Leitsätze des Fachbereichs Familie und Generationen

Die hier vorgelegten Leitsätze halten Grundlagen der Arbeit des Fachbereichs Familie und Generationen fest. Als Christen steht für uns das Staunen über die Zuwendung Gottes in Jesus Christus zu unterschiedlichen Menschen in verschiedenen Lebenskontexten im Mittelpunkt. Die Bibel erzählt, wie Gott Menschen beschenkt, begabt und beruft, ihnen seinen Segen schenkt und sie zum Segen setzt für andere. Diese gnädige Zuwendung Gottes prägt auch unsere Gemeinden. Durch die Aktivitäten des Fachbereichs Familie und Generationen wollen wir sie in die heutige Vielfalt der Lebensentwürfe, Generationen und Kulturen einbringen.

Die Leitsätze nehmen Überlegungen aus dem Forum Familie auf, die beschreiben, dass Formen des Familienlebens sich zwar ändern, Grundlagen aber immer noch Werte wie Verlässlichkeit, Ermutigung, Förderung, Verantwortung und Beistand sind. Dazu trägt auch eine gelingende Generationengemeinschaft bei.

Aufgenommen sind auch wesentliche Ziele, die in den „Leitsätzen für die Gemeindearbeit mit älteren Erwachsenen“ festgehalten wurden. Diese beschreiben vor allem das Potenzial unterschiedlicher Lebensentwürfe und Lebensphasen beim Älterwerden.

Eingeflossen sind auch Leitsätze für die Arbeit von und für Frauen im BEFG, in denen Frauen ermutigt werden, ihrer Berufung gemäß ihr Leben zu gestalten - auch jenseits traditioneller Rollenerwartungen in Gesellschaft und Gemeinde.

Die Leitsätze des Fachbereichs sollen eine prozessorientierte und bereichsübergreifende Arbeitsweise ermöglichen und Offenheit für weitere Arbeitsfelder signalisieren.

1. Begabungen entdecken – Berufung leben

Gott begabt und beruft unterschiedliche Menschen in verschiedenen Lebenskontexten. So entwickeln sich unverwechselbare Persönlichkeiten und Biographien. Die daraus wachsende Vielfalt von Individuen bildet die Kreativität und Gnade Gottes ab.

Darum tragen wir dazu bei, dass Männer und Frauen aus allen Generationen ihre von Gott geschenkten Möglichkeiten entdecken und zur Entfaltung bringen können.

2. Würde empfangen – selbstbestimmt leben

Gottes Zuwendung verleiht jedem Menschen eine unverlierbare Würde – unabhängig von seinen Lebensmöglichkeiten, seinem Geschlecht und seiner biographischen Phase.

Darum setzen wir uns dafür ein, dass trotz traditioneller Rollenerwartungen z.B. an Frauen oder an Ältere und trotz Einschränkungen durch Krankheit, Behinderung oder andere Lebensumstände ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben möglich ist und von Gemeinden bewusst gefördert wird.

3. Für andere da sein – achtsam mit sich selbst umgehen

In Familie und Gemeinde werden Menschen in ihrer Individualität gefördert. Gleichzeitig lernen sie, sich für andere einzusetzen und ihnen zu dienen.  

Darum ermutigen wir, die eigene Identität zu entdecken und zur Entfaltung zu bringen. Dabei gilt es aber auch, einerseits achtsam mit eigenen Grenzen umzugehen und gegebenenfalls Hilfe und Fürsorge anzunehmen, andererseits sich für andere einzusetzen und sie zu unterstützen.

4. Krisen bewältigen – Mut gewinnen

Auch Christen erleben Krisen und das Scheitern von Beziehungen und Lebensplanungen. Die Evangelien betonen immer wieder, dass Jesus Christus sich den „Mühseligen und Beladenen“ zuwendet und Gescheiterte die Möglichkeit eines Neuanfangs erhalten.

Darum tragen wir dazu bei, dass Menschen gestärkt aus Krisen hervorgehen. Wir fördern eine seelsorgerliche Grundhaltung und Begleitung in unseren Gemeinden, die von einer Atmosphäre der Annahme und Barmherzigkeit geprägt ist, und wir richten unsere Angebote auf diese Grundhaltung aus.

5. Gemeinschaft erleben – Vielfalt bejahen

Kennzeichen unserer Gemeinden ist die Gemeinschaft von Menschen aus unterschiedlichen Generationen und Prägungen - immer häufiger auch aus anderen Kulturen und Herkunftsländer. Bei Gott und in unseren Gemeinden sind alle willkommen!

Darum setzen wir uns für die gegenseitige Wertschätzung ein, die Grenzen der Kulturen, Generationen, Prägungen und Lebensentwürfe überwindet und die Vielfalt des Reiches Gottes abbildet.

6. Im Glauben wachsen – Frucht bringen

Als Christen verstehen wir uns als Jünger Jesu, die zu lebenslangem Lernen berufen sind. Das ermöglicht immer wieder die Offenheit für neue Erkenntnisse und eine Erweiterung des theologischen Horizontes. Neu gewonnene Einsichten mit anderen zu teilen und Mut zum Vertrauen auf Christus zu machen, ist Aufgabe unserer Gemeinden und Ziel der Arbeit im Fachbereich.

Darum bieten wir eine geistlich-theologische Reflexion des eigenen Glaubens und seiner Entwicklung im Verlauf des Lebens an. Wir fördern das intergenerative Lernen voneinander und miteinander und staunen gemeinsam über die Vielfalt der Gnade Gottes.

09.11.2016
Verfasser: Annette Grabosch, Dagmar Lohan, Gaby Löding, Friedrich Schneider, Jutta Teubert
(Leitungskreis des Fachbereichs Familie und Generationen)