Foto: David Vogt

Bibelarbeiten am Freitag

11. Mai 2018 | 09:00 bis 09:50 Uhr

Johannes 7,37-39: Eine Gemeinschaft von Durstigen (Udo Hermann)

Jesus ruft nicht nur die Mühseligen und Beladenen zu sich, sondern auch die Durstigen. Das tut er auf dem Hintergrund des Laubhüttenfestes, das zeitgleich gefeiert wird. Er ruft die Durstigen zu einem Leben, das auf ihn, die Quelle des Lebenswassers, ausgerichtet ist. Was Lebensdurst ist, kann wohl jeder für sich beantworten. Wie leben wir aber als Gemeinschaft der Durstigen?

Udo Hermann ist zurzeit Pastor der EFG Erfurt und einer der Vorsitzenden des
Vertrauensrates der Pastorenschaft. Ab 1. März 2018 ist er Leiter des Dienstbereichs Mitarbeiter und Gemeinde im BEFG.

Johannes 4,5-26: „Erkenne dich selbst, damit du Gott erkennst“ (Dirk Zimmer)

Gotteserkenntnis ist nicht möglich, ohne auch sich selbst zu erkennen. Meister Eckhart, ein Dominikanerpater und Mystiker des Mittelalters, hat gesagt: „Keiner kann Gott erkennen, der sich nicht zuerst selbst erkennt.“ Und Theresa von Avila, Nonne und Mystikerin der Reformationszeit, stellte fest: „Fast alle Probleme des geistlichen Lebens haben ihren Ursprung in mangelnder Selbsterkenntnis.“ Wie kann ich mich besser kennen lernen? Im Blick auf diese Frage möchte ich eine Frau vorstellen. Manchen ist sie vielleicht schon eine gute Bekannte, anderen ist sie eher fremd oder gar unbekannt. Eine Frau, die sich selbst nicht gut kannte und mit ihren Gefühlen auf Kriegsfuß stand, aber dann eine lebensverändernde Begegnung hatte. Wir erfahren nicht ihren Namen, ihre Geschichte mit Jesus steht unter dem Titel „die Frau am Jakobsbrunnen“.

Dirk Zimmer ist Mitglied im Präsidium des BEFG und Pastor im Diakoniewerk Tabea Leinleitertal und der EFG Heiligenstadt.

Johannes 19, 4-6: Ecce Homo – Seht, welch ein Mensch! (Reinhard Lorenz)

Mit diesen Worten stellt Pilatus Jesus noch einmal den Massen vor, weil er ihn nicht verurteilen wollte. Trotzdem gab er dem Druck der Masse nach und verurteile Jesus zum Tod am Kreuz. An dem Tag nach Jesu Tod sah es so aus, als würde seine Spur schnell wieder verblassen. Aber das Gegenteil passierte: Sein Einfluss auf die Menschheitsgeschichte wurde unvergleichlich. Jesus hat diese Welt verändert, wie kein anderer. Die Bibelarbeit lädt ein hinzuschauen: „Seht, welch ein Mensch!“.

Reinhard Lorenz ist Mitglied im Präsidium des BEFG und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden – ChristusForum Deutschland.

Kolosser 3, 17: Spiritualität und Arbeitsalltag (Michael Noss)

„Immer häufiger begegnet mir bei meiner Tätigkeit als Unternehmensberater, Coach und Trainer in der säkularen Arbeitswelt die Frage nach Spiritualität. Es ist die Suche nach dem Sinn, dem Wesentlichen und Bedeutungsvollen. Die Frage stellt sich, woher die nötige Kraft und Energie kommt, um den Arbeitsalltag zu bewältigen, jenseits aller Zahlensystemen und Führungsmodellen. Was heißt eigentlich spirituell zu arbeiten, zu führen und seine Zeit zu gestalten. Welche Bedeutung hat eine spirituelle Grundhaltung im Arbeitsalltag, als Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer, als Mitarbeiterin und Mitarbeiter, als Kollegin und Kollege, als Führungskraft? Auf der Grundlage von Kolosser 3,17 möchte ich einige Aspekte hervorheben und Anregungen weitergeben.“

Michael Noss ist Präsident des BEFG und Pastor der EFG Berlin-Schöneberg.

Johannes 10, 10: Das Leben ist ein Geschenk! Es kommt darauf an, wie wir damit umgehen. (Samantha Mail)

Was bedeutet es, als ‚Fremde‘ und ‚Pilger*innen‘ in einer Welt unterwegs zu sein, die nach Sinn sucht? Was bedeutet es, dass wir berufen sind ‚Licht und Salz‘ zu sein? Ausgehend von Johannes 10.10 (‚Ich aber bin gekommen, um ihnen Leben zu bringen – Leben in ganzer Fülle.‘) werden wir uns in dieser Bibelarbeit anschauen, wie wir kreativ und leidenschaftlich mit in Gottes Plan für diese Welt einsteigen und daran beteiligt sein können, dass das Leben in der Fülle nicht nur für uns, sondern auch für die Menschen um uns herum möglich wird.

Pastorin Samantha Mail ist Referentin für die Arbeit mit Jugendlichen und Jungen Erwachsenen in der Bundesgeschäftsstelle des Gemeindejugendwerks.

Matthäus 6, 22-23: Mit Blindheit geschlagen!? (Yvonne Ortmann)

„Richtiges Sehen“ ist in der christlichen Spiritualität ein zentrales Thema. In Mt. 6,22f spricht Jesus über kranke und gesunde Augen und welche Auswirkungen sie auf den gesamten Menschen haben. Dabei wird klar: Es geht Jesus nicht nur um das, was wir sehen können (Gott), sondern auch um die richtige ART zu sehen. Als Gläubige werden wir damit konfrontiert, dass Jesus oftmals solche Menschen, die meinen Gott zu kennen, als „blind“ bezeichnet. Was also meint „richtiges Sehen“? Für Mystiker wie Richard Rohr ist es entscheidend, „mit dem Dritten Auge“ zu sehen und die „gängige ‚Wir-gegen-Die‘-Sicht und das daraus resultierende dualistische Denken“ zu überwinden. Vor diesem Hintergrund stellen wir die Frage: Was macht Menschen sehend?

Yvonne Ortmann ist Pastorin der EFG Berlin-Staaken und Seminarleiterin im Bereich „Christliche Spiritualität“

Samstag

12. Mai 2018 | 09:00 bis 09:50 Uhr

Kolosser 3,1-2 und Offenbarung 4,1-2a: „Komm herauf“ (Theresa Jessica Festus)

Haben wir Christen unsere Identität in Christus erkannt, verstanden und wirklich verinnerlicht? Es ist ein entscheidender Prozess in unserem Leben als Nachfolger Christi. Nur wenn wir begreifen, dass wir mit Jesus gekreuzigt und begraben wurden und mit Jesus durch den Heiligen Geist wieder auferstanden sind, können wir ein Leben zur Ehre Gottes führen. Wir werden aufgefordert „Richtet eure Gedanken auf das, was im Himmel ist, nicht auf das, was zur irdischen Welt gehört.“ Unser Leben in all seinen Facetten muss nach Jesus ausgerichtet sein, der zur Rechten Gottes sitzt. Unser Leben wird umgewandelt, wenn wir uns das Folgende als oberste Priorität in unserem Leben setzen: Jesus zu ehren, ihn zu loben und zu preisen, und ihm mit Gehorsam nachzufolgen. Diese Priorität soll unser Le-bensstandard sein, durch welchen unser Leben beurteilt wird und der unseren Umgang mit unseren Mit-menschen beeinflusst. Unser Ziel als Christ ist es, Jesus, unserem Heiland, ähnlicher zu werden.

Theresa Jessica Festus ist Pastorin in der EFG Hagen.