Elstaler Perspektive vom 15. Mai 2011
Immer wieder wird deutlich, welches Privileg wir haben, als Kinder Gottes weltweit miteinander verbunden zu sein. Selbst in den größten Katastrophen – oder vielleicht gerade dann – erweist sich dies als ein Segen. So erleben wir es momentan mit Japan. Nach der verheerenden doppelten Naturkatastrophe, die tausende Menschenleben forderte und die Bevölkerung eines ganzen Landstrichs obdachlos machte, stand die Welt unter Schock. Durch unsere Netzwerke waren wir mit unseren Geschwistern in der Krisenregion auf besondere Weise verbunden. Baptisten auf der ganzen Welt nahmen Kontakt mit den Bünden in Japan auf, um zu erfahren, wie es den Gemeinden geht und welche Unterstützung sie brauchen.
Die Hilfe gestaltete sich zunächst wegen der atomaren Katastrophe schwierig. Bei aller Hilfsbereitschaft war zudem etwas Wesentliches zu bedenken: Die Würde und Selbständigkeit der Hilfeempfänger musste respektiert werden. Der hochentwickelten Industrienation Japan fiel es – auch aufgrund ihrer kulturellen Prägung – schwer, zum Bittsteller zu werden. Unter dem wachsenden Druck der Katastrophe bat die japanische Regierung schließlich doch um internationale Unterstützung – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Hilfe über nationale Partner zu den Menschen gelangt.
Eine ideale Situation für uns als Christen! Denn durch die bereits bestehenden Partnerschaften und Netzwerke war und ist es uns möglich, unseren japanischen Schwestern und Brüdern zu helfen – auch finanziell, damit sie ihrerseits ihre Landsleute unterstützen können. Der Baptistische Weltbund spielt dabei eine wichtige koordinierende Rolle. So werden Menschen gerettet und versorgt, und gleichzeitig wird das Zeugnis der christlichen Minderheit in Japan gestärkt. All dies kann geschehen, weil wir als Kinder Gottes in Achtung und Wertschätzung geschwisterlich miteinander verbunden sind.
Regina Claas
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