Elstaler Perspektive vom 1. April 2012
Jedes Jahr treffen sich Leitungsmitglieder des BEFG und des Bundes Freier Evangelischer Gemeinden (BFeG) zu einem Austausch. Eines der Schwerpunktthemen in diesem Jahr liegt mir persönlich sehr am Herzen: die Integration von Ausländern in unseren Gemeinden. Seit Jahren erleben beide Bünde, wie immer mehr Schwestern und Brüder nicht nur aus den osteuropäischen Ländern, sondern auch aus Asien, Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten nach Deutschland kommen. In ihren Herkunftsländern sind sie Mitglieder in Freikirchen, mit denen wir verbunden sind, und oft suchen sie deshalb den Kontakt zu uns. Doch bisher gibt es in unseren Bünden nur wenige Strukturen, um die Integration dieser Geschwister in unseren Gemeinden zu fördern. Immerhin: In unserem Bund gibt es schon einige Jahre das Netzwerk der Internationalen Mission in Deutschland (IMD) und ein Pastorales Integrations- und Ausbildungsprogramm (PIAP).
Im Gespräch mit dem BFeG wurde noch einmal deutlich: Es gibt zwei Ansätze für die Integration ausländischer Christen. Zum einen können einzelne Geschwister oder Familien ihren Platz innerhalb unserer Gemeinden finden. Oder eine ganze internationale Gemeinde wird in unsere Bundesstrukturen eingebunden. Letzteres ist gut und wichtig, mir reicht das aber ehrlich gesagt nicht, denn dann bleiben die ausländischen Geschwister doch meist unter sich. Ich plädiere für ein Miteinander, in dem wir uns gegenseitig kennenlernen und die Andersartigkeit und Vielseitigkeit der Menschen mit jeweils anderer Herkunft wahrnehmen. Dann können wir gemeinsam Gemeinde bauen. Wir können die anderen als Geschenk und Ergänzung schätzen lernen. So können wir in einer Welt, die von Ausgrenzung, Feindseligkeit gegenüber allem Fremden und von Misstrauen geprägt ist, in unserer Gemeinschaft als Christen ein tragfähiges Modell für die Zukunft leben.
Regina Claas
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