Kürzlich erzählte mir eine Frau ein bewegendes Erlebnis. Die junge Mutter wünschte sich in ihrer Gemeinde ein attraktives Angebot für Kinder, zum Beispiel im Kindergottesdienst. Gerne war sie bereit mitzuarbeiten. Doch mit Stundenentwürfen oder gar der Leitung einer Gruppe fühlte sie sich überfordert. Sie hatte aber eine Idee, wie sie sich einbringen wollte: sie konnte sich vorstellen, mit Kindern zu singen! Alleine traute sie sich das allerdings auch nicht zu. Dann erzählte sie ihrer Freundin davon. Die war überrascht: „Ich habe auch schon gedacht, es wäre schön, mit den Kindern zu singen, aber alleine?“ Die beiden zögerten noch, denn Singen ohne Instrumentalbegleitung macht nur halb so viel Spaß. Doch ihnen fiel eine weitere Frau ein, die Gitarre spielen konnte. Die war ebenfalls ganz erstaunt, denn auch sie hatte dieselbe Idee gehabt! Sie brauchte aber Unterstützung durch jemanden, der das Singen anleiten konnte.
Ist das nicht eine typische Geschichte? Jemand sieht in der Gemeinde einen Mangel und würde sich gerne einbringen, hat aber alleine nicht den Mut dazu. Doch als diese Frau sich mit dem, was sie hat, zur Verfügung stellt, entdeckt sie andere, denen es genauso geht. Gott hat ihnen das gleiche aufs Herz gelegt, und sie können sich gegenseitig ergänzen! Gemeinsam schaffen wir, was eine alleine nicht kann. Ich erkenne darin das Wirken des Heiligen Geistes. Wenn ich mich bereit halte, meine Begabungen einzusetzen, öffnet er mir die Augen und bringt mich in Kontakt mit anderen, mit denen gemeinsam ich auch eine schwierige Aufgabe leicht und fröhlich erfüllen kann. Es kommt nur auf den ersten Schritt an: mich zur Verfügung zu stellen. Um den Rest kümmert sich Gott schon.
Regina Claas
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