Die Initiative Ismael versteht sich als Bewegung von Gemeinden und Einzelpersonen im BEFG, die die wachsende Präsenz von Moslems in Deutschland und Europa bewusst ins Auge nimmt. Nicht nur über die Medien, sondern auch durch das Dasein türkischer, arabischer, persischer, afrikanischer und asiatischer Migranten in unserer Lebenswelt kommen wir mit Moslems in Kontakt.
Als Initiative Ismael wollen wir speziell baptistische und freikirchliche Positionen in den herausfordernden Fragestellungen um den Islam erarbeiten und formulieren. Aber vor allem helfen wir Christen und Gemeinden, ihren moslemischen Mitbürgern zu begegnen. Engagements, die bereits in Begegnungen mit Moslems stehen, sind miteinander zu vernetzen und ins Gespräch zu bringen: Wie geht die Gemeinde damit um, wenn sich ursprünglich moslemische Asylanten oder Asylbewerber zum christlichen Glauben bekehren? Was kann die Gemeinde tun, um die moslemischen Mitbürger in ihrem Umfeld zu erreichen? Wie organisiert man eine Begegnung mit einem Moscheeverein? Welche diakonischen Wege der Begegnung haben sich bewährt?
Unsere Überzeugung ist: In der Mission im Sinne Jesu geht es nicht darum, einen weltanschaulichen oder religiös-philosophischen Wettkampf zu gewinnen, sondern Menschen die Liebe und Gerechtigkeit Gottes spüren zu lassen. Natürlich können und wollen wir unsere Glaubensüberzeugungen nicht verstecken. Wir sind Christen und wir stehen dazu. Dankbar treten wir für die Gesellschaftsform der freiheitlichen Demokratie ein. Auch unsere moslemischen Gesprächspartner kommen mit unserer klaren Position besser zurecht, als mit zweifelhaften religiös- christlichen Andeutungen.
Andererseits deuten Moslems manches offensive Verhalten von europäischen Christen als arrogant und imperialistisch, und ihr Herz verschließt sich gegenüber dem Evangelium. Darum plädiert die INITIATIVE ISMAEL für sensible Begegnungen, aus denen dann mit der Zeit das gegenseitige Glaubenszeugnis wachsen kann. Dabei werden wir erleben, dass moslemische Mitbürger für den christlichen Glauben offener sind, als wir denken. Und wir werden staunen, was wir in solchen Begegnungen lernen über manche Wahrheiten im Islam - und über unseren Glauben und Unglauben.
Eine spannungsvolle Gemeinsamkeit zwischen Christen und Moslems ist der Bezug zu Abraham. Während Juden und Christen sich über Isaak auf Abraham beziehen, sehen sich Moslems über Ismael mit Abraham verbunden: Ismael habe Allah wohlgefällig gelebt (Sure 19,55), als „Gesandter und Prophet“ (19,54f) seien ihm Offenbarungen zuteil (3,84) geworden und gemeinsam mit seinem Vater Abraham habe Ismael das Heiligtum von Mekka begründet (2,125). In unserer Bibel finden wir solche Aussagen oder Geschichten nicht, eher im Gegenteil: Wir lesen die Geschichten um Hagar und Ismael mehr als Unglücksfälle, als Gegenbilder zur Verheißungsgeschichte um Sarah und Isaak. Doch entdecken wir in 1.Mose 16 und 21 erstaunliche Verbindungen zwischen Gott und Ismael: Gott verheißt ihm eine große und starke Nachkommenschaft und „Gott war mit dem Knaben“ (21,20). Mohammed und seine Leute haben diese Worte als Verheißung an die arabischen Völker mit ihrem speziellen islamischen Glauben aufgenommen. Auch wenn wir manches nicht nachvollziehen können, wollen wir dieses Verständnis ernst nehmen und zu verstehen suchen. Als Initiative Ismael lassen wir uns auf diese Spur der Verheißung an die Ismaelleute ein, und bezeugen ihnen auf diesem Weg den Gott der Liebe, den Vater Jesu Christi.
Nach einer ersten Tagung in Berlin im September 2007 soll eine zweite Konferenz „Initiative Ismael“ im Oktober 08 in Dortmund stattfinden. Bis sich die zukünftigen Strukturen von „Initiative Ismael“ herausschälen, wird die Arbeit von der IMD koordiniert.
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