Andacht zum Monatsspruch März

Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
Johannes 15, 13

Hingabe hat viele Gesichter
Ist das so? Was ist mit der Liebe einer Mutter, die sich viele Nächte um die Ohren schlägt, um bei ihrem kranken Kind zu wachen? Was ist mit der Liebe eines Ehemanns, der auf Karrieremöglichkeiten verzichtet, um mehr Zeit für seine Familie zu haben? Was ist mit dem 89-jährigen, der sich aufopfernd um seine gleichaltrige Ehefrau kümmert, mit der er seit 65 Jahren verheiratet ist? Was ist mit der Sozialarbeiterin, die sich Nacht für Nacht auf dem Straßenstrich um die Frauen dort kümmert – ohne Versprechen, dass sich das Engagement lohnt? Ist das alles nur Liebe „2. Klasse“?

Die Frage ist falsch gestellt. Jesus spricht zu seinen Jüngern. D.h. hier sprechen nicht zwei Gleiche miteinander. Da spricht der Herr zum Knecht, der Höhere zum Niedrigen, der Gebende zum Angewiesenen. Es geht nicht um Idealisierung einer Beziehung, sondern um den Zuspruch: Er, der von Anfang an war, setzt alles ein für die, die ihm nicht das Wasser reichen können.
Es gibt keine größere Liebe als die, dass der Schöpfer sich um seine Geschöpfe kümmert. Es geht nicht um Klassifizierung, sondern um das Ausmaß. Liebe ist maßlos – sie endet nicht einmal an der Grenze zwischen Schöpfer und Geschöpf.

Wer die Geschichte Jesu kennt, versteht diesen Text in der Regel mit Blick auf den Tod Jesu. Hingabe, das ist das stellvertretende Leiden und Sterben. Aber hat Jesu Hingabe erst mit seinem Tod begonnen? Was ist mit der Eingangsszene der sogenannten Abschiedsreden, als Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht - und diese Handlung mit den Worten kommentiert: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“ (Joh. 13, 15)? Das Leben hingeben – es kann viele Gesichter haben. Was diese Gesichter miteinander verbindet ist die Tatsache, dass da einer nicht auf das Seine schaut, sondern auf das, was dem anderen dient. Der Satz des Monatsspruchs erinnert daran, dass Hingabe gerade dort, wo zwei sich nicht auf Augenhöhe begegnen können - wo einer Gebender ist und der andere Empfangender, wo es nicht zu einem Ausgleich kommen kann -  ein Bild der Liebe Gottes ist. Hingabe hat viele Gesichter – in ihnen wird immer der gleiche, liebevolle Gott erkannt.

Thomas Seibert
Der Autor ist Pastor und arbeitet als Redakteur im Oncken Verlag (Kassel)


Andacht zum Monatsspruch Februar

Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mache ich dir zur Pflicht: Du sollst deinem Not leidenden und armen Bruder, der in deinem Land lebt, deine Hand öffnen. Dtn 15,11

Armut gehört in den letzten Jahren zu dem Thema überhaupt. Leider. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Das Schlimmste ist, dass die unschuldigen oft am schlimmsten betroffen sind – Kinder.
Am Ende des Kapitels über den Schuldenerlass, der alle paar Jahre in Israel stattfinden soll, steht dieser Vers. Ein wunderbares Kapitel, das das Volk einlädt, die zerstörerischen Kreisläufe von Gier, Macht und Unterdrückung zu durchbrechen. All die Ordnungen, die Israel hatte, alle Gebote und Vorschriften, waren Zeugnis dafür, dass dieses Volk zu etwas Besserem ausgesondert war. Ein heiliges Volk. Sie feierten diese Heiligkeit in ihren Festen, und diese Heiligkeit wurde übertragen auf die Menschen, denen es nicht so gut ging, die besonders geschützt und unterstützt werden mussten. Die Sabbatgebote waren dazu da, die Maschinerie der Gier zu unterbrechen. Und sie sicherten somit, dass die Schwächeren des Volkes und die Fremden versorgt sind. Gott hatte einen Traum, wie das heilige, das auserwählte Volk auszusehen hat.
Was macht uns, unsere Gemeinden, unser Leben heilig?
Wenn wir uns in dieser Form auch herausrufen lassen von Gott. Wenn wir uns befreien lassen hin zu einem neuen Leben. Einem Leben, das den Kreislauf der Sünde durchbricht, das sich einsetzt für die Schwächeren. Gottes Traum von Gemeinde und Gemeinschaft hatte diese Art des Heiligseins immer als Grundschlag seines Herzens gehabt – von der Geschichte Israels bis hin zum Reich Gottes, das durch Jesus Christus in uns begonnen hat. Wir sind berufen als einzelne und als Christen, den Anderen im Blick zu haben.
Gemeinde für andere zu sein – so hat das Bonhoeffer genannt.
Die Menschen des Alten Testamentes haben sich dafür eingesetzt, ihre Phantasie kreativ werden lassen, um dem Ausdruck zu verleihen. Viele der Einladungen zum Schutz der Armen und Schwachen, der Schuldenerlass, das Sabbatgebot, drücken das aus. Und wir? Wir sollten uns auch wieder beschenken lassen mit Phantasie, wie wir Gemeinde für andere sein können, wie wir Menschen für andere werden. Die Gemeinde Jesu trägt tiefe Verheißungen in sich. Sie hat die Kraft, andere mit dem Evangelium zu beschenken - mit dem Evangelium, das aus Wort und Tat besteht. Sie hat die Kraft, Bindungen zu lösen und Freiheit zuzusprechen, Systeme zu durchbrechen und wieder die in den Blick zu nehmen, für die das Reich Gottes zuallererst begonnen hat.

Angela Klinge

Andacht zum Monatsspruch Januar

Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ 5. Mose 6,5


Befohlene Liebe klingt irgendwie gar nicht romantisch. Und ehrlich gesagt, glaube ich auch nicht, dass sie führt jemals zum Herzen der Person führt, das man zu erreichen sucht. Jeder, der einmal so recht von Herzen unglücklich verliebt war, weiß, dass dies unmöglich ist. Alle Zwänge oder Befehle widersprechen dem Wesen der Liebe. Dieses innere Feuer, das das Hohelied Salomos als eine „Flamme des Herrn“ preist, kann den ganzen Menschen einnehmen und ihn stärker binden als alle äußeren Mächte. Aber wie kann man ein solches Feuer in sich selbst anzünden?
Diese Worte klingen, auch am Anfang des neuen Jahres, nach einer heillosen Überforderung. Vieles haben wir uns wieder vorgenommen. Aber das, wozu wir fähig sind, ist Eigenliebe. Unserer Natur nach lieben wir weder Gott, noch unseren Nächsten, sondern vor allem uns selbst.
Diesem Gebot Gottes geht aber etwas voraus. Liebe hat immer einen Weg hinter sich, bevor wir sie erfahren. Gott höchstpersönlich macht sich die Mühe seine geliebten Menschen aus der Unterdrückung in ein partnerschaftliches Verhältnis zu ihm zu bringen. Ägypten, das heißt Welt der Entfremdung, Welt der Spaltung. Einerseits lebt man dort an üppigen Fleischtöpfen und andererseits ist das Vorzeichen dieser Fülle die Sklaverei. Aus dieser ausweglosen Doppeldeutigkeit führt Gott sein Volk in die Eindeutigkeit, in die Heimat, in seine Nähe. Das geschieht auch 2010, im Jahr der Stille, nicht ohne Wüstenerfahrungen. Aber am Ende des Weges wird der Mensch als Familienmitglied, als Gegenüber Gottes gewürdigt.
Johannes schreibt: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!“ Gott nimmt uns Menschen ernst und verbündet sich mit uns, als Zeichen seiner Liebe und unserer einzigartigen Würde. So ist Liebe ein Ausdruck der Zusammengehörigkeit, der Einheit. Ich kann nicht meinen Partner lieben und schlecht über ihn reden. Ich kann ihn nicht lieben und gegen ihn sein. So ist es nun nachvollziehbar, dass Gott uns auffordert ihn ganz, d.h. ungeteilt, zu lieben. Ihn in unser ganzes Leben zu integrieren. Alle Dinge unseres Lebens hörend in Beziehung zu setzen zu dem Einen. Ein solcher integrativer Lebensstil spaltet nicht, sondern versöhnt, er führt zusammen und baut Brücken der Liebe. Und wenn das mit unserer ungeteilten Vitalität geschieht, dann werden auch unsere Gemeinden und Gottesdienste davon profitieren.

Martin Englisch

Andachten zum Nachhören

Mit freundlicher Genehmigung verschiedener Radiosender stehen an dieser Stelle Radioandachten zum Donwloaden und Nachhören bereit. 

 

Valentinstag
Andacht Pastorin Anja Neu-Illg, Ev. Radio- und Fernsehkirche im NDR 90,3 (www.radiokirche.de)

Pilgerreise für Verliebte
Andacht Pastorin Anja Neu-Illg, Ev. Radio- und Fernsehkirche im NDR 90,3 (www.radiokirche.de)

Über die Liebe
Andacht Pastorin Anja Neu-Illg, Ev. Radio- und Fernsehkirche im NDR 90,3  (www.radiokirche.de)

Du stellst meine Füße auf weiten Raum (Psalm 31,9)
Andacht Pastor Carsten Hokema 25.1.2010 im NordWestRadio

Euer Herz erschrecke nicht (Johannes 14,1)
Andacht Pastor Carsten Hokema 26.1.2010 im NordWestRadio

Meine Seele ist still zu Gott, der mir hilft (Psalm 62,2)
Andacht Pastor Carsten Hokema 27.1.2010 im NordWestRadio

Geburtstag DFB - Jahrestage
Andacht Pastor Carsten Hokema 28.1.2010 im NordWestRadio

Sabbat
Andacht Pastor Carsten Hokema 29.1.2010 im NordWestRadio

Gemeinsames Festmahl
Andacht Pastor Carsten Hokema 30.1.2010 im NordWestRadio

Der Schicksalstag der Deutschen (Psalm 18,30)
Andacht Prof. Dr. Kim Strübind 9.11.2009 im Deutschlandfunk

Die Entdeckung der Weisheit (Genesis 3)
Andacht Prof. Dr. Kim Strübind 10.11.2009 im Deutschlandfunk

Vom Staunen (Psalm 8)
Andacht Prof. Dr. Kim Strübind 11.11.2009 im Deutschlandfunk

Mitleid statt Rache (2. Samuel 13)
Andacht Prof. Dr. Kim Strübind 12.11.2009 im Deutschlandfunk

Gerechtigkeit (Habakuk 2,4/Römer 1,17)
Andacht Prof. Dr. Kim Strübind 14.11.2009 im Deutschlandfunk

Kurze Andachten für jeden Tag können hier abonniert werden: radio m

 

Die Dienstbereiche

 

Bildungszentrum Elstal

Infos & aktuelle Bildungsangebote ...

Interaktiv

Aktuelles

Baptisten unterstützen Erdbebeopfer in Chile

100.000 Euro Katastrophenhilfe bereit gestellt

09.03.10
 
Gradlinigkeit statt Vertuschungen

BEFG-Präsident Riemenschneider würdigt frühere EKD-Ratsvorsitzende Käßmann

02.03.10
 
„Der unbekannte Chagall“ angelaufen

Dienstbereich Mission und Galerie Traudisch-Schröter mit neuer Ausstellung

27.02.10
 

Termine / Veranstaltungen

13.03.10 - 13.03.13, 10:00 - 14:30
19.03.10 - 21.03.10
19.03.10 - 21.03.10

Feedback

Wie gefällt Ihnen der neue Internetauftritt baptisten.de? Ihre Meinung interessiert uns - schreiben Sie uns gerne!