Elstaler Perspektive vom 10. Juli 2011
Vor kurzem gab mir jemand einen Brief zu lesen, über den er sich sehr gefreut hatte. Es war das Schreiben einer Kirchengemeinde, in der er ab und zu Orgel spielt. Darin hieß es: „Es ist nun schon eine gute Tradition, dass wir am Ende des Jahres zurückblicken und Gott für die vielen Menschen danken, die in dieser Kirchengemeinde ihre Zeit, ihre Ideen und oft auch ihr Herzblut einsetzen.“ Die Einladung zu einem Mitarbeiterfest, bei dem der Dank konkret und mit allen Sinnen erfahrbar wurde, nahm der ehrenamtliche Organist gerne an und schlug in einem Brief an mich vor, sich daran ein Beispiel zu nehmen: Es könne doch auch uns gut tun, eine solche Kultur der Wertschätzung zu entwickeln.
Kurz darauf bekam ich selbst eine Einladung zu einer „Dankeschönfeier“. Wir hatten uns als Gemeinde beim Eisenbahnfest in Elstal engagiert, und die Würdigung durch den verantwortlichen Ortsverein tat einfach gut!
Nachweislich gehören die Wertschätzung von Mitarbeitenden und die Anerkennung ihrer Arbeitsleistung zu den wichtigsten Faktoren, die einem Ausbrennen vorbeugen können. Das gilt für hauptamtliche genauso wie für ehrenamtliche Mitarbeit. Eine übermäßige christliche Bescheidenheit ist hier schlicht fehl am Platz. Das menschliche Grundbedürfnis nach Anerkennung ist legitim, auch wenn wir unseren Einsatz „für den Herrn“ erbringen.
Ich möchte mich darin üben, öfter „Danke“ zu sagen und engagierte Mitarbeit und gute Ideen bewusst zu würdigen. Auch möchte ich für Rahmenbedingungen sorgen, in denen Mitarbeitende gut leben und arbeiten können. Und ich wünsche mir Gemeinden in unserem Bund, in denen der wertschätzende, aufmerksame Umgang mit allen Mitarbeitenden eine Selbstverständlichkeit ist. Ihr Engagement ist ein großes Geschenk!
Regina Claas
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