Foto: Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e.V.

Internationale Konferenz der ökumenischen Weltgebetstags-Bewegung in Brasilien

188 Vertreterinnen der Weltgebetstagsbewegung aus 81 Ländern trafen sich vom 21. bis 25. August 2017 in Foz do Iguaçu, im Süden Brasiliens. Sieben Regionen (Pazifik, Asien, Naher Osten, Europa, Afrika, Südamerika, Nordamerika/Karibik) entsandten pro Land bis zu drei Delegierte nach Südamerika, darunter sollte auch eine Vertreterin der jungen WGT-Generation sein. Mona Kuntze, die vom „Forum Frauen“ ins deutsche Weltgebetstagskomitee entsandt ist, nahm als eine von drei deutschen Delegierten an der Konferenz teil, die alle fünf Jahre an einem anderen Ort stattfindet.

Das Motto der Konferenz „Seeking wisdom to care for God´s creation“ (Nach Weisheit suchen, um für Gottes Schöpfung zu sorgen) nahm das Thema des Weltgebetstags 2018 aus Surinam auf. Impulse gab es aber auch bereits für den 2019er Weltgebetstag aus Slowenien, zum Beispiel durch die Bibelarbeit zu Lukas 14, 15-24 von Ulrike Bechmann, der Leiterin des Instituts für Religionswissenschaften an der Uni Graz und langjährigen Geschäftsführerin des deutschen WGT-Komitees.

Eindrücklich war am vierten Konferenztag die Aktion zu „Thursdays in black“. Der Weltgebetstag setzt hier ein Zeichen und beteiligt sich an der Bewegung in vielen Ländern der Welt: Dabei gehen Frauen jeden Donnerstag schwarz gekleidet zur Arbeit und protestieren damit gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen. „Say no to rape and violence“ stand auf den T-Shirts der WGT-Frauen aus Afrika.

Egal ob in den Arbeitsgruppen nach der Bibelarbeit, im Austausch im Plenum oder bei den vielen Begegnungen und Gesprächen in der Warteschlange am Büffet und in den Pausen: es wurde erzählt und zugehört, miteinander gebetet, gelacht und ermutigt, sich gegenseitig an die Hand und in den Arm genommen – trotz unterschiedlicher Sprachen und Nationalitäten, Konfessionen und Denominationen, Frömmigkeitsstile und Lebensalter, Überzeugungen und gesellschaftlicher Traditionen, sexueller Orientierung und Lebensformen. Es war erlebbar und erfahrbar, dass gerade in diesem Miteinander die Kraft liegt, die die ganze weltweite bunte Gemeinschaft des Weltgebetstages der Frauen trägt und zusammenhält.

Während der Konferenz wählten die einzelnen Regionen ihre beiden Vertreterinnen für das Internationale Komitee. Für die Region „Europa“ wurde Emmanuelle Bauer aus Luxemburg für eine zweite Amtszeit und Senka Peterlin aus Kroatien neu gewählt. Als neue Vorsitzende des Internationalen Komitees löst Laurence Gangloff, ehemalige Europavertreterin aus Frankreich, Corinna Harbig aus Slowenien ab.

Das Ergebnis der wohl spannendsten Arbeitsgruppe der Konferenz wurde am letzten Tag bekanntgegeben: die ausgewählten Länder und Bibelstellen mit thematischem Schwerpunkt für die Gottesdienste der Jahre 2022 bis 2026.

2022     England, Wales und Nordirland: I know the plans I have for you (Jer 29,11)
2023     Taiwan: I have heard about your faith (Eph 1,15-19)
2024     Palästina: I beg you ... bear with one another in love (Eph 4,1-3)
2025     Cookinseln: I made you wonderful (Ps 139,14 (1-18))
2026     Nigeria: I will give you rest: come (Mt 11,28-30)

Hintergrund:
Der Weltgebetstag ist eine Basisbewegung christlicher Frauen; über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich christliche Frauen in der Bewegung des Weltgebetstags, beten gemeinsam und handeln dafür, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. Vor über 130 Jahren legten christliche Frauen in Nordamerika den Grundstein für die Bewegung des Weltgebetstags. Heute sind Frauen in über 100 Ländern und allen Regionen der Welt miteinander verbunden. Immer am ersten Freitag im März beschäftigt sich der Weltgebetstag mit der Lebenssituation von Frauen eines anderen Landes. Christliche Frauen wählen Texte, Gebete und Lieder aus. Diese werden dann in weltweiten Gottesdiensten auf 95 Sprachen gefeiert. Doch der Weltgebetstag ist viel mehr als ein Gottesdienst im Jahr: der Weltgebetstag weitet den Blick für die Welt. Das deutsche Weltgebetstagskomitee wird von 12 kirchlichen Frauenverbänden und -organisationen aus neun verschiedenen Konfessionen getragen. Mona Kuntze gehört als Delegierte „Forum Frauen“ (im Fachbereich „Familie und Generationen“ im BEFG) zum deutschen Weltgebetstagskomitee. Weitere Infos gibt es unter www.weltgebetstag.de.