Hören und Entdecken

Ein Projekt der Bethel-Gemeinde in der Passionszeit

Die Mitglieder, Freunde und Freundinnen der Bethel-Gemeinde in Berlin-Lichterfelde haben in der Passionszeit das Markusevangelium neu gehört und entdeckt. Pastor Volker Bohle berichtet von dem Projekt.

Aufgrund der guten Erfahrungen aus dem Jahr 2018 haben wir uns entschlossen, „Hören & Entdecken“ auch in diesem Jahr in der Passionszeit durchzuführen. Das Lesen des Markusevangeliums sollte dabei im Mittelpunkt stehen, genauso wie die wöchentlichen Tageszeitengebete in der Mitte der Woche und das „Hören & Entdecken“-Tagebuch für alle Gemeindemitglieder und Freunde. Teil dieses Projektes waren auch die Gebetsstationen im Gemeindehaus, besonders aber der Austausch über die Erfahrungen mit den Texten und Gebeten im Gottesdienst, an einer Interaktionswand oder der extra eingerichteten Chatgruppe.

Nun, wie wars? Die kleine, aber feine Chatgruppe mit zwölf Teilnehmenden war sehr aktiv. Die wöchentlichen Tageszeitengebete um 6:30, 15:30 und 20:00 Uhr im Gemeindehaus wurden unterschiedlich, von insgesamt bis zu 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer genutzt. Wer wollte, konnte parallel Zuhause eine kleine Gebetsliturgie durchführen. Denn es gab ja unser „Hören & Entdecken“- Booklet, auch mit der Möglichkeit, ein Tagebuch zu führen. Wichtig waren in dieser Zeit die Gottesdienste. Hier haben wir zu Beginn nach den Erfahrungen der vergangenen Woche gefragt. Die Verkündigung hat den Text aus dem Markusevangelium für diesen Tag aufgenommen und ausgelegt. Und gegen Ende des Gottesdienstes konnten die Teilnehmenden die Gebetstationen – Anbetung, Sorge, Fürbitte, Vergebung und Versöhnung – aufsuchen und es wurde erneut ermutigt, miteinander das zu teilen, was Einzelne konkret in diesem Gottesdienst „gehört oder entdeckt“ haben.

„Ein Bibeltext, der mich angesprochen hat, war zum Beispiel die Sturmstillung: In der Gegenwart Jesu wird es im positiven Sinne still. Jesus lässt uns nicht untergehen. Oder die Salbung in Bethanien: Wenn ich erkenne, ‚was dran ist‘, es dann auch zu tun“, so ein Gemeindemitglied. In Erinnerung an die Pessach-Sederfeier Jesu mit seinen Freunden gab es ein festliches Essen mit Abendmahl am Gründonnerstag – Fußwaschung inklusive. Ein weiterer Höhepunkt war der liturgische Karfreitagsgottesdienst mit Lesungen aus dem Markusevangelium, Zeiten der Stille und mit den Worten Jesu am Kreuz. Am Ostersonntag ging es um die Kraft der Auferstehung, die sogar Steine aus dem Weg räumen kann. „Hören und Entdecken inspiriert mich, weil die anderen in der Gruppe Dinge sehen, die ich nicht sehe. Ich erkenne Neues und bin durch sie bereichert“, freut sich ein anderes Gemeindemitglied.

So unterschiedlich Menschen sind und das alltägliche Leben ist, so unterschiedlich waren die konkreten Erfahrungen des „Hörens & Entdeckens“: mal viel und intensiv, mal wenig und manchmal gab es gar nichts zu berichten. Und doch war der gemeinsame Austausch wichtig und zugleich eine große Bereicherung für jeden Einzelnen. Immer wieder hat es uns erstaunt, wie Jesus gelebt, geredet und gehandelt hat. Aber auch das Unverständnis seiner Freunde hat uns beschäftigt, die Menschenfreundlichkeit und Passion Jesu haben uns fasziniert, manchmal irritiert, vor allem aber inspiriert.

Am 5. Mai findet zum Abschluss der „Doppelpunkt : Gottesdienst“ statt, der den Schwerpunkt darauf legt, dass es aus dem Hören es auch zum Handeln kommen möge.

Ein Artikel von Volker Bohle