen, jedenfalls war die Halle immer gut gefüllt und manchmal auch wegen Überfüllung abgeriegelt.
Themen wie „Gesundheit für alle – wie lange noch?“; „Leidenschaft kennt keinen Ruhestand“; „Generationengerechtigkeit“; „Ein weises Herz gewinnen – Spiritualität im Alter“; „Altwerden ist nichts für Feiglinge“ und andere brachten jeweils 400 – 1000 Besucher ins Zentrum. Für mich überraschend: Es kamen auch viele junge Menschen, die sich durchaus für diese „Altersthemen“ interessierten.
Der kleine Raum der Stille und der Ruheraum (mit richtigen Betten) waren immer belegt.
Das von mir gestaltete kreative Mitmachprojekt zu Biographiearbeit („Alte Stoffe erzählen meine Geschichte“) wurde noch stärker als erwartet angenommen. Mehr als 500 Infoblätter gingen weg und mehr als 200 kamen ausgefüllt mit persönlichen Erinnerungen wieder zurück. Viele drückten ihre Dankbarkeit aus, als Menschen mit einer individuellen Lebensgeschichte wertgeschätzt zu werden. Unser Stand war also ein Ort, wo man aus der großen Menge der Kirchentagsbesucher heraustreten konnte und als Einzelperson gesehen wurde.
Obwohl oder vielleicht gerade weil ich örtlich festgelegt war, hatte ich sehr viele Begegnungen und interessante Gespräche. Ich war überrascht, dass ich nie erklären musste, was Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden sind. Obwohl durch das Logo des GemeindeSeniorenwerks die konfessionelle Zuordnung dieses Projektes für jeden ersichtlich war, gab es dazu praktisch keine Rückfragen. Auf der Ebene der persönlichen Begegnung scheint Ökumene selbstverständlich zu sein.
Beeindruckt haben mich die vielen ehrenamtlichen Helfer, ohne sie hätte nichts funktioniert. Und ich habe einige Geschwister gewonnen, nämlich die, mit denen ich das Zentrum „Älter Werden“ vorbereitet habe. Auch hier spielten bei den morgendlichen Andachten und Mitarbeiterrunden die Konfessionen keine Rolle.
Irmgard Neese, Leiterin Gemeindeseniorenwerk des BEFG
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