Ein Bericht von Reinhard Assmann
Wir - d.h. der Ökumenische Arbeitskreis Prenzlauer Berg aus Berlin (Baptisten gehören zum aktiven Trägerkreis) - waren mit unserer Ausstellung "Keine Gewalt - Der Weg der Gewaltlosigkeit" in der Trainingshalle des Olympia-Eisstadions. Dieser Ort gehörte zum Themenbereich 2 und beherbergte unter anderem am Freitag das Forum Frieden stiften. U.a. beteiligten sich vier Baptisten an der Betreuung der Ausstellung.
Die Ausstellung, die zunächst für ein großes Berliner Einkaufszentrum erstellt wurde, konnte inzwischen an 10 weiteren Orten gezeigt werden, u.a. 2009 beim Europäischen Baptistischen Kongress in Amsterdam, im Bundespresseamt, an der Universität Oldenburg. Sie zeigt die Wurzeln der Gewaltlosigkeit von der Bergpredigt über Mahatma Gandhi und Martin Luther King und schlägt eine Brücke hin zu gewaltlosen Veränderungen wie 1989 in der DDR und bis in die Gegenwart.
Christian Führer, Pfarrer i.R. der Leipziger Nikolaikirche, äußerte sich nach einer Führung durch die Ausstellung mir gegenüber, dass er bisher kaum so deutlich den biblisch-christlichen Hintergrund der gewaltlosen Bewegung bis hin zur Friedlichen Revolution 1989 dargestellt gefunden habe. Die Ausstellung ermutige den Besucher, auch heute nach ungewöhnlichen Wegen friedlicher Veränderungen zu suchen.
Eine Projektkommission hatte aus 87 zukunftsweisenden ökumenischen Projekten neben vier weiteren unsere Ausstellung für den Ökumenepreis des Kirchentages ausgewählt. Die Idee stammte übrigens von Siegfried Großmann, der bei der Preisverleihung am Donnerstag herzlich begrüßt wurde. Der erste Preis wurde vom Publikum bestimmt - dafür hatten wir nicht genügend "Fans" dabei, haben uns trotzdem über die lobenden Worte der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags Dr. Ellen Ueberschär bei der Übergabe unserer Urkunde gefreut.
Ein für mich persönlich wichtiger Eindruck des Kirchentages war ein Beitrag von Probst i.R. Dr. Heino Falcke aus Erfurt. Er sprach am Freitag in der Alten Kongresshalle über den Beitrag des Konziliaren Prozesses der Kirchen für die heutige Ökumene: "Kirchen können eins werden, wenn sie sich gemeinsam einer aktuellen Krise stellen." Nicht zuerst die konfessionellen Fragen interessieren die Menschen - sie fragen, ob wir uns als Kirchen bewegen lassen und Worte finden, die Menschen in den heutigen Krisen aufatmen lassen. In der Sozialethik könnten und müssten Kirchen heute viel eher ein gemeinsames Wort finden als z.B. in der Abendmahlsfrage. - Ermutigend war vor allem, dass diese Fragen auch von jungen Leuten neu entdeckt werden - Vertreter des jungen ökumenischen Netzwerkes MEET berichteten, wie sie ihren Glauben mit politischem Engagement zu verbinden suchen.
Reinhard Assmann, Pastor in der EFG Berlin-Prenzlauer Berg
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