Am Samstag, den 26.02.2011 beendeten wir eine erste gemeinsame Woche in Elstal. Wir, das sind 26 Teilnehmende, 22 Frauen und 4 Männer, im Alter zwischen 24 und 58 Jahren.
Es handelte sich um die erste Präsenzwoche des 14. Kurses „Seelsorge und Beratung“. Studierende des Theologischen Seminars in Elstal und junge Pastoren im Vikariat waren ebenso vertreten wie eine Physiotherapeutin mit eigener Praxis, eine Ärztin, eine Rentnerin oder eine Filialleiterin einer Sparkasse. Gemeindemitglieder aus Gemeinden des BEFG ebenso wie aus dem Bund Freier evangelischer Gemeinden.
Morgens begannen wir die Tage mit Schweigen. „Wir schweigen, weil Gott das erste Wort gehört“. Mit diesen Worten D. Bonhoeffers und einem Bild oder wenigen Sätzen zu einem Bibelvers führte Olaf Kormannshausuns jeden Morgen in die Zeit des Schweigens ein.
Anfangs noch in ungewohnt verkrampftes Schweigen, mit jedem Tag in gelasseneres und vertrauteres Schweigen. Ein Loblied rundete den meditativen Tagesbeginn ab, ehe es zum Frühstück quer über den Campus zur Mensa ging.
Gestärkt mit Kaffee und frischen Brötchen versammelten wir uns zu Körperübungen wieder im Tagungshaus. Friederike Heinze brachte unsere leisen und lauten Töne zum Klingen, indem wir uns an verschiedenen Instrumenten ausprobieren konnten. In Entspannungsübungen achteten wir auf unseren Körper, oder erlebten uns in nahen und distanzierten Begegnungen mit einem Gegenüber. Zunächst für manche von uns ungewohnt, da es sich um keinen theoretischen Input, sondern um leicht wirkende Übungen handelte, erlebte manch einer von uns gerade hierbei tiefgreifende Aha-Erlebnisse über sich selbst. Die angekündigte Möglichkeit, jederzeit aussteigen zu dürfen, spornte manch einen erst recht an, in diesem geschützten Rahmen einmal kontrolliert eigene Grenzen zu überschreiten.
Günter Hallstein und Olaf Kormannshaus führten anschließend in verschiedene Themen ein - war Jesus eigentlich ein Seelsorger? Wie reagieren unterschiedliche Menschen auf Nähe und Distanz? Was hat es mit der Seel-Sorge im Neuen Testament auf sich?
Diese und andere Themen wurden nicht nur referiert, sondern immer wieder auch in Diskussionen oder Kleingruppen vertieft.
An jedem Nachmittag trafen sich dann die sogenannten Selbsterfahrungs-Gruppen. Hier lernten sich in festen Gruppen jeweils 8 bzw. 9 Menschen unter der Leitung der fachkundigen Referenten selber näher kennen. Der Tag schloss mit einem kurzen Tagesabschluss in dem Raum, in dem wir auch den Tag begonnen hatten - im Kaminraum.
Wir hatten gespannt und neugierig als Fremde in die Woche gestartet, und nahmen nun herzlich Abschied von einer uns inzwischen vertrauten und liebgewordenen Gruppe. Wir freuen uns auf das Wiedersehen zur zweiten Präsenzwoche im September!
Judith Fritsch
Stimmen einiger Teilnehmer:
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