Elstaler Perspektive vom 11. Dezember 2011
1948 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Darin steht: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren – unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung. Seither halten wir diese Rechte für selbstverständlich, doch vielerorts sind sie bedroht. Und gerade in den letzten Wochen hat das Thema auch in Deutschland neue Brisanz gewonnen, seit der Entdeckung einer rechtsradikalen Terrorgruppe in Zwickau.
Schon lange gehen Christen an vielen Orten gegen Fremdenfeindlichkeit auf die Straße. Doch die Frage, wie wir uns aus christlicher Verantwortung für die Grundrechte aller Menschen einsetzen können, ist nicht einfach. Viele Zusammenhänge, die zu Menschenrechtsverletzungen führen, sind sehr komplex. Als Einzelne fühlen wir uns oft überfordert.
Auch als BEFG haben wir uns in der Vergangenheit nicht nur mit Ruhm bedeckt, sondern es oft vorgezogen, uns bei Menschenrechtsverletzungen nicht einzumischen. Dabei gibt es die Möglichkeit, über politische Kanäle in Deutschland und über unsere internationalen Netzwerke Einfluss zu nehmen. Es beginnt mit dem Hinhören und Hinschauen. Wenn wir auf Unrecht aufmerksam werden, können wir über den Arbeitskreis „Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung“ des BEFG und über die Menschenrechtskommissionen der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) und des Baptistischen Weltbundes (BWA) Protest erheben. Dazu ist der Weltbund eigens bei den Vereinten Nationen vertreten. Zudem regt der Baptistische Weltbund jedes Jahr an, am 10. Dezember den Internationalen Tag der Menschenrechte zu begehen.
Wer sich für Mitmenschen einsetzt, die ungerecht behandelt werden, gibt ihnen Hoffnung. Viele sollen in dieser Adventszeit solche neue Hoffnung schöpfen!
Regina Claas
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