Oncken-Kirche in Hamburg: Hier wurde der Zusammenschluss des BEFG 1941 beschlossen.

Geschichte

Baptisten, Brüder und die Entstehung des BEFG

Unter dem Druck der politischen Verhältnisse im Dritten Reich und verbunden mit der Hoffnung auf intensive geistliche Gemeinschaft schlossen sich der Bund der Baptisten- und Elim-Gemeinden und der Bund freikirchlicher Christen (Brüdergemeinden) 1941/42 zum BEFG zusammen.

In den Zeiten des Kalten Kriegs brachte die Teilung Deutschlands auch die Teilung des BEFG mit sich. Spätestens mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 war die Zusammenarbeit zwischen west- und ostdeutschen Gemeinden fast unmöglich geworden. So bildeten die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in der DDR ab 1969 einen eigenen Bund. 1991 wurden der ost- und der westdeutsche BEFG wiedervereinigt.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands schlossen sich die meisten ostdeutschen Elim-Gemeinden dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden an. Diesen Schritt hatte der überwiegende Teil der westdeutschen Elim-Gemeinden bereits nach dem Zweiten Weltkrieg vollzogen.

Heute gehören zum BEFG 669 Baptistengemeinden, 128 Brüdergemeinden und vier Elim-Gemeinden. Die Brüdergemeinden im BEFG sind in der Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden (AGB) zusammengeschlossen.

Baptisten

Johann Gerhard Onckens Taufe in der Elbe

Die Geschichte der Baptisten, die ihren Ursprung im angelsächsischen Raum haben, reicht bis in die Anfänge des 17. Jahrhunderts zurück. So gründete Thomas Helwys 1611 die erste britische Baptistengemeinde. Roger Williams gründete 1639 in Rhode Island die erste US-amerikanische Baptistengemeinde.

Als Geburtsstunde des deutschsprachigen sowie kontinentaleuropäischen Baptismus gilt der 23. April 1834. An diesem Tag gründete Johann Gerhard Oncken in Hamburg die erste deutsche Baptistengemeinde. Tags zuvor hatten sich Oncken und sechs weitere Personen von dem amerikanischen Baptistenpastor Barnard Sears in der Elbe taufen lassen. Von Hamburg aus breitete sich der Baptismus in Deutschland und anderen Ländern Europas aus.

Zu den Grundzügen baptistischer Lehre und Überzeugung gehören seit jeher das missionarische Engagement aller Gläubigen, die Gläubigentaufe und der Einsatz für Menschenrechte, Religions- und Gewissensfreiheit sowie für die Trennung von Staat und Kirche.

2009 hat der BEFG eine zwölfteilige Artikelserie über 175 Jahre Baptismus in Deutschland verfasst. Dr. Martin Rothkegel, Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Hochschule Elstal, hat die Serie initiiert. Sie dürfen die Texte gerne für Veröffentlichungen verwenden. Bitte geben Sie dabei als Quelle den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden sowie den jeweiligen Autorennamen an.

Teil 1: Die Pionierzeit des deutschen Baptismus (1834-1859)

Teil 2: Die wachsende baptistische Bewegung in Europa (1859-1884)

Teil 3: Baptistengemeinden im deutschen Kaiserreich (1884-1909)

Teil 4: Das baptistische Milieu vom 1. Weltkrieg zur Weimarer Republik (1914-1933)

Teil 5: Die Baptisten im Dritten Reich

Teil 6: Ein zweifacher Neuanfang: Baptisten im Nachkriegsdeutschland (1945-55)

 Teil 7: Zwei Bünde unter einem Namen: Baptisten im Kalten Krieg (1955-1965)

Teil 8: Eine Zeit der Neuorientierung (1965-1975)

Teil 9: „Eine freie Kirche in einer freien Gesellschaft“: Der BEFG in den Jahren 1975–1985

Teil 10: Baptisten in weltbewegenden Zeiten (1985-1995)

Teil 11: „Abbruch und Aufbruch“ - der BEFG in den Jahren 1995-2005

 Teil 12: Der deutsche Baptismus als Teil einer weltweiten Familie (2005–2010)

Brüderbewegung

Die Brüderbewegung ist 1834 in England entstanden. Seit über 160 Jahren gibt es sie auch in Deutschland. Weil sich diese Bewegung nicht als Kirche im klassischen Sinn verstand und sich auch nicht selbst einen Namen geben wollte, nannte man sie nach ihrem Leitsatz „Einer ist euer Meister, Christus, ihr alle aber seid Brüder“ Brüderbewegung oder Brüdergemeinden.

Die Brüdergemeinden im BEFG schlossen sich 1980 zur Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden (AGB) zusammen. Neben den AGB-Gemeinden mit ihren über 9.000 Mitgliedern gibt es in Deutschland viele weitere Brüdergemeinden, die größtenteils dem sogenannten Freien Brüderkreis oder den geschlossenen Versammlungen angehören. Insgesamt zählt die Brüderbewegung in Deutschland über 40.000 Mitglieder.

Die geschichtliche Entwicklung von 1937 bis zur Gründung der AGB 1980 und weitere Details der Geschichte der AGB können Sie in einer Rede von Dr. Ulrich Brockhaus nachlesen. Brockhaus hielt diesen Vortrag 2010 in Nürnberg anlässlich des 30-jährigen Bestehens der AGB.

Elim-Gemeinden

Die Elim-Gemeinden entstanden 1926 in Hamburg. Ihr Gründervater ist der Evangelist Heinrich Vietheer. Die Elim-Gemeinden gehören zur Pfingstbewegung. Sie betonen die Wirksamkeit des Heiligen Geistes, legen besonderen Wert auf die Geistesgaben und praktizieren die Gläubigentaufe.