Ein Bericht von Irmgard Stanullo
Als Mitglied des Gemeinsamen Präsidiums hatte ich in Halle C1 (größte Halle) zwei Bibelarbeiten einzuleiten und die Bibelarbeiter und Musiker zu begrüßen und biographisch vorzustellen.
am 14.05. zu Rö 8,16-25 Erzbischof Kardinal Rodriguez
Maradiaga, Honduras, und den Bezirksposaunenchor München
am 15.05. zu Mat 25,31-46 Bischof i.R. Dr. Wolfgang Huber,
ehem. Ratsvorsitzender der EKD und Fritz Baltruweit als Musiker Bei beiden Einführungen habe ich nicht versäumt, mich als Baptistin vorzustellen und an verschiedenen Stellen die multilaterale Ökumene zu verdeutlichen; bei Bischof Huber mit den Worten: 'Ich bin Irmgard Stanullo, Baptistin, und sozus. eine Komponente der multilateralen Ökumene', was längeren Applaus zu Folge hatte.
Wie mir gesagt wurde, waren es beim Kardinal ca. 5000 Menschen, bei Bischof Dr. Wolfgang Huber 6000, die zu den jeweiligen Bibelarbeiten in die Halle C1 gekommen waren.
Bei der Bibelarbeit zu Gen 9,8-17 von Margot Käßmann am 13.05. ebenfalls in Halle C1 (ich war dort Zuhörerin), war die Halle brechend voll.
Frau Käßmann hat eine Botschaft, die direkt ins Leben der Menschen spricht. Das begeistert! Sie ist eine großartige Frau. Trotzdem empfand ich es als ambivalent, als sie bereits bei ihrem Erscheinen auf dem Podium mit stehenden Ovationen bejubelt wurde (wie ein Pop-Star).
In der Kirche St. Johann Baptist war ich am Freitagnachmittag zusammen mit anderen Frauen aus der Ökumene auf einem Podium zum Thema "Die Ökumene der Frauen - Christinnen gemeinsam auf dem Weg". Die gut vorbereitete Veranstaltung litt unter dem enormen Hall in der Kirche, so dass die Funk-Micros nicht zum Einsatz kommen konnten und wir jeweils vom Ambo aus sprechen mussten. Auch war der Besuch mäßig.
Bedauerlich und fast als störend empfand ich, dass von beiden großen Kirchen von Anfang an betont wurde, es würde kein gemeinsames Abendmahl geben. Deshalb habe ich bereits im Präsidium meinen Wunsch zum Ausdruck gebracht, "dass wir bei allem Planen offen bleiben für das Wirken des Geistes Gottes. Der Geist weht, wo ER will!" Von manchen wurde das verstanden.
Dass am Ende des ÖKT von beiden Präsidenten u.a. dieses Thema offen mit der Hoffnung auf Veränderung angesprochen wurde, stimmt auch mich hoffnungsvoll.
Die aktuelle Situation besonders der röm-kath. Kirche lässt plötzlich höhere Geistliche die Frage nach dem Zölibat stellen und nach dem gemeinsamen Abendmahl ...
Könnte es sein, dass es am Ende die schlimmen Ereignisse sind, die die Ökumene befördern?
Irmgard Stanullo, Nürnberg
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