also durch die Gemeinde verursachten, Neurosen wurde in den 1950er-Jahren formuliert und gilt heute psychologisch als überholt. Dies schon deshalb, weil kein gültiges Neurosemodell das problematische Erleben und Verhalten auf nur einen Faktor zurückführt, und sei es eben die Kirche.
Im Zuge der jüngsten, ausgesprochen ideologisch geführten Diskussion über die Evangelikalen (bzw. generalisierend „die religiösen Fundamentalisten“) wurde es mancherorts aus der Versenkung geholt; Glauben, besonders der christliche Glaube, oder Religion an sich wird für allerlei Einschränkungen des Erlebens verantwortlich gemacht …
Nun gibt es zweifellos auch im christlichen und besonders im evangelikalen und freikirchlichen Milieu hoch problematische Gottesbilder und starre und angstbesetzte Formen des Glaubens und der Frömmigkeit. Andererseits haben in den vergangenen 10 – 15 Jahren viele Studien aus Medizin, Psychologie und Religionspsychologie die stärkende, Gesundheit fördernde Funktion des Glaubens betont, dem etwa bei der Bewältigung von Stress eine wesentliche Rolle zukommt.
An diesem Wochenende werden wir uns intensiv mit gegenwärtigen (religions-)psychologischen Konzepten und ihrer Bedeutung für eine gesunde Glaubensentwicklung und -praxis befassen.
Olaf Kormannshaus
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