Arbeit mit Migranten(-kindern) in der EFG Hannover-Walderseestraße

Geschichte des Schülerprojekts

Nachdem es in der Gemeinde Hannover-Walderseestr. schon einige Jahre die Beratungsstelle für französisch-sprachige Flüchlinge gab, baten im Jahr 2001 betroffene Eltern um Hilfe für ihre Kinder, die in Schulschwierigkeiten waren. Marianne Werner, pensionierte ehemalige Afrikamissionarin, nahm sich der Kinder an. Der Gruppe schlossen sich dann noch Geschwisterkinder und Mitschülerinnen an, und schließlich wurden auch manche Kinder von ihren Lehrern in diese Gruppe empfohlen. In 2006 werden ca. 14 Kinder (von der 1. bis zur 12. Klasse) aus verschiedenen afrikanischen Ländern und aus der Türkei vom „Schülerprojekt“ betreut.

Ablauf des Nachmittags

Wenn die Kinder von Montag–Donnerstag zwischen 13°°-15°° aus der Schule kommen, erhalten sie zuerst ein einfaches Mittagessen (gespendet durch die Hannoversche Tafel und finanzieller Zuschuss der Gemeinde). Während der Essenszeiten wird über Freud und Leid in der Schule geredet, Fragen gestellt und vieles mehr. Anschließend werden Schulaufgaben gemacht .Sind die Aufgaben erledigt, können die Kinder mit Lern-CDs oder spielerischen Lernheften vorhandene Wissenslücken füllen.

Leid und Freud

Das Hauptproblem der Kinder besteht natürlich darin, dass sie die deutsche Sprache nicht beherrschen. Weil sie viele deutsche Begriffe inhaltlich nicht füllen können, können sie Sachkundetexte und Textaufgaben nicht verstehen. Außerdem lastet die schwere Situation der sozialen Problematik ihrer Eltern auf ihnen. Das Einhalten vereinbarter Regeln: Aufräumen des Eß- oder Arbeitsplatzes, Rücksicht nehmen auf andere, Einhalten wichtiger Hygieneregeln, müssen sie erst lernen. Eine Herausforderung sind hier besonders die älteren pubertierenden Jugendlichen. Bei starken Verhaltensauffälligkeiten musste man psychologische und ergotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Zweimal in der Woche kommt eine Ergotherapeutin in die Gruppe. Erfreulich ist, dass durch das Schülerprojekt drei Kinder den Sprung in die Realschule geschafft haben, und ein Mädchen sich auf das Abitur vorbereitet. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde wurden den Kindern im Rahmen einer EU-Förderung verschiedene Projekte angeboten (PC-Führerschein, Fotografie und Bewerbungstraining), die sie gerne angenommen haben. Ansonsten macht den Kindern vor allem das Kochen großen Spaß. In den Ferien wird 1x in der Woche mit den Kindern kochen geübt, damit sie auch zu Hause selbstständig sich eine Malzeit zubereiten können. Hin und wieder geht man mit den Kindern auch ins Restaurant, ein besonderes Fest für sie.

Nach einem Bericht von Marianne Werner

Die Dienstbereiche

 

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