Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland https://www.baptisten.de Die Nachrichten aus dem Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden de-de Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Sun, 29 Mar 2020 18:07:20 +0200 Sun, 29 Mar 2020 18:07:20 +0200 TYPO3 EXT:news news-2663 Wed, 25 Mar 2020 15:40:18 +0100 Die Steigerung der Katastrophe verhindern https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/die-steigerung-der-katastrophe-verhindern/ Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen unterstützt die Forderung des Europäischen Parlaments, Flüchtlingslager zu evakuieren, um eine Ausbreitung von COVID-19 unter den Geflüchteten zu verhindern. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) unterstützt die Forderung des Europäischen Parlaments, Flüchtlingslager zu evakuieren, um eine Ausbreitung von COVID-19 unter den Geflüchteten zu verhindern. Wir dürfen angesichts der Coronakrise unsere humanitäre Verantwortung nicht vergessen. Die staatlich organisierte Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisenregionen muss in Deutschland und in Europa fortgesetzt werden.

Die VEF begrüßt und unterstützt alle weltweiten, europäischen und deutschen Bemühungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Wir beten, dass sie zum Erfolg führen.

Als besonders wichtig erachten wir, dass alles zum Schutz der Schwachen und Kranken getan wird, was möglich ist. Unsere diakonischen Einrichtungen und zahlreiche Nachbarschaftsinitiativen unserer Gemeinden in Deutschland sind diesem Auftrag verpflichtet.

Schwache und Kranke gibt es aber nicht nur in Deutschland. Aktuell leben nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums mehr als 40.700 Migrantinnen und Migranten in den Flüchtlingslagern auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios – dabei liegt deren Kapazität eigentlich nur bei rund 7.000 Plätzen. Rund 1.500 dieser Geflüchteten sind laut EU-Kommission unbegleitete Minderjährige. Medial ist diese humanitäre Katastrophe fast in Vergessenheit geraten. Die Menschen sind aber immer noch da, und ihre Lebensumstände haben sich nicht verbessert. Sie sind nach wie vor inhuman. Menschen, die dort leben, sind dem Virus gegenüber vollkommen schutzlos. Sie können Anderen nicht einfach ausweichen. Ein Zwei-Meter Abstand ist für sie nicht umsetzbar. Eine adäquate medizinische Betreuung können sie nicht erwarten, da das Gesundheitssystem vor Ort nicht einmal für die lokale Bevölkerung ausreichen würde. Ein Ausbruch von COVID-19 in einem dieser Brennpunkte hätte katastrophale Auswirkungen auf die Gesundheit tausender Menschen.

Europa und Deutschland dürfen ihre Verantwortung für diese Menschen inmitten der Coronakrise nicht vergessen. Deshalb unterstützt die VEF die Forderung des Europäischen Parlaments, die Flüchtlingslager möglichst rasch zu evakuieren, um eine schnelle Ausbreitung von COVID-19 unter den dort lebenden Menschen zu verhindern. Nicht nur in Deutschland sind Kommunen bereit zu helfen. Wir bitten die politischen Verantwor-tungsträgerinnen und Verantwortungsträger, dass sie die Menschen in diesen Krisenherden am Rande Europas weiterhin im Blick behalten. Und wir fordern sie auf, zügig Lösungen zu finden, die eine Steigerung der Katastrophe durch das Coronavirus an diesen Orten verhindern. Die staatlich organisierte Aufnahme von Flüchtlingen aus Krisenregio-nen muss in Deutschland und in Europa fortgesetzt werden.

Die Bemühungen für die eigene Gesellschaft dürfen nicht dazu führen, dass andere Schwache und Kranke vergessen werden. Jesus sagte: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut ihnen auch.“ Matthäus 7,12

Wustermark, 25. März 2020
Der Vorstand

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news-2651 Mon, 16 Mar 2020 10:46:48 +0100 Drei Gründe zu feiern Vera Paetzold https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/drei-gruende-zu-feiern/ Die EFG Weinstadt hat groß gefeiert: Vom 5. bis 8. März gab es gleich drei Gründ zu feiern, berichtet Vera Paetzold. Die EFG Weinstadt hat groß gefeiert: Nach zweijähriger Umbauzeit des neu erweiterten Gemeindezentrums gab es vom 5. bis 8. März gleich drei Gründe, ihre Festivitäten auf die Bühne zu bringen. Ein Bericht von Vera Paetzold.

Von Donnerstag bis Samstag wurden die im Umkreis bekannten und gut besuchten „Himmelbesa“-Abende zum zehnten Mal angeboten. Hier bringen sich im Service-Team, in der Küche und vielen anderen Bereichen viele ehrenamtliche Mitarbeiter ein, um dieses besondere Gästeangebot umzusetzen. Live-Musik und Bewirtung umrahmten den jeweiligen Programmteil.  Der Journalist Andreas Malessa referierte am Donnerstag zum Thema „Wenn mich die Erinnerung nicht täuscht“. Der Illusionist Tommy Bright brachte in seiner Magic Show am Freitag den vollen Saal mit seiner Finger- und Wortakrobatik zum Staunen, kombiniert mit evangelistischen Elementen wurde das Evangelium anschaulich. Am Samstag war Ruben Fritz mit seiner Band zu Gast mit eigenen Songs zu persönlichen Lebenserfahrungen.

Samstagnachmittag wurde zu einer Zeitreise eingeladen mit Filmen, Bildern, einer Infowand, einer Festschrift sowie einer Präsentation zur Historie anlässlich des 150. Gemeindejubiläums in Weinstadt-Endersbach.

Dieser Anlass sowie die offizielle Einweihung des neu erweiterten und fertig gestellten Gemeindezentrums wurden am Sonntag mit einem Festgottesdienst groß gefeiert. Die Pastorin Ana Kadira, die im November 2018 ihren Dienst in Weinstadt angetreten hat, predigte über die ermutigende Aussage aus Jesaja 43,19: „Siehe, ich wirke Neues! Jetzt sprosst es auf. Erkennt ihr es nicht? Ja, ich lege durch die Wüste einen Weg, Ströme durch die Einöde.“

Beim anschließenden Festakt mit Schlüsselübergabe gab es neben Musik und Geschenken auch Grußworte vom Oberbürgermeister, Vertretern von Stadt und Gewerken, der umliegenden Kirchen und Gemeinden sowie von Renate Girlich-Bubeck vom Landesverband.  Der ehemalige Pastor Manfred Ewaldt als Ehrengast ging auf die Frage ein „Warum kam es denn soweit?“ und Pastorin Ana Kadira ergänzte mit der Frage „Wie geht es mit allem weiter?“  Nach einem umfangreichen Catering sowie einer Festtagstorte mit dem Event-Emblem „Dankbar!“ gab es einen bunten fröhlichen Luftballonstart mit Rücksende-Gutschein-Karten „Jubel“, um Nah und Fern an der Freude teilhaben zu lassen. Von diesen gingen inzwischen schon zahlreiche ein, sogar aus weit über 100 Kilometern Entfernung.

Die Gemeinde freute sich über ein volles Haus mit vielen Gästen in ihrem neuen, hellen und einladenden Gemeindezentrum, in dem künftig noch motivierter ihre Vision umgesetzt werden kann: „Wir sind Gemeinde vor Ort mit einem einladenden, belebten und offenen Zentrum für uns und unsere Umgebung“.

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news-2649 Fri, 13 Mar 2020 15:04:22 +0100 Politik und Rundfunk: Evangelische Freikirchen berufen zwei neue Beauftragte Dr. Michael Gruber https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/politik-und-rundfunk-evangelische-freikirchen-berufen-zwei-neue-beauftragte/ Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat Konstantin von Abendroth als ihren neuen Beauftragten am Sitz der Bundesregierung berufen. Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) hat Konstantin von Abendroth als ihren neuen Beauftragten am Sitz der Bundesregierung berufen. Der 39-jährige Pastor tritt damit am 1. Mai die Nachfolge von Peter Jörgensen an, der zwölf Jahre lang die Stimme der VEF in den politischen Diskurs eingebracht hat. Bei der Mitgliederversammlung in Kassel wurde zudem die Theologin Jasmin Jäger als Rundfunkbeauftragte berufen. Die Delegierten bestätigten Präsident Christoph Stiba und Vizepräsident Marc Brenner sowie die Vorstandsmitglieder Stefan Kraft und Frank Uphoff im Amt und wählten mit Jochen Geiselhart ein neues Mitglied in das Leitungsgremium.

Konstantin von Abendroth hob anlässlich seiner Berufung die gesellschaftliche Relevanz des christlichen Glaubens hervor: „Die Bibel ist durchzogen mit politischen Perspektiven, vom Schöpfungsauftrag bis zur Nächstenliebe und dem Auftrag, das Evangelium in all seinen Facetten zu verbreiten.“ Um diese Perspektiven „in der Gesellschaft wirksam werden zu lassen“, sehe er die Zusammenarbeit von Kirche und Politik als sehr bedeutsam an, so der Pastor des Bundes Freier evangelischer Gemeinden. VEF-Präsident Christoph Stiba zeigte sich erfreut über die Berufung: „Konstantin von Abendroth ist eine gewinnende Persönlichkeit und ein hervorragender Netzwerker. Er wird die VEF weiterhin mit einem starken freikirchlichen Profil und inhaltlicher Weite vertreten.“

Stiba würdigte von Abendroths Vorgänger: „Peter Jörgensen hat die politische Arbeit über zwölf Jahre mit Herzblut, Engagement und Kompetenz ausgefüllt.“ Jörgensen habe die Freikirchen für ihren geistlichen Auftrag sensibilisiert, im Rahmen der Politik und darüber hinaus gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen. Und es sei in einem erheblichen Maße sein Verdienst, „dass an vielen Stellen freikirchliche und politische Akteure miteinander im Gespräch sind und die Freikirchen auch in der Politik einen Beitrag leisten können.“

Die Baptistin Jasmin Jäger wird ab 1. Juli Rundfunkbeauftragte der VEF. „Die Chancen, die diese Arbeit für die Freikirchen mit sich bringt, über Rundfunkgottesdienste und -andachten viele Menschen zur erreichen, sind enorm“, so Christoph Stiba. „Pastorin Andrea Schneider hat diese Arbeit seit 1996 mit viel Leidenschaft und Kompetenz nachhaltig geprägt und war das Gesicht für die Freikirchen in den Redaktionen.“

Die Delegierten wählten mit Pastor Jochen Geiselhart von Foursquare Deutschland ein neues Mitglied in den fünfköpfigen Vorstand der VEF. Vier Vorstandsmitglieder wurden erneut gewählt: Christoph Stiba (als Präsident bestätigt, im Hauptamt Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden), Marc Brenner (als Vizepräsident bestätigt, im Hauptamt Präses der Gemeinde Gottes in Deutschland), Stefan Kraft (Superintendent der Evangelisch-methodistischen Kirche im Distrikt Essen) und Frank Uphoff (Vizepräses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden). Christoph Stiba dankte Major Frank Honsberg von der Heilsarmee in Deutschland, der sich nicht zur Wiederwahl stellte, für seine Mitarbeit im Vorstand.                                                                        

Konstantin von Abendroth, Jahrgang 1980, studierte Evangelische Theologie. 2005 gründete er zusammen mit einem Kollegen das „Berlinprojekt – Kirche für die Stadt“, dessen Pastor und Geschäftsführer er bis Ende 2019 war.

Jasmin Jäger, Jahrgang 1989, studierte Evangelische Theologie und „Medien – Ethik – Religion“. Neben ihrer VEF-Beauftragung arbeitet sie für den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden als Referentin im Generalsekretariat.

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news-2645 Thu, 12 Mar 2020 16:15:18 +0100 Bundesgeschäftsführung zur Coronakrise https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesgeschaeftsfuehrung-zur-coronakrise/ Was bedeutet die Coronakrise in der nächsten Zeit für die Veranstaltungen der Gemeinden, für die Landesverbandsräte und auch für die Bundesratstagung? Hinweis: Wegen der rasanten Entwicklung der Coronakrise ist dieser Text an manchen Stellen nicht mehr aktuell. Bitte beachten Sie für die neuesten Hinweise unsere Seite befg.de/corona.

Die Corona-Krise spitzt sich weiter zu. Das öffentliche und soziale Leben wird weiter eingeschränkt. Und wahrscheinlich stehen wir erst am Anfang. Niemand kann heute exakt prognostizieren, was in den nächsten Wochen passiert. Ob aus der Krise eine Katastrophe wird oder ob es eine schwere, aber vorübergehende Situation bleibt, das hängt vor allem am Faktor Zeit und damit auch am Verhalten jeder Einzelnen und jedes Einzelnen. Wir alle können durch unser besonnenes Verhalten dazu beitragen, dass wir diese „Probe bestehen“, wie unsere Bundeskanzlerin am Mittwoch sagte. In Zeiten von Corona gilt: Bleib ruhig, aber mach vieles anders. Das betrifft nicht nur Händewaschen und Husten-Etikette. Wir müssen auch überlegen, wie wir mit unseren Veranstaltungen umgehen. Zahlreiche Großveranstaltungen sind bereits abgesagt worden, und es ist zu erwarten, dass sich das ausweiten wird. Was bedeutet das in der nächsten Zeit für die Veranstaltungen der Gemeinden, für die Landesverbandsräte und auch für die Bundesratstagung? Darüber hat die Bundesgeschäftsführung beraten und fasst zusammen:

a)   Jeder Veranstalter muss derzeit eine Risikoabwägung vornehmen, ob wegen der Ausbreitung des Coronavirus die Durchführung einer Veranstaltung noch angezeigt ist oder besser abgesagt werden sollte. Großveranstaltungen in Hessen, also auch in Kassel, sind seit heute bis zum 10. April 2020 nicht zulässig. Ob diese Regelung über den 10. April hinaus verlängert werden wird, müssen wir abwarten. Falls dieser Erlass nicht verlängert wird, werden wir uns bei unserer Entscheidung am Kriterienkatalog des Robert Koch Institutes (RKI) für Großveranstaltungen orientieren und uns mit dem Gesundheitsamt Kassel abstimmen. Unter Berücksichtigung dieser Bedingungen bereiten wir die Bundesratstagung weiterhin intensiv vor und laden alle Delegierten und Gäste herzlich ein, sich anzumelden. Sollte die Bundesratstagung 2020 zu einem späteren Zeitpunkt abgesagt werden müssen, wird es die Möglichkeit geben, bereits bezahlte Teilnehmerbeiträge erstattet zu bekommen.

b)   Die Verantwortung, ob eine Landesverbandsratstagung stattfindet oder abgesagt wird, liegt bei der Landesverbandsleitung. Ebenso verhält es sich mit Veranstaltungen in den Gemeinden. Hierfür trägt die jeweilige Gemeindeleitung die Verantwortung. In Bezug auf die kommenden Landesverbandsräte sind die Anweisungen der Gesundheitsbehörden vor Ort zu beachten. Natürlich auch im Blick auf alle Gemeindeveranstaltungen (zurzeit ist uns nur aus einer Stadt bekannt, dass Kirchen und Vereine gebeten wurden, auf ihre Veranstaltungen wie zum Beispiel Gottesdienste zu verzichten). Bitte informiert Euch im Vorfeld, ob die geplanten Veranstaltungen jeweils stattfinden (z.B. im Internet). Hier findet Ihr eine „Checkliste für Veranstaltungen“ der Stadt und Städteregion Aachen, die als Kriterienkatalog hilft, eine Risikobewertung für einzelne Veranstaltungen vorzunehmen, um eine gut begründete Entscheidung treffen zu können. Im Zweifel rät die Bundesgeschäftsführung dazu, alle Veranstaltungen, die nicht zwingend notwendig sind, nicht stattfinden zu lassen. In Einzelfällen kann es auch sinnvoll sein, den Teilnehmerkreis auf die Delegierten zu begrenzen und eine Sitzung oder Tagung auf die notwendigen Punkte zu beschränken.

c)    Im Übrigen sollte bei Veranstaltungen im Vorfeld generell aktiv darauf hingewiesen werden, dass folgende Personen ein erhöhtes oder hohes Infektionsrisiko aufweisen. Menschen sollten für sich eine Teilnahme an Veranstaltungen prüfen und gegebenenfalls nicht teilnehmen, wenn sie

  • in den vom RKI definierten Risikogebieten wohnen (RKI-Risikogebiete),
  • mit Personen aus den vorgenannten Risikogebieten Kontakt hatten,
  • Kontakt mit infizierten Personen hatten oder selbst infiziert sind,
  • Kontakt mit Verdachtsfälle hatten,
  • Symptome einer Infektion aufweisen (Husten, Schnupfen, Halskratzen, Fieber und Durchfall).

d) Hier findet Ihr Hinweise und Maßnahmen zum Verhalten in der Gemeinde, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Allgemein wird geraten, selbst einzuschätzen, ob die Teilnahme an einer Veranstaltung, zum Beispiel aufgrund einer Vorerkrankung, angebracht ist.

Es ist und bleibt wahr, dass wir auch in Krisenzeiten in Gottes Hand sind. Darum handeln wir nicht aus Angst oder in Panik, sondern aus Verantwortung und Solidarität mit den Mitmenschen, deren Gesundheit in Gefahr sein könnte. Vielleicht sind Besonnenheit und Gelassenheit in diesen Tagen die anmutigsten Formen des Gottvertrauens. Hoffen und beten wir, dass wir bald wieder andere Themen haben. Und tun wir unser Bestes dafür.

Christoph Stiba
Generalsekretär

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news-2641 Wed, 11 Mar 2020 11:16:56 +0100 Zeiten der Stille Thomas Seibert https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/zeiten-der-stille/ Wie Elemente geistlichen Lebens in den gemeindlichen Beratungsprozess integriert werden können, damit beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Worskhop Pastoraler Interimsdienst. Wie lassen sich Elemente geistlichen Lebens in einen gemeindlichen Beratungsprozess integrieren? Das war eine der Fragen, mit der sich insgesamt 15 Interimspastoren und -pastorinnen im Rahmen ihrer jährlichen Tagung im Bildungszentrum Elstal beschäftigten.

Als Referentin führte die evangelische Pfarrerin Susanne Weichenhan die Teilnehmenden einen Vormittag lang durch Zeiten der Stille und der Betrachtung eines Bibeltextes. Die Erfahrung ermutigte mehrere Teilnehmende, ähnliche Erfahrungsräume in die Gestaltung ihrer Dienste einzubeziehen. „Ich fühle mich sehr erfrischt“, war das begeisterte Fazit einer Teilnehmerin. Neben der Fortbildung ist der kollegiale Austausch ein wesentliches Element der Tagung. „Das hat mir sehr geholfen für meinen nächsten Einsatz“, meinte eine Teilnehmerin.

Der Interimsdienst ist ein Angebot des Bundes, Gemeinden in Übergangszeiten zu unterstützen. Interimspastoren und -pastorinnen sind für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten jeweils für mehrere Tage pro Monat vor Ort, um Veränderungsprozesse zu begleiten, Krisen zu verarbeiten oder die Erwartungen bei der Berufung eines neuen Pastors bzw. einer neuen Pastorin zu klären. Sie bringen neben ihrer pastoralen Erfahrung beraterische Kompetenzen mit. „Hier kommt ein Pastor, eine Pastorin auf Zeit. Gerade dieser Mix aus zielorientierter Beratung einerseits und Predigt, Bibelgespräch, Gottesdienst, geistlichen Prozessen andererseits macht das ganz Besondere des Interimsdienstes aus“, meinte Heike Beiderbeck-Haus, die mit Thomas Seibert das Team im Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde bildet. Interessierte Gemeinden können sich an Heike Beiderbeck-Haus wenden.

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news-2637 Tue, 10 Mar 2020 13:37:06 +0100 Gottesdienst und Infektionsrisiko https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gottesdienst-und-infektionsrisiko/ Um das Infektionsrisiko durch das Coronavirus zu senken, gibt es hier einige Hinweise für Gemeinden zu Gottesdiensten, Verantwortung und Gebet. Hinweis: Wegen der rasanten Entwicklung der Coronakrise ist dieser Text nicht mehr aktuell. Bitte beachten Sie für die neuesten Hinweise unsere Seite befg.de/corona.

Das „Coronavirus“ (SARS-CoV-2) breitet sich in Deutschland aus. In Menschenansammlungen ist eine Übertragung wahrscheinlicher. Gottesdienste, Gruppentreffen sowie persönliche Gesprächssituationen können zur Verbreitungsherden von Grippe- und Coronaviren werden. Wir bitten die Gemeindeleitungen um erhöhte Aufmerksamkeit und die Mitglieder sowie Gäste um Beachtung der üblichen Hygienemaßnahmen.

Verantwortung der Gemeindeleitung

  • Verantwortung der Gemeindeleitung: Die Verantwortung für die Ortsgemeinden liegt bei der jeweiligen Gemeindeleitung: Bitte seien Sie wachsam und informieren Sie sich an den entsprechenden Stellen.
    | Infektionsschutz.de | Bundesgesundheitsministerium | Robert-Koch-Institut
  • Konkrete Maßnahmen im Gemeindehaus:
    • Drucken Sie bitte je nach Zielgruppe folgende Infografiken aus und hängen Sie diese aus, damit jeder mitbekommt, was zu tun ist. | Infografiken in sechs Sprachen >>
    • Hängen Sie an gut sichtbaren Stellen im Foyer aus: „Aktuelle Informationen zum Coronavirus“:
      deutsch | englisch | türkisch
  • Zusammenarbeit mit den Behörden: Arbeiten Sie bereitwillig mit den Behörden zusammen und fragen Sie gegebenenfalls beim Gesundheitsamt um Rat.

Verhaltensweisen im Gottesdienst | Gemeindegruppen

  • Zu Hause bleiben: Wer sich krank fühlt, sollte Zuhause bleiben und sich – wenn vorhanden – den Livestream anschauen oder auf Rundfunk- und Fernsehgottesdienste ausweichen.
  • Körperkontakt vermeiden: Vermeiden Sie in dieser Zeit unnötigen Körperkontakt. Freundliche Begrüßung geht auch ohne Händeschütteln.
  • Räume lüften: Bitte sorgen Sie für eine gute Belüftung der Gottesdiensträume und der Nebenräume.
  • Abstand halten: Beim Husten oder Niesen größtmöglichen Abstand halten: in die Armbeuge oder in ein Papiertaschentuch niesen und es entsorgen: Hände waschen!
  • Abendmahl: Vermeiden Sie beim Abendmahl (Mahl des Herrn) in diesen Wochen den Gemeinschaftskelch und benutzen Sie nach Möglichkeit Einzelkelche.

Gebet und Unterstützung

  • Gebetsaufforderung: „Betet für die Regierenden und für alle, die Gewalt haben, damit wir in Ruhe und Frieden leben können, in Ehrfurcht vor Gott und in Rechtschaffenheit. So ist es gut und gefällt Gott, unserem Retter.“ | Die Bibel: 1. Timotheus 2,2-3
  • Politiker: Bitte beten Sie im Gottesdienst für die verantwortlichen Politiker um Weisheit in dieser Krisensituation.
  • Forscher: Beten Sie für die medizinischen Forscher, dass Gott ihnen Einsicht und Kreativität gibt, ein Gegenmittel für das Virus zu finden.
  • Erkrankte: Beten Sie für die Erkrankten um Heilung und Genesung.
  • Tipp zur Hilfe und Unterstützung: Sollte es zu Krankheitsfällen kommen, richten Sie einen telefonischen Meldedienst ein. Sollte es zu einer Quarantäne kommen, bieten Sie sich als Gemeinde an, für diese Menschen einzukaufen oder sie in sicherer Entfernung zu unterstützen.

Alternative Treffen

  • Sollten aus gesundheitlichen Gründen größere Ansammlungen von Menschen behördlich untersagt werden, können andere gottedienstliche Treffen in Betracht kommen:
  • Kleine Gruppen: Zuhause treffen und Hausgottesdienste in der Familie feiern. Die Pastorin oder der Pastor könnte dafür einen Ablauf, eine Liturgie oder Vorlesepredigt mit Hinweisen oder Fragen vorbereiten und sie per Mail oder zum Download zur Verfügung stellen.
  • Technische Hilfsmittel: Livestream nutzen, Predigt per Audio oder Video aufnehmen und herumschicken oder zum Download anbieten.
  • Virtuelle Lösungen: Gottesdienst oder Hauskreis per Chat oder Video-Konferenz ausprobieren.

Mut zum Vertrauen auf Gott

Die Gemeinde Jesu und das Reich Gottes hat zu allen Zeiten und in möglichen und unmöglichen Situationen bestanden, durchgehalten und trotzdem Gott gelobt sowie den Menschen im Umfeld gedient. Lasst uns miteinander auf unseren Gott, Heiland und Retter vertrauen, der Herr der Lage ist: auf ihn vertrauen, helfen wo Nöte sind, für andere beten und den Gesunden und Kranken im Namen Jesu Mut zusprechen.

Fragen und Beratung

Die USB-Dienstleistungen GmbH steht für konkrete Fragen der Gemeindeleitung zur Hygiene und Prävention gerne zur Verfügung: info(at)usb-net.de

Mit freundlicher Genehmigung des Bundes Freier evangelischer Gemeinden.

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news-2636 Thu, 05 Mar 2020 13:54:59 +0100 Oncken Verlag Kassel: Nach Insolvenz geht es weiter Julia Grundmann https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/oncken-verlag-kassel-nach-insolvenz-geht-es-weiter/ Kurz vor Weihnachten musste die J. G. Oncken Nachf. GmbH Insolvenz anmelden. Blessings 4 you (Foto: Angela May und Tobias Blessing) führt den Oncken Verlag unter bekanntem Namen weiter. „Es gibt die J.G. Oncken Nachf. GmbH nicht mehr. Aber es gibt weiterhin den Oncken Verlag!“ Das sagte Silke Tosch, Geschäftsführerin der J.G. Oncken Nachf. GmbH, nachdem der Verlag am 1. März von der Blessings 4 you GmbH übernommen wurde. Kurz vor Weihnachten musste die Kasseler J. G. Oncken Nachf. GmbH Insolvenz anmelden. Die Stuttgarter Firma Blessings 4 you führt den Oncken Verlag nun unter bekanntem Namen weiter.

Nachdem Anfang 2018 bereits das Verlagsgebäude der J.G. Oncken Nachf. GmbH verkauft worden und im April 2019 die Versandbuchhandlung an die Blessings 4 you GmbH übergegangen war, habe man gehofft, ausreichende Sanierungsmaßnahmen ergriffen zu haben, so Tosch. „Leider erwies sich das zurückgebliebene Verlagsgeschäft als nicht kostendeckend, sodass wir im Dezember 2019 Insolvenz anmelden mussten.“ Dankbar zeigte sich Tosch, jetzt leitende Redakteurin der verlagseigenen Zeitschrift DIE GEMEINDE, dass die Blessings 4 you GmbH nun auch den verbliebenen Verlag samt seinen angestellten Mitarbeitenden übernommen habe: „Damit konnten nicht nur sieben Arbeitsplätze, sondern auch die Zukunft der Printmedien gesichert werden, die immer noch eine wesentliche Bedeutung in der Information und Vernetzung innerhalb unseres Gemeindebundes haben.“ Froh sei sie zudem, dass das Geschäft unter dem traditionsreichen Namen Oncken Verlag weitergeführt werden könne.

„Über Jahrhunderte hat der Oncken Verlag den deutschen Baptismus geprägt und Segensspuren hinterlassen“, sagte BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. „Publikationen aus dem Hause Oncken haben Generationen von Baptisten geprägt. So dankbar wir für die Verbreitung des Evangeliums in der bewegten 191-jährigen Verlagsgeschichte sind, so sehr betrübt uns die Insolvenz des Oncken Verlags. Gleichzeitig sind wir froh darüber, dass wesentliche Geschäftsbereiche durch Blessings 4 you nun weitergeführt werden. Wir wünschen dem Verlag Gottes Segen und freuen uns auf eine segensreiche Zusammenarbeit.“

Die Blessings 4 you GmbH ist aus der ehemaligen Versand- und Verlagsbuchhandlung der Evangelisch-methodistischen Kirche hervorgegangen. Sie wird von Angela May und Tobias Blessing geführt. Der Unternehmenssitz liegt in Stuttgart.

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news-2633 Fri, 28 Feb 2020 16:04:32 +0100 In kleinen Schritten verändern Jasmin Jäger https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/in-kleinen-schritten-veraendern/ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BEFG lernten bei einem Agilitätstraining die Arbeitsweise des Entwicklungsteams kennen, um auf diese Weise neue Ideen und Projekte zu verwirklichen. Das Präsidium hat das Entwicklungsteam eingesetzt, um in kleinen Schritten den Bund zu verändern. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der regionalen und überregionalen Arbeit des BEFG lernten bei einem Agilitätstraining die Arbeitsweise des Entwicklungsteams kennen, um neue Impulse im BEFG zu setzen.

Das Entwicklungsteam des Bundes hat am 25. Februar zu einem Agilitätstraining in die EFG Potsdam eingeladen. Die 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Dienstbereichen in Elstal, den Landesverbänden und dem GJW lernten dabei eine agile Arbeitsweise kennen. Diese Arbeitsweise folge dem Prinzip, dass Projekte selbstorganisiert und nutzenorientiert in kleinen Teilschritten innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens durchgeführt werden und so zeitnah ein überprüfbares Ergebnis hervorbringen, erklärte André Häusling, der das Training leitete. Er und seine Firma „HR Pioneers“ beschäftigen sich damit, Strukturen innerhalb von Organisationen durch agile Werte und Prinzipien neu zu gestalten.

Das Agilitätstraining hatte das Ziel, den im Bund angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern agiles Arbeiten nicht nur theoretisch beizubringen, sondern auch praktisch erlebbar zu vermitteln. Die Teilnehmenden spielten das sogenannte „Ball Point Game“, bei dem Bälle ohne Bodenkontakt, jedoch so, dass alle sie mindestens einmal berührt haben, an einen Zielort gelangen müssen. Es verdeutlichte zum Beispiel die Selbstorganisation des Teams und das Pull-Prinzip, dass jede und jeder die Aufgabe, die vor einem liegt, fokussiert angeht – mit Ziel, aber ohne fertiges Endkonzept. In mehreren Runden war zudem eine Qualitätssteigerung der Ergebnisse zu beobachten. Agile Prozesse können auf diese Weise die Struktur von Organisationen verändern.###3_IMAGES###Für Veränderungen gebe es stets innere und äußere Treiber, so Häusling. Sie seien Gründe dafür, die Arbeitsweise und Struktur einer Organisation zu überdenken. Die Teilnehmenden benannten im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zum Beispiel die abnehmende konfessionelle Bindung oder die Überalterung von Gemeinden als treibende Faktoren. Aus diesen Gründen, die für eine Veränderung sprechen, entwickelten die Teilnehmenden Zielbilder, wie die Zusammenarbeit der Freikirchen, und überlegten sich, wie sie dieses Ziel mit konkreten, kleinen Schritten angehen wollen. Auf diese Weise arbeitet auch das Entwicklungsteam, das vom Präsidium des BEFG eingesetzt wurde. Es soll neue Ideen und Projekte ausprobieren, um die Struktur des Bundes gegebenenfalls an die Bedürfnisse und Herausforderungen von Gemeinden und Landesverbänden sowie an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Daher werden in Zukunft weitere Agilitätstrainings angeboten, so Stefan ter Haseborg, Leiter des Entwicklungsteams.

Das Entwicklungsteam ist unter e-team(at)baptisten.de zu erreichen und freut sich über Frage und Ideen.

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news-2632 Thu, 27 Feb 2020 12:37:44 +0100 Mit Enthusiasmus für einen guten Sound sorgen Julia Grundmann https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/mit-enthusiasmus-fuer-einen-guten-sound-sorgen/ Seit 20 Jahren bietet Dr. Andreas Langbehn in Elstal Seminare für Tontechnikerinnen und Tontechniker aus Gemeinden an. Seit 20 Jahren bietet Dr. Andreas Langbehn in Elstal Seminare für Tontechnikerinnen und Tontechniker aus Gemeinden an. Er ist Lehrbeauftragter für Musikpädagogik an der Universität der Künste in Berlin. Mittlerweile konnten schon über 1.800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von dem Angebot profitieren. Welche Bedeutung diese Arbeit für die Gemeinden hat und wie sich die Tontechnik in den letzten 20 Jahren entwickelt hat – darüber sprach Andreas Langbehn (AL) in einem Interview mit Julia Grundmann (JG).

JG: Kannst du dich noch an das allererste Tontechnikseminar erinnern?

AL: Ja klar, daran kann ich mich noch gut erinnern. Ich bin damals voller Enthusiasmus gestartet. Freitagnachmittag fing das Seminar an und eine halbe Stunde vor Mitternacht habe ich zum ersten Mal wieder auf die Uhr gesehen. Am Samstag habe ich dann ein Zehn-Stunden-Programm „durchgezogen“. Ich musste erst lernen, dass Pausen auch „Musik sind“, um als Musiker zu sprechen. Sie sind auch deshalb wertvoll, weil es hier zum Austausch zwischen den verschiedenen Teilnehmern kommt. Eine sehr wichtige und motivierende Komponente.

JG: Deine Seminare richten sich in erster Linie an Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Gerade in Bezug auf die Tontechnik hat sich da in den letzten 20 Jahren ja einiges verändert.

AL: Das stimmt. Die Tontechnik ist in den meisten Gemeinden viel komplexer geworden. Bands oder Musikteams gehören mittlerweile zum Standard und erfordern eine immer bessere Tontechnik. Der Trend geht natürlich zu Multimedia, also auch Beamer- und Videotechnik haben sich dazugesellt. Wohl jede zweite Gemeinde ist inzwischen mit digitalen Mischpulten ausgestattet. War vor 20 Jahren Tontechnik noch eine Männerdomäne, so hatten wir beispielsweise beim letzten Seminar in Elstal über dreißig Prozent Frauen dabei.
 
JG: Du hast mal gesagt „Wer in seiner Gemeinde für den richtigen Ton sorgt, leistet missionarische Arbeit.“ Wieso?

AL: Willow Creek hat uns bereits vor gut 20 Jahren auf beeindruckende Weise gezeigt, wie gerade ein attraktiver Gottesdienst eine tolle Möglichkeit ist, um mit Kirchendistanzierten in Kontakt zu kommen. Musik und Multimedia haben dabei einen hohen Stellenwert, weil die Menschen dadurch sowohl rational als auch emotional angesprochen werden können. Durch gekonnt eingesetzte Tontechnik kommt das Ganze dann noch besser zu Geltung.

JG: Gibt es Seminarerlebnisse, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

AL: Ja! Sehr begeistert war ich von den beiden über 70jährigen Diakonissen, die in ihrer Kirchengemeinde für den richtigen Sound sorgen wollten. Ein Teilnehmer ist mal mit Wohnmobil angereist, weil die Zimmer ausgebucht waren, er aber unbedingt am Seminar teilnehmen wollte. Wenn jemand bereits zum fünften Mal an einem Seminar teilnimmt, freut mich das natürlich auch, heißt es doch, dass er jedes Mal was Neues lernt. Und wenn ich nach Jahren von ehemaligen Teilnehmern höre, dass sie mittlerweile selbst leitend für den guten Sound verantwortlich sind, motiviert mich das sehr, mit Schulung und Coaching weiterzumachen.

Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn sich in den nächsten Jahren weiterhin so viele Tontechniker schulen lassen bzw. Gemeinden Tontechniker nach Elstal schicken oder Vorortseminare bei mir buchen. Tontechniker werden mehr denn je gebraucht!

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news-2631 Wed, 26 Feb 2020 13:10:29 +0100 „Da will ich hin!“ Thomas Klammt https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/da-will-ich-hin/ Bei der Fortbildung im Anfangsdienst lernten die Teilnehmenden, auf innovative Art und Weise Gottesdienste und Predigten zu gestalten. Bei der Fortbildung im Anfangsdienst vom 17. bis 21. Februar lernten die Teilnehmenden, auf innovative Art und Weise Gottesdienste und Predigten zu gestalten.

„Da will ich hin!“ Zwanzig Leute bewegen sich durch den Lehrsaal, nehmen mit diesem Satz jeweils ein neues Ziel in den Blick und gehen hin. Was für den Zuschauer komisch aussieht, ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fortbildung im Anfangsdienst eine wertvolle Übung: mit Felix Ritter, Dramaturg aus Amsterdam, trainieren sie ihre Präsenz im Gottesdienst. „Felix Ritter hat mich in den Bann gezogen, mich herausgefordert und in neue Welten entführt,“ sagt einer von ihnen begeistert. Einen Tag lang lernten die jungen Leute „Predigen wie TED“: eine Botschaft kurz und klar präsentieren, mit einer persönlichen Geschichte und aus wenigen Stichworten. Am Ende des Tages waren zwanzig 1-Minuten-Predigten zu hören, die es in sich hatten!

Neben den intensiven Übungen zur Präsenz und Präsentation hatte die Fortbildung zwei weitere Schwerpunkte. Dr. Thorsten Dietz, Professor für Systematische Theologie in Marburg, entführte die Gruppe gedanklich ins Kino und zeigte anhand aktueller Filme und Serien, wie man heute über Sünde reden kann. Dr. Guido Baltes, Dozent in Marburg, erklärte und diskutierte mit den Teilnehmenden die Bedeutung der Musik im Gottesdienst. Ganz praktisch wurde das bei der Vorbereitung und Gestaltung des Abschlussgottesdienstes der Fortbildung.

Vier Tage in Elstal, die nicht nur von intensivem Lernen, sondern auch vom fröhlichen Wiedersehen mit Studienfreunden und Kolleginnen geprägt waren. Die Akademie freut sich, auf diese Weise den wertvollen Dienst von Pastorinnen und Pastoren und Diakoninnen unterstützen zu können, und bereitet sich auf die nächste Fortbildung im September vor, bei der zum Beispiel „Theologisieren mit Kindern“ und „Jugendarbeit und Medien“ auf dem Programm stehen.

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news-2630 Mon, 24 Feb 2020 11:13:55 +0100 Neu. Starten. Durchstarten. Carsten Hokema https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/neu-starten-durchstarten/ Wie kann der Glaube in der heutigen Zeit überzeugend weitergegeben werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Seminar „Neu. Starten. Durchstarten.“ Wie kann der Glaube in der heutigen Zeit überzeugend weitergegeben werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Seminar „Neu. Starten. Durchstarten.“ vom Arbeitskreis Mission im Landesverband Norddeutschland.

Während des ersten Seminartages im November 2019 hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Anleitung von Pastor i.R. Gunter Stein aus Dortmund über ihr persönliches Glaubensleben nachgedacht und sich darüber ausgetauscht. Gunter Stein hatte den Tag durch seine Referate und seine einfühlsame Art zu einem sehr persönlichen Seminartag gemacht, der alle Beteiligten über das Besondere ihres eigenen Glaubens an Jesus Christus nachdenken ließ. Der Referent machte Mut, sich seines eigenen Glaubens gewiss zu sein und mit Hingabe den Weg der Nachfolge zu gestalten. Dabei sei es wichtig, immer Hörender zu bleiben, um aufmerksam zu sein für das Wirken des Heiligen Geistes.

Im Februar beim zweiten Treffen der Seminarreihe zu Fragen des persönlichen Glaubenslebens und zu aktuellen Gemeindefragen waren 25 Teilnehmende aus dem ganzen Landesverband in der EFG Eimsbüttel, Tresckowstrasse, zusammengekommen. Dieses Mal referierte Raphael Stein, Pastor in der EFG Stelle bei Hamburg. Raphael Stein legte in seinen Überlegungen einen Schwerpunkt auf das gesellschaftliche Umfeld des Christseins und Gemeindelebens. Anhand der aktuellen Sinusstudie gab er kurze Erläuterungen zu den unterschiedlichen gesellschaftlichen Milieus und ermutigte die Seminarteilnehmenden dazu, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, um in dem Umfeld, in dem sie leben, Kontakt zu Menschen zu gestalten und das Evangelium auf jeweils angemessene Weise weiterzugeben. Er machte auch deutlich, dass alle Mission ihren Ursprung in der Mission Gottes, der Sendung Jesu auf diese Welt, hat. Die Mission Gottes, so Raphael Stein, unterscheide nicht zwischen diakonischem Handeln und evangelistischer Verkündigung.

Wie schon am ersten Seminartag wechselten sich auch am zweiten Seminartag Vortragsteile, Austauschrunden und Gesprächsgruppen ab. Die Gemeinde Eimsbüttel hatte an beiden Tagen für einen rundum wohltuendes Äußeres gesorgt und zum Gelingen der Tage einen großen Teil beigetragen.

Am letzten Seminartag wird Pastor Carsten Hokema, EFG Hamburg-Altona, durch den Tag leiten und referieren. Dann wird es um die Frage gehen, wie der persönliche Glaube in einer multioptionalen und immer stärker divergierenden Gesellschaft und auch ganz persönlich an einzelnen Mitmenschen konkret und einladend weitergegeben werden kann. Der Tag will zu neuer persönlicher Sprachfähigkeit des Glaubens verhelfen.

 Das nächste und letzte Seminar, zu dem weitere Interessierte sich noch anmelden können (E-Mail an pastor(at)christuskirche.de), wird am Samstag, 18. April, von 10:00 bis 17:00 Uhr wieder in der EFG Eimsbüttel stattfinden.

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news-2620 Mon, 03 Feb 2020 14:59:30 +0100 Vom Dunkeln zum Licht Carla Fischer https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/vom-dunkeln-zum-licht/ Carla Fischer beschreibt, wie die Teilnehmenden bei einem Workshop der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal die Jahreslosung künstlerisch sichtbar gemacht haben. „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“, so der Künstler Paul Klee. Bei einem Workshop der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal haben die Teilnehmenden die Jahreslosung sichtbar gemacht. Teilnehmerin Carla Fischer beschreibt den künstlerischen Weg vom Dunkeln zum Licht.

Man sieht eine bunte Mischung von Menschen an diesem Morgen in der Bernhard-Göring-Straße. Eine bunte Mischung von Gesichtern und Ausdrücken darin, von Erwartungen, Nationalitäten und Altersgruppen. Ulrike Korn, freischaffende Künstlerin und Mitglied der Baptistengemeinde Leipzig, begrüßt die einzelnen Teilnehmenden, stellt sie einander vor und verbindet jeden im Raum mit einem Lächeln.

Künstlerisch wird heute die Jahreslosung „Ich glaube. Hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24) gestaltet und verstanden, erspürt und erfasst. Dabei geht es ebenso um die Schaffenden wie um das zu Schaffende, geht es um die Verbindung zwischen dem Künstler und seinem Werk, um die Inspiration und die Welt, die sich zwischen diesen Pfeilern spannt. Und so beginnt der Tag, indem ein jeder seinen Namen in ein schwarzes Kärtchen ritzt, wodurch die Buchstaben leuchtend bunt zum Vorschein kommen und ganz bewusst ein Sinnbild für die Personen hinter den Namen werden: einzigartig und wunderbar – ein Gefühl der Wertschätzung, das Leitmotiv des Workshops wird.

Die einen suchen Anschluss und Gemeinschaft, die anderen Inspiration für den Alltag und schlichtweg Neues. Doch jeden Einzelnen verbindet das Interesse an der Kunst und eine starke Identifikation mit der Losung – das Pendeln zwischen Glaube, Unglaube und Hoffnung und der Wunsch den Bibeltext für sich mit mehr anzureichern als den eigenen Assoziationen und Gefühlen.

„Vom Dunkeln zum Licht“ ist der Titel der ersten Arbeitsphase und während sich alle um eine lange Straße aus Papier versammeln, verteilt Ulrike Paletten mit schwarzer Farbe und ermutigt die Teilnehmer diese zu mischen, dem Schwarz ein Gesicht zu geben. Denn: „Schwarz ist nicht gleich Schwarz!“. Und während erst zögerlich und dann immer mutiger gewalzt und gestrichen wird, schließt sich die dunkle Fläche – wortwörtliche Dunkelheit. Ein Anfangspunkt und Basis für das, was da noch folgen wird. „Malt Licht!“ ist die zweite Anweisung und plötzlich kommt Bewegung in die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für die einen ist Licht ein helles Blau, für die nächsten Orange, Gelb oder die Mischung aus Farben. Bunt wird es und die Papierstraße zur Lichtstraße zwischen den Künstlern. Keiner arbeitet mehr an nur einem Bild, es wird ein Gemeinsames geschaffen – die Plätze getauscht. „Vertrauen“ nennt es eine der Teilnehmerinnen. Das sei es was man hier lerne. Seine in Acryl gebrachten Gedanken und Gefühle dem nächsten zu überlassen, sie abzugeben, sich zu öffnen und sich nicht hemmen zu lassen im eigenen Empfinden. „Freiheit“ nennt es eine andere. „Allein bin ich eingeschränkt“ sagt sie. In der Gruppe führt der Gedanke des einen zum Gedanken des anderen. Alles fließt ineinander über und alles, was entsteht, ist neu und gemeinsam. ###3_IMAGES###Der Pastor André Krause beschäftigt sich hingegen mit dem Text an sich, lässt die Teilnehmenden die Energie der Bibelstelle erspüren, lässt sie in verteilten Rollen lesen und eröffnet dadurch einen weiteren Zugang, der all das, was noch kommt, unterfüttert. Gemeinsam erschließt sich die Gruppe im Gespräch Höhe- und Tiefpunkt des Textes und findet zum Zentrum, zur Kernaussage: dem diesjährigen Losungstext. Ein Hilferuf in tiefster Not, getragen von dem Spannungsverhältnis zwischen Glaube und Unglauben. Diesen zwei Beinen, auf denen wir stehen, diesen zwei Polen in jedem von uns und dazwischen das Seil, auf dem wir alle balancieren. Und wieder kommen wir zurück auf den Vertrauensgedanken: die Notwendigkeit von Vertrauen, auch in größter Verzweiflung. Vertrauen auf Gott und Jesus, auf Heilung und Vertrauen ins Gebet. Drum ist „balancieren“ vielleicht doch nicht der richtige Begriff, denn wir dürfen uns tragen lassen. „Wir müssen uns nicht festklammern.“ Erzählt eine weitere Teilnehmerin und beschreibt die Erfahrung eines anderen Gemeindemitglieds. Es ist kein Kraftakt, zu glauben und kein Kraftakt bei Gott zu sein, denn er ist immer da und hält uns, wo wir gehen und stehen.

„Hilf meinem Unglauben.“ Lesen die Teilnehmenden in ihren unterschiedlichen Muttersprachen und fast ist es, als sei es eine einzige. Denn die Kraft der Worte ist für jeden spürbar, ganz egal, ob man der Sprache mächtig ist. Und so verbreitet sich langsam ein Verstehen, neue Assoziationen und tatsächliche Gemeinschaft auf diesem Weg, den alle zusammengehen. Und so beginnen wir im nächsten Schritt uns selbst darin zu reflektieren, suchen uns und unsere Glaubenssätze in dem geschaffenen Bild. Jeder schneidet postkartengroße Flächen heraus, sucht sich seinen Blick auf die Welt und so stobt die Lichtfläche auseinander, in viele kleine Blätter, jedes eine Geschichte, ein Aspekt – eben jedes ein Glaubenssatz. Immer wieder verweist Ulrike dabei auf Paul Klee mit seinem berühmten Satz: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ Vom Dunkeln zum Licht. Alles scheint ineinander zu greifen, sich wiederaufzunehmen. So auch die unterschiedlichen bildnerischen Mittel, welche ebenfalls laut Paul Klee Voraussetzung seien, um Gefühle auszudrücken, sich zu artikulieren. Herauskratzen, helle Buchstaben auf dunklen Grund, aufmalen, bunte Farben auf schwarzer Fläche, den eigenen Blickwinkel suchen und nun die Linie. Zeichnen, mit Wachsstiften auf schwarzem Papier. „Einen Spaziergang“ nennt es Ulrike und verweist auf die schöpferische Konfession Klees. Die Linie geht nach vorne, um einen Acker herum, zurück. Neue Welten entstehen auf dem Papier und die Künstler finden nicht nur zu ihrer eigenen Ausdrucksweise, sondern üben sich schon in dem, was nun auf sie wartet. Der Stencil-Technik folgend fertigt jeder mithilfe eines selbstgewählten Fotos eine Schablone und sprayt das Bild mit Farbdosen auf eine Leinwand. Neben den Einzelwerken entsteht auch ein weiteres Gemeinschaftsbild. „Die Gemeinde ist der Leib – und jedes seiner Glieder gleich wichtig“, sagt Ulrike und tatsächlich ist aus den Teilnehmenden eine Gemeinde geworden, geprägt von gegenseitigem Vertrauen und Liebe, geeint im Glauben und dem Blick auf das Licht im Dunkeln. So geht jede und jeder nach diesem außergewöhnlichen Tag getragen und bereichert – bestätigt und ruhig.

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news-2618 Sun, 02 Feb 2020 08:48:00 +0100 Teppiche für den Iran Bischof Ilia Osephashvili https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/teppiche-fuer-den-iran/ Zwei baptistische Bischöfe aus Georgien reisten in den Iran, um dort mit der Unterstützung von German Baptist Aid Obdachlosen zu helfen. Ein Reisebericht von Bischof Ilia Osephashvili. Zwei baptistische Bischöfe aus Georgien reisten in den einst verfeindeten Iran, um dort mit der Unterstützung von German Baptist Aid Obdachlosen zu helfen. Ein Reisebericht von Bischof Ilia Osephashvili.

Am 4. Januar flog ich zusammen mit Bischof Malkhaz Songulashvili in den Iran. Einen Tag zuvor war in Bagdad der iranische General Qassem Soleimani zusammen mit seinen Kollegen ermordet worden. Und das ganze Land trauerte.

Zusammen mit German Baptist Aid haben wir ein soziales Projekt für die Obdachlosen im Iran ins Leben gerufen. Denn im März 2019 wurden einige iranische Provinzen überschwemmt. Nach offiziellen Angaben sind dabei 70 Menschen ums Leben gekommen und 86.000 obdachlos geworden. Auf Initiative von Bischof Malkhaz Songulashvili hin trafen wir die Entscheidung, für 100 betroffene Familien Teppiche zu erwerben. Warum Teppiche? Weil sie praktisch im Alltag verwendet werden. Teppiche sind im Iran essentiell. An den meisten Orten haben wir auf Teppichen zusammen mit unseren Gastgebern gegessen und Tee getrunken.

Ein schiitischer Wissenschaftler und Geistlicher georgischer Herkunft, Herr Akkbar Moghadassi, half uns, die Teppiche bei einem Werk in der Stadt Kaschan (Provinz Isfahan) zu bestellen. Der Chef dieses Werkes war so begeistert, dass wir – die christlichen Bischöfe – den muslimischen Obdachlosen helfen wollten, dass er für unser Projekt zusätzlich 125 Teppiche spendete. Also konnten wir statt 100 Familien 225 Familien helfen. Als Zeichen des Respekts bekamen wir in diesem Werk Porträtteppiche von uns geschenkt und das war nicht alles… Sie fertigten extra für uns noch Teppiche mit dem Abendmahlsbild an.###3_IMAGES###Wir besuchten die Dörfer der Provinz Lorestan, die von der Überschwemmung völlig zerstört worden waren. An vielen Orten konnten wir nur noch die Spuren der einstigen Dörfer erkennen. Es war ein schönes Erlebnis, den geretteten Dorfbewohnern zu begegnen. Sie luden uns herzlich in ihre Zelte ein und bewirteten uns gastfreundlich mit frischer Kuhmilch. 

Die Geschichte Georgiens kennt eine schlimme Feindschaft mit dem Iran, damals Persien. Im 17. Jahrhundert schlug Schah Abass der Große Ostgeorgien viermal vernichtend und etwa 100.000 Georgier wurden in den Iran verschleppt. Seither gibt es in der Provinz Isfahan, in Fereydan, eine georgische Diaspora. Die Georgier haben im Iran ihre Muttersprache behalten, sind aber zum Islam konvertiert. Herr Akkbar Moghadassi gehört zur georgischen Diaspora. 

Im Iran besuchten wir auch geschichtlich interessante Orte wie Persepolis, Pasargade und Naqsch-e-Rostam. Wir beteten zum Beispiel am Grab von Kyros II. (580-530 v. Chr.), der die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft befreit und ihnen das Recht gegeben hatte, zurückzukehren und den Tempel aufzubauen (Esra 1).

Wir sind Gott sehr dankbar für diese Reise in den Iran. Die Zusammenarbeit der Evangelisch-Baptistischen Kirche von Georgien mit German Baptist Aid hat uns ermöglicht, Brücken des Friedens zwischen Christen und Muslimen aufzubauen.

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news-2619 Fri, 31 Jan 2020 16:32:34 +0100 Koinonia – das Leben teilen Ronald Hentschel / Martin Roth / Jasmin Jäger https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/koinonia-das-leben-teilen/ „Koinonia – das Leben teilen“, das war das Thema der AmPuls-Konferenz vom 24. bis 26. Januar in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hagen. Roland Hentschel und Martin Roth berichten. „Koinonia – das Leben teilen“, das war das Thema der AmPuls-Konferenz vom 24. bis 26. Januar in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hagen. Roland Hentschel und Martin Roth berichten, wie sie die Missionskonferenz erlebt haben.

Welche Auswirkungen hat es, wenn Christen ihr Leben miteinander und mit den Menschen ihrer Umwelt teilen? Diese Frage stellten sich die circa 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AmPuls-Konferenz, die der Dienstbereich Mission zu Beginn eines jeden Jahres in einer Gemeinde des Bundes veranstaltet. In diesem Jahr „zog“ es die Konferenz in die EFG Hagen am Rande des Ruhrgebiets und damit in den Westen Deutschlands.
 
Den Auftakt bildeten die Gründerkonferenz am Freitagvormittag und das Forum Diakonie, deren Besucher sich ab dem Freitagnachmittag in Hagen sammelten. Im Forum Diakonie erfuhren die Teilnehmenden von Almut Siodlaczek und Daria Kraft zum Beispiel, wie sie für diakonische Projekte Fördermittel erhalten können. ###3_IMAGES###Die Gründerkonferenz mit etwa 60 Teilnehmenden setzte sich aus Gemeindegründern und aus an Gemeindegründung interessierten Besuchern zusammen. Alle gemeinsam erlebten kreative Berichte aus einzelnen Gründungsinitiativen. Dabei wurde deutlich, dass Gemeindegründungen vielfältig, nie einheitlich, sondern kreativ sind und vom Einsatz ihrer Gründerväter und -mütter leben. Das Thema der Konferenz „Koinonia – das Leben teilen“ spielte bei den „Gründern“ eine wesentliche Rolle. Nur mit mutigen, freundlichen und wertschätzenden Einladungen zum gemeinsamen Leben kann sich Glauben im Leben von Menschen erneut oder erstmalig ereignen. Besonders beeindruckt haben mich in diesem Zusammenhang die Berichte von „Kirche, die bewegt“ aus Saarbrücken und von der projekt:gemeinde aus Wien. ###3_IMAGES###Am Freitagabend trat das Musikerpaar Judy Bailey und Patrick Depuhl auf und veranstaltete einen Lese-Liederabend „Das Leben ist nicht schwarz-weiß“. In Clubatmosphäre gelang es beiden, mit nachdenklichen, aber auch witzig wortakrobatischen Texten und stimmiger Musik die Anwesenden mit auf eine Reise in ihr Leben zu nehmen. Denn genau darum ging es: Wurzeln und Wege, Welt und Dorf, die beide in ihren Lebensgeschichten aufweisen, sind uns in vielen Farbfacetten erzählt und gesungen worden. Ein wirklich berührender Abend, weil alle Zuhörenden eingeladen waren, das Leben zu teilen – Koinonia.        ###3_IMAGES###Zu Beginn des Samstags wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Jan Primke, dem musikalischen Leiter der Gemeinde Dortmund, in eine Zeit des gemeinsamen Singens und der Anbetung Gottes hineingenommen. In ihrem daran anschließenden Referat stellte Jessica Festus, Älteste und Pastorin der EFG Hagen für die internationale Gemeinde, heraus, dass der griechische Begriff „Koinonia“ die Teilhabe am Leben anderer, das Teilen des eigenen Lebens mit Anderen und somit Partnerschaft meint. Ihr leidenschaftlicher und in manchen Teilen humorvoller Vortrag beinhaltete viel Persönliches: Als Kind in Namibia geboren und aufgewachsen, später die Auswanderung nach Deutschland, die Prägung durch unterschiedliche kulturelle Einflüsse, ihre Berufung in den Dienst als Pastorin und Ausbildung im PIAP Programm des Bundes – ein Weg, der nicht möglich gewesen wäre, wenn sie nicht vielfach am Leben anderer Menschen hätte teilhaben können. „Menschen sind zur Gemeinschaft miteinander und mit Gott berufen“, so Jessica Festus: „Gemeinschaft ist eine Sehnsucht des Menschen, die Gott in einen jeden Menschen hineingelegt hat. Ja, Gott selbst ist ein dreieiniger und somit auf Gemeinschaft ausgerichteter Gott.“ Dieser Grundgedanke habe unmittelbare Auswirkungen auf unser Zusammenleben: Es gehe um ein gemeinsames Leben in gegenseitiger Wertschätzung und Einheit, um ein Miteinander und ein gemeinsames „unterwegs sein“ in Vergebungsbereitschaft. Dabei sei es besonders wichtig, Andersartigkeit als Bereicherung zu sehen. Denn wo Unterschiedlichkeit im Vordergrund stehe, hindere dies echte Gemeinschaft. Am Ende wurde ihr Vortrag durch persönliche Berichte von Mitgliedern der gastgebenden Gemeinde ergänzt, wie sie „Koinonia“ leben und erleben. ###3_IMAGES###Ein reichhaltiges Workshop-Angebot stand anschließend für die Teilnehmenden bereit. Angeboten wurden zum Beispiel: „Beten aus dem Hören“, „Betrachtendes Bibel-lesen“, „Bibel gemeinsam teilen und entdecken“, „Multilingual beten“, ein Kreativworkshop „Praying in Color“ oder „Schritte in die Stille“. In seinem Workshop „Ein Gewinn: Zugänge durch alte und neue Musik“ schilderte Jan Primke, wie „Koinonia“ durch generationsübergreifende Musik im Gottesdienst gefördert werden kann. „Musik in der Gemeinde ist mehr als die bloße Liedauswahl“, ist Jan Primke überzeugt: „Sie ist vielmehr das generationsverbindende Element der Gemeinde-DNA.“ Engagiert und leidenschaftlich berichtete er darüber, wie in seiner Gemeinde Dortmund vor etwa 12 Jahren eine neue Art des Musizierens, das „Barock’n Roll“, entstand, wie ein eigenes Diakonat Musik eingerichtet wurde und zwischenzeitlich etliche Bands entstanden sind, die jeweils als Hauskreise ein Stück des Lebens miteinander teilen. Gerade Letzteres trage wesentlich dazu bei, dass jeden Sonntag qualitativ gute Musik eine der wesentlichen Säulen des Gottesdienstes sei. ###3_IMAGES###Im Anschluss hörten die Teilnehmenden in den sogenannten „X-Talks“ zunächst einen Bericht von Andreas Isenburg aus Dortmund, der sich für das Konzept „Kirche Kunterbunt“ verantwortlich zeichnet – ein Projekt, in dem Kinder und Erwachsene ohne kirchlichen Hintergrund neue Formen kennenlernen, gemeinsam Gemeinde zu bauen. Ralf Peter Reimann, Internetbeauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland, schloss sich an mit Anregungen zu Online-Auftritten von Gemeinden und den damit verbundenen digitalen Möglichkeiten, etwa das Angebot eines Seelsorge-Chats. Walter Klimt, Pastor der Baptistengemeinde in Wien/Österreich, schilderte die Entstehung seiner Gemeinde, wie aus einer Gemeindegründungsinitiative von zwölf Leuten eine Gemeinde entstand, die heute Taufgottesdienste mit 30 bis 40 Täuflingen feiert. ###3_IMAGES###Weitere Workshops folgten am Samstagnachmittag: „Weltmission – Koinonia im globalen Dorf“, „Die sieben Merkmale einer vitalen Gemeinde“, „Konvivenz – Mission auf Augenhöhe“ und viele mehr. „Zurück zur Leidenschaft – von Fußballfans lernen“ war der Titel eines Workshops, der gut in die „Gegend“ des Veranstaltungsortes, das Ruhrgebiet mit seinen vielen Fußballvereinen, passte. In diesem Workshop unter der Leitung von Olaf Rudzio, Pastor der Gemeinde Herten, und Ralf Stibba, Mitglied der dortigen Gemeindeleitung, wurde von der Aktion der zwei Fanclubs des FC Schalke 04 „Mit Gott auf Schalke“ und des BVB Dortmund „Totale Offensive“ berichtet. Vor den Fußballderbys dieser beiden großen Clubs werden gemeinsame Gottesdienste gefeiert, was deeskalierend wirke – nach dem Motto: „Rivalität ja, Feindschaft nein“. Diese Gottesdienste finden im Übrigen seit drei Jahren in der Gemeinde Herten statt. ###3_IMAGES###Die Veranstaltung am Samstagabend wurde musikalisch von der Band der Gemeinde Hagen „Green worship“ gestaltet. Ihre teils ruhigen, teils kraftvollen Lieder nahmen die Teilnehmenden hinein in eine Haltung der Anbetung und des Lobpreises. Moderiert wurde der Abend von Joachim Gnep, Leiter des Dienstbereichs Mission, und Klaus Schönberg, zuständig für die Gemeindegründungen im BEFG. Den Teilnehmenden wurde ein Projekt von Pastorin Daria Kraft, tätig beim Diakoniewerk der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinden Baden- Württemberg, vorgestellt. Sie hat mit Flüchtlingskindern ein Rap-Video gedreht. Auf die (rhetorische) Frage von Joachim Gnep, ob „so etwas denn Mission sei“, antwortete sie schlagfertig und unter dem zustimmenden Beifall der Teilnehmer: „Was ist denn das für eine Frage? Natürlich, was denn sonst!?“ ###3_IMAGES###Am Ende dieses langen Tages fand die Lounge regen Zuspruch, die von einigen Mitgliedern der Gemeindeleitung der Gemeinde Hagen angeboten wurde. So klang dieser Tag mit einer Vielzahl von Eindrücken und Anregungen gemütlich aus.

Die Konferenz fand ihren Abschluss mit dem Gottesdienst am Sonntagmorgen. Joachim Gnep thematisierte in seiner Predigt über Apostelgeschichte 2,42 erneut die Frage, was Koinonia ausmache. Er stellte noch einmal den Gedanken der Teilhabe, das Leben miteinander zu teilen, heraus: „Gott wird einer von uns. Ihn hat es nicht im Himmel gehalten, er will das Leben mit uns teilen. Jesus will Gemeinschaft, er will mit uns leben, will mit uns essen und trinken. Koinonia ergreift alle Lebensbereiche, Freud und Leid. Eine solche Gemeinschaft ist attraktiv.  Auch Mission beginnt damit, das Leben zu teilen. Entscheide dich dafür, die Menschen zu lieben, oder lass es sein mit der Mission.“ Aussagen und Sätze, die den Zuhörerinnen und Zuhörern vor Augen und Ohren hielten, dass alle Mission von einem liebenden Gott ausgeht, der sich nach den Menschen sehnt. Und dass Mission nur dann ihr Ziel erreicht, wenn sie von Menschen ausgeht, die sich von Gott geliebt wissen, die Menschen lieben und dazu bereit sind, mit Anderen das eigene Leben zu teilen –  zumindest ein Stück davon. Mit der Möglichkeit, sich segnen und senden zu lassen, endete dieser Gottesdienst und mit ihm eine inspirierende und ermutigende AmPuls-Konferenz.  

Ein besonders herzliches Dankeschön gilt dabei der gastgebenden Gemeinde Hagen und ihren vielen Mitarbeitenden, die für ein gastfreundliches und angenehmes Konferenzklima sorgten. ###3_IMAGES###Die nächste AmPuls-Konferenz findet vom 22. bis 24. Januar 2021 in der EFG Karlsruhe statt.

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news-2615 Wed, 29 Jan 2020 16:03:03 +0100 Nach der Einheit streben Jasmin Jäger https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/nach-der-einheit-streben/ Die Delegierten der BEFG-Landesverbände in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) trafen sich in Elstal, um über verschiedene Formen der Ökumene und ökumenische Großereignisse zu sprechen. Die Delegierten der BEFG-Landesverbände in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) trafen sich in Elstal, um über verschiedene Formen der Ökumene und anstehende ökumenische Großereignisse zu sprechen.

Im Mittelpunkt der Versammlung vom 24. bis 25. Januar standen Begegnungen und Austausch: Die ACK-Delegierten berichteten von ihren Erfahrungen aus den ACK-Treffen vor Ort. Speziell thematisiert wurden Angebote für junge Leute und die Einbindung neocharismatischer Bewegungen, wie International Christian Fellowship (ICF), und die Frage nach neuen Formen der Ökumene, wie sie auch der Christliche Convent Deutschland (CCD) vertritt.

Über die Orts- und Landesverbandsebene hinaus ist die ACK auch auf Bundesebene aktiv. Die ACK-Geschäftsführerin Dr. Verena Hammes besuchte das baptistische Treffen und stellte die Planungen für das „Jahr der Ökumene“ 2021 vor. Zum einen findet vom 12. bis 16 Mai 2021 der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) in Frankfurt am Main statt sowie erstmals in Deutschland die Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) im September in Karlsruhe. Zum anderen unterstützt die ACK das Täufergedenken „Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525 – 2025“. Denn Dr. Verena Hammes ist überzeugt: „Was eine oder mehrere Mitgliedskirchen bewegt, bewegt die gesamte ökumenische Familie.“

Prof. Dr. Uwe Swarat berichtete von den internationalen Gesprächen, an denen der BEFG beteiligt ist. So hat der Baptistische Weltbund mit dem Weltrat der Methodisten vier Jahre lang Gespräche geführt. Die Ergebnisse dieses ökumenischen Dialogs wurden jetzt in dem Bericht „Glaube, der durch die Liebe tätig ist“ auch auf Deutsch veröffentlicht. Darin wurden viele Gemeinsamkeiten, wie die bereits gelebte Abendmahls- und Kanzelgemeinschaft, festgehalten. Außerdem werden Baptisten und Methodisten – unabhängig von den unterschiedlichen Taufverständnissen – dazu ermutigt, die Gemeinschaft und das gemeinsame Handeln zu suchen.

Auf der Jahrestagung beschäftigten die ACK-Beauftragten sich auch mit einem Beitritt zum Ökumenischen Rat der Kirchen. Zum bevorstehenden Beschluss des Bundesrates über den Antrag auf Mitgliedschaft erklärten die Delegierten: „Wir begrüßen es sehr, dass sich der Bundesrat in den vergangenen zwei Jahren mit dem ÖRK befasst hat. Wir werben nachdrücklich darum, in diesem Jahr 2020 dem Beitritt zuzustimmen. Als Evangelisch-Freikirchliche Christen in unseren Orten engagieren wir uns auf regionaler Ebene, auf Bundesebene und in Europa ökumenisch. Für uns ist es nur konsequent, dass unser Bund sich auch auf Weltebene zur Zusammenarbeit der Kirchen bekennt, zum gemeinsamen Ringen um die Erkenntnis des Willens Christi für unsere Zeit. Weil die Welt das Evangelium von Jesus Christus hören soll, müssen Kirchen auch weltweit nach der Einheit streben, um die Jesus gebetet hat.“

Darüber hinaus hatten die ACK-Beauftragten Pastor i.R. Heinrich Christian Rust eingeladen. Er stellte den Christlichen Convent Deutschland (CCD) vor: ein christliches Netzwerk von leitenden Verantwortlichen aus den verschiedenen verfassten Kirchen und Freikirchen sowie aus christlichen Gemeinschaften und Bewegungen. Dieser Zusammenschluss möchte die Ökumene in unterschiedlichen Dimensionen leben. Dazu gehört zum Beispiel die sogenannte Ökumene der Herzen, das geistliche Erkennen, wie Christus im anderen lebt. Der CCD versteht sich als „Anstoß-Bewegung“, die geistliche Leiter einlädt, ökumenische Einheit zu vertreten.

Pastor Manfred Ewaldt leitete die Versammlung und resümierte: „Wir haben unterschiedliche Formen der Ökumene auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene in den Blick genommen. Auf das wir als Christinnen und Christen voneinander lernen, uns ergänzen und das Gemeinsame suchen!“

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news-2607 Thu, 23 Jan 2020 15:11:00 +0100 Sich einsetzen für eine gerechtere Welt Stiftung Creative Kirche https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/sich-einsetzen-fuer-eine-gerechtere-welt/ Zwei tolle Shows in der Sporthalle. Besucher und Choristen spenden fast 20.000 Euro. Rund 6000 begeisterte Zuschauer erlebten am Samstag die beiden Aufführungen des Chormusicals Martin Luther King in der Alsterdorfer Sporthalle. „Wunderbare Musik, tolle Darsteller und eine Botschaft, die auch heute noch gilt“, urteilte eine Zuschauerin in der Pause. 1354 Sängerinnen und Sänger aus der Region haben das Stück vom Leben und Wirken des schwarzen amerikanischen Bürgerrechtlers in monatelanger Probenarbeit einstudiert und zusammen mit internationalen Musical-Darstellern und einer Big Band aufgeführt. Und sie haben sich anstecken lassen von Kings Traum von einer besseren Welt: Rund um die Hamburger Aufführungen kamen 19.072,23 Euro zusammen für ein Wasserprojekt von Brot für die Welt in Kenia, gespendet vom Chor und dem Publikum.

Matthias Kleiböhmer von der Stiftung Creative Kirche, die das Mitsing-Musical gemeinsam mit kirchlichen Partnern vor Ort auf die Bühne bringt, begrüßt am Abend Christoph Stiba als Schirmherren des Hamburger Chorprojektes und der gesamten Deutschlandtour. Er ist der Generalsekretär des Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, also der Baptisten- und Brüdergemeinden – auch Martin Luther King war Baptist. Dann wendet Kleiböhmer sich an das Publikum: „Wir laden Sie ein zu einer Zeitreise in das Jahr 1968! In den USA erreicht die Bürgerrechtsbewegung um den Baptistenpfarrer Martin Luther King immer größere Bedeutung. King bezahlt sein Engagement mit dem Leben. Und seine Gefährten stehen vor der Entscheidung: Träumen wir seinen Traum von einer gerechteren Welt weiter? Und geht das – ohne Gewalt?“

Davon erzählt das Chormusical in zwei ebenso bewegenden wie unterhaltsamen Stunden, und das Hamburger Publikum ist restlos begeistert. Gemeinsam mit dem riesigen Chor, den Kleiböhmer den Zuschauern als den Star der Aufführung vorstellt, singen und tanzen internationale Musical-Darsteller auf der Bühne, begleitet von einer Big Band. Sie erzählen vom Werdegang des ehrgeizigen jungen Mannes, wie er seine Frau Coretta kennenlernt und mit ihr eine Familie gründet. Vom Nobelpreis und dem Ku-Klux-Klan, seinem Besuch in West- und Ost-Berlin, von seinen äußeren wie inneren Kämpfen, den Unterstützern und den Widersachern. ###3_IMAGES### Den Projektchor mit Laiensängerinnen und -sängern dirigieren gleich zwei Profis: Manuel Schienke und Micha Keding, beide im Hauptberuf Kantoren für Popularmusik. Sie haben gemeinsam die Proben geleitet und den riesigen Chor auch bei den Aufführungen simultan dirigiert. Manuel Schienke: „Es war ein Fest! Eine so schöne Atmosphäre, und der Chor hat so viel gegeben! Es imponiert mir, wenn Menschen ihrer Freizeit so viel an Kraft und Aufwand opfern, die Texte auswendig lernen, zur Probe kommen und sich begeistern lassen. Es ist ja wirklich was rübergekommen, und das fand ich ganz, ganz toll! Und dann diese Rhythmen…! Schon als ich die CD das erste Mal gehört habe, war ich sofort gefesselt, weil es genau meine Musik ist, diese Mischung aus Motown, Gospel und Funk.“ Auch Micha Keding ist sehr zufrieden: „Schon bei den Proben sang der Chor jedes Mal exakter und hat sich immer besser auf uns Dirigenten eingestellt. Jetzt bei den Aufführungen ist er sagenhaft. Ich bin überhaupt begeistert von dem Konzept, dass heute so viele Leute begeistert gemeinsam in Projekten singen und das immer mehr zum Trend wird. Denn Singen macht glücklich – es ist sogar wissenschaftlich belegt, dass Singen den ganzen Körper zum Schwingen bringt, Glückshormone und andere Botenstoffe ausschüttet und bestimme Hirnareale beeinflusst: Angst zum Beispiel wird beim Singen ausgeschaltet.“

Schirmherr Christoph Stiba, der bereits die Uraufführung des Mitsing-Musicals in Essen erlebt hat: „Die Hamburger Inszenierung ist von der Aussagekraft und der Eindrücklichkeit sehr gelungen, sehr ansprechend. Generell wird Kings Aussage in dem Stück sehr klar, besonders im letzten Lied vor der Pause, wo Martin Luther King von seinem Traum singt und was ihn antreibt, zusammengefasst in dem schönen Satz ,Wer nicht glaubt, wer nicht hoffen kann, ist kein Realist‘. Also, eine Perspektive über die Gegenwart hinaus zu haben und zu sehen: Es kann sich etwas verändern. Damals vor 60 Jahren, als das alles in den USA begann, waren es einige, die sich zusammengetan haben, und dann wurden es immer mehr. Ich glaube, dass es heute immer noch so ist. Ich habe mich umgesehen und gedacht: Mensch, ja. Über 1000 Sängerinnen und Sänger, ganz viele Leute in der Halle. Wir können was bewegen! Es sind ja gar nicht so wenige, wenn die sich mal zusammentun und in diesem Geist, in dem Martin Luther King gelebt hat – im Geist Jesu, möchte ich sagen – ihr Leben gestalten und diese Welt mitgestalten, da kann was draus werden, da kann man ins Träumen kommen.“ ###3_IMAGES### Doch nicht nur Christen machen mit bei diesem Projekt. Hartmut Cohrs ist bekennender Atheist und trotzdem begeistert: „Mich fasziniert die Musik – und das Gesamtprojekt, dass so viele Menschen gemeinsam singen. Ich habe auch schon ein paarmal Gänsehaut bekommen heute, weil das hier eine große Stimmgewalt ist. Bei den kleineren Proben war ich manchmal der einzige Bass.“ Im Foyer stehen drei Frauen, denen man ansieht, dass sie Mutter und Töchter sind. Andrea Foerster hat mitgesungen und ist begeistert: „Wenn man mit so vielen Leuten aus voller Brust singt, das tut einfach gut.“ Auch ihre Mutter Anita (91) hat die Lieder geübt und überlegt mitzusingen. „Dann wäre ich die älteste Teilnehmerin gewesen.“ Schwester Marita ist gerade aus Israel zu Besuch und musste natürlich mit in die Sporthalle. Auch sie wäre gern im Chor gewesen und ist froh, wenigstens die Aufführung mit erlebt zu haben: „Ein tolles Erlebnis!“

Für das aufwändige Chorprojekt haben sich die Stiftung Creative Kirche, der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Baptisten- und Brüdergemeinden), die Johann-Gerhard-Oncken-Kirche und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zusammengetan. Projektpartner des Chormusicals ist Brot für die Welt. Im Rahmen der Aktion Gospel für eine gerechtere Welt unterstützt das Chormusical Martin Luther King ein Projekt von Brot für die Welt im Norden Kenias, das den Zugang zu sauberem Trinkwasser sichert. Weitere Aktionspartner sind der Versicherer im Raum der Kirchen und die Bank im Bistum Essen. Das Chormusical wird unterstützt durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon. ###3_IMAGES### Das Chormusical ist bis Anfang April bundesweit unterwegs und kommt am 21. Mai auch auf die Bundesratstagung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden nach Kassel.

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news-2608 Wed, 22 Jan 2020 16:04:18 +0100 Seminar für farsisprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Thomas Klammt https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/seminar-fuer-farsisprachige-mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter/ Ein ganzes Wochenende wurde im Dezember in Elstal Farsi gesprochen, gesungen, gebetet und gelehrt. Dreißig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 15 Gemeinden von Flensburg bis Ingolstadt, Karlsruhe bis Dresden nahmen an dem Seminar teil, das die Evangelisch-Freikirchliche Akademie erstmals anbot.

Viele Gemeinden in Deutschland haben in den letzten Jahren Menschen aus dem Iran und Afghanistan getauft und aufgenommen. Die jungen Christen wollen ihren Glauben vertiefen und sich am Gemeindeleben aktiv beteiligen. ###3_IMAGES###

Da sie aber noch nicht so gut Deutsch können, dass sie von den bisherigen Schulungsangeboten profitieren würden, hat Thomas Klammt, Referent für Integration und Fortbildung im BEFG, dieses neue Programm mit einem Team farsisprachiger Leiter gemeinsam entwickelt. „Es begeistert mich, dass die Menschen, die wir in den letzten Jahren gefördert und ausgebildet haben, jetzt selbst zu Lehrern werden.“ Amir Paryari, Pastor in Mainz, führte die Seminargruppe in Grundlagen des Leitens ein. Dazu gehörte auch eine gesunde Selbsteinschätzung mit Hilfe eines Persönlichkeitsprofils. Omid Homayouni, Pastor im Landesverband Nordwestdeutschland, präsentierte seine Erfahrungen mit der Integration und der deutsch-persischen Gemeindeentwicklung. Außerdem übersetzte er die Bibelarbeit von Thomas Klammt zum Thema: „Inkarnation: Wie Gott Mensch wurde und was das für uns bedeutet“. Azadeh Taghipour (Hannover) leitete die Gruppe musikalisch an, Gott zu loben und anzubeten. Und es gab viel Zeit, sich kennen zu lernen und auszutauschen, über die Erfahrungen der Flucht und des Ankommens in Deutschland, über die unterschiedlichen Gemeindesituationen und die Möglichkeiten, sich darin zu engagieren. ###3_IMAGES###

Am Ende wünschten sich die Teilnehmenden, beim nächsten Mal noch mehr Zeit zum Lernen zu haben. Wiederkommen wollen sie auf jeden Fall. Für das Jahr 2020 sind bereits drei weitere Seminarwochenenden geplant, bei denen dann auch die Pastorinnen Flor Abojalady (Berlin) und Zohreh Niazi Vahdati (Dortmund) mitarbeiten werden.

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news-2606 Mon, 20 Jan 2020 13:57:30 +0100 Grundkurs Mentoring Dana Weiner https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/grundkurs-mentoring/ Warum ist Mentoring im Kontext der Gemeindearbeit wichtig? Mit dieser und anderen Fragen beschäftigte sich das Seminar „Grundkurs Mentoring“. Vom 17. bis 18. Januar veranstaltete die Evangelisch-Freikirchliche Akademie Elstal in Kooperation mit dem Marburger Bibelseminar und der GGE (Geistliche Gemeinde Erneuerung) das Seminar „Grundkurs Mentoring“.

Was bedeutet eigentlich der Begriff „Mentoring“? Wie lässt er sich von anderen Themenbereichen, wie dem Coaching und der Seelsorge, abgrenzen und inhaltlich füllen? Wie genau sieht die praktische Umsetzung des Mentorings aus und warum ist Mentoring, besonders auch im Kontext der Gemeindearbeit, wichtig?

Diesen und anderen Fragen wurde im  „Grundkurs Mentoring“ nachgegangen. Der mit 31 Teilnehmenden gutbesuchte Kurs war alters- und kontextmäßig bunt gemischt, eine Begebenheit, die die Kursteilnehmer und Kursteilnehmerinnen als große Bereicherung erlebt haben. Denn: Neben einem Überblick und einer theoretischen Einführung in die Grundsätze des Mentorings machten praktische und persönliche Übungen einen großen Bestandteil des Seminars aus. So konnten alle Teilnehmenden in Gruppenübungen erproben, wie Mentoringgespräche geführt werden können, und dafür den Einsatz unterschiedlicher Gesprächstechniken ausprobieren. Diese Art der Selbsterfahrung hat Raum für die persönliche Reflexion geboten und durch den Erfahrungsaustausch auch der Gruppe insgesamt gedient. Die beiden Kursleiterinnen, Christine Faix und Judith Westerheide, haben die theoretischen Inhalte mit eigenen Erfahrungen anschaulich und persönlich vermittelt und dadurch auch Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer inspiriert, im Bereich des Mentorings aktiv zu werden. Das Wochenendseminar war neben den Übungs- und Lerneinheiten gekennzeichnet von einer guten und offenen Kursatmosphäre und intensivem Austausch im Kurs, aber auch bei gemeinsamen Mahlzeiten und Kaffee- und Kuchenpausen.

Die Teilnehmenden lernten, dass es im Mentoring um eine freiwillige und persönliche Eins-zu-Eins-Beziehung geht, in der der Mentor seinen Wissens- und Erfahrungsschatz mit seinem Mentee teilt und somit zu der individuellen Persönlichkeits- und Glaubensentwicklung beiträgt. Dabei wird in andere Menschen investiert und voneinander gelernt. Darüber hinaus werden durch Mentoringbeziehungen auch generationsübergreifende Gemeinschaften, wie es in der Gemeinde der Fall ist, gefördert und gestärkt.

Einen besonderen Dank möchte die Theologische Hochschule Elstal der GGE ausdrücken: Diese hat Studierenden angeboten, den Kursbeitrag zu übernehmen, wodurch es vielen Studierenden der TH Elstal möglich war, am Grundkurs Mentoring teilzunehmen.

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news-2604 Thu, 16 Jan 2020 15:19:05 +0100 Neue Wege in der gegenseitigen Hilfe Jasmin Jäger https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/neue-wege-in-der-gegenseitigen-hilfe/ Das Entwicklungsteam, das aus dem Thinktank zu den Strukturen des BEFG entstanden ist, hat seine Arbeit aufgenommen. Das Entwicklungsteam, das aus dem Thinktank zu den Strukturen des BEFG entstanden ist, hat seine Arbeit aufgenommen. Unter der Leitung von Stefan ter Haseborg ist das Team auf der Suche nach neuen Ideen und Projekten.

Wenn Gemeinden in ihrer Arbeit an ihre Grenzen kommen, gehört es zur Bundesgemeinschaft, sich gegenseitig zu unterstützen. Doch die Bundesstruktur kommt mitunter an ihre Grenzen. Wenn beispielsweise immer mehr Gemeinden das Gemeindeprogramm, das bisher als normal galt, nicht mehr aufrechterhalten, weil es an Mitarbeitenden fehlt. Wie kann die Bundesgemeinschaft hier besser helfen?

Um die Struktur des Bundes zu verändern, hat das Präsidium auf dem Weg zur „Bundesgemeinschaft 2025“ nach dem Thinktank das Entwicklungsteam eingesetzt. Es soll neue Ideen und Projekte ausprobieren, um die Struktur des Bundes gegebenenfalls – nicht auf einmal, sondern in kleinen Schritten – an die Bedürfnisse und Herausforderungen von Gemeinden und Landesverbänden sowie an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen.

Zum Entwicklungsteam gehören Dagmar Wegener (Pastorin Berlin-Schöneberg), Holger Huhn (Präsidiumsmitglied, Gemeindeleiter Gera), Dennis Sommer (Pastor Wetter-Grundschöttel), Udo Rehmann (GJW-Leiter) und Stefan ter Haseborg als Projektleiter. Das Team wurde vom Präsidium beauftragt, initiativ, fördernd und innovativ die weitere Umsetzung der Gedanken des Thinktanks voranzutreiben. Dazu gehört es, den Bund vor Ort präsenter zu machen und regional überschaubare Initiativen zu befähigen. So wird beispielsweise ein sogenanntes regionales Kompetenzzentrum in Nordwestdeutschland und Norddeutschland konzipiert. Außerdem gibt es ein Team, das die Finanzstruktur des Bundes überdenkt.

„Wir verstehen unseren Bund im Sinne der Ecclesia (altgriechisch die Herausgerufene, geistliche Gemeinschaft) und der Einheit des Leibes. Diese Gemeinschaft ist mehr als der Einzelne und mehr als die Summe der Gemeinden“, ist sich das Entwicklungsteam einig. Auch das Präsidium und die Bundesgeschäftsführung wünschen sich, dass die Gemeinden stärker Hilfe durch das Miteinander in der Bundesgemeinschaft vor Ort erhalten. „Das Entwicklungsteam sehen wir als Chance, frei und ohne Angst vor Ungewohntem und in einer großen Beweglichkeit, Neues zu wagen“, heben Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba die Bedeutung des Entwicklungsteams hervor. „Als Verantwortliche wollen wir Freiräume schaffen, in denen mutig anderes ausprobiert werden kann.“

Das Entwicklungsteam möchte seinen Auftrag in einer agilen Arbeitsweise umsetzen und bietet in diesem Zusammenhang ein Agilitätstraining an: „Damit wollen wir die Mitarbeitenden im Bund – in Gemeinden, Landesverbänden, im Gemeindejugendwerk und in der Bundesgeschäftsstelle – mit einer neuen Art und Weise vertraut machen, Projekte durchzuführen und eine Organisation zu verändern“, erklärt Stefan ter Haseborg. Er ermutigt Gemeinden, dem Entwicklungsteam von ihren Ideen und Projekten zu berichten: „Teilt uns gerne mit, wo Ihr als Gemeinde neue Wege geht. Denn wir erfinden nicht alles neu, sondern freuen uns auf eure Gedanken.“ Man wolle Neues wagen, so ter Haseborg: „Wenn eine Idee nicht funktioniert, beenden wir das Projekt natürlich, aber erst einmal schaffen wir Raum für neue Einfälle.“

Das Entwicklungsteam ist unter e-team(at)baptisten.de zu erreichen und freut sich über Fragen und Ideen.

 

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news-2602 Thu, 09 Jan 2020 14:39:02 +0100 Oncken Verlag in vorläufiger Insolvenz Dr. Michael Gruber https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/oncken-verlag-in-vorlaeufiger-insolvenz/ Christoph Stiba hob die engen Beziehungen der Baptisten zum Verlag hervor. Nach Angaben von Silke Tosch arbeite man daran, die Weiterführung wesentlicher Geschäftsbereiche zu sichern. Der Oncken Verlag hat Insolvenz angemeldet. BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba drückte in einer ersten Stellungnahme sein Bedauern aus und betonte die „über Jahrhunderte andauernde Prägekraft des Verlags und dessen Segensspuren für den deutschen Baptismus“. Nach Angaben von Geschäftsführerin Silke Tosch werden die Oncken-Zeitschriften bis auf Weiteres erscheinen. Zudem arbeite man daran, die Weiterführung bestimmter Geschäftsbereiche langfristig zu sichern.

„Leider haben die Sanierungsversuche der letzten Jahre nicht so gegriffen, wie man es sich vorgestellt hatte, und der Oncken Verlag musste am 19. Dezember 2019 Insolvenz anmelden“, so Tosch in einem schriftlichen Statement. „Mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter werden nun Möglichkeiten ausgelotet, eine Weiterführung wesentlicher Geschäftsbereiche zu realisieren.“ Im Oncken Verlag werde weitergearbeitet, und die Zeitschriften würden bis auf Weiteres erscheinen, so die Geschäftsführerin. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verlag arbeiten aktuell unter einem enormen Druck. Deshalb sind wir auch über eine Unterstützung durch Gebet und Fürbitte dankbar.“

BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba hob in seiner Erklärung die Leistungen des Verlags und die historisch engen Beziehungen zu den Baptisten hervor: „Noch bevor Johann Gerhard Oncken in Hamburg die erste Baptistengemeinde auf dem europäischen Festland gründete, rief er 1828 den Verlag ins Leben. Seitdem haben Publikationen aus dem Hause Oncken wie die Kinderzeitschrift ‚Der Morgenstern‘ Generationen von Baptisten geprägt.“ Auch die Zeitschrift DIE GEMEINDE, ehemals „Der Wahrheitszeuge“, und andere Veröffentlichungen seien bis heute für tausende Leserinnen und Leser „eine feste Größe. Wir sind Gott dankbar für die Verbreitung des Evangeliums in der bewegten 191-jährigen Verlagsgeschichte.“

Oncken-Geschäftsführerin Silke Tosch bittet die Gemeinden darum, den Verlag für DIE GEMEINDE „mit Nachrichten aus dem Gemeindeleben zu versorgen“ (per E-Mail an gemeinde(at)oncken.de). Dies erleichtere dem Verlagsteam angesichts zusätzlicher Aufgaben wegen des vorläufigen Insolvenzverfahrens die Arbeit. Der BEFG wurde zwischenzeitlich in die laufenden Gespräche über die Weiterführungsmöglichkeiten eingebunden. „Unser Wunsch ist es, dass die bisherige gute Zusammenarbeit in den verschiedenen Bereichen fortgesetzt werden kann“, so Christoph Stiba: „In diesem Rahmen unterstützt der BEFG die Fortführungsbemühungen.“

Der Oncken Verlag gehörte seit 1878 dem Bund der Baptisten und seit 1942 dem BEFG als dessen Nachfolgeorganisation. Seit 2006 ist die Oncken-Stiftung Eigentümerin des Verlags.

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news-2601 Thu, 09 Jan 2020 14:19:44 +0100 Hände und Füße Jesu sein https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/haende-und-fuesse-jesu-sein/ Dr. Alia Abboud ist Direktorin für Entwicklung und Zusammenarbeit der Lebanese Society for Educational & Social Development (LSESD). In einem Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen. Dr. Alia Abboud ist Direktorin für Entwicklung und Zusammenarbeit der Lebanese Society for Educational & Social Development (LSESD), der Libanesischen Gesellschaft für Bildung und Soziale Entwicklung. Diese baptistische Organisation mit Sitz in Beirut hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Partnerkirchen so zu stärken und mit den nötigen Ressourcen auszurüsten, dass sie den Menschen in ihrer Umgebung helfen können. German Baptist Aid und der Landesverband Bayern des BEFG unterstützen diese Arbeit. In einem Interview mit Julia Grundmann berichtet Alia Abboud, wie LSESD arbeitet und was sie dabei erlebt.  

Dr. Alia Abboud, was sind die Aufgaben von LSESD?

Wir haben sechs verschiedene Arbeitsbereiche, durch die wir die Kirchen ermutigen und der Gesellschaft dienen wollen: das Arabische Baptistische Theologische Seminar (ABTS), unseren Verlag „DAR MANHAL AL HAYAT“ (Quelle des Lebens), die Baptistische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (BCYM), das Programm MERATH (Middle East Revive and Thrive, was so viel bedeutet wie „Der Nahe Osten lebt und gedeiht“), SKILD (Smart Kids with Individual Learning Differences, also „Schlaue Kinder mit Lernschwierigkeiten“) und die Beirut Baptist School, eine Schule für 3- bis 18-Jährige, die eine exzellente akademische Ausbildung anbietet, die auf christlichen Werten basiert. Das ermöglicht uns, sehr integrativ und ganzheitlich zu arbeiten. ###3_IMAGES###

Wo ist LSESD tätig?

Unser Fokus liegt vor allem auf dem Nahen Osten und Nordafrika. Von unseren sechs Arbeitsbereichen arbeiten einige eher lokal, andere regional und wieder andere sogar global. Wenn wir uns also beispielsweise das Theologische Seminar ansehen: Dort studieren Menschen aus Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten, Syrien, aus dem Irak, dem Sudan und dem Libanon. Wir haben aber auch Onlinestudienprogramme, die sogar Studierende in den Golfstaaten erreichen. Unser Verlag arbeitet gerade an einem Langzeit-Entwicklungsprojekt, bei dem akademische Lehrbücher herausgeben werden sollen, die dann in theologischen Seminaren und Schulen in ganz Nordafrika und dem Nahen Osten genutzt werden können.

Im Libanon ist fast jeder dritte Mensch ein Flüchtling. Insgesamt sind es geschätzt 1,5 Millionen Syrer und Syrerinnen, die hier Schutz suchen. Welche Rolle spielt LSESD in dieser Situation?

Wir wollen durch unsere Arbeit insgesamt eine Kulturveränderung bewirken. Vielleicht kann eine kleine Geschichte das gut veranschaulichen: Als der Syrienkrieg begann, besuchte ich einen Pastor nahe der syrischen Grenze und fragte ihn: „Warum engagiert Ihr euch als Gemeinde nicht in der Flüchtlingsarbeit für syrische Geflüchtete? Er antwortete mir: „Wenn wir das tun, würden wir viele unserer Gemeindemitglieder verlieren, denn sie leiden immer noch an den Verletzungen die sie durch die syrischen Soldaten erfahren haben.“ Das stimmte mich traurig, weil ich überzeugt davon war, dass es eine gute Gelegenheit gewesen wäre, „Hände und Füße Jesu“ zu sein. Ein Jahr später kam dieser Pastor auf LSESD zu und fragte, ob sie als Gemeinde nicht ein Lernzentrum für 100 syrische Flüchtlingskinder einrichten könnten. Zwei Jahre später gründeten sie noch ein Zentrum für 200 Kinder. Im dritten Jahr eröffneten sie einen Spiel- und Freizeitraum für nochmal 65 Kinder. Als ich den Pastor fragte, wie diese Veränderung zustande käme, sagte er: „Gott nutzt unsere Arbeit mit den syrischen Geflüchteten, um uns etwas über ihn beizubringen. Und die erste Lektion, die wir gelernt haben, ist Vergebung!“ Diese Gemeinde hat nicht ein libanesisches Mitglied verloren.

Wenn jemand in eine unserer Gemeinden kommt, dann ist es nicht wichtig, welche politische Meinung er hat und auf welcher Seite er steht. Die Kirche ist ein Ort, an dem jeder willkommen ist. Und das ist die Rolle, die die Kirche in diesen unruhigen Zeiten einnehmen sollte: eine friedfertige Rolle – sowohl in Syrien als auch im Libanon als auch in anderen Teilen der Welt. Wir sind Hände und Füße Jesu.

Was unterscheidet LSESD von anderen Nichtregierungsorganisationen?

Ich bin eine Geschichtenerzählerin, also möchte ich auch dazu eine Geschichte erzählen: Der Pastor einer unserer Partnergemeinden und seine Familie leben in Syrien in einer Region, die zu Kriegsbeginn viele Binnenvertriebene aufnahm. Also öffneten sie ihre Kirche und halfen den Menschen mit allem, was sie zum Leben brauchten. Als ich einmal mit einer Kollegin die Gemeinde besuchte, staunten wir über die vielen Gottesdienstbesucherinnen und -besucher. Der ganze Gang, der Altarraum – alles war mit Stühlen vollgestellt. Meine Kollegin und ich mussten uns einen Stuhl teilen, weil alle Sitzplätze belegt waren. Das Dach der Kirche war undicht und es tropfte die ganze Zeit durch die Decke. Eine Klimaanlage gab es nicht. Aber die vielen Leute saßen einfach da und feierten Gottesdienst mit viel Wärme in ihrem Herzen. Sie kamen in diese Gemeinde, weil sie sahen, dass es eine Gemeinde war, die Liebe und Fürsorge lebte. Sie sagten: „Wir kommen, weil euer Jesus Gebete erhört und weil ihr euch mit großer Ernsthaftigkeit um uns kümmert.“ Unser Antrieb ist ein anderer als der von nichtchristlichen Hilfsorganisationen. LSESD ist eine glaubensbasierte Organisation, deren Ansatz ganzheitlich ist. Wir glauben, dass glaubensbasierte Organisationen wie LSESD eine Rolle bei der Bewältigung von Problemen wie Armut und Verletzlichkeit spielen müssen. Warum? Weil der Glaube zählt! Er ist Teil des Alltags.###3_IMAGES###Was verbirgt sich hinter SKILD?  

In dem Kontext, in dem wir leben, haben es Menschen, die „anders“ sind, oftmals schwer. Gerade Kinder mit besonderen Bedürfnissen werden häufig einfach nicht verstanden. Deshalb haben wir 2011 mit SKILD begonnen. Dabei ging es zunächst vor allem um individuelle Unterstützung der Kinder in unseren Lernzentren. Zur selben Zeit machte ein lokaler Fernsehsender eine Dokumentation über Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Darin sprachen der Geschäftsführer von LSESD Nabil Costa und seine Frau darüber, welch ein Segen ihr Kind für sie ist. So etwas war bisher noch nie dagewesen. Als die Sendung ausgestrahlt wurde, erhielten wir Anrufe aus dem ganzen Land von Familien, die mit derselben Situation kämpften, aber nicht wussten, dass ihren Kindern geholfen werden kann. Deshalb machten wir es uns – neben der individuellen Hilfe – zur Aufgabe, dass die Wahrnehmung dieser Kinder im Land zunimmt. Und dabei arbeiten wir mit dem Bildungsministerium und dem British Council zusammen und beziehen auch immer die Medien mit ein.

Apropos Medien: Einer der Arbeitsbereiche ist der DAR MANHAL AL HAYAT-Verlag. Was wird außer den eingangs erwähnten Lehrbüchern noch vom Verlag veröffentlicht?

Faszinierend ist hier besonders die Wirkung der Bilderbibeln, die unser Verlag herausgegeben hat. Eigentlich waren diese für Kinder bestimmt, aber wir waren sehr erstaunt, wie hoch die Nachfrage auch bei den Erwachsenen war. Eine Frau erzählte, dass ihre Neffen eine Bilderbibel geschenkt bekamen; da der Vater aber nicht lesen konnte, fragte er sie, ob sie den Jungen nicht vorlesen könne. Sie sagte: „Je mehr ich las, desto fragender wurde ich. Also fragte ich meinen Bruder, woher er die Bibel habe. Er gab mir die Adresse der Kirche.“ Die Frau nahm die Bilderbibel, ging zu der Gemeinde und sagte: „Ich habe das hier, nun gebt mir bitte das echte Buch.“ Also schenkte man ihr eine Bibel. Sie las die Bibel und wandte sich mit ihren Fragen immer wieder an die Gemeinde. Schließlich kam sie zum Glauben. Ich durfte bei ihrer Taufe dabei sein, bei der sie sagte, sie sei durch die Bilderbibel zum Glauben gekommen. Das ist so wunderbar!

Vielen Dank für dieses Gespräch, Alia Abboud!


Ein herzliches Dankeschön auch an German Baptist Aid und den Landesverband Bayern für die Unterstützung unserer Arbeit. Das ist ein großer Segen für uns. Gott begabt uns alle unterschiedlich. Nicht alle haben die Gabe, zu predigen oder zu evangelisieren. Aber wenn wir unseren Glauben leben, uns als Christinnen und Christen aktiv in die Gesellschaft einbringen, dann machen wir die Menschen um uns herum auf Christus aufmerksam. Das ist etwas, was ich bei meiner Tätigkeit bei LSESD gelernt habe. Alles, was der Herr von uns will, ist, dass wir ihm vertrauen und ihm gehorsam sind, der Rest ist Gottes Werk. Aber wir sind seine Hände und seine Füße.

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news-2600 Thu, 09 Jan 2020 09:44:00 +0100 Werner Wolf verstorben Julia Grundmann https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/werner-wolf-verstorben/ Werner Wolf ist am 19. Dezember 2019 im Alter von 94 Jahren gestorben. Er gehörte der Bundesleitung des BEFG an und war in den 80er Jahren dessen Vizepräsident. Werner Wolf ist am 19. Dezember 2019 im Alter von 94 Jahren gestorben. Von 1976 bis 1988 gehörte er der Bundesleitung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) an und war von 1984 bis 1988 dessen Vizepräsident.

Zudem hatte er sechs Jahre lang das Amt des Vorsitzenden der Abteilung Heimatmission inne. Als 1984 der Kongress der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) in Hamburg stattfand, war er der Vorsitzende des Organisationskomitees. Von 1990 bis 2000 war er Datenschutzbeauftragter des Bundes. Auch war er Mitglied der Mandatsprüfungskommission des Bundesrates. In der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hamburg-Harburg, der er bis zu seinem Tod angehörte, war er 25 Jahre lang Gemeindeleiter. Von Beruf Vermessungsingenieur diente er jahrzehntelang als Laienprediger in vielen Gemeinden Norddeutschlands.

Bescheiden, freundlich, zugewandt, mit einer großen Liebe zur Gemeinde – so beschreiben ihn seine Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter. „Gott schenkte ihm die Gabe der Leitung und er ist vielen Menschen zum Segen geworden“, heißt es in einem Kondolenzschreiben von BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba an die Witwe des Verstorbenen. Pastor i.R. Eckhard Schaefer, der Werner Wolf seit 1950 kannte, sagt über ihn: „Er war ein wahres Organisationstalent: zuverlässig, gewissenhaft und in gutem Sinne prinzipientreu.“

Werner Wolf hinterlässt seine Frau Ilse Wolf, mit der er im April 2018 Gnadenhochzeit (70 Ehejahre) feiern konnte.

Die Beerdigung findet am Montag, dem 13. Januar, um 11:30 Uhr auf dem Neuen Friedhof Harburg, Bremer Straße 236 in 21077 Hamburg statt.

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news-2595 Wed, 18 Dec 2019 12:26:59 +0100 Gott kommt zu uns Christoph Stiba https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gott-kommt-zu-uns/ Gott zieht es nach unten. So berichtet es dieses alte Anbetungslied der ersten Christen, das der Apostel Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Philippi zitiert. Gott zieht es nach unten. So berichtet es dieses alte Anbetungslied der ersten Christen, das der Apostel Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Philippi zitiert.

Den Schöpfer des Himmels und der Erde hält es nicht im Himmel, sondern ihn zieht es nach unten, auf die Erde. Er entäußert sich selbst. Er gibt seine göttliche Gestalt, einen Teil seines Wesens auf und begrenzt sich selbst. Er wird sichtbar, erkennbar und nahbar. Gott wird Mensch. Das macht Weihnachten in jedem Jahr so besonders und attraktiv. Sicher haben das heute längst nicht mehr alle Menschen bewusst im Blick, und sie feiern Weihnachten trotzdem. Doch das ist der eigentliche Grund dafür, dass wir Weihnachten feiern: das Wunder, dass es Gott nach unten zu seinen Menschen zieht und sie sehen, wer und wie er ist!

Wir Menschen haben in der Regel eher einen Zug nach oben und wollen gerne groß herauskommen. Wir wollen eher bedeutend sein, nicht klein und unbedeutend. Macht und Einfluss spielen eine wichtige Rolle. Und mancher Mächtige spielt sich auf, als wäre er Gott. Aber während wir Menschen versuchen, wie Gott zu sein, tut Gott seinerseits alles, um Mensch zu werden. Selbst, wenn es ihn den Himmel kostet. Er klammert sich nicht an das, was ihm zusteht, himmlische Macht und Herrschaft, sondern er entäußert sich selbst.

Und dann geht dieses alte Christuslied noch einen Schritt weiter. Nicht nur ein Mensch wurde er. Ein Knecht wurde er! In der englischen Bibel (NIV – New International Version) steht: „He made himself nothing.“ Er machte sich zu einem Nichts. Da taucht sofort nicht nur das Bild des ohnmächtigen Babys in der Krippe vor den Augen auf, das auf die Hilfe seiner Eltern angewiesen ist, sondern auch das Bild des geschundenen und gekreuzigten Gottessohns. He made himself nothing. Gott geht ins Extreme, vom Anfang bis zum Ende. Er bückt sich tief, um ganz nah bei uns zu sein.

„Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.“ (V. 5) Wenn es Gott so zu seinen Menschen nach unten zieht, dann sollen wir uns nicht mit Wohlanständigkeit und Rechtgläubigkeit zu ihm empor dienen. Wir sollen Gott dann nicht oben suchen, im Himmel, über den Sternen, dort, wo keiner hinkommen kann, sondern unten, in dem Kind in der Krippe und in dem Mann am Kreuz. Dort kann jeder hinkommen. Hirten und Könige. Arme und Reiche. Angesehene und Unangesehene. Auch jeder von uns. Wir sollen dann den Herrn aller Herren suchen bei denen, die hungrig sind. Bei denen, die nackt sind und nichts haben. Bei denen, die geschunden sind, krank und einsam. Bei denen, die Fremde sind. Bei denen, die ohne alles vor Krieg und Terror und Gewalt fliehen mussten und nun in unserer Gegend eine Herberge suchen. Bei den Mühseligen und Beladenen. Dort überall sollen wir den Herrn aller Herren suchen. Das sagt uns Weihnachten. Denn: He made himself nothing. Ein Knecht wurde er. Ein Mensch. Und deshalb ist er dort unter den Menschen und bei den Menschen zu finden, besonders bei denen, die ihn nötig brauchen.

Und es ist tragisch und kaum fassbar, dass es damals Menschen gab, die diese Menschenfreundlichkeit Gottes in Jesus Christus nicht sehen wollten oder konnten. Nicht allen gefiel, was Gott damals tat, als er in dem Kind in der Krippe in diese Welt kam. So hatte man sich das nicht gedacht: Gott bei den Mühseligen und Beladenen. Zuerst bei Maria und Josef, dann bei den Hirten und später bei den Armen und den Kranken und den Kaputten der damaligen Gesellschaft. Der, der von Gott erwartet wurde, der Messias, kam als einer, der sich gleich von seiner ungöttlichen Geburt an mit den Allergeringsten abgab. Das passte nicht ins Bild. Weder ins Bild der frommen Theologen noch ins Bild der weltlichen Obrigkeit. Deshalb hat der König Herodes ihm schon als Baby nach dem Leben getrachtet. Und später wurde er verraten, gefangen genommen und gefoltert. Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben. Dieses alte Anbetungslied zieht Weihnachten und Karfreitag in einem Satz zusammen: „Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.“

Der Kreuzestod Jesu sollte von vorneherein zu seiner Entäußerung dazu gehören. Das Ziel seiner Menschwerdung hatte Jesus erst erreicht, als er, der Gerechte, der Liebe lebte und Freude schenkte, am Kreuz starb. Als das Urteil über ihn gesprochen und an ihm vollzogen wurde. Er erniedrigte sich selbst. He made himself nothing. Der eingeborene Sohn des Vaters starb wenige Jahre, nachdem es das erste Mal Weihnachten wurde, für das, was die Sünde einer ganzen Menschheit ist. Für Gottlosigkeit und Selbstbezogenheit der Menschen. Für böse Gedanken. Für jede Lieblosigkeit. Für die Gleichgültigkeit. Für die Sturheit und Unversöhnlichkeit. Für dich und mich. „Denn Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen, indem er den Menschen ihre Sünden nicht länger anrechnet.“ (2. Kor. 5, 19 nach Hfa) So deutet der Apostel Paulus das Christusgeschehen etwa zur gleichen Zeit in einem Brief an eine andere Gemeinde in Korinth.

Das ist der Christus Gottes, der Friedefürst, das Kind in der Krippe und der Mann am Kreuz. Das ist der, den Gott vom Tod auferweckte und wieder zu Ehren brachte und dessen Tun er damit für alle Zeit und Ewigkeit bestätigte. Warum Gott vor gut 2000 Jahren diesen Weg ging oder nur gehen konnte, bleibt letztlich ein Geheimnis. Deshalb sind die Weihnachtszeit sowie die Passionszeit seit jeher Zeiten der Besinnung und Einkehr, um diesem Geheimnis begegnen und nachsinnen zu können. Dass wir etwas Anderes aus der Weihnachtszeit gemacht haben, ist ein anderes Thema. Aber das können wir ja ändern.

In diesem Lied werden zum Schluss die beiden Körperteile genannt, auf die es in der Weihnachtszeit und im Glauben generell ganz besonders ankommt: Knie und Zunge. Die Knie beugen vor dem herunter gekommenen Gott, der uns in Jesus begegnet und erkennbar wird, und ihn bezeugen vor den Menschen. Das wäre eine angemessene Antwort auf das Geheimnis der Weihnacht.

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news-2587 Tue, 10 Dec 2019 16:09:40 +0100 Baptismus und Sozialismus Dr. Gyburg Beschnidt https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/baptismus-und-sozialismus/ Der Studientag des Historischen Beirats beschäftigte sich am 30. November mit dem Verhältnis der Baptisten zum Sozialismus und Kommunismus in den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Der Studientag „Baptismus und Sozialismus“ des Historischen Beirats beschäftigte sich am 30. November mit dem Verhältnis der Baptisten zum Sozialismus und Kommunismus in den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts.

Wie entwickelte sich das Verhältnis zwischen Marxisten und freikirchlichen Christen? Wie viel Sozialismus steckte im DDR-Bund? Und was bedeutete dies für die Beziehungen zum westdeutschen Bund in der eher antikommunistisch orientierten Bundesrepublik? Und schließlich: Wie haben sich Baptisten 1989/90 zum Ende des Staatssozialismus verhalten, und wie weit sind Gemeinden im Osten bis heute geprägt durch die sozialistische Vergangenheit? Das waren die Fragen, die auf dem Studientag 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution und 50 Jahre nach Gründung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in der DDR gestellt wurden. Die Tagung wurde vom Historischen Beirat des BEFG sowie vom Verein „Evangelisch-Freikirchliche Zeitgeschichte“ veranstaltet und fand in der EFG Berlin-Friedrichshain statt, in dem einzigen Gebäude der Baptisten in der DDR, das vor allem mit Geldern aus der BRD und des Weltbundes gebaut werden konnte.

Dr. Simone Thiede, Religionswissenschaftlerin aus Hamburg, und die Leiter des Historischen Beirats, Dr. Andreas Liese und Reinhard Assmann, untersuchten, wie die deutschen Baptisten sich mit den Sozialisten auseinander gesetzt haben. Während sich Baptisten besonders in den englischsprachigen Ländern in verschiedenen Fragen bewusst politisch engagierten und das als diakonische Aufgabe ansahen, war das Ideal der deutschen Baptisten eher sich aus der Politik herauszuhalten. Diakonie wurde als Einzelfallhilfe verstanden, nicht als politische Aufgabe. Trotzdem gab es immer wieder Personen wie Carl August Flügge, der feststellte, dass Sozialisten und Baptisten Interesse haben, die soziale Notlage der Arbeiter zu lindern. Beide Gruppen gehörten für Reichskanzler Bismarck zu den Reichsfeinden, fremdelten aber miteinander, weil Baptisten den atheistischen Sozialismus nicht akzeptieren konnten und religiöse Sozialisten Mühe hatten, verstanden zu werden. In der entstehenden DDR kannten sich manche Kommunisten und Kirchenleute aus ihrer Zeit in den Konzentrationslagern und mussten ein neues Miteinander im Alltag finden. Das war je nach politischer Großwetterlage und persönlichem Standort zu manchen Zeiten schwierig und herausfordernd. Der Kalte Krieg forderte die Beschäftigung mit dem Sozialismus und Marxismus heraus. In einem Interview mit Diethard Dahm wurde dabei deutlich, dass die Antworten und Konsequenzen für Baptisten in der DDR und für die Studentenbewegung der 68er in der Bundesrepublik sehr unterschiedlich waren. Beeindruckend waren in diesem Zusammenhang auch die Zeitzeugenberichte von Prof. Dr. Carl-Jürgen Kaltenborn, Ingrid Ebert und Uwe Dammann.

Die rund 70 Teilnehmenden waren überwiegend Menschen mit DDR-Erfahrung. Deutlich wurde dabei, dass Gespräche mit Zeitzeugen notwendig sind. Es gibt zum Beispiel nur wenig Quellen aus baptistischen Gemeinden darüber, wie Einzelne oder Gemeinden sich an der Friedlichen Revolution beteiligt haben. Könnte der Historische Beirat des BEFG zum Beispiel regelmäßig zu Erzähl-Tagen einladen? Vielleicht wird es über diesen Weg auch möglich, Verletzungen und Missverständnisse zwischen Ost und West aufzuarbeiten sowie politische und ethische Verantwortung neu zu reflektieren.

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news-2586 Tue, 10 Dec 2019 11:19:15 +0100 Frischer Wind in den Mühlen Renate Girlich-Bubeck/Annette Tesch https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/frischer-wind-in-den-muehlen/ Frischen Wind wünscht sich der Landesverband Baden-Württemberg bei einer Zukunftswerkstatt. „Wo der Wind des Wandels weht, bauen die einen Windmühlen und die anderen Mauern“ – so sagt es ein chinesisches Sprichwort. Frischen Wind für die Zukunft wünscht sich auch der Landesverband Baden-Württemberg, wie Renate Girlich-Bubeck und Annette Tesch vom Landesverband berichten.

Auch wenn die Windmühlen eher in den nördlichen Bereich der Republik passen, hat sich der Landesverband Baden-Württemberg entschieden, „Windmühlen“ für die Struktur und die Leitung des Landesverbandes zu bauen. Wie in vielen Landesverbänden so hat sich auch in Baden-Württemberg manches geändert. Die Gründe dafür sind vielfältig. Beim letzten Rat stellte sich die Frage, wie die Arbeit konkret weitergehen und was „die Mühlen“ antreiben soll. Schnell war man sich einig, dass diese Frage nach unserem Verständnis nicht nur von der Leitung, sondern von den Gemeinden bedacht werden soll. Eine „Zukunftswerkstatt“ wurde vorgeschlagen.

Der Einladung waren 33 interessierte Engagierte aus 15 Gemeinden des Ländles gefolgt. Gemeinsam mit der Leitung des Landesverbandes wurde über dessen Zukunft nachgedacht und diskutiert. In kontroversen Unterhaltungen und persönlichen Berichten wurde ein breites Bild der aktuellen Situation gezeichnet. Der Landesverband ist durch seine Angebote vielfältig erlebbar und wird doch in seiner Funktion von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich wahrgenommen. Im intensiven Austausch wurden Erwartungen und Wünsche der Gemeinden an die Arbeit des Landesverbandes zusammengetragen. Vernetzen – austauschen – beraten, das sind und bleiben zentrale Aufgaben! Aber welche Strukturveränderungen sind nötig, um in dieser Weise handlungsfähig zu sein? Diese Frage wird uns im zweiten Teil der Zukunftswerkstatt am 8. Februar 2020 beschäftigen. Dazu sind erneut alle Interessierten eingeladen! Rückmeldungen aus Gemeinden, Resultate der ersten Zukunftswerkstatt, Ergebnisse des Thinktanks des Bundes und die Auswertung der Gemeindeberichte für das Berichtsheft werden Grundlage für weitere Überlegungen sein, um den erforderlichen Wind für die Mühlen nicht zu hindern, sondern ihm Freiraum zu geben. Viele Menschen in Baden-Württemberg beten um Weisheit und gute Entscheidungen, und so haben wir Mut und Zuversicht für den weiteren Weg!

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news-2581 Fri, 06 Dec 2019 11:07:00 +0100 50 Jahre Martin-Luther-King-Haus Klaus Rösler, DIE GEMEINDE https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/50-jahre-martin-luther-king-haus/ Das nach dem US-Bürgerrechtler und Baptistenpastor benannte Martin-Luther-King-Haus in Schmiedeberg im Erzgebirge ist 50 Jahre alt geworden. Das nach dem US-Bürgerrechtler und Baptistenpastor benannte Martin-Luther-King-Haus in Schmiedeberg im Erzgebirge ist 50 Jahre alt geworden. Das „King’s“, wie es kurz genannt wird, ist eine Einrichtung im Status der Bekenntnisgemeinschaft mit dem BEFG.

Das Jubiläum mit 200 Gästen wurde bereits im Frühjahr begangen, allerdings hatten die neuen Hauseltern, Andreas und Esther Kuhnert, vergessen, die Zeitschrift DIE GEMEINDE darüber zu informieren. Man habe das Jubiläum gefeiert, wie es der christliche Liedermacher Manfred Siebald in einem seiner bekannten Lieder formuliert habe: „Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich still und leise.“ Auch das Jubiläum habe man in aller Stille begangen.

Andreas Kuhnert erinnert sich in einem Gespräch mit der GEMEINDE an die Anfänge. In der Friedenskapelle der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Schmiedeberg habe man schon nach dem Zweiten Weltkrieg erste Rüstzeiten angeboten – in Schlafsälen mit Strohsäcken auf engsten Raum. Um auf die steigende Nachfrage reagieren zu können, hätten Gemeindemitglieder beschlossen, in unmittelbarer Nähe des Gemeindehauses ein Freizeithaus zu bauen. Das Baumaterial habe man durch den Abriss von sechs baufälligen Häusern gewonnen. Und so habe man den Bau allen Widrigkeiten in der DDR zum Trotz am 13. Dezember 1969 einweihen können. Die Gründerväter hätten das Haus bewusst nach Martin Luther King benannt, der ein Jahr zuvor in Memphis erschossen worden war. „Die Verantwortlichen damals wollten seinen Namen in Erinnerung behalten“, weiß Kuhnert.

Dass man für den Bau überhaupt eine Baugenehmigung erhalten habe, sei bis heute ein Wunder, so Kuhnert. Denn das Grundstück lag eigentlich viel zu nah an der Weißeritztalbahn, der dienstältesten bis heute öffentlich betriebene Schmalspurbahn Deutschlands. Die Strecke führt seit 1882 von Freital-Hainsberg bei Dresden bis nach Kipsdorf im Osterzgebirge. Die politisch Verantwortlichen seien jedoch davon ausgegangen, dass diese Bahnstrecke ein absehbares Ende haben werde. Kuhnert freut sich: „Das Martin-Luther-King-Haus steht – und die Bahn fährt auch noch.” Viele Gäste seien von der Bahn begeistert und nutzten die Fahrten mit dem Dampfzug. Schon die damalige Baustelle sei ein Ort der Begegnung gewesen. „Helfer aus dem In- und Ausland kamen und brachten sich ein.“

Nach Fertigstellung traf man sich zu Kinder-, Jugend-, Gemeinde- und Familienfreizeiten. 2006 konnte ein weiteres Haus eingeweiht werden – mit zwölf barrierefreien Zimmern und einem hellen Saal mit 150 Sitzplätzen. Insgesamt verfüge das Haus heute über 45 Zimmer mit bis zu 124 Betten. Zur Verfügung stehen vier Gruppenräume, ein Raum der Stille, ein Tischtennis-Raum, ein Clubraum, eine Kaffeestube mit Gästeküche und eine Sauna. Der Tagessatz inklusive Vollpension für Erwachsene im Doppelzimmer beträgt 49 Euro. Mit der Gästeentwicklung ist Kuhnert zufrieden. In den letzten Jahren habe es 8.500 Übernachtungen pro Jahr gegeben, in diesem Jahr werde man rund 12.000 erreichen.

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news-2579 Thu, 05 Dec 2019 13:29:49 +0100 TischGemeinschaft mit Gott Timo Neumann https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/tischgemeinschaft-mit-gott/ Der BEFG bittet zu Weihnachten um Spenden zur Förderung der Mission in Deutschland. „Gott ist einer von uns geworden, kam als Mensch zu uns Menschen auf die Erde. Er will Gemeinschaft mit uns haben, lädt uns ein an seinen Tisch. Diese Einladung geben wir weiter“, so Generalsekretär Christoph Stiba. Der BEFG bittet zu Weihnachten um Spenden zur Förderung der Mission in Deutschland.

„Ist an unseren weihnachtlichen Festtagstafeln eigentlich auch Platz für Menschen, die nicht zu unserer Familie gehören? Wer ist willkommen? Mit wem wollen wir Gemeinschaft haben?“, fragt Christoph Stiba. Jesus habe schließlich auch Tischgemeinschaft mit jenen Menschen gesucht, die geächtet und gemieden wurden: „Nicht die Starken bedürfen des Arztes, sondern die Kranken“ (Markus 2,17). „Jesu Beispiel wollen wir in unserer Bundesgemeinschaft folgen.“

Der Dienstbereich Mission unterstützt Gemeinden dabei, auf die Menschen ihrer Umgebung zuzugehen. Das neue Konzept TischGemeinschaft beispielsweise animiert dazu, fremde Menschen wie auch Freunde und Bekannte zu Tisch zu bitten: zu einem Dinner mit evangelistischer Verkündigung in den Gemeinderäumen und zu einem Brunch-Gottesdienst. Eingeladen wird auch in der Fußgängerzone – mit einem großflächigen Bild von Leonardo da Vincis Abendmahl und einem Tisch, der jeden Passanten dazu einlädt, sich dazuzusetzen: um zu verweilen und um ins Gespräch zu kommen.

Die EFG Kamp-Lintfort hat die drei Evangelisationstage durchgeführt, wie Pastor Marcus Bastek berichtet: „Wir hatten Menschen da, die sich nur kurz interessiert zeigten, und Menschen, die anderthalb Stunden vor dem Transparent von TischGemeinschaft saßen und tiefgreifende seelsorgerliche Gespräche geführt haben.“ Eine Begegnung ist ihm dabei besonders in Erinnerung geblieben: „Eine Frau hat sich lange mit uns unterhalten. Und wir haben für sie gebetet. Das war völlig unnormal für sie. An diesem Abend ist sie wirklich berührt worden, was auch ich sehr berührend fand. Das nehme ich mit als Motivation.“

Christoph Stiba lädt in der Spendenbitte des BEFG dazu ein, die vielfältige Arbeit des Dienstbereichs Mission mit einer Weihnachtsspende zu unterstützen: „An Gottes Tafel ist für jeden einzelnen von uns ein Ehrenplatz reserviert. Gemeinsam wollen wir unsere Mitmenschen dazu ermutigen, dieser Einladung zu folgen und Platz zu nehmen.“

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news-2578 Thu, 05 Dec 2019 09:58:51 +0100 Kleiner Gemeindebund, großer gesellschaftlicher Einfluss Dr. Michael Gruber https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/kleiner-gemeindebund-grosser-gesellschaftlicher-einfluss/ Mitte November besuchte eine Delegation des BEFG den ungarischen Baptistenbund. Eine Reportage von Dr. Michael Gruber. Mitte November besuchte eine Delegation des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) den ungarischen Baptistenbund. Eine Reportage von Dr. Michael Gruber.

Montagvormittag, Bibelkundeunterricht am Baptistischen Gymnasium im Budapester Stadtteil Országút. Heute geht es um Dankbarkeit. Schulpastor Krisztián Tóth fragt die vier Schülerinnen und zehn Schüler der neunten Klasse, wofür sie dankbar sind. Mit seiner ruhigen und zugewandten Art geht der Mittdreißiger auf alle ein, sorgt dafür, dass neben den besonders Mitteilsamen auch alle ruhigen Schüler zu Wort kommen. So wie das Mädchen in der ersten Reihe, das eine starke geistige Behinderung hat. Fast alle hier haben eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung. Der Pastor schreibt ihre Antworten auf das Smartboard, die elektronische Tafel, erarbeitet mit den Jugendlichen Kategorien von Dingen, für die man dankbar sein kann, bringt dies in Bezug zu Glaubensfragen. Dann singt die Klasse gemeinsam christliche Lieder, begleitet vom Schulpastor auf der Gitarre.

Rektorin Gabriella Kékesné Czinder hat den Gästen aus Deutschland zuvor ein Video über die Schularbeit gezeigt. In einer Szene sieht man Schüler im Anzug und Schülerinnen im Abendkleid beim gemeinsamen Tanz. Eines der Mädchen sitzt im Rollstuhl. Der Ball, so berichtet Kékesné Czinder, ist eine alte ungarische Tradition. Doch nur an ihrer Schule können auch gehbehinderte Jugendliche daran teilnehmen. Insgesamt hat die Schule 220 Schüler. 60 von ihnen sind gehbehindert, 40 Autisten, 50 haben andere Behinderungen. Das inklusive Konzept ist für Ungarn außergewöhnlich, wie uns die Rektorin erläutert. Weil es im Land nicht ausreichend Schulplätze für Kinder mit Behinderungen gibt, müssen manche von ihnen zu Hause bleiben – trotz Schulpflicht. Die Schule in Országút möchte ihren Absolventinnen und Absolventen eine Beteiligung am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.###3_IMAGES###Es gibt in Ungarn 50 baptistische Schulen mit etwa 17.000 Schülern. Rund zehn davon wurden von Baptistengemeinden mit eigenen Mitteln gegründet, die anderen hat der Baptistenbund vom Staat übernommen, der für die Finanzierung sorgt. Die meisten Schulen konzentrieren sich auf bestimmte Talente der Schülerinnen und Schüler und sind auch bei nicht-baptistischen Eltern beliebt, beispielsweise drei Sportgymnasien oder viele Berufsschulen. Es gibt eigene baptistische Schulbücher, die auch in anderen kirchlichen Schulen gerne genutzt werden.

Der Vormittag hat zwei Dinge eindrücklich gezeigt, die für die Arbeit der ungarischen Baptisten typisch sind. Der kleine Bund wirkt an vielen Stellen in die Gesellschaft hinein. Und er hat dabei sein „wichtigstes Ziel, Mission, stets im Blick“, wie Generalsekretär Kornél Mészáros uns am Nachmittag berichtet.

Wie missionarisch und diakonisch der Baptistenbund und seine Gemeinden sind, erleben wir bereits bei unseren Gottesdienstbesuchen tags zuvor. Prof. Michael Kißkalt, der Rektor der Theologischen Hochschule Elstal, predigt an diesem Sonntag in einer Gehörlosengemeinde am Stadtrand von Budapest. Seit zehn Jahren betreibt der Bund seine „Spezialmission“ für Gehörlose, bietet für sie Gottesdienste, Freizeiten und Jugendarbeit an. Mit dem ungarischen Bibelinstitut arbeiten die Baptisten an einer Bibelübersetzung in Gebärdensprache, für Blinde entwickeln sie christliches Audio-Material.###3_IMAGES###BEFG-Präsidiumsmitglied Frank Fornaçon und ich sind zu Gast in der noch recht jungen Gemeinde in Vecsés, die sich im örtlichen Kulturzentrum trifft. In dem Raum im ersten Stock, der mit zwei verspiegelten Wänden zunächst viel größer wirkt als er ist, spielt eine Band mit Gitarre, Keyboard und Cajón auf Ungarisch mit einem treibenden Beat bekannte Songs à la Hillsong. Eine Frau erzählt im Zeugnisteil, wie im Nähkurs Frauen zum Glauben gefunden haben und wegen der guten Gespräche immer wieder kommen, obwohl sie eigentlich viel besser nähen können als die Gemeindefrauen, die den Kurs anbieten. Ein Student berichtet von seiner Arbeit unter Kommilitonen. Und Pastor Lajos Téglási bittet um Gebet für seine Missionsreise nach Pakistan. Wir erfahren auch, dass die Gemeinde Spenden sammelt, um einen ehemaligen Nachtclub als Gemeindehaus zu kaufen. Und Gemeindeleitungsmitglied Ádám Hegedűs zeigt uns Bilder von einem Freizeitangebot, durch das Kinder biblische Geschichten wie die von Daniel in der Löwengrube mit allen Sinnen und viel Spaß erfahren können – missionarische Erlebnispädagogik.###3_IMAGES###BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba und Präsidiumsmitglied Dorothee Oesemann besuchen einen Festgottesdienst in der Ersten Baptistengemeinde zu Budapest, der von einem professionellen Orchester gestaltet wird. Die Musiker dürfen in den Gemeinderäumen kostenlos proben, müssen dafür aber einmal im Jahr im Gottesdienst spielen, wo sie – auch hier der missionarische Impuls – mit dem Glauben in Berührung kommen.

Die schiere Fülle baptistischer Angebote beeindruckt uns auch am Montagnachmittag. Zusammen mit Dr. Ákos Bukovszky, dem Leiter für auswärtige Angelegenheiten des Baptistenbundes, der die ganze Zeit dabei ist und alle Gespräche übersetzt, fahren wir von der integrativen Schule aus in den schicken VI. Bezirk. Hier, nah am Budapester Zentrum und um die Ecke vom imposanten Hősök tere, dem Heldenplatz, reihen sich größtenteils sanierte Gründerzeitbauten aneinander. Zwischen Wohngebäuden und Botschaften: die Theologische Akademie der Baptisten. Studiendirektor Dr. Gedeon Urbán erzählt uns, dass von den 500 Studenten und Studentinnen gerade mal 25 Männer in der Pastorenausbildung für den Bund sind. Andere Theologiestudenten wollen beispielsweise Pfarrer in der Lutherischen Kirche werden, auch katholische Studenten sind dabei. Priester freilich können sie mit einem Abschluss hier nicht werden. Doch insgesamt sind in der Studierendenschaft zehn Konfessionen vertreten. Die Akademie bildet auch Gemeindekantoren sowie Seelsorger für den sozialen Bereich aus.###3_IMAGES###Danach treffen wir direkt nebenan in der Zentrale des Bundes die Leitung der ungarischen Baptisten. Im hellen Konferenzraum im Obergeschoss steht ein riesiger Besprechungstisch aus dunklem Holz, an allen Wänden hängen großformatige golden umrahmte Ölgemälde ehemaliger Präsidenten. Darunter in Schaukästen baptistische Devotionalien wie Schwarzweiß-Fotografien früherer Bundesleitungen oder die Schreibmaschine des früheren Mönchs und 1922 zum baptistischen Glauben konvertierten Schriftstellers und Dichters Dr. Imri Somogyi. Im Gespräch erfahren wir mehr über die Arbeit. Der Bund möchte 100 Gemeinden in 20 Jahren gründen. Baptisten geben auch Religionsunterricht an 300 nicht-baptistischen Schulen. Es gibt 100 soziale Einrichtungen, etwa in der Kinderpflege oder der Behandlung Suchtkranker. Und der Bund tut viel, um die Gruppe der Roma mit dem Evangelium zu erreichen.

Wie kann der kleine Bund mit seinen 12.000 Mitgliedern all dies stemmen? Präsident János Papp berichtet uns zunächst über eine Besonderheit in der ungarischen Steuergesetzgebung. Wer steuerpflichtig ist, kann 1 Prozent an eine Kirche zahlen und darf frei entscheiden, an welche. 35.000 Menschen und somit weit mehr als die steuerpflichtigen Mitglieder geben ihr Prozent an die Baptisten! Dafür wirbt der Bund auch mit einer Kampagne, die er zudem als „Evangelisationsmöglichkeit“ versteht. Darüber hinaus gibt der Staat viele seiner Aufgaben an verschiedene Kirchen ab und bezahlt diese dafür. Nur dadurch ist die umfassende Schul- und Hochschularbeit der Baptisten möglich. Und auch sonst zeigt sich der Staat großzügig, um die Arbeit der Kirchen zu ermöglichen. So hat der Baptistenbund kürzlich ein mehrstöckiges Gebäude gegenüber seiner Zentrale geschenkt bekommen. Dieses ist zwar renovierungsbedürftig, aber die Hälfte der Kosten für die Sanierung übernimmt: der Staat.###3_IMAGES###Das mehrstündige Gespräch mit der Leitung und unsere Treffen geben uns tiefe Einblicke in die Arbeit. Dass der ungarische Bund vom Staat profitiert, scheint mit einer positiven Haltung der Baptisten der Regierung gegenüber einherzugehen. Das wirkt auf uns, die deutsche Delegation, angesichts der offen fremdenfeindlichen Haltung der Orbán-Regierung erst einmal suspekt. Und in unseren Gesprächen wird auch deutlich, dass wir gerade beim Thema Flüchtlinge an vielen Stellen unterschiedliche Ansichten haben. Und doch tragen die Gespräche zu einem gegenseitigen Verständnis bei. Wir erfahren, dass die ungarische Geschichte im Vergleich zur deutschen zu einer anderen Prägung geführt hat. Während Migration zur deutschen Nachkriegsgeschichte dazugehört, gab es in Ungarn keine ähnlichen Entwicklungen. Stattdessen spielen die Eroberungen durch das Osmanische Reich Mitte des 16. Jahrhunderts und die dann 145 Jahre andauernde türkische Besetzung im kollektiven Geschichtsbewusstsein der Ungarn anscheinend noch eine große Rolle. In jedem Fall weiten die Gespräche den Blick, helfen, die eigene Position nicht absolut zu setzen. Während sich beispielsweise viele deutsche Baptistengemeinden stark für Geflüchtete einsetzen, sind ungarische Baptisten für die Minderheit der Roma aktiv. Und immer wieder stoßen wir in diesen Tagen auch auf offene Ohren, wenn wir von der Gemeindearbeit mit Migranten berichten.

Und so fasst der ungarische Baptistenpräsident János Papp es am Ende so zusammen: „Etliche Fragen verstehen wir natürlich anders, aber wir treffen uns in Brot und Kelch. Und ist es uns ein Anliegen, die Zusammenarbeit mit euch Deutschen enger zu gestalten.“ Gemeinsam etwas zu bewirken, das sei das Ziel, wie auch Christoph Stiba unterstreicht, nachdem er ein Abendmahlsgeschirr als Gastgeschenk überreicht hat: „Wir brauchen den Dialog zwischen Ost und West, zwischen verschiedenen Einstellungen, damit das Evangelium vorangebracht wird.“

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news-2577 Wed, 04 Dec 2019 11:52:00 +0100 Bundesgemeinschaft 2025 Stefan ter Haseborg, Michael Noss https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesgemeinschaft-2025/ Am 28. November hat der Thinktank seine Arbeit nach zweieinhalb Jahren beendet. Die Fortführung geschieht nun durch das Entwicklungsteam unter der Leitung von Stefan ter Haseborg. Am 28. November hat der Thinktank seine Arbeit nach zweieinhalb Jahren beendet. Die Fortführung geschieht nun durch das Entwicklungsteam unter der Leitung von Stefan ter Haseborg.

Anfang 2017 startete der Thinktank, beauftragt vom Präsidium und mit vielen Grundsatzfragen im Gepäck: Wie kann der Bund sich den Gemeinden dienstbar machen? Wie ist eine Unterstützung möglich? Wie kann der Wunsch nach freikirchlicher und ökumenischer Zusammenarbeit strukturell unterstütz werden? Neben den Fragen wurden einige Probleme deutlich: eine Abnahme der konfessionellen Identität, ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Bundesverantwortlichen, die strukturelle Finanzknappheit des Bundes und die Feststellung, dass manche der bewährten Strukturen heute nicht mehr tragen.

Zu Beginn wurden unterschiedliche Themenschwerpunkte herausgearbeitet. Diese sollten gestärkt werden und einer neuen Struktur eine Perspektive geben:

Mit Gemeinden vor Ort sollen neue Ideen für eine kreative, missionarische und zugleich ressourcenorientierte Gemeindearbeit entwickelt werden. Außerdem soll der Bund als Bund von Gemeinden auf vielfältige Weise die Liebe Gottes zu den Menschen bringen. Wo es sinnvoll und möglich ist, soll die Zusammenarbeit mit Christen aus Kirchen anderer Konfessionen gefördert werden. Bisher gewachsene Strukturen und Arbeitsweisen in Bund und Landesverbänden müssen überprüft werden und sind gegebenenfalls so zu verändern, dass sie im Rahmen der Möglichkeiten möglichst effektiv den Gemeinden dienen. Es soll hinterfragt werden, welche Angebote und Dienstleistungen des Bundes eine Bedeutung für die Ortsgemeinde haben und welche gegebenenfalls nicht.###3_IMAGES###Im Laufe der Arbeit im Thinktank wurde immer deutlicher, dass die Entwicklung einer grundlegend neuen Struktur für Bund und Landverbände nicht zielführend ist. An unterschiedlichen Stellen wurde die Erfahrung gemacht, dass solche Projekte und Initiativen in der Vergangenheit auf Ablehnung gestoßen sind.

Es wuchs die Idee, vielleicht auch deshalb, weil es dem Bund als einem Bund von Gemeinden am meisten entspricht, flexible und anpassungsfähige Projekte, Initiativen und Programme zu entwickeln, zu fördern und zu unterstützen. Das war nun nicht wirklich Neues, wird doch im Bund immer wieder so gearbeitet. Aber der Thinktank wollte den Fokus mehr darauf richten und weniger auf das Bedienen der vorhandenen Strukturen. Dieser Fokus soll durch eine agile Arbeitsweise verstärkt werden.

Immer im November findet die sogenannte Offene Präsidiumssitzung (OPS) statt. Dazu sind dann alle Referentinnen und Referenten des Bundes, die Bereichsleiter, die an der Hochschule Lehrenden, Verantwortliche aus den Landesverbänden und weitere Menschen mit einer Funktion im Bund eingeladen. Bei den OPS gibt es stets ein Schwerpunktthema. In diesem Jahr stellte der Thinktank seine bisherige Arbeit vor. Es war für manche der Teilnehmenden schon eine Herausforderung, akzeptieren zu müssen, dass es nichts „Handfestes“ gibt, was der Thinktank vorstellen kann. Es ging in erster Linie darum, sich mit einer Vorgehensweise und einer Idee vertraut zu machen. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass ein Wandel notwendig ist. Der Thinktank hat immer mehr gemerkt, dass der Bund auf manche Veränderung in der Gesellschaft und durch manche sich daraus ergebende Herausforderungen keine Antworten hat. „Wir dürfen aber als christusgläubige Menschen hoffnungsvoll in die Zukunft schauen, dürfen ausprobieren, Ideen entwickeln und so planen, wie es zur jeweiligen Situation vor Ort entspricht“, so BEFG-Präsident Michael Noss.###3_IMAGES###Auf spielerische Weise machten sich alle mit den Chancen eines agilen Handelns vertraut. So bietet diese Arbeitsweise durch ein kontinuierliches Ausprobieren zum Beispiel die Chance, schneller und besser auf Bedürfnisse in Gemeinden zu reagieren. Chancen und Stärken der Methode, aber auch deren Grenzen waren gut zu erkennen. Berichte aus Gemeinden und Landesverbänden rundeten das Bild ab. In einer Diskussionsrunde wurde sehr frei und offen darüber gesprochen, wie eine Umsetzung aussehen könnte, wo auf Vorhandenes und Gutes aufgesetzt werden kann. Wichtig ist dabei ein hoher Grad an Transparenz und Vernetzung auf dem Weg. Die Veränderung wird in vielen kleinen Schritten geschehen. Vorhandene und neue „Leuchtturmprojekte“ sollen direkt für die Gemeinden entwickelt und getestet werden. Was nicht funktioniert, kann dann auch getrost wieder aufgegeben werden. Bundesseitig sollen Projekte initiiert und begleitet werden. Initiativen von Gemeinden werden unterstützt und ebenfalls begleitet. Dabei soll die Bedeutung für andere Gemeinden gestärkt und gefördert werden.

Das Zielbild wird unter dem Arbeitstitel „Bundesgemeinschaft 2025“ angestrebt. Dabei wird der Bund dezentral gedacht. Regional überschaubare Strukturen sollen sich entwickeln. Dabei wäre es dringend notwendig, dass die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihre Weise diese Entwicklungen unterstützen.

Das Entwicklungsteam nimmt ab sofort seine Arbeit auf. Zum Team gehören zurzeit Dagmar Wegener, Holger Huhn, Udo Rehmann und Stefan ter Haseborg. Das vorhandene Team soll noch um zwei weitere Personen erweitert werden. Weitere Informationen zu den Aktivitäten und Initiativen werden bereits auf dem Bundesrat 2020 in Kassel vorgestellt.

Zum Thinktank gehörten die ganze Zeit oder phasenweise: Benedikt Elsner, Stefan ter Haseborg, Udo Hermann, Holger Huhn, Jasmin Jäger, Wilma Lükenga-Kruse, Birte McCloy, Michael Noss, Raphael Pionke, Udo Rehmann, Christopher Rinke, Heiner Christian Rust, Udo Schmidt, Friedrich Schneider, Christoph Stiba, Karolin Theiss, Dirk Zimmer.

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news-2575 Tue, 03 Dec 2019 11:58:41 +0100 Von Spaltungen zu einer „großartigen Versöhnungsgeschichte“ Dr. Michael Gruber https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/von-spaltungen-zu-einer-grossartigen-versoehnungsgeschichte/ Schwerpunktthema der Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen war „Ökumene“. Die Delegierten beschlossen auch, dass die VEF Bündnispartner von „United4Rescue“ wird. „Deutschland ist ein Land, von dem Spaltungen ausgingen, mit einer großartigen Versöhnungsgeschichte.“ Mit diesen Worten führte Dr. Verena Hammes bei der Mitgliederversammlung der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) in das Schwerpunktthema „Ökumene“ ein. Auch die zivile Seenotrettung im Mittelmeer stand bei der Konferenz Ende November im thüringischen Bad Blankenburg auf der Tagesordnung. So beschlossen die Delegierten, dass die VEF Bündnispartner von „United4Rescue“ wird.

In ihrem Vortrag würdigte Hammes, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), die breit angelegte Ökumene in Deutschland und beschrieb diese als „einzigartig“. Wenn man Ökumene ernstnehme, müsse man neben den großen Kirchen die ganze Vielfalt der Kirchenlandschaft in den Blick nehmen, wie es beispielsweise 2021 geplant sei. In diesem „großen Jahr der Ökumene“ findet zunächst im Mai in Frankfurt der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) statt und dann, im September in Karlsruhe, erstmals in Deutschland die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Die Freikirchen werden auf dem ÖKT mit eigenen Ständen auf dem Veranstaltungsgelände gemeinsam sichtbar sein und wollen zudem die von der ACK geplante „Polis“ unterstützen, durch die Ökumene während des Kirchentags auch im Frankfurter Stadtzentrum sichtbar werden soll. Dr. Lothar Triebel, Freikirchenreferent am Konfessionskundlichen Institut Bensheim, ermutigte die VEF, den Begriff „evangelisch“ aktiv mitzuprägen.

Mit dem 1. Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) Ekkehart Vetter und deren Generalsekretär Dr. Reinhardt Schink waren auch zwei führende Vertreter der DEA zu Gast, in deren Tagungshaus die Mitgliederversammlung stattfand. Beide würdigten in ihrem gemeinsamen Vortrag die gute Zusammenarbeit mit der VEF. Schink berichtete über das Zukunftsforum der Allianz, durch das junge Leute zur verantwortlichen Mitarbeit ermutigt werden sollen. Es sei ein großes Anliegen, die Allianz als Netzwerk zu stärken, an dem sich viele Menschen gemeinsam und ohne starke Hierarchien beteiligen können. Auch die Digitalisierung solle hierbei intensiv genutzt werden, so Schink.###3_IMAGES###VEF-Präsident Christoph Stiba hob ein Thema hervor, das in den Vorträgen von Hammes, Schink und Vetter vorkam und das auch für die VEF von hoher Bedeutung sei: „Es ist wichtig, mit den Migrantenkirchen ins Gespräch zu kommen, die zur Ökumene in Deutschland dazugehören.“

Die VEF wurde auf Beschluss der Mitgliederversammlung offiziell Bündnispartner von „United4Rescue – Gemeinsam Retten“. Das Bündnis hat das Ziel, ein eigenes Rettungsschiff ins Mittelmeer zu schicken, um so Menschenleben zu retten. Der Verein hebt die „Pflicht zur Seenotrettung“ hervor, wendet sich gegen eine Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung, setzt sich für faire Asylverfahren und sichere Häfen ein. „Menschen in Lebensgefahr muss geholfen werden“, so VEF-Präsident Christoph Stiba. „Wegschauen ist keine Option. Deshalb wollen wir jetzt gemeinsam ein Zeichen setzen und helfen, wo wir können.“

Die Mitgliederversammlung befasste sich auch mit der Zukunft der freikirchlichen Rundfunkarbeit. Andrea Schneider, seit 1996 Rundfunkbeauftragte der VEF, geht Mitte 2020 in den Ruhestand. Nachdem der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden diese Stelle bisher allein finanziert hat, werden die VEF-Kirchen dies ab 1. Juli 2020 gemeinsam tun. Der ehrenamtliche Vorsitzende der VEF-Arbeitsgruppe „Rundfunk und Fernsehen“, Jürgen Single, zeigte auf, welche großen Chancen es für die Freikirchen mit sich bringe, über Rundfunkgottesdienste und -andachten viele Menschen zur erreichen.

Auch die Leiterin einer anderen VEF-Arbeitsgruppe war in der Mitgliederversammlung zu Gast: Claudia Rohlfing berichtete davon, wie sich Mitarbeitende aus den unterschiedlichen Freikirchen zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vernetzen und vom Material und den Erfahrungen der Anderen profitieren.

Der Leiter des Runden Tisches „Gebet“ der Koalition für Evangelisation (Lausanner Bewegung) Bernd Oettinghaus stellte den Delegierten die Initiative „3. Oktober – Deutschland singt“ vor. Im kommenden Jahr sind Menschen aller Generationen und Kulturen am Tag der Deutschen Einheit eingeladen, in den Städten zu singen und zu feiern. Damit soll „ein Zeichen der Dankbarkeit und Einheit“ gesetzt werden: „Zur Erinnerung an die Friedensgebete und an das Wunder der Friedlichen Revolution bringen alle Sängerinnen und Sänger Kerzen mit – als Symbol für Frieden und Hoffnung im wiedervereinten Land und darüber hinaus.“###3_IMAGES###Die Vereinigung Evangelischer Freikirchen wurde 1926 gegründet. Ihr gehören zwölf Mitglieds- und drei Gastkirchen an. Verschiedene Arbeitsgruppen der VEF befassen sich mit Themen wie Evangelisation und missionarischem Gemeindeaufbau, gesellschaftlicher Verantwortung, Rundfunkarbeit, Angeboten für Kinder und Jugendliche oder theologischer Aus- und Weiterbildung. Weitere Informationen: www.vef.de.

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