Wir waren Missionare in Argentinien!

… um dort an einer Bibelschule als theologische Lehrer zu arbeiten. Vor acht Jahren reisten wir mit vielen Ideen, Hoffnungen und offenen Fragen aus. Wir wurden sehr freundlich und offen empfangen. Da die Bibelschule unter akutem Lehrermangel litt, begann Pascal bereits nach zwei Wochen mit dem Unterricht – spanisch konnte er schon. Nebenbei versuchten wir, unser leeres Haus mit dem Nötigsten auszustatten, und kämpften um ein längeres Visum. Nach ca. 8000 zurück gelegten Kilometern und unglaublich vielen Wartestunden in Ämtern erhielten wir sie. Zwischen Reisen, Unterricht und Einrichten versuchte Dorothea spanisch zu lernen. In dieser Zeit musste vieles viel zu schnell gehen. Die Seele ist eben langsamer als der Terminkalender. Das Eingewöhnen auf dem neuen Kontinent, die neue Sprache, die andere Mentalität und der Abschied vom Gewohnten verbrauchten viel Kraft. Gleichzeitig waren wir gefordert, uns auf neue Beziehungen einzulassen und den vielen alltäglichen sowie beruflichen Herausforderungen zu begegnen. Aber allmählich gewannen wir Boden unter den Füßen.

Beeindruckt hat uns das Engagement der Bibelschüler. Viele mussten tagsüber in ihren Berufen arbeiten, längere Fahrten und Kosten in Kauf nehmen, um dann von 20.30 - 23.30 Uhr Unterricht zu haben. Für uns war nicht nur die Uhrzeit herausfordernd, sondern auch die theologischen Auseinandersetzungen, in denen die Studierenden standen. Wir wollten den Bibelschülern hilfreiche Kriterien für ihre Meinungsbildung vermitteln. Dabei versuchten wir die Themen immer wieder vom Evangelium her (und nicht einfach von unserer deutschen theologischen Prägung) zu reflektieren. Das hat viel Gedankenkraft und Gebet gekostet.

Bereichernd war es für uns, wenn Menschen uns Einblick in ihr Leben gewährten und wir so gemeinsam unterwegs sein konnten. Neben diesen beglückenden Erfahrungen gab es auch Zeiten, in denen wir uns als Missionare einsam und unverstanden fühlten. Zeiten, in denen wir um theologische und seelsorgerliche Antworten gerungen haben. Zeiten, in denen wir an uns selbst, am subtropischen Klima, an vielfältigem Ungeziefer und an manchen Krankheiten litten. Dadurch sind unsere Beziehung zu Gott und auch unser Beten existenzieller geworden.

Und wir haben gute Beziehungen nach Deutschland genossen. Beeindruckt haben uns auch die Gemeinden, die uns sieben Jahre treu unterstützt haben. Gott hat uns durch diese Zeit beschenkt und verändert. Ein Teil unseres Herzen ist bei den Menschen dort geblieben. Deshalb fällt es uns schwer zu sagen, wir waren Missionare. Vielmehr haben wir den Eindruck, dass man / frau Missionar bleibt…

Dorothea und Pascal Weiand

Ich war Volontär in Kamerun

Im Rahmen des EBM-Volontärprogramms SERVE konnte ich sechs Monate aus dem Gewohnten aussteigen und einsteigen in eine andere Wirklichkeit in Afrika. Von Oktober 2004 bis März 2005 lebte ich in Mokolo, einer Kleinstadt in den Bergen Nordkameruns. Dort unterstützte ich an einem Gymnasium den Deutsch- und Musikunterricht. Von den Lehrern und Schülern bin ich sehr herzlich aufgenommen worden. In vielen persönlichen Kontakten auch zu Gemeindemitgliedern der örtlichen Baptistengemeinde konnte ich Einblick gewinnen in diese fremde Kultur.

Allein die Mahlzeiten waren immer wieder neu ein Erlebnis: unangenehm bittere Früchte, Gräten mit Fisch, Schlangen abknabbern, Gedärme und Lungenstückchen schlürfen, ... Dinge, die das europäische Gehirn erst noch unter der Rubrik „Essen“ abspeichern lernen musste.

Wie viel habe ich erlebt: … wie die Mafa einen ihrer Stammesoberhäupter beerdigt haben, oder wie heftig es „rummst“, wenn man eine Ziege totfährt. Ich lernte einen Mann kennen, der zugleich mit 48 Frauen verheiratet war. Das Erleben all des Fremden hat mir Gelegenheiten gegeben nachzudenken und mich verändern zu lassen, und meine Wirklichkeit in Deutschland neu wahrzunehmen. Es sind banale Sachen, über die ich mich freuen kann, wie z. B. technische Geräte, die nicht nur herumstehen, sondern auch tatsächlich funktionieren. Andererseits habe ich gelernt, dass man gelegentlich viel besser ohne rechte Winkel zurechtkommen kann - sowohl in der Architektur, als auch in der persönlichen Lebensgestaltung.

Wie dankbar bin ich geworden dafür, dass ich zur Schule gehen und Bildung erhalten durfte. Ich bin dankbar für alles Geld, alle Zeit und alle Möglichkeiten, die mir gegeben sind, und bin motiviert, das, was ich habe, auch weiterzugeben und anderen Menschen damit zu helfen..

Antonio Winges

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