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Was wir glauben

Die Beziehung zu Gott in Gemeinschaft mit anderen Christen leben

Entstammen sie auch unterschiedlichen Traditionen, so haben Baptisten- und Brüdergemeinden im BEFG doch eine gemeinsame Glaubensgrundlage. Sie sehen sich in der Tradition der Reformationen und betonen wie alle evangelischen Kirchen die Grundsätze:

Sola gratia: Der glaubende Mensch wird allein durch Gottes Gnade errettet, nicht durch seine Werke.

Sola fide: Allein durch den Glauben, durch das Vertrauen auf Gott, wird der Mensch gerechtfertigt.

Sola scriptura: Allein die Bibel ist als Wort Gottes die Grundlage des christlichen Glaubens.

Solus Christus: Allein die Person, das Wirken und die Lehre Jesu Christi können Grundlage für den Glauben und die Errettung des Menschen sein.

In Baptisten- und Brüdergemeinden leben Christen ihren Glauben an Jesus Christus, ihre Beziehung zu Gott, in Gemeinschaft mit anderen Christen. Gemeinsam die Bibel studieren und danach fragen, wie sich das Erkannte konkret ins Leben übertragen lässt, ist Merkmal der Gemeinden. Der Glaube ist prägend für die persönliche Lebensgestaltung und Quelle des Engagements für andere.

Baptisten- und Brüdergemeinden praktizieren die Gläubigentaufe. So werden keine Säuglinge getauft, sondern Menschen, die eine persönliche Entscheidung für den Glauben an Jesus Christus getroffen haben.

Rechenschaft vom Glauben

Die Rechenschaft vom Glauben ist ein gemeinsames Glaubensbekenntnis der deutschsprachigen Baptisten. Sie wurde in den Jahren 1974 bis 1977 von acht Theologen aus dem west- und dem ostdeutschen BEFG, aus dem Bund der Baptistengemeinden in Österreich sowie dem Bund der Baptistengemeinden in der Schweiz erarbeitet. Die Bundesräte des BEFG in der BRD und der DDR nahmen das Glaubensbekenntnis 1977 und 1978 entgegen und empfohlen es den Gemeinden zum Gebrauch. 1995 verabschiedete der Bundesrat des gesamtdeutschen BEFG eine Änderung.

Da für Baptisten die Bibel die Grundlage ihres Glaubens ist, hat die Rechenschaft vom Glauben nicht den Anspruch, verbindliche Glaubensinhalte vorzugeben. Vielmehr soll sie die die gemeinsamen Überzeugungen zum Ausdruck bringen.

Rechenschaft vom Glauben

„The Baptist Principles“ – die baptistischen Grundsätze

Was Baptistengemeinden weltweit verbindet, fassen die „Baptist Principles“, die baptistischen Grundsätze, zusammen:

  • die Bibel als Gottes Wort, daher alleinige Regel und Richtschnur für Glauben und Leben
  • die Gemeinde der Gläubigen, daher die Notwendigkeit von Mission und Evangelisation
  • die Taufe auf das Bekenntnis des Glaubens, daher Verbindung von Taufe und Gemeindemitgliedschaft
  • das allgemeine Priestertum aller Gläubigen, daher keine Ämterhierarchie (Rangordnung)
  • die Selbständigkeit der Ortsgemeinde, daher kein mit besonderen Befugnissen ausgestatteter kirchlicher Überbau
  • Glaubens- und Gewissensfreiheit, daher Trennung von Kirche und Staat


Der Fachkreis Kirche 21 des Gemeindejugendwerks (GJW) hat sich intensiv mit den Baptist Principles beschäftigt und eine eigene Formulierung für diese grundlegenden Werte gefunden:

Baptisten sind Menschen, die ...
… von Gott zur Freiheit berufen sind und in Verantwortung vor Gott und ihrem eigenen Gewissen Jesus nachfolgen!
… als an Jesus Christus Gläubige - das schließt alle ein, die sich als Christ*innen verstehen - unmittelbar mit Gott verbunden sind und untereinander gleichwertig sind. In ihrer Gemeinschaft sind alle Dienste/Ämter/Funktionen gleichwertig und stehen allen offen.
… sich für die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und der Religionsausübung einsetzen und für die Trennung von Kirche und Staat eintreten. 
... die Zuwendung Gottes zum Menschen und die Versöhnung mit Gott feiern und Menschen taufen, die ihren Glauben an Jesus Christus aus freiem Willen bekennen. 
… als Gemeinschaft der Glaubenden am Wirken Gottes in der Welt teilhaben, indem sie durch ihr Leben die Güte Gottes vermitteln und sich für Gerechtigkeit einsetzen. 
… die Bibel als Gottes Wort in Menschenwort verstehen und ihren Glauben und ihr Leben allein an ihr orientieren.
… sich in selbstständigen Gemeinschaften lokal organisieren und sich regional und weltweit vernetzen.