In bewährter Weise wurde am 30. Juni 2012 die Vorlesungszeit des Sommersemesters 2012 mit einer feierlichen Zeugnisverleihung und einem Festgottesdienst beendet. Insgesamt 22 Studierende wurden an diesem Tag aus der Studien- und Campusgemeinschaft verabschiedet. 15 Studierende haben nach einem dreijährigen Bachelor auch den zweijährigen Master-Studiengang Evangelische Theologie absolviert und 3 Studierende den Bachelor-Studiengang Diakonik. Darüber hinaus wurden auch drei Zusatzstudierende aus ihrem ein- bzw. zweijährigen Zusatzstudium verabschiedet, sowie ein Kontaktstudent, der im Sommersemester das obligatorische Präsenzsemester im Rahmen des Kontaktstudiums absolviert hat.
In seiner Ansprache schloss sich Volker Spangenberg, Rektor des Theologischen Seminars, den Abgängerinnen und Abgänger gegenüber einer Empfehlung an, die bereits einer der ersten Lehrer am Predigerseminar in Hamburg, Johann Georg Fetzer in seiner Pastoraltheologie von 1908 geäußert hat: „Das Studium darf mit dem Verlassen des Seminars nicht beiseitegelegt, sondern muß bis ins Alter beständig fortgesetzt werden.“
Eine Besonderheit des diesjährigen Semesterabschlusses stellte die Verabschiedung der drei Studierenden dar, die den berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang Diakonik absolviert haben. Ihnen gegenüber betonte Volker Spangenberg den großen Respekt vor den Leistungen, die diese Studierende in den vergangenen vier Jahren erbracht haben: Neben der eigenen Berufstätigkeit und den familiären Verpflichtungen waren pro Semester vier Vorlesungs-Blockwochen, diverse Prüfungsleistungen und natürlich die ganze übrige Arbeit eines Studiums zu absolvieren.
Die Verleihung der Bachelor-Abschlüsse in Diakonik wird einmalig bleiben. Die Nachfrage nach diesem berufsbegleitenden Studienmodell blieb sehr überschaubar, so dass dieser Studiengang nach 2008 nicht mehr zu Stande gekommen ist. Der berufsbegleitende Bachelor-Studiengang wird nun abgelöst durch einen vollzeitlichen Master-Studiengang in Freikirchlicher Diakonie, der zum kommenden Wintersemester 2012/13 erstmals durchgeführt wird.
Traditionell ergreift auch das Abgangssemesters bei der Feier der Zeugnisvergabe das Wort. Hierbei wurde launig und tiefsinnig darüber reflektiert, wie Hirn, Herz und Hand eines Studierenden das Studium in Elstal erlebt haben, eine Anspielung auf das Studienkonzept Wissen, Sein und Tun. Jann-Hendrik Weber, der für das Hirn sprach, stellte fest, dass das Studium anstrengend aber dennoch viel zu kurz gewesen sei. Das Herz, vertreten durch Stefanie Fischer, habe in den vielen Begegnungen mit anderen Menschen Bereicherung erfahren: „Die Begegnungen haben mich mit mir selbst konfrontiert“. Tilo Schmidt, der die Hand vertrat, fasste abschließend zusammen, dass es eine große und fast unmögliche Herausforderung war, Hirn, Herz und Hand in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Allerdings habe das Abgangssemester vorbildhaft daran gearbeitet, den Dreiklang von Hirn, Herz und Hand im Studium und dem Leben auf dem Campus immer wieder einzubringen und zu verbinden.
Im anschließenden Aussendungsgottesdienst wies Ralf Dziewas, Professor für Diakoniewissenschaft und Sozialtheologie am Theologischen Seminar, in seiner Festpredigt darauf hin, dass man in die Praxis der Nachfolge Jesu hinwachsen dürfe und warnte zugleich davor, diese Praxis aufgrund möglicher Schwierigkeiten bei Seite zu schieben. Er rief in Erinnerung, dass die Jünger Jesu bei ihrer ersten Aussendung in die Praxis (Mt 10) im Kontext des Matthäusevangeliums mit der Bergpredigt eine theoretische Vorlesung gehabt hätten, an deren Ende Jesus mit dem Bildwort der zwei Bauherren seine Hörerinnen und Hörer dazu auffordert, die soeben gehörte Theorie des Glaubens in die Praxis umzusetzen. Diese Umsetzung der Theorie der Bergpredigt in die Praxis dürfe nicht bei Seite geschoben werden, weil sie etwa zu anspruchsvoll und zu schwierig sei oder gar unmöglich scheine. Wie die Umsetzung der Bergpredigt beginnen kann, zeigte Dziewas an den Biographien von Franz von Assisi sowie Martin Luther King. Auch diese großen Vorbilder der Kirchengeschichte für Verzicht und Gerechtigkeit hätten mit kleinen Schritten angefangen.
Friedbert Neese, Leiter des Dienstbereichs Ordinierte Mitarbeiter, betonte in seinem Grußwort des BEFG, dass für den Dienst in unserem Gemeindebund zwei Dinge unverzichtbar seien: die persönliche Christuszentrierung im eigenen Leben und die Offenheit für Menschen. Mit Segensgebete aus der Studierendenschaft und dem Kollegium wurden dann die Abgängerinnen und Abgänger verabschiedet und in ihre neuen Arbeitsfelder gesandt.
Wie jedes Jahr waren auch diesmal wieder die Abgängerinnen und Abgänger der Seminare in Hamburg und Buckow eingeladen, die vor 60, vor 50, vor 40 und vor 25 Jahren ihr dortiges Studium beendet haben und von denen auch einige anwesend waren. Die Nennung der Namen durch Volker Spangenberg war verbunden mit dem Dank für die erfahrenen Wegführungen in Beruf und Leben und die Zeugnisse der Treue im Dienst.
Verabschiedung und Ausendung klangen im Anschluss mit einem Abendessen aus, bei dem es viel Zeit für gemeinsame oder auch ganz persönliche Blicke ins Studium zurück oder aber auf die Zukunft gab. Anmeldungen für ein Studium der Evangelischen Theologie oder der Freikirchlichen Diakonie am Theologischen Seminar Elstal (FH) sind noch bis zum 31. Juli möglich.
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