Postkarten-Aktion

Zur Postkartenserie gestaltet der Dienstbereich Mission für jeden Monat von Mai 2018 bis April 2019 eine Andacht.

Immer Anfang des Monats wird die neue Andacht veröffentlicht.

Mai 2018

Bildquelle: ©istockphoto.com/UroshPetrovic

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.
Johannes 15,16

Inspiriert denken – dass Christus Gestalt gewinnt!

Mach dir einen Monat lang bewusst, dass du erste Wahl bist!

Eine Kiste voller Knöpfe. In total unterschiedlichen Farben, Formen und Größen. Knöpfe für Hemden und Hosen, Knöpfe für Mäntel und Taschen, für Bettdecken und Vorhänge.  

In meiner Phantasie kommt auf einmal Leben in die Kiste.  Die Knöpfe betrachten sich gegenseitig und nehmen ihre Unterschiedlichkeit wahr. Die Vielfalt lässt sie staunen, verunsichert sie aber zugleich. Unbewusst suchen sie, was ihnen ähnlich ist. Große Gruppen verdrängen kleinere, vereinzelte Knöpfe landen an den Rändern.  

Die Gruppen untereinander  beginnen zu diskutieren. Darüber, was denn eigentlich die Bestimmung eines Knopfes ist. Und die große Gruppe der kleinen und meist farblosen Hemdknöpfe versteigt sich zu der These,  dass es die Bestimmung eines jeden Knopfes sei, in Reih und Glied einmal ein Hemd zu verschließen. Dass es auch „übertrieben große und schrill bunte Knöpfe“ in ihrer Kiste gibt, verdrängen sie oder halten dies schlicht für einen Fehler.  

Klar, dass die Gruppe der „roten Knöpfe aller Größen“ dies diskriminierend findet und an die Adresse der kleinen Farblosen zurückpoltert, ob sie den Entstehungsprozess eines Knopfes einfach zu früh verlassen hätten und eigentlich noch nicht wirklich Knopf im Vollsinn seien.  

Was die Einzelnen denken, die sich nicht in Gruppen organisieren konnten, bleibt ein Rätsel. Sie äußern sich nicht und niemand fragt sie.  

So führt die Frage der Knöpfe, was sie denn im Kern ausmache, nicht wirklich zu brauchbaren Ergebnissen. 

Indessen schaut die Schneiderin in ihre Knopfkiste und sucht heute gerade einmal einen dekorativen Knopf, mit dem sie das fehlende Auge an der Puppe eines Kindes ersetzen will… 

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ Dieser Zuspruch Jesu inspiriert mich, weil er Wertschätzung und Zurechtweisung zugleich ist.  

Zurechtweisung, weil er mich vor der Selbstüberschätzung bewahrt, ich könne aus mir selbst heraus Lebenssinn hervorbringen. Aller Selbstoptimierung zum Trotz merke ich ja, dass ich in dieser Frage zu einseitig werde. Auch manche meiner Ideen sparen Teile der Wirklichkeit aus, an anderen Stellen werde ich seltsam dogmatisch. Da hilft mir, wenn ich den Satz Jesu lese, dass nicht ich ihn erwählt habe, sondern dass es umgekehrt ist.  

Jesus hat mich erwählt. Wertschätzung pur. Ich bin ein Volltreffer. Gewollt, begabt, gefordert. Das ist mal eine Ansage. Die Sehnsucht, dass es so ist, trage ich schon immer in mir. Aber es braucht diesen äußeren Anstoß, diese Zusage, dass ich es auch sein kann. Und so fasse ich Mut und entdecke staunend, wie sich Gottes Gaben in mir entfalten… 

Christopher Rinke


„Ich hab mir das nicht ausgesucht …“

Es gibt solche Tage, da hilft mir nur dieser Gedanke. Im Alltag des (Gemeinde-)Lebens läuft ja nicht immer alles rund. Und wenn ich dann richtig genervt bin, erinnere ich mich daran: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ Jesus hat das damals zu seinen Jüngern gesagt. Am Anfang meines Dienstes als Pastor, bei meiner Ordination im November 1994, hat mein Mentor Hermann Heinrich mir diesen Bibelvers mitgegeben. Und ich halte mich daran bis heute fest.

Dabei bin ich doch gerne Pastor, es hat mich keiner dazu gezwungen. Und jetzt bin ich Referent für Integration und Fortbildung in unserem Bund – mein Traumjob! Ich kann so viele meiner Stärken und Erfahrungen einsetzen und arbeite mit wunderbaren Menschen zusammen. Das hätte ich mir nicht besser aussuchen können!

Ich bin froh, dass ich manche guten Entscheidungen im Leben getroffen habe. Aber noch glücklicher macht es mich, dass Gott sich zuerst für mich entschieden hat. Jesus hat mich erwählt. Nicht weil er sich auf meinen Arbeitseifer so gefreut hat. Sondern … hm, ich weiß gar nicht so genau, was er sich dabei gedacht hat. Aber ich muss seine Wahl ja nicht erklären. Er wird’s schon wissen. Ich freu mich einfach drüber.

Thomas Klammt