Elstaler Perspektive vom 18. September 2011
Vor wenigen Tagen jährte sich zum zehnten Mal ein Tag, der die Welt veränderte. Die Anschläge des 11. September trafen nicht nur die direkten Opfer und ihre Angehörigen, sie erschütterten ein ganzes Land in Mark und Bein und sorgten bei unzähligen Menschen weltweit für großes Entsetzen. Das Gefühl, im eigenen Land sicher vor Terror zu sein, wurde den Amerikanern genommen. Mit ihnen erlebten auch die Bewohner anderer Länder, wie eine gewisse Grundsicherheit verloren ging. Durch die Anschläge und die Reaktionen darauf kam es vielerorts zu einem vergifteten Klima zwischen Moslems und Menschen aus dem so genannten christlichen Abendland. 9/11 öffnete einem gegenseitigen Argwohn Tür und Tor. Selbst zehn Jahre später ist der Umgang miteinander oft von Unsicherheit geprägt – auch in Deutschland. Undifferenzierte Vorverurteilungen sind nicht selten, und global betrachtet kommt es häufig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.
In dieser Situation fällt mir das Wort Jesu aus Johannes 16,33 ein: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ In aller Unsicherheit gibt Jesus uns Frieden – und damit die Grundlage, den gegenseitigen Argwohn zu überwinden: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Jahreslosung 2011 aus Römer 12,21). Konkret gibt es beim Baptistischen Weltbund (BWA) eine Arbeitsgruppe zum baptistisch-muslimischen Dialog. Auf der Ratstagung im Juli wurde beschlossen, das Thema zu einem regelmäßigen Bestandteil der Arbeit der BWA zu machen. Und auch wir persönlich können etwas tun. Jeder ist aufgefordert, Fremdheit nicht als Bedrohung zu begreifen, sondern andere Menschen durch die Augen Jesu zu sehen. Christus hat Menschen nie „in eine Schublade gesteckt“, sondern ist ihnen immer individuell begegnet.
Regina Claas
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