Kochen und Genießen

Das hört sich doch eher wie ein Buchtitel oder ein Kurs der Volkshochschule an. Was hat solch ein Angebot in unserer Gemeinde zu suchen und warum?

Essen ist eines der elementarsten Dinge unseres Lebens. In der Bibel wird uns oft über gemeinsame Essen berichtet, Jesus scheint gerne gegessen zu haben. Das Abendmahl wird im Gottesdienst gefeiert. Essen und Gemeinde haben einiges gemeinsam. Doch nun zu der Frage, wie diese Gruppe entstanden ist.

In unserer schnelllebigen Zeit mit Fastfood und den unzähligen Fertiggerichten gewinnt Kochen immer mehr an Bedeutung zurück. Kaum ein Fernsehsender, der nicht eine Kochshow, unterschiedlichstem Formats, präsentiert. In Gesprächen höre ich jedoch immer wieder „Das war ja wirklich toll, was ich gesehen habe und ich habe sofort Lust bekommen, alles nachzukochen. Aber für mich alleine lohnt sich das doch wirklich nicht!“

Hier kam mir der Gedanke, dass es schön wäre, mit all denen, die normalerweise alleine am Tisch sitzen, in gelöster Atmosphäre zusammen zu kochen und zu genießen. Als ich mich in der Gemeinde umhörte, war das Interesse groß und so konnten wir wenig später mit diesem neuen Angebot starten.

Wir treffen uns einmal im Monat mit ca. 16 Personen um 10:30 Uhr in der Gemeinde Bielefeld-Sennestadt. Die Menüvorschläge kommen aus der Gruppe. Für den Einkauf und die Abrechnung konnten zwei der „Köche“ erwärmt werden. Um ausreichend einkaufen zu können, ist es wichtig, sich anzumelden. Unsere Kochvormittage beginnen wir mit einem gemeinsamen Gebet. Anschließend werden die Aufgaben verteilt. In der Küche wird geschnibbelt, gerührt, gebraten und gekocht, bis die Herdplatten glühen. Die Köche sind voller Freude und Erwartung auf das Ergebnis.

Doch nicht nur in der Küche geht es hoch her. Da muss die Tafel aufgestellt und gedeckt werden. Der Tischdekoration wird große Bedeutung beigemessen, denn das Auge isst ja bekanntlich mit. Jeder in der Gruppe hat eine Aufgabe und gibt es für den ein oder anderen doch einmal Leerlauf, kann man sich mit Brettspielen vergnügen.

Endlich ist es soweit. Das Essen ist fertig und wird aufgetragen. Nach einem gemeinsamen Lied und Gebet ist es soweit. Die freudige Spannung auf das Ergebnis ist spürbar. Wie wird es schmecken? In den ersten Minuten erfüllt Stille den Raum. Die einzigen Laute, die man hört, sind „mhm“ und „lecker!“. Dann entwickelt sich eine rege Unterhaltung und frohe Gemeinschaft.

Zum Schluss möchte ich noch eine Besonderheit dieser Gruppe hervorheben. Es ist keine Gruppe für die Senioren oder für die Jugend oder, oder… Es werden alle Altersgruppen angesprochen. Das verbindende Element ist Kochen und Genießen in Gemeinschaft, für diejenigen, die sonst alleine wären.

Ich persönlich freue mich schon sehr auf den nächsten Kochvormittag. (Unter uns: es gibt Borschtsch und Stracciatella-Quarkspeise)

Siegfried Marschal

 

 

 

Singen mit Senioren

Eine besondere Form der Seniorenarbeit findet seit 2003 in Hannover statt. Im Rahmen der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Hannover lockt der Singkreis am Döhrener Turm viele Sängerinnen und Sänger.

Auszüge aus dem Konzept:

  • Schon Martin Luther sagt:
    “Die Musik ist die beste Gottesgabe. Durch sie werden viele und große Anfechtungen verjagt. Musik ist der beste Trost für einen verstörten Menschen, auch wenn er nur ein wenig zu singen vermag. Sie ist eine Lehrmeisterin, die die Leute gelinder, sanftmütiger und vernünftiger macht“.
  • Es ist uns gelungen, „Jungsenioren“ und  den „typischen Senior im Renten/Pensionsalter“ anzusprechen.
  • Andachten, sich Mitteilen und Gebet füreinander machen neben dem Gesang die Zusammenkünfte zu einer besonders intensiven und herzlichen Gemeinschaft.
  • Wir treffen uns 14-tägig Mittwoch - vormittags von 9:30 – 11:45 Uhr.
  • Aktuell sind wir 86  Personen von denen z.Zt.  im Durchschnitt  60 Personen bei den Übstunden anwesend sind.
  • Alter der SängerInnen von 55 bis 85 Jahre
  • Wir sind offen für Jedermann. Konfession spielt keine Rolle!
  • Wer ist zum Mitsingen eingeladen? Wer...

1.       ... Freude an der Musik hat  und gerne chorisch singen möchte

2.       ... einigermaßen singen kann oder es lernen will

3.       ... sich auf andere nette Menschen einlassen möchte

  • In einer ½-stündigen Pause bei Kaffe/Tee und guten Keksen ergeben sich gute Gespräche. Diese Kaffeepause wird von einer „Nichtsängerin“ vor- und nachbereitet! 

Aktivitäten

  • Ca. alle 3 Monate Beteiligung an einem Gottesdienst in einer Gemeinde.
  • Jährlich einen ganztägigen überregionalen Einsatz (z.b. Besuch einer Gemeinde mit verbundenem Einsatz im Seniorenkreis, Sondergottesdienst und/oder Bus- Ausflugsfahrt  etc.)
  • Jährlich ein Konzert in einer Kirche oder neutralem Ort in Verbindung mit Instrumentalisten. 
  • Unregelmäßig  bieten wir Film- und Klönabende mit Getränken und „Brezen“, gemeinsames Frühstück  vor dem Beginn der regulären Übstunde und im Sommer gemeinsames Grillfest an. Alle diese Aktionen sind sehr beliebt. Dazu laden wir natürlich auch die Partner unserer SängerInnen mit ein, die nicht direkt dem Singkreis angehören.

Dirigent und Chorleitung

  • Ganz entscheidend für ein gutes Miteinander sind  fachliche und geistliche Kompetenz des Dirigenten.
  • Ebenso bewährt  sich die organisatorische Leitung des Singkreises durch eine Person neben dem Dirigenten, damit sich dieser ganz den gesanglichen Aufgaben widmen kann.

Finanzierung

  • Natürlich verursacht dieses Konzept feste Kosten, da der Dirigent auf Honorarbasis arbeitet. Diese bereiten in unserem Fall keine Probleme, da ein Kollektenkörbchen bereitsteht, in das jeder Teilnehmer pro Übstunde einen empfohlenen Betrag legt. (Derzeitige Empfehlung etwa. € 2,00)  Wer kann gibt mehr, wer nur wenig zur Verfügung hat gibt weniger. Wir hatten noch nie Mangel. Eher Überfluss!

Einige Zitate von Sängerinnen und Sängern

     Ich singe gerne im Singkreis, weil...

  • ...  mich die Gemeinschaft froh macht und ich die geistliche Atmosphäre mag.
  • ... ich früher im Chor meiner Gemeinde gesungen habe, und dies jetzt nicht mehr möglich ist (weil nicht mehr vorhanden)
  • ... der Singkreis für mich ein Stück Therapie nach dem Tod meines Mannes ist
  • ... mir die fröhliche Gemeinschaft beim singen und in der ½--stündigen Kaffee/Klönpause gut tut
  • ... ich darin auch einen kleinen Beitrag zur Weitergabe des Evangeliums sehe

Hannover im November 2009

Kontakt:

Darius Rossol
Hunaeusstr. 10
30177 Hannover
Tel:  0511 - 94 00 661
E-mail: Rossol.Darius(at)gmx.de

 

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