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Schwieriges Jahr mit glimpflichem Ausgang

Bundeshaushalt ermöglicht „Strauß an segensreichen Arbeiten“

„Wir hatten ein schwieriges Jahr mit einem glimpflichen Ausgang“, so lautet das Fazit von Volker Springer, dem kaufmännischen Geschäftsführer des BEFG, auf der Bundesratstagung in Kassel.

Das Ergebnis für 2018 liegt bei einem Minus von 20.350 Euro. Jan Schönknecht, Sprecher der Finanzsachverständigen, bestätigt: „Das Bundesopfer blieb 250.000 Euro und die Bundesbeiträgen 42.000 Euro unter dem Haushaltsansatz. Zudem gab es keine Sondereinnahmen im abgelaufenen Jahr. Unter diesen schwierigen Bedingungen haben Volker und sein Team sehr gute Arbeit geleistet. Die ‚rote Null‘ wurde quasi erreicht und zusätzlich weiter Schulden getilgt.“ Von den rund 11 Millionen Euro aus dem Jahr 2016 sind aktuell noch 10,3 Millionen übrig, sodass der Schuldenstand bereits 2020 siebenstellig werden könnte.  

Volker Springer führte aus, dass das Haushaltsjahr 2018 auch deshalb schwieriger gewesen sei als das vorige, weil es so gut wie keine außerordentliche Einnahmen gab: drei Objektverkäufe würden erst 2019 wirksam, es habe keine Einnahmen aus Nachlässen und keine höheren Sonderspenden gegeben. Das Bundesopfer fiel um 100.000 Euro schlechter aus als in den beiden Vorjahren. Für das negative Haushaltsergebnis sei zudem die geringere Beteiligung der Gemeinden beim Bundesbeitrag mitentscheidend gewesen.

Aus den Gemeinden wünscht sich Springer mehr Engagement – gerade bei den Spenden. Nach wie vor beteilige sich nicht mal ein Drittel der Bundesgemeinden durch Kollekten und Spenden am Bundesopfer. Aus den Reihen der Delegierten gab es diesbezüglich folgende Rechnung: Wenn die rund 500 Gemeinden, die sich bisher nicht beteiligen, an einem Sonntag im Jahr eine Kollekte sammelten, wäre das bei durchschnittlich 200 Euro eine Summe von 100.000 Euro, und ein ausgeglichener Haushalt wäre gut erreichbar. 

Bezüglich der Bundesbeiträge gab es einen Antrag seitens der Delegierten, dass sich alle Gemeinden vollumfänglich an den Beiträgen beteiligen mögen. Auch Volker Springer betonte, wie wichtig es sei, dass Gemeinden sich dafür entschieden. So sei der Bundeshaushalt auch die Basis für wertvolle Arbeiten wie die humanitäre Hilfe von German Baptist Aid, die weltweite Katastrophenhilfe oder die Gemeindegründungsprojekte und vieles mehr. Auch Martin Grapentin aus dem Finanzausschuss verwies auf den „bunten Strauß an segensreichen Arbeiten, die aber leider alle Geld kosten.“

Der Erhöhung der Bundesbeiträge stimmten die Delegierten mit großer Mehrheit zu. Für das Jahr 2020 liegt der Bundesbeitrag bei 68,50 Euro (neue Bundesländer) beziehungsweise 69,50 Euro (alte Bundesländer).

Erfreuliche Neuigkeiten gab es hinsichtlich der Ruhegeld- und Versorgungsordnung (RGO). Die veranlassten Maßnahmen zur Stabilisierung sind gemäß einer ersten Überprüfung nach jetzigem Stand ausreichend. Die Entwicklung muss jedoch weiter eng begleitet werden. Hilfreich sei zudem ein außerordentlicher Vermögenszufluss in Höhe von rund 700.000 Euro von der Bergemann Renner Wohlfahrtsgesellschaft, der im Laufe des Jahres erfolgen würde, so Springer. Diese 1911 ins Leben gerufene, wenig bekannte Institution unterstützt Ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Falle einer längeren Erkrankung. Sie kann ihrer Aufgabe jedoch aufgrund der veränderten steuerlichen Rahmenbedingungen nicht mehr satzungsgemäß nachkommen. Ihr bisheriger Zweck lässt sich am besten durch eine Stärkung der Deckungsrücklagen der RGO verwirklichen. Bedingung für die Übertragung ist die konsequente Fortführung der beschlossenen Sanierungsmaßnahmen.

Volker Springer dankte ausdrücklich allen Gemeinden und Einzelpersonen, die sich an den gemeinsamen Finanzen beteiligten und hofft auch in diesem Jahr auf breite Unterstützung und somit ein besseres Ergebnis. 

Ein Artikel von Timo Neumann