Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland https://www.baptisten.de Die Nachrichten aus dem Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden de-de Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Sun, 29 Nov 2020 13:02:14 +0100 Sun, 29 Nov 2020 13:02:14 +0100 TYPO3 EXT:news news-2855 Wed, 25 Nov 2020 12:46:52 +0100 Ratstagung des Landesverbandes NOSA Jürgen Tischler https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ratstagung-des-landesverbandes-nosa/ Landesverband NOSA mit neuer Leitung, schriftliche Ratstagung abgeschlossen, Dr. Fred Pieneck verabschiedet. „Leidenschaftlich Jesus und Menschen lieben“ zu diesem Thema sollte im April der Landesverbandsrat mit vielen spannenden Impulsen stattfinden. Leidenschaftlich engagiert mussten die Mitarbeiter plötzlich die Programme ändern: Leidenschaftlich Kinder, Jugendliche und Gemeinden begleiten sich in der digitalen Welt geistlich zu orientieren.

Neue Möglichkeiten schaffen und Ideen entwickeln Gemeinschaft wahrzunehmen, Weiterbildung und Schulung zu ermöglichen. Auch für die Ratstagung wurde eine Lösung gefunden. Er fand nur schriftlich per Briefwahl statt. In einer Videokonferenz nahm die Landesverbandsleitung jetzt das Protokoll der Wahlleiter entgegen und schloss damit die Ratstagung ab. Die wichtigsten Themen entschieden die Abgeordneten per Briefwahl. Zwei Video-Infokonferenzen mussten die Aussprache ersetzen. Bereits im Frühjahr war Dr. Stefan Voges als stellvertretender Landesverbandsleiter und Pastor Jürgen Tischler als Landesverbandsleiter in der Leitung gewählt worden. Diese Wahl bestätigte der Rat nun mit großer Mehrheit. Die beiden lösen Dr. Fred Pieneck als Leiter und Johannes Fähndrich als Stellvertreter ab. Diese Stabübergabe war ganz anders geplant. Immerhin war Dr. Fred Pieneck seit 1991 in verschiedenen Funktionen im Landesverband aktiv dabei. Nun wurden die Grüße in einem kleinen Film zusammengefasst und werden sobald möglich persönlich überreicht.

Neu in der Landesverbandsleitung begrüßt wurden Pastor Dirk Zobel (Region Ost) aus Goslar und Pastor Christian Fischer aus Lage (Region West). Haushalt und Haushaltsentwurf, sowie die Entlastung der Finanzverantwortlichen Uschi Kassühlke fanden ebenfalls eine große Mehrheit.

Das Protokoll der „Ratstagung“ findet sich auf der Webseite des Landesverbandes.

Die Leitung beriet jetzt in zweiter Lesung über eine Verfassungsänderung, die u.a. auch Online-Tagungen ermöglichen soll. Sie soll bei der nächsten Tagung 2021 in Magdeburg dem Rat vorgestellt und beschlossen werden.

Derzeit ist das GJW des Landesverbandes engagiert dabei, weiter für Kinder- und Jugendliche alternative Programme vorzubereiten, da auch das geplante Silvestival und andere Veranstaltungen in der bisherigen Form ausfallen mussten. Der Referent für Gemeindeentwicklung Pastor Jürgen Tischler berät und unterstützt Gemeinden darin, wie sie ihre Gottesdienste und das Gemeindeleben unter den alternativen Bedingungen gut gestaltet können.

Der Landesverband NOSA umfasst Teile von Niedersachsen, sowie Ostwestfalen und das Bundesland Sachsen-Anhalt mit 88 Gemeinden und circa 11.000 Gemeindemitgliedern.

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news-2844 Sat, 07 Nov 2020 10:02:42 +0100 Verantwortung wahrnehmen und Freiheit gestalten – mit Rücksicht auf den Nächsten https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/verantwortung-wahrnehmen-und-freiheit-gestalten-mit-ruecksicht-auf-den-naechsten/ Zur Initiativgruppe, die diesen Text verfasst hat, gehört BEFG-Generalsekretär und VEF-Präsident Christoph Stiba. Gedanken zu Herausforderungen für Christen in Frei-/Kirchen, Gemeinden, Werken und Verbänden in der gegenwärtigen Corona-Krise:

1.    Wir glauben an den lebendigen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der zu jeder Zeit die Welt in seiner Hand hat. Weil er die Situation der Corona-Krise überblickt und ein „Backofen voller Liebe“ (Martin Luther) ist, wollen wir nicht Angst und Sorge, sondern Hoffnung verbreiten und das Evangelium verkündigen. Wir fordern Christen auf, durch ihr gelebtes Gottvertrauen andere zu ermutigen, dieses Vertrauen zu wagen.

2.    Der gemeinsame Auftrag unserer Frei-/Kirchen, Gemeinden, Werke und Verbände ist es, Raum für geistliches Leben zu eröffnen, versöhnende Zeichen zu setzen und auch in der Krise mutig neue Wege zu gehen und Orte anzubieten, wo Menschen Gemeinschaft und Orientierung finden können.

3.    Wir sind dankbar, dass das Grundgesetz das Grundrecht der „ungestörten Religionsausübung“ gewährleistet. Dieses Grundrecht gewinnt gerade in Krisenzeiten an Bedeutung. Menschen suchen in Zeiten großer Verunsicherung und Existenzängste Trost und Halt, zum Beispiel in Gottesdiensten. Wir wollen achtsam mit diesem Grundrecht umgehen, auf geltende Ordnungen achten und auf keinen Fall durch Leichtfertigkeit zu einer verstärkten Corona-Verbreitung beitragen.

4.    Wir glauben, dass es elementar wichtig ist, die geistliche Dimension der gegenwärtigen Lage zu thematisieren. Darum ermutigen wir unsere Mitchristen zum Verzicht auf Aktionismus und zu mehr Gelassenheit, Tiefgang, Besinnung und Ausrichtung auf Jesus Christus. Christen haben Hoffnung, die über das natürliche Leben hinausgeht.

5.    Wir sind davon überzeugt, dass gesundes geistliches Leben in Gemeinden, die für einige Zeit ihre Aktivitäten zurückfahren müssen, sich nicht durch eine Pandemie ersticken lässt. Wir unterstützen Kreativität und die Entwicklung von digitalen Kommunikationswegen, die virtuelle geistliche Angebote ermöglichen, und ermutigen, neue Formen des Gemeindelebens zu entdecken.

6.    Eine Situation, wie sie durch das COVID-19-Virus weltweit entstanden ist, bringt es mit sich, dass sich am Ende nicht alle Corona-Maßnahmen als richtig und notwendig herausstellen. Insbesondere die Maßnahmen, die Grundrechte betreffen, brauchen Diskussion in der Gesellschaft und Entscheidungen der Parlamente. Wir sind dankbar für politische Verantwortungsträger, die ernsthaft bemüht sind, die Bürgerinnen und Bürger durch Reduzierung der zwischenmenschlichen Kontakte zu schützen. Dieses Bemühen unterstützen wir durch die entsprechende Gestaltung des Gemeindelebens.

7.    Angesichts der Komplexität der Herausforderungen hüten wir uns vor leichtfertiger Kritik. Wir wollen durch Respekt gegenüber den Verantwortlichen und durch vermehrtes Gebet „auffallen“. Wir weisen Verschwörungstheorien und unsolidarische Verhaltensweisen ausdrücklich zurück. Vielmehr fordern wir Christen heraus, durch ihr Reden und Verhalten versöhnend in unsere Gesellschaft hinein zu wirken.

8.    Wir rufen unsere Mitchristen zum Gebet für und zu besonderer Verbundenheit mit den Betroffenen der Pandemie auf. Wir wollen die Zeit nutzen zu mehr Barmherzigkeit Menschen gegenüber, die wegen dieser extremen Lage wirtschaftlich, sozial und psychisch leiden. Wir fordern Christen auf, diesen Menschen durch praktische Hilfe und konkrete Zuwendung die Erfahrung von Gottes Liebe zu ermöglichen.

6. November 2020

Initiativgruppe (verantwortlich für die Verfassung des Textes):

  • Dr. Heinrich Derksen, Schulleiter am Bibelseminar Bonn, Leiter des Forum evangelischer Freikirchen
  • Matthias Frey, Stellvertretender Vorsitzender des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes
  • Frank Spatz, Generalsekretär Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband
  • Christoph Stiba, Generalsekretär der Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen                                
  • Volker Ulm, Präses im Bund evangelischer Gemeinschaften
  • Frank Uphoff, Vizepräses Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP)
  • Ekkehart Vetter, Erster Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland
  • Siegfried Winkler, Zweiter Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland

Mit-Unterstützer:

  • Peter Bregy, Generalsekretär des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden
  • Oberst Hervé Cachelin, Leiter der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen
  • Oberstin Deborah Cachelin, Territoriale Präsidentin der Heilsarmee für Frauenarbeit
  • Theodor Clemens, Bischof der Brüder-Unität (Herrnhuter Brüdergemeine)
  • Daniel Dallmann, Schatzmeister des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden
  • Dr. Jörg Dechert, Vorstandsvorsitzender ERF Medien
  • Jochen Geiselhart, Vorsitzender Foursquare Deutschland
  • Klaus Göttler, Generalsekretär des Deutschen EC-Verbandes
  • Ralph Habener, BFP-Regionalleiter Hessen
  • Uwe Heimowski, Beauftragter der Evangelischen Allianz in Deutschland beim Deutschen Bundestag und der Bundesregierung
  • Alexander Hirsch, Gesamtleiter Anskar-Kirche Deutschland, Evangelische Freikirche
  • Ansgar Hörsting, Präses Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland
  • Ingo Hunaeus, Bezirkssuperintendent Kirche des Nazareners Deutschland
  • Lars Jaensch, BFP-Regionalleiter Schleswig-Holstein
  • Johannes Justus, Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden
  • Rainer Klinner, Ältestenratsvorsitzender des Freikirchlichen Bundes der Gemeinde Gottes e.V.
  • Daniela Knauz, Referat Frauen und ältere Generationen im Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland
  • Samuel Krauter, Präses des Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden
  • Oberstleutnant Hartmut Leisinger, Verwaltungsdirektor der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen
  • Mara Massar, BFP-Vorstandsmitglied und Pastorin CZ Celle
  • Ivan Masalyka, BFP-Regionalleiter Bayern-Süd
  • Jens-Oliver Mohr, Vizepräsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Süddeutschland
  • Dieter Mundt, BFP-Regionalleiter Baden-Württemberg
  • Michael Noss, Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
  • Harald Rückert, Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland
  • Dr. Reinhardt Schink, Generalsekretär der Evangelischen Allianz in Deutschland
  • Klaus Schmidt, Direktor Evangelische Gesellschaft für Deutschland
  • Johannes Schneider, Leiter der Ecclesia Kirchen und Direktor des Theologischen Seminars Erzhausen
  • Klemens Walser, BFP-Regionalleiter Weser-Ems
  • Egbert Warzecha, BFP-Regionalleiter Nordrhein-Westfalen
  • Andreas Wenzel, Geschäftsführer Word of Life Europe e.V.

 

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news-2837 Wed, 04 Nov 2020 14:24:58 +0100 Hilfe nach dem Erdbeben in Izmir https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/hilfe-nach-dem-erdbeben-in-izmir/ Am 30. Oktober erschütterte ein starkes Erdbeben die Ägäis. Mehr als 80 Menschen in Griechenland und der Türkei starben, mehr als 1.000 Menschen sind verletzt. Am 30. Oktober erschütterte ein starkes Erdbeben die Ägäis. Mehr als 80 Menschen in Griechenland und der Türkei starben, mehr als 1.000 Menschen sind verletzt. Besonders betroffen war auch die türkische Stadt Izmir.

Nach dem Erdbeben in der Ägäis stürzten in der Stadt Izmir Gebäude ein oder wurden stark beschädigt. Etwa 3.000 Menschen sind in einem provisorischen Lager. EBM INTERNATIONAL hat Kontakt zu Ertan Cevik, dem Leiter der EBM-Arbeit in der Türkei. Er ist seit vielen Jahren in Izmir tätig und hat sich mit einem Team seiner Gemeinde bereits wenige Stunden nach dem Beben einen Überblick über die Lage verschafft und einige Hilfsmaßnahmen eingeleitet: Die Kirche in Izmir und das Gemeindegelände stehen Schutzsuchenden offen, Hygieneartikel, Decken, Mützen, Socken und Pflegeprodukte werden verteilt; Betroffene werden seelsorglich begleitet.

EBM INTERNATIONAL hat in Absprache mit der Katastrophenhilfe des BEFG in einem ersten Schritt 20.000 Euro zur Verfügung gestellt, um die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen und die Betroffenen über die nächsten Tage mit dem Nötigsten zu versorgen. Die Hilfe erfolgt vor Ort in guter Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde in Izmir, den lokalen Behörden und staatlichen Organisationen.

In den EBM-Geschichten vom Missionsfeld geht es diesmal auch um die Hilfe in Izmir.

Mit einer Spende an die Katastrophenhilfe kann die Hilfe nach dem Erdbeben in der Türkei unterstützt werden. Bitte klicken Sie dafür im Spendenformular Katastrophenfonds an und geben Sie darunter den Verwendungszweck „Izmir“ ein.

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news-2835 Tue, 03 Nov 2020 15:11:36 +0100 Die heilende Kraft der Vergebung Beate Fritsch, Potsdam https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/die-heilende-kraft-der-vergebung/ Ein Seminar zur Vergebungsarbeit nach Konrad Stauss fand im Oktober statt.  „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ - so beten wir im Vaterunser. 

Gerade weil wir Christen uns selbst das Vergeben zur Aufgabe machen, schmerzt es umso mehr, dass manche tiefen Verletzungen einfach nicht heilen wollen, vergeben nicht gelingen mag. An dieser Stelle setzt die Vergebungsarbeit nach Dr. Konrad Stauss an. Die bunte Kraft des Herbstes, die Dynamik der Gruppe mit den Qualitäten von Mitgefühl, Solidarität und Zeugenschaft trugen mit dazu bei, dass sich für die Teilnehmenden die heilsame Kraft der Vergebung erschloss - in der Gnade Gottes. Sie folgten der Einladung, sich unter der Leitung von Beate Fritsch und Marita Meyer durch die sieben Phasen spirituell-therapeutischer Vergebungsarbeit der Bereitschaft zur Vergebung anzunähern:
- der eigenen „Wunde“, der seelischen Verletzung
- dem/der Anderen, dem/der vergeben werden soll
- sowie dem Thema „Schuld“
- und Gott, der uns die Wunde zugemutet, sie nicht verhindert hat.
Es war für alle berührend zu erleben, wie manches verhärtete Herz sich erweichte, wie das quälende Leiden an der Nicht-Vergebung losgelassen wurde, wie Mitgefühl wuchs und der eigene Blick barmherziger wurde. Manche Träne floss im abschließenden Vergebungsritual, wo in feierlicher Stimmung die Stationen abgeschritten werden, auf dem Boden durch Blätter markiert, die die Stationen des gegangenen Weges reflektieren bis hin zum Aussprechen der Vergebung vor sich selbst, vor uns als Zeugen und vor Gott. Wie wunderbar, die Wandlungen der Teilnehmenden erleben zu dürfen! In den Worten von Konrad Stauss: es öffnet sich ein „Heiliger Raum“. 

 

Teilnehmer berichteten....

„Es gibt ja viele Arten, Vergebung zu suchen und zu finden. Hier bei Euch so besonders und wichtig für mich war, dass ihr Zeugen wart für meinen Schmerz. Ich wurde darin bestätigt, dass er berechtigt war. Mein Leiden erhält dadurch Würde.“

Ich habe mir nicht vorstellen können, dass ich mich jemals in „meinen Täter“ hineinversetzen könnte! Aber plötzlich, irgendwie, ging’s. Hätte ich nie gedacht!“

„Ja, wahrscheinlich waren es die schlimmen Erlebnisse im Krieg, die meinen Vater seelisch so beschädigt hatten. Jetzt kann ich sein Verhalten mir gegenüber besser verstehen.“

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news-2830 Wed, 28 Oct 2020 13:30:23 +0100 Dr. Günter Wieske gestorben Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/dr-guenter-wieske-gestorben/ Pastor i.R. Dr. Günter Wieske ist am 20. Oktober im Alter von 95 Jahren verstorben. Pastor Dr. Günter Wieske ist in der Nacht auf den 20. Oktober verstorben. Am 23. August wurde er 95 Jahre alt.

In den Jahren seines Dienstes war er unter anderem von 1953 bis 1958 Lehrer am Jugendseminar, von 1955 bis 1958 Jugendsekretär der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF), im Missionsdienst in Norwegen und von 1974 bis 1988 Referent der Bundesheimatmission. In seinem Ruhestand schrieb er Bücher und bis zuletzt Gedichte. In einem Nachruf würdigt Präsidiumsmitglied Pastor Dirk Zimmer Wieskes Dienst in Mission und Ökumene.

„Günter Wieske lag das Wort Gottes und seine Verkündigung stets am Herzen“, so BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. „Wir sind dankbar für ihn und sein Wirken in unserer Bundesgemeinschaft und darüber hinaus. Für seine Familie erbitten wir in dieser Zeit des Abschiednehmens, dass Gott, der Herr, ihnen spürbar nahe ist und seinen tiefen Frieden und reichen Segen schenkt.“

Die Beisetzung fand im Rahmen der Familie am 26. Oktober statt. Eine Gedenkfeier wird es am 31. Oktober um 14 Uhr in der Christuskirche Heiligenstadt, Familienzentrum 6, 91332 Heiligenstadt i.OFr. geben.

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news-2827 Tue, 27 Oct 2020 13:13:35 +0100 Verein für Freikirchenforschung: Neuer Vorstand gewählt Dr. Andreas Liese https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/verein-fuer-freikirchenforschung-neuer-vorstand-gewaehlt/ Der Verein für Freikirchenforschung hat auf seiner Mitgliederversammlung am 25. Oktober einen neuen Vorstand gewählt. Der Verein für Freikirchenforschung hat auf seiner Mitgliederversammlung am 25. Oktober einen neuen Vorstand gewählt.

Erster Vorsitzender ist nun Dr. Andreas Liese vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), zweite Vorsitzende PD Dr. Astrid von Schlachta von der Arbeitsgemeinschaft mennonitischer Gemeinden (AMG). Dr. Astrid Nachtigall vom BEFG wurde für drei Jahre als Schatzmeisterin gewählt. Drei der bisherigen Mitglieder – Prof. Dr. Christoph Rädel, Dr. Tobias Jersak und PD Dr. Thomas Hahn-Bruckart –  kandidierten nicht mehr. Als Geschäftsführer wurde Pastor Reimer Dietze vom Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden (BfP) wiedergewählt. Dr. Liese dankte den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihr bisheriges Engagement.

Als Aufgabe für den neuen Vorstand formulierte die Mitgliederversammlung, sich stärker um die Berücksichtigung der digitalen Möglichkeiten bei der zukünftigen Arbeit des Vereins zu kümmern.

Dies sei eine der Lehren, die aus der gegenwärtigen Corona-Pandemie zu ziehen seien. Die Mitgliederversammlung hätte ursprünglich in Verbindung mit der Jahrestagung im April durchgeführt werden sollen und musste aufgrund der Corona-Pandemie vertagt werden.

Vorgestellt wurde auch die Planung für die Jahrestagung 2021, die auf dem Campus des Theologischen Seminars in Erzhausen vom 23. bis zum 24. April unter dem Thema „Gemeinschaft der Gleichen oder hierarchische Struktur? Erfahrungen von Ohnmacht und Vollmacht in Freikirchen“ stattfinden soll.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung referierte Dr. von Schlachta, die auch 1. Vorsitzende des Vereins 500 Jahre Täuferbewegung ist, zum Thema „Erfahret oder prüfet alles und das Gute behaltet – 500 Jahre täuferische Gemeinden“. Als wesentliche Impulse aus der Geschichte der Täufer für die Gegenwart benannte sie Nonkonformität, Mündigkeit und die Erneuerung. In der anschließenden Diskussion zeigte sich eine große Unterstützung für das ökumenische Projekt „Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525 – 2025“.

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news-2822 Mon, 19 Oct 2020 10:46:34 +0200 Durch Zeitung lesen auf Ideen kommen Almut Siodlaczek https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/durch-zeitung-lesen-auf-ideen-kommen/ Wie findet eine Gemeinde ein förderungswürdiges Projekt? Dieser Frage ging der Arbeitskreis Fördermittel im BEFG mit über dreißig Interessierten aus verschiedenen Gemeinden nach. Wie findet eine Gemeinde ein förderungswürdiges Projekt? Dieser Frage ging der Arbeitskreis Fördermittel im BEFG mit über dreißig Interessierten aus verschiedenen Gemeinden nach.

Frank Fornacon, Pastor der EFG Kassel-West, Silke Tosch, Redakteurin DIE GEMEINDE, und Almut Siodlaczek, regionale Diakoniebeauftragte in Hessen, referierten in Kurzbeiträgen, wie eine Gemeinde ihr Projekt findet kann.

Die Stärken und Möglichkeiten der eigenen Gemeinde mit den Bedarfen der Umgebung zu verbinden sei der Weg, um diakonische Projekte zu entwickeln. Diese könnten dann mit Geld von externen Förderern unterstützt werden. Ideen, Informationen zu den Themen des Stadtteils und Auskunft über regionale Fördermittel fänden sich häufig im Lokalteil der Tageszeitung oder den Blättchen mit den Vereinsnachrichten.

Die Leitung einer Gemeinde sollte dabei mutig vorangehen. Gleichzeitig müsse sie gut abwägen, was für die eigene Gemeinde passt und an etwas anknüpfen, das schon da ist. Ein abgelehnter Förderantrag müsse dabei kein Missgeschick sein. Er könnte als Hinweis verstanden werden, um konkreter und anschaulicher zu formulieren, damit ein potenzieller Förderer den Nutzen des Projekts erkennt.

Maria Hofmeister vom Bundes-GJW ergänzte das Thema Fördermittel durch Tipps für die Abrechnung und den Verwendungsnachweis. Erstmals in der Reihe der Kurzreferate war Roland Schütter aus der EFG Neu-Ulm, der von den diakonischen Projekten seiner Gemeinde berichtete und welche Förderer dabei finanziell unterstützt haben, um die baulichen Voraussetzungen zu schaffen.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr fand das Forum im Onlineformat an einem Abend unter der Leitung von Gaby Löding, Referentin für gemeindenahe Diakonie, statt. Mit Kleingruppen, der Möglichkeit zu den einzelnen Themen Erfahrungen auszutauschen und Literaturtipps war dies wieder ein anregendes Treffen, das Mitarbeitende mit und ohne Erfahrung zu diesem Thema versammelte.

Der nächste Termin für das Forum Fördermittel online ist am 12. November mit Jacqueline Hennig, Referatsleitung Soziallotterien/Drittmittelberatung der Diakonie Deutschland. Sie wird die Soziallotterien und ihre Förderungsbedingungen darstellen. Konkret soll es um eine Projektidee aus einer Gemeinde des Bundes gehen. Hierzu können Gemeinden ihre Idee  oder Projektskizze an Gaby Löding schicken oder bis Ende Oktober an Almut Siodlaczek.

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news-2824 Sat, 17 Oct 2020 00:00:00 +0200 2. Kursblock Seelsorge & Beratung des Kurses 2019/2021 Tamara Schenk https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/2-kursblock-seelsorge-beratung-des-kurses-20192021/ Die Hälfte des Grundkurs Seelsorge und Beratung fand im September statt. Tamara Schenk, Pastorin für junge Gemeinde bei der Kreuzkirche Mainz, berichtet. Nachdem im Frühjahr die zweite Kurswoche im Begegnungszentrum Weltersbach ausfallen musste, konnte sie nun Ende September stattfinden. Damit liegt die Hälfte des Kurses schon hinter mir und ich freue mich, dass ich als Teil meines Anfangsdienstes daran teilnehmen darf. Mir war es von Beginn meines pastoralen Dienstes an wichtig, Seelsorge nicht nur theoretisch im Studium gelernt zu haben, sondern mich selbst in meiner Rolle als Seelsorgerin in der Praxis mit meiner eigenen Persönlichkeit zu reflektieren. Der Kurs bietet Raum dafür, eigene Seelsorgegespräche durch Gesprächsprotokolle zu besprechen und in der Gruppe zu lernen, die Gefühle meines Gegenübers und meine eigenen Gefühle besser wahrzunehmen. Ein weiterer Teil des Kurses sind Theorieeinheiten, die mir Hintergrundinformationen für seelsorgerliche Fragestellungen meiner aktuellen Praxis geben. Der Kurs hilft mir in konkreten seelsorgerlichen Situationen weiter, weil meine Wahrnehmung geschult wird, weil meine Gesprächsführung klarer und zielgerichteter wird und weil ich die Dynamiken zwischenmenschlicher Beziehungen besser zu verstehen lerne.

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news-2818 Mon, 12 Oct 2020 18:03:00 +0200 Bericht vom Auftakt in Hamburg: 500 Jahre Täuferbewegung Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bericht-vom-auftakt-in-hamburg-500-jahre-taeuferbewegung/ Fünf Themenjahre stehen bis 2025, dem Gedenken an die erste täuferische Glaubenstaufe 1525, unter der Überschrift „gewagt!“. Ein ökumenischer Gottesdienst am 10. Oktober in Hamburg bildete den Auftakt zum Gedenken an 500 Jahre Täuferbewegung. Fünf Themenjahre stehen bis 2025, dem Gedenken an die erste täuferische Glaubenstaufe 1525, unter der Überschrift „gewagt!“. Die Zeremonie, eine Podiumsdiskussion und die Grußworte von Vertreterinnen und Vertretern aus Kirche und Politik machten deutlich: Dieser dritte Flügel der Reformation setzte sich von Anfang an gegen teils heftige Widerstände für Ideale wie Religionsfreiheit und Gewaltlosigkeit ein, die noch heute von ungebrochener Aktualität sind.

Im Mittelpunkt der Eröffnungszeremonie stand die symbolhafte Weitergabe eines Wanderstabs, der ein Zeichen der Täuferbewegung war, wie die 1. Vorsitzende des Vereins „500 Jahre Täuferbewegung 2025“, die Mennonitin PD Dr. Astrid von Schlachta, hervorhob: „Täufer waren häufig auf Reisen: Oft freiwillig, um die christliche Botschaft weiterzugeben, oft aber auch erzwungen, weil sie wegen ihrer Überzeugungen stets mit Verfolgung und Landesverweis rechnen mussten.“ Zudem stehe der Wanderstab für die Entscheidung der Täufer, diesen nicht – wie damals auf Reisen üblich – zur Verteidigung zu nutzen, sondern sich stattdessen für Gewaltlosigkeit einzusetzen. ###3_IMAGES### Dr. Andreas Liese, Baptist und 2. Vereinsvorsitzender, beschrieb die Täufer bei der Zeremonie als „kleine Herde, die auf der Gewissens- und Glaubensentscheidung des Einzelnen beruhte, nicht auf der Untertanenpflicht“ – ein Aspekt, den auch die Historikerin Prof. Dr. Andrea Strübind hervorhob. So habe für die Täuferbewegung der Grundsatz gegolten: „Christus als alleiniger Hirte und Herr – machtkritisch, anstrengend, basisdemokratisch. Eine Provokation, ein Ideal, ein Erbe, das wie ein Stachel im zufriedenen, frommen Fleisch steckt.“ Deshalb hätten Täufer lange unter schwerer Verfolgung leiden müssen: „Bis zu 2.500 Hinrichtungen von Täufern und Täuferinnen lassen sich allein für das 16. Jahrhundert nachweisen.“ Dies habe zu Glaubensmigration geführt, wie Johannes Dyck, Leiter des Instituts für Theologie und Geschichte am Bibelseminar Bonn, aufzeigte: „Wieder unterwegs sein – auf der Flucht – auf der Suche nach einer Zuflucht – wo Täufer und Täuferinnen geduldet und nicht verfolgt werden. Aufbruch ins Ungewisse, alles loslassen, voller Angst und Trauer, aber auch voller Vertrauen in Gottes Führung.“ ###3_IMAGES### Am Ende des Eröffnungsrituals reichten einander zwei Vertreterinnen und ein Vertreter aus Kirche und Ökumene den Wanderstab weiter und verbanden dies mit einem Segenswort: die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden (AMG) Doris Hege, die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland Dr. Verena Hammes und der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und Generalsekretär des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) Christoph Stiba.

In seiner per Video übertragenen Predigt zu Matthäus 7,24-29 stellte der amerikanische Historiker Prof. John D. Roth Charakteristika des Wirkens Jesu Christi heraus, die Teil von dessen „Vollmacht“ gewesen seien und die Täuferbewegung inspiriert hätten. Jesus habe Gastfreundschaft praktiziert, die „über die ethnischen Grenzen“ hinausreichte bis zu den Samaritern. „Er wandte sich Leprakranken und Krüppeln und Bettlern genauso zu wie römischen Hauptleuten oder den religiösen Eliten des Judentums.“ Jesus habe in großer Ehrlichkeit Dinge offen angesprochen. Auch ein Kennzeichen der frühen täuferischen Bewegung sei die wahrheitsgetreue Rede gewesen: „Die Täufer weigerten sich, Eide zu schwören, einfach, weil sie davon ausgingen, dass die Nachfolger Jesu immer die Wahrheit sagen.“ Jesu Heilungen hätten auf eine Wiederherstellung des ganzen Menschen abgezielt, was auch Menno Simons, den Namensgeber der Mennoniten, inspiriert habe, den Roth mit den Worten zitierte: „Wahrer evangelischer Glaube kann nicht schlummern. Er kleidet die Nackten, er nährt die Hungrigen, er tröstet die Trauernden, er beherbergt die Mittellosen, er dient denen, die ihm schaden, er verbindet das Verwundete, er ist allen Geschöpfen alles geworden.“ Schließlich sei Jesus Christus ein Vorbild an Demut gewesen, jedoch nicht in einer angstvollen, sondern einer kühnen Form: „Dies ist das Herzstück des täuferischen Verständnisses von Gelassenheit − nicht Selbsterniedrigung, sondern ein ‚Nachgeben‘ gegenüber dem Heiligen Geist und dem Beispiel Christi.“ ###3_IMAGES### Eine Vertreterin aus der Politik und drei kirchliche Vertreter hielten Grußworte: Petra Lotzkat, Staatsrätin der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg, Erzpriester Radu Constantin Miron, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, Weihbischof Horst Eberlein vom Erzbistum Hamburg sowie VEF-Präsident und BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba.

Petra Lotzkat hob die geschichtliche Bedeutung der Täuferbewegung hervor und würdigte das große gesellschaftliche und soziale Engagement von Kirchen, die in dieser Tradition stehen. Gerade in der Stadt Hamburg hätten die Mennoniten mit ihrem wirtschaftlichen Erfolg stets zum gesellschaftlichen Miteinander beigetragen. Hamburg beziehungsweise Altona, so hob die Staatsrätin hervor, hätten den Täufern in den vergangenen Jahrhunderten stets Offenheit und Toleranz entgegengebracht, wovon bis heute die Straße „Große Freiheit“ zeuge. Dort siedelten sich nicht nur Täufer an, sondern auch andere Religionsgemeinschaften, die anderswo verfolgt wurden. ###3_IMAGES### Radu Constantin Miron hob das große Interesse der ACK am Täufergedenken hervor: „Gerade nach dem großen Reformationsjubiläum 2017 ist es wichtig, auch jene Kirchen in den Blick zu nehmen, die damals womöglich etwas zu kurz gekommen sind; der sogenannte linke Flügel der Reformation.“ Denn hier gehe es „um Themen wie Mündigkeit und Religionsfreiheit. Oder – wieder einmal hochaktuell – die ungemein wichtige Tradition der Friedenskirchen, die bis heute für die Herausforderung eines konsequenten Lebens von Gewaltlosigkeit steht.“ Die ACK begleite das Täufergedenken, und dieses Begleiten umfasse auch den Austausch „über das so zentrale Thema Taufe; er ist nicht abgeschlossen; ich behaupte aber, dass unser ökumenisches Gespräch darüber in den letzten Jahren und Jahrzehnten gegenseitiges Verständnis und Vertrauen füreinander bewirkt hat.“

Christoph Stiba zeigte sich dankbar, dass das Täufergedenken ökumenisch begangen werde und „von Anfang an nicht nur Mennoniten und Baptisten zusammensaßen, sondern die ACK sich hinter dieses Projekt gestellt hat.“ Wie andere würdigte Stiba auch Bernd Densky: „Als Freikirchlicher Referent in der ACK war er von Anfang an treibende Kraft im Täufergedenken. Natürlich auch als Baptist, aber er hat dieses Anliegen in die ACK getragen und als Geschäftsführer des Vereins ‚500 Jahre Täuferbewegung 2025‘ vernetzt und gesteuert. Dass er heute wegen seiner Erkrankung nicht hier sein kann, bedauere ich sehr! Wir haben ihm viel zu verdanken und wollen ihn in unserem Tun und in unseren Gebeten nicht vergessen.“###3_IMAGES### Im Blick auf gegenseitige Verletzungen zwischen Landes- und Freikirchen sprach Christoph Stiba den Wunsch aus, dass die fünf Jahre des Gedenkens zu einer „Heilung der Erinnerung“ beitragen mögen: „Wir sollten gemeinsam darauf hinarbeiten, dass im Jahr 2025 die Heilung manch unseliger Erinnerungen und die Versöhnung im Mittelpunkt stehen und Ausdruck finden.“ Die Geschichte der Konfessionen sei „keine einseitige Verletzungsgeschichte: Die schmerzhafte Selbsterkenntnis der Freikirchen liegt darin, dass uns in den Freikirchen immer deutlicher bewusst wird, wo wir selbstgerecht und überheblich, also nicht dem Geist Gottes gemäß in Vergangenheit und Gegenwart über den Glauben und die Frömmigkeit unserer landeskirchlichen Geschwister geurteilt haben und urteilen.“ Am Ziel der Versöhnung wolle „die VEF gerne weiter mitwirken.“

Horst Eberlein verlas das Grußwort des Hamburger Erzbischofs Dr. Stefan Heße, das das Motto des Täufergedenkens „gewagt!“ in Bezug stellte zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Probleme oder Corona-Pandemie. „Vertrauen wagen – Nachfolge wagen! In all diesen ungewissen Zeiten, die es auch schon vor Corona gab, können wir Christen auf Jesus Christus vertrauen.“ Es sei schön, dass „wir Kirchen uns über unser ‚Wagnis der Nachfolge‘ heute zur Eröffnung des Täufergedenkens austauschen und wir zusammen das Wagnis der Täuferbewegung feiern. Denn das haben wir gemeinsam: Die Nachfolge Christi ist ganz schön gewagt!“ ###3_IMAGES### Vor der Zeremonie hatten Radu Constantin Miron und Christoph Stiba auf einem Podium mit der AMG-Vorsitzenden Doris Hege und dem mennonitischen Theologen und Friedensforscher Prof. Dr. Fernando Enns über die Frage diskutiert, was Religionsfreiheit für die Kirchen heute bedeutet. Enns beschrieb in diesem Zusammenhang Evangelisation als ein herausforderndes Thema in der Ökumene. Im Zentrum stehe hier die Frage: „Wie haltet ihr es mit dem Anders- und Nichtglaubenden?“ Gute Antworten auf die Frage nach einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Mission und dem Respekt vor den Überzeugungen Andersdenkender gebe das ökumenische Papier „Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“. Doris Hege wies auf das Beispiel Jesu Christi hin: „Er hat die Menschen geachtet und sie entscheiden lassen, was sie wollen. Bekennen wir unseren Glauben aus innerer Erfüllung oder mit einem angstmachenden Element?“ Radu Constantin Miron berichtete, dass das politische Umfeld der orthodoxen Kirche, wie der Kommunismus oder das Osmanische Reich, lange Zeit keine Mission zugelassen hätte. Mission sei daher undenkbar gewesen. Durch die ökumenischen Begegnungen hätten sich in letzter Zeit hier vermehrt vielfältige Lern- und Erfahrungsorte für die Orthodoxie eröffnet. Christoph Stiba berichtete über ein aktuelles Beispiel für den Einsatz von Christen für die Religionsfreiheit einer anderen Gemeinschaft. So hätten sich jüngst Baptisten in Russland angesichts der neuen diskriminierenden Religionsgesetzgebung für die Zeugen Jehovas eingesetzt. Am Ende der Diskussion forderte Fernando Enns, Kirche müsse sich stets fragen, wo sie Privilegien habe, durch die sie anderen Kirchen oder Religionsgemeinschaften möglicherweise ihre Religionsfreiheit nehme: „Inwieweit sind wir als Kirchen bereit, auf Privilegien gegenüber anderen Religionen zu verzichten?“

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news-2814 Thu, 08 Oct 2020 16:32:05 +0200 Gemeindearbeit mit älteren Menschen Dagmar Lohan https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gemeindearbeit-mit-aelteren-menschen/ Am 02. Oktober 2020 fand eine Online-Werkstatt statt. Thematisch ging es um die Bedarfe, Potenziale und Ressourcen älterer Menschen in der Gemeinde. Am 2. Oktober fand ein Onlinewerkstattgespräch zu den Bedürfnissen, Potenzialen und Ressourcen älterer Menschen in der Gemeinde statt. Dagmar Lohan, Referentin im Fachbereich Familie und Generationen, berichtet.

Welchen Bedarf haben ältere Menschen innerhalb der Gemeinde? Welche Ressourcen und Potenziale bringen sie mit? Und wie kann beides miteinander vereinbart werden?

Zu diesen Fragen initiierte das Forum Älterwerden im BEFG ein Online-Werkstattgespräch. 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am 2. Oktober dabei und brachten ihre eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen ein. Grundlage für das Gespräch waren zwei Impulsfilme von Prof. Dr. Ralf Dziewas, Professor für Diakoniewissenschaft und Sozialtheologie der Theologischen Hochschule Elstal. Darin stellte er die verschiedenen Altersphasen dar und erläuterte die Milieuvielfalt im Alter ausführlich dar.

Der Austausch in kleineren Gruppen und in der großen Runde war rege und zeigte deutlich auf, dass die älteren Erwachsenen in einer Gemeinde nicht über einen Kamm zu scheren sind und dass manch gutes Angebot nicht alle erreicht und alle Bedürfnisse abdeckt. In einer Umfrage unter den Teilnehmenden wurde deutlich, dass ein Bewusstsein für die Vielfalt und die unterschiedlichen Milieus vorhanden ist oder sich entwickelt. Dass sich diese Erkenntnisse aber in der Realität der Gemeindearbeit nicht unbedingt wiederfinden.

In ihrem Impuls hob Dagmar Lohan, Referentin im Fachbereich Familie und Generationen, hervor, dass Individualisierung und Vielfalt in den Gemeinden längst gelebt wird. Sie machte deutlich: „Die Herausforderung besteht darin, dass ein hohes Maß an Toleranz und Kreativität gefragt ist, um hier neue Wege zu finden und sie mutig zu gehen. Altern ist ein Prozess, der jeden Menschen begleitet und sich sehr unterschiedlich ausdrückt. So werden in der Gemeindearbeit heute und zukünftig eher Interessen, Lebensentwürfe und persönliche Glaubensentwicklungen eine Rolle spielen. Der Versuch, definierte Altersgruppen dauerhaft für ein Gruppenangebot zu gewinnen, wird schon heute weniger angenommen.“

In ihrem Schlusswort wies Jutta Teubert, Moderatorin und Leiterin des Forum Älterwerden, darauf hin, dass es heute und zukünftig um Gemeindearbeit MIT Älteren und nicht für sie gehen sollte. Selbstbestimmtheit und Teilhabe haben dabei große Bedeutung. Sie machte Mut, Neues auszuprobieren, denn: „Es gibt noch viel zu tun!“  So ging eine motivierende Veranstaltung zu Ende, die Lust darauf macht, ältere Menschen in und um die Gemeinde herum neu zu entdecken und sich auf den Weg zu machen.

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news-2811 Wed, 07 Oct 2020 10:51:12 +0200 „Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025“ https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gewagt-500-jahre-taeuferbewegung-1525-2025-1/ Die Initiative möchte in fünf Themenjahren mit einem Blick auf täuferische Werte und Tradition das „Heute und Morgen gestalten und ökumenische Impulse setzen“. Die Täuferbewegung bildete neben der Wittenberger und der Schweizer Reformation die dritte reformatorische Strömung – ihr Einsatz für Ideale wie Religionsfreiheit und Gewaltlosigkeit hat bis heute Einfluss auf Kirche und Gesellschaft. Die Initiative „Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung 1525-2025“ möchte in fünf Themenjahren mit einem Blick auf täuferische Werte und Tradition das „Heute und Morgen gestalten und ökumenische Impulse setzen“. Den Auftakt bildet ein Gottesdienst am 10. Oktober in Hamburg.

In seinem Grußwort zur Initiative hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Relevanz täuferischer Ideale beschrieben: „Jeder soll hier nach seinem Glauben leben können und dürfen – ohne Angst, aber auch ohne Machtanspruch. Dass dieses Verständnis von Religionsfreiheit heute Grundlage unseres Zusammenlebens ist, dazu hat auch die täuferische Tradition beigetragen mit ihrem Beharren auf der Freiheit des Einzelnen, der Begrenzung staatlicher Macht in Glaubensfragen und der Ablehnung von Gewalt.“

Der Initiative gehe es darum, aus der Geschichte für den Glauben und das gesellschaftliche Engagement heute zu lernen, wie die 1. Vorsitzende des Vereins „500 Jahre Täuferbewegung“, die Mennonitin PD Dr. Astrid von Schlachta, betont: „500 Jahre Täuferbewegung lehren uns: Um authentisch Glauben zu leben, muss Altes hinterfragt und Neues gewagt werden – mündig, frei und souverän, in der Verantwortung vor Gott und den Menschen, immer wieder aufs Neue.“ Weil die Täufer in ihrem Einsatz sehr mutig gewesen seien, habe man über alle fünf Themenjahre die Überschrift „gewagt!“ gesetzt, erklärt der 2. Vereinsvorsitzende, der Baptist Dr. Andreas Liese: „Die Täufer und Täuferinnen haben es gewagt, gegen große Widerstände nach ihrem Gewissen und entsprechend ihrer biblischen Erkenntnis zu handeln.“ Unter der Überschrift „gewagt!“ geht es in den Themenjahren um „mündig leben“ (2020), „gemeinsam leben“ (2021), „konsequent leben“ (2022), „gewaltlos leben“ (2023) und „Hoffnung leben“ (2024). Für das Jahr 2025 sind mehrere Gedenkveranstaltungen geplant, die an die erste täuferische Glaubenstaufe 1525 in Zürich erinnern.

Das Spektrum täuferischer Kirchen ist weit. Zwei von ihnen laden gemeinsam mit dem Verein sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zum Auftakt in Hamburg ein: Die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) und der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG), zu dem Baptisten- und Brüdergemeinden gehören. Während die Mennoniten geschichtlich unmittelbar zur Täuferbewegung gehörten, sind die Baptisten im Zusammenhang mit der englischen Reformation zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstanden, zählen aber zu den täuferischen Kirchen.

Für die AMG-Vorsitzende Doris Hege sind 500 Jahre Täuferbewegung „ein guter Grund, sich mit den Anliegen der Bewegung zu befassen. Es geht nicht darum, im Rückblick manches zu verklären, sondern erneut diese Themen – wie den Einsatz für Frieden – zu unseren zu machen.“ Sie freue sich, so Hege, dass „dieses Gedenken auf so breite ökumenische Basis gestellt werden konnte.“ Auch für BEFG-Präsident Michael Noss geht es darum, „die Gegenwart zu begreifen und zu überlegen, was die Grundwerte unserer Überzeugung für die Zukunft bedeuten.“ Dies gelte „besonders für die Glaubens- und Religionsfreiheit, die immer wieder, durch Aus- und Abgrenzung, auf dem Prüfstand steht.“ Für die Themenjahre wünscht er sich, dass sie „ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religionen und Glaubensüberzeugungen stärken und in eine ökumenische Weite führen.“ ###3_IMAGES###Diese ökumenische Weite ist auch für den ACK-Vorsitzenden, Erzpriester Radu Constantin Miron, unerlässlich. Das „nicht von ungefähr mit Ausrufungszeichen versehene ‚gewagt!‘“ unterstreicht für ihn das Anliegen der multilateralen Ökumene: „Offensichtlich brauchen wir in der Kirche – und in der Ökumene! – diesen unbefangenen Wagemut, weiter Schritte auf dem Weg zu unserer Einheit zu tun!“

„Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung“ lädt zu einem fünfjährigen gemeinsamen Weg ein, über Geschichte, Erinnerung, Tradition und Erbe nachzudenken, um das Heute und Morgen zu gestalten und ökumenische Impulse zu setzen. Begleitet wird das Nachdenken durch jährlich erscheinende Broschüren, die in Gesprächs- und Hauskreisen, Gemeinden, ökumenischen Gremien und Bildungseinrichtungen zu Diskussionen über das jeweilige Jahresthema anregen sollen. Ausstellungen, Materialien für Schule und Bildungsinstitutionen sowie Tagungen werden die Auseinandersetzung mit den zurückliegenden 500 Jahren täuferischer Geschichte illustrieren und vertiefen. Weitere Informationen: www.taeuferbewegung2025.de.

Die Eröffnung des Täufergedenkens findet am 10. Oktober in der Mennonitengemeinde, Mennonitenstraße 20, 22769 Hamburg statt. Los geht es um 17:00 Uhr mit einer Podiumsdiskussion, bei der Vertreterinnen und Vertreter von Freikirchen mit dem Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, MdB Markus Grübel, diskutieren. Nach einem Empfang um 18:30 Uhr folgt um 19:30 Uhr der Ökumenische Eröffnungsgottesdienst. Vertreterinnen und Vertreter der Presse werden gebeten, sich bei BEFG-Pressesprecher Dr. Michael Gruber (mgruber@befg.de) zu akkreditieren. Die Eröffnung wird auch per Livestream übertragen (Gottesdienst: www.baptisten.de/livestream-auftakt-500 | Podiumsdiskussion per Zoom: tinyurl.com/y6d6ocrg).

Diese Pressemittelung wird herausgegeben von:

•    500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.
•    Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)
•    Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG)
•    Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG)

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news-2810 Wed, 07 Oct 2020 10:05:29 +0200 Auf Augenhöhe – trotz Corona – von 14 bis 90 Jahren Jutta Teubert https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/auf-augenhoehe-trotz-corona-von-14-bis-90-jahren/ 45 Menschen aus der EFG Essen-Borbeck erlebten ein Wochenende im Miteinander der Generationen. Lange hatte die EFG Essen-Borbeck (Am Weidkamp) ihre Gemeindefreizeit geplant, und dann kam Corona. Nach Überlegen, Umplanen und unter Berücksichtigung der notwendigen Schutzmaßnahmen trafen sich am Wochenende über den 3. Oktober dann aber doch ca. 45 Menschen in Eversberg bei Meschede. Sie erlebten in einem Freizeitheim, das mitten im Wald liegt, drei frohe Tage als Mehrgenerationengemeinde.

Das Anliegen war, das Miteinander als Generationen zu stärken und zu fördern. Dazu hatten sie Jutta Teubert vom Fachbereich Familie und Generationen eingeladen. Sie hat das Programm „Auf Augenhöhe“ mit konzipiert und schon oft durchgeführt. Offen und interessiert ließen sich alle Generationen auf die Inhalte und auch auf die kreativen Angebote ein. Dabei ging es um die Vielfalt der Generationen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten, in einer Kreativaktion um das „Traumhaus der Gemeinde“ und um die Frage, wie Plattformen für Begegnungen geschaffen werden können. Dabei wurden Projekte, die es in der Gemeinde schon gibt, in den Blick genommen, und es entstand Offenheit, auch Neues auszuprobieren. Besonders Spaß machte eine Interaktion, die bei gutem Wetter im Freien stattfinden konnte. Dabei wurde auch wahrgenommen: Sich in andere Lebenssituationen hineinzuversetzen, schafft Verständnis füreinander, gemeinsames Tun und auch, einfach miteinander zu lachen, verbindet. Interessant war der Austausch über Bilder mit verschiedenartigen Brücken – von stabil bis brüchig, große und kleine Distanzen überwindend. Viele wählten Brücken, die nur einen geringen Abstand überspannten. Das zeigt, dass die Generationengemeinschaft innerhalb der Gemeinde weitgehend als positiv wahrgenommen wird – aber auch die Notwendigkeit, Brücken zu bauen, wofür es manchmal Mut braucht.

Am Sonntag wurde unter Mitgestaltung aller Generationen ein Gottesdienst gestaltet zum Thema „Einander etwas zutrauen, fördern, ermutigen“ (2. Tim. 1,7) und zur Beziehung von Paulus und Timotheus. Dabei wurde auch die Collage vom Vortag zum Thema „Mein Traum von Gemeinde“ einbezogen. Es gab anschauliche und handlungsorientierte Elemente, zum Beispiel einen Gebetsteil mit Stationen zum Danken und Bitten.

Vieles wurde auf Flipchart festgehalten und soll vor Ort weiter wirken – wie Samenkörner, die gesät wurden und nun gehegt und gepflegt werden müssen.

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news-2795 Thu, 24 Sep 2020 11:15:07 +0200 Jeder ist ein wenig wie alle Gabriele Löding https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/jeder-ist-ein-wenig-wie-alle/ Bei der Jahrestagung der Evangelisch-Freikirchlichen Kindertagesstätten (AGEF KITA) ging es um Vielfalt und wie man dieser Vielfalt wertschätzend begegnen kann. Bei der Jahrestagung der Evangelisch-Freikirchlichen Kindertagesstätten (AGEF KITA) ging es um Vielfalt und wie man dieser Vielfalt wertschätzend begegnen kann. Darüber berichtet Gabriele Löding, BEFG-Referentin für Diakonie und Vorstandsmitglied der AGEF KITA.

„Jeder ist ein wenig wie alle, ein bisschen wie manche, einzigartig wie niemand sonst“ (Quelle unbekannt). Mit diesem Zitat könnte man das Thema der diesjährigen Jahrestagung der Evangelisch-Freikirchlichen Kindertagesstätten am 18. September zusammenfassen.

Es ging um die Vielfalt der Kinder und Eltern, die unsere Einrichtungen besuchen und wie man dieser Vielfalt so begegnen kann, dass jede und jeder sich wertgeschätzt fühlt. Eigentlich wollten wir unsere Jahrestagung bunt und vielfältig gestalten, live in Elstal und Berlin. Es sollte einen interkulturellen Spaziergang im bunten Stadtbezirk Wedding geben, mit Begegnungen und Falafel-Abendessen und viel Raum zur persönlichen Begegnung.

Doch dieses Programm ließ sich unter den Coronabedingungen nicht durchführen. Da die Lage auch für die Kitas nach den Sommerferien nicht einzuschätzen war, entschied sich der Vorstand, die Jahrestagung eintägig digital durchzuführen.

Den 30 Teilnehmenden wurde zu Beginn erstmal die Möglichkeit zum Austausch in Kleingruppen gegeben, der freudig und rege wahrgenommen wurde.

Mirjam Ekelmann von „Wir gestalten e.V.“ der Baptistenkirche Wedding, die dort für das Patenprogramm zuständig ist und viel mit Menschen anderer Kulturen zusammenarbeitet, hielt das erste Kurzreferat und klärte zunächst einmal den Kulturbegriff. Beim Auflisten der Kulturdimensionen wurden die Unterschiede zum Beispiel im Umgang mit Zeit, Macht und Risiko deutlich. Zudem wurde ersichtlich, dass interkulturelles Lernen heißt, in den Dialog zu treten und Kompromisse sowie gemeinsame Lösungen zu finden.

Ich ergänzte das Thema um den interreligiösen Bereich. Wie geht eine Kita mit der religiösen Vielfalt um, wenn sie eine christliche Kita ist? Sie verdeutlichte, dass es dazu nötig ist, dass die Erzieherinnen und Erzieher zunächst ihre eigenen Einstellungen ihrer Religion und anderen Religionen gegenüber reflektieren. In einer Atmosphäre der Wertschätzung, Offenheit und Toleranz sind dann in der Kita Gespräche und Fragen über verschiedene Aspekte der Religionen möglich.

Andrea Pauly, Einrichtungsleiterin im Familienzentrum in Siegen, ergänzte das Thema durch ihren Beitrag, wie im konkreten Kitaalltag das Thema Interkulturalität zum Tragen kommt. Sie erzählte, dass in ihrem Familienzentrum die verschiedenen Nationen, aus denen die Kinder kommen, schon im Eingangsbereich sichtbar werden, indem die Orte in Deutsch und der jeweiligen Heimatsprache aufgeführt sind und Uhren hängen, an denen die Uhrzeiten in den jeweiligen Ländern abzulesen sind. Es wird in der Einrichtung deutsch gesprochen, doch gibt es auch Bilderbücher in unterschiedlichen Sprachen und Puppen mit unterschiedlicher Hautfarbe. Ein interreligiöser Kalender zeigt die Vielfalt und durch interkulturelle Feste wird die Vielfalt erlebt.

Iman Andrea Reimann vom deutsch-muslimischen Zentrum in Berlin stellte in ihrem Referat das Konzept ihrer interkulturellen Kita vor, die aus einer Elterninitiative entstand. Dabei wurde deutlich, dass sich ihrer Einrichtung die gleiche Frage stellt: Wie geht eine Kita mit der religiösen Vielfalt um, wenn sie eine muslimische Kita ist?

Weiterführend und sehr spannend ist, dass Frau Reimann seit fünf Jahren zusammen mit einer evangelischen und einer jüdischen Kollegin in Berlin das Projekt „Drei Religionen Kita Haus“. Es richtet sich an Familien, denen sowohl die Praxis und Pflege der eigenen Religion, Tradition und Kultur, als auch das friedliche Miteinander und der Austausch mit anderen Religionen wichtig ist. Dabei ist jede Kita eigenständig und es gibt Gemeinschaftsräume für gemeinsame Feste und Begegnungen. Der Bau soll 2022 beantragt werden.

Über die inhaltlichen Impulse hinaus gab es die Mitgliederversammlung und in Kleingruppen immer wieder die Möglichkeit zum Austausch über das Gehörte.

Am Ende stellten die Teilnehmenden fest: Es gab gute Anregungen für die Arbeit, doch die „leibhaftige“ Begegnung und die kleinen Gespräche am Rand fehlten. So hoffen alle, dass wir uns vom 24. bis 26. September 2021 wieder live in Bad Hersfeld zu unserer nächsten Jahrestagung treffen können.

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news-2794 Wed, 23 Sep 2020 14:57:23 +0200 Fortbildung im Anfangsdienst Lisa-Marie Lilja https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/fortbildung-im-anfangsdienst-1/ Die Fortbildung im Anfangsdienst (FiA) in der vergangenen Woche beschäftigte sich mit der Frage, wie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde gestaltet und verändert werden kann. Die Fortbildung im Anfangsdienst (FiA) in der vergangenen Woche beschäftigte sich mit der Frage, wie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde gestaltet und verändert werden kann.

Vom 14. bis zum 18. September führte die Akademie Elstal wieder eine Fortbildung im Anfangsdienst durch, an der elf Pastorinnen und Pastoren und eine Diakonin teilnahmen. Sie stand unter der Überschrift  „Gemeinde mit Kindern und Jugendlichen gestalten“ und hat sich unter anderem um die Themen „Entwicklung und Leitung von ansprechender Jugendarbeit“ und  „Veränderungen von Gemeinde in Richtung (sozialer) online Medien“ gedreht.

Dank des guten Wetters konnten die morgendlichen Andachten draußen stattfinden. So konnten alle mit gemeinsamem Lobpreis in den Tag starten, was zu Zeiten von COVID-19 nicht selbstverständlich ist.

Jonas Schilke, Jugendpastor in Hannover, präsentierte seine Erfahrungen und Erkenntnisse: Was bedeutet es, eine Jugendarbeit von Null auf zu starten? Wie können ehrenamtliche Mitarbeitende der Generationen Y und Z gewonnen und gefördert werden? Außerdem wurden praktische Wege und Tipps zur Leitung von Jugendarbeit und -events vorgestellt und potenzielle Spannungsfelder behandelt.

Dr. Karsten Kopjar, Social Media-Koordinator der Evangelischen Kirche aus Erfurt, hat über den Umgang der Kirche mit sozialen Medien referiert. Es wurde die gegenwärtige mediale Realität von Kirche im Allgemeinen und auch die von Jugendlichen im Speziellen beleuchtet. Kopjar hat durch mehrere Umfragen unter den Teilnehmenden die Erfahrungen der Gruppe erschlossen und hinterfragt sowie dazu ermutigt, dasselbe auch mit dem Umgang von sozialen Medien in der eigenen Gemeinde zu tun. Besonders bei denen durch COVID-19 größtenteils schlagartig erzwungenen Veränderungen gab es hier konstruktive Tipps zur Etablierung eines hybriden Formates zwischen Online- und Offline-Kirche.

Dr. Anika Loose, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Bochum, hat Theorien und Methoden der Kindertheologie vorgestellt und Beispiele gegeben, wie mit Kindern zusammen theologisiert werden kann. Zusammen mit den Teilnehmenden wurden verschiede Arten der Erzählung von Bibelgeschichten in Verbindung mit der adressierten Altersgruppe ausprobiert. Von Erzählkarten mit Einzelsymbolen, über Plakate mit einzelnen Szenen von Bibelgeschichten, bis hin zu Kinderbibeln mit verschiedenen Schwerpunkten auf Bildern, Erzählungen oder Darstellungen gab es eine Vielzahl von verschiedenen Methoden, bei denen alle Teilnehmenden ihren persönlichen Zugang finden konnten.

Am Freitag wurde die Gruppe von Jason Querner, GJW-Referent für die Arbeit mit Kindern, in die „Kirche kunterbunt“ „entführt“: Der Ablauf dieses kreativen Angebots für Familien wurde beim Basteln, Malen und Miteinanderreden ganz handfest erlebbar. „Die Kirche kunterbunt will ich möglichst bald ausprobieren, damit Familien gerade in dieser Zeit wieder in die Gemeinde kommen können“, sagte ein Teilnehmer.

Abgeschlossen wurde diese Fortbildung im Anfangsdienst mit einem gemeinsamen Gottesdienst, bei dem Oliver Pilnei die Kolleginnen und Kollegen in seiner Predigt ermutigte, an die Grenzen zu gehen und den Menschen Gottes heilsame Liebe nahe zu bringen.

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news-2790 Tue, 22 Sep 2020 15:04:19 +0200 Der lange Weg von Namibia nach Hagen Christel und Ronald Hentschel https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/der-lange-weg-von-namibia-nach-hagen/ Jessica Festus ist die erste afrikanisch-stämmige Pastorin im BEFG. Christel und Ronald Hentschel freuen sich, dass sie in der EFG Hagen als Pastorin angestellt wurde und berichten. Jessica Festus ist die erste afrikanisch-stämmige Pastorin im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Christel und Ronald Hentschel freuen sich, dass sie in der EFG Hagen, Kirche am Widey, als Pastorin angestellt wurde und berichten.

Es war ein sehr langer Weg für die Gemeinde Hagen und für Theresa Jessica Festus, bis es endlich soweit war und sie unsere Pastorin werden konnte. Viele Hindernisse und Schwierigkeiten lagen auf diesem Weg: langwierige Anträge um Fördergelder, aber auch Vorurteile, Skepsis und Rassismus.

Theresa Jessica Festus stammt aus Namibia, 1996 kam sie nach Deutschland. Sie nahm hier am dreijährigen Pastoralen Integrations- und Ausbildungsprogramm (PIAP) unseres Bundes teil, lebte einige Jahre in Schwerte und besuchte in Bochum die afrikanische MIRS Gemeinde unseres Bundes und kam schließlich nach Hagen.

Schon einige Jahre arbeitet sie ehrenamtlich als ordinierte Pastorin in der Gemeinde Hagen. Nun aber hat sich ihr Status geändert: Seit April ist sie angestellte Pastorin der „Kirche am Widey“ und damit die erste afrikanisch-stämmige Pastorin unseres Bundes. Die „Aktion Mensch“, der Dienstbereich Mission im BEFG und der Landesverband NRW unterstützen ihre Anstellung finanziell.

Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Integration von jugendlichen Migrantinnen und Migranten in Hagen und Umgebung. „Willkommen – Ankommen – Weiterkommen“, so fasst sie selbst ihre Arbeit unter den jungen Menschen zusammen. Sie möchte ihnen helfen, hier eine neue Heimat zu finden und die Kultur der Region und des Landes kennenzulernen.###3_IMAGES###Schon Anfang April startete sie voll durch – der Festgottesdienst fand coronabedingt allerdings erst am 13. September statt. Und auch jetzt noch schränkt die Pandemie vieles in unseren Gottesdiensten ein. So hätten wir gerne mit vielen Gäste aus afrikanischen Gemeinden in Deutschland und Belgien gemeinsam im Festgottesdienst gesungen. Leider ist das momentan nicht möglich. Aber wir hatten eine Idee: Wer nicht singen kann, der tanzt halt! Mit „Worship Dance“ wurde die gesamte Festgemeinde motiviert und alle merkten schnell, dass Anbetung nicht nur mit Gesang, sondern auch mit anderen Sinnen und Bewegung möglich ist.  

„Lass euch nicht entmutigen von dem, was alles nicht geht. Entdeckt immer wieder neu das, was Gott uns alles möglich macht. Glaube und Christsein ist möglich, auch unter den Einschränkungen einer Pandemie. Nutzt die Gelegenheiten!“, so machte Pastor Thomas Klammt, BEFG-Referent für Integration und Fortbildung, der Gemeinde Mut. In seiner Festpredigt über Zachäus aus Lukas 19 legte er die Geschichte als eine Aneinanderreihung von Mobbing, Unterdrückung und gegenseitigem Blockieren aus, die erst durch das Eingreifen von Jesus beendet werden kann, der sich in die Konfliktlinie begibt. Die Geschichte zeigt: Veränderung ist möglich. Ausbeutung und Hass müssen nicht immer gewinnen. Wenn Jesus kommt, dann passiert etwas. Was passiert, wenn Jesus nach Hagen kommt? Er will Veränderung, Heil und Rettung bringen für die Menschen unserer Stadt. Auch durch uns, seine Nachfolger, wenn wir uns in die Begegnung mit den Menschen wagen.

Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde Theresa Jessica Festus unter den Segen Gottes gestellt. Es beteten die Gemeinde-Ältesten und Pastoren für sie, für ihren Dienst und für ihre Familie. Da die Teilnehmerzahl begrenzt war, wurde der Festgottesdienst als Livestream gesendet und kann auch jetzt noch angeschaut werden.

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news-2787 Thu, 17 Sep 2020 16:04:00 +0200 „Unsere Verantwortung in der Corona-Pandemie“ Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/unsere-verantwortung-in-der-corona-pandemie/ Das Präsidium fordert dazu auf, die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zu unterstützen und zeigt sich dankbar für die große Kreativität der Gemeinden in der Krise. Das Präsidium des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden hat in seiner Sitzung in Elstal ein Geleitwort zur aktuellen Corona-Situation verabschiedet.

Darin fordern die Mitglieder des Präsidiums und der Bundesgeschäftsführung dazu auf, die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung zu unterstützen und Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. Sie zeigen sich dankbar dafür, dass „die lange gewachsene Gemeinschaft in der Gemeinde auch in Krisenzeiten trägt“ und dass die Gemeinden des Bundes mit großer Kreativität auf die Krise reagiert haben. Und sie unterstreichen die Aufgabe der Gemeinde, das Evangelium von Jesus Christus in Wort und Tat zu den Menschen zu bringen.

Das Geleitwort steht auf dieser Seite zum Download bereit.

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news-2769 Fri, 04 Sep 2020 14:02:14 +0200 Das Verhältnis von Christentum und Judentum Prof. Dr. Carsten Claußen https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/das-verhaeltnis-von-christentum-und-judentum/ Wie sich für den BEFG das Verhältnis von Juden und Christen geschichtlich entwickelt hat und was das theologisch bedeutet, beschreibt ein Fachbeitrag. Die Überarbeitung der „Rechenschaft vom Glauben“, dem grundlegenden baptistischen Bekenntnistext, ist das Resultat einer Entwicklung, die sich im Schuldbekenntnis 1984 erstmals zeigte. Wie sich für den BEFG das Verhältnis von Juden und Christen geschichtlich entwickelt hat und was das theologisch bedeutet, beschreibt ein Fachbeitrag.

Welche Haltung nimmt der deutschsprachige Baptismus zum Judentum ein? Dieser Frage widmen sich Dr. Carsten Claußen und Dr. Dirk Sager, beide Professoren an der Theologischen Hochschule Elstal des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. (BEFG), in einem gemeinsamen Beitrag. Er beleuchtet die jüngsten kirchlichen Entscheidungen im Licht der Entwicklungen seit 1945. Nach dem zweiten Weltkrieg, so die Autoren, gab es keine „Theologie nach Auschwitz“ im Deutschen Baptismus. „Eine Aufarbeitung und kritische Infragestellung der Lehre von der Verwerfung Israels … hat in den ersten Jahrzehnten nach 1945 nicht stattgefunden“. Geändert hat sich das erst im Laufe der 70er und 80er Jahre. „Wie baptistische Prediger und Predigerinnen über das Judentum dachten und predigten und was Gemeindeglieder dazu glaubten ist bis heute praktisch unerforscht“, unmissverständlich haben sich erst das Schuldbekenntnis von 1984 und die Handreichung zur Verhältnisbestimmung von Christen und Juden von 1997 gegen traditionelle Spielarten gewendet und jede Ersatztheologie abgelehnt. Die Revision der „Rechenschaft vom Glauben“, beschlossen auf dem Bundesrat des BEFG 2019, hat diese Entwicklung konsequent weiterverfolgt. Der Text wurde im „Fachkreis Christen und Juden“ des BEFG in Zusammenarbeit mit dem Kollegium der Hochschule erarbeitet. Der betreffende Abschnitt in der „RvG“ befasst sich mit der Beziehung zwischen Christen und Israel beziehungsweise zum Judentum. Insbesondere wird jedes Auftreten einer Substitutionstheologie nun deutlich abgelehnt. Die gemeinsamen Wurzeln und die Teilhabe der christlichen Kirche an den zuerst an das Volk Israel ergangenen Verheißungen werden ebenso wie die Bedeutung des Christusgeschehens differenziert gewürdigt. Schließlich machen die Autoren deutlich, dass die theologischen Überlegungen zu diesem Thema nicht abgeschlossen sind, sondern weiter bedacht werden müssen.

Carsten Claußen/Dirk Sager: Das Verhältnis von Christentum und Judentum – Eine Änderung in der „Rechenschaft vom Glauben“ erläutert. Der Aufsatz ist im Theologischen Gespräch 3/2020 erschienen und kann hier erworben werden.

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news-2765 Tue, 25 Aug 2020 11:03:32 +0200 Gebet für Belarus Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gebet-fuer-belarus/ Die Europäische Baptistische Föderation (EBF) hat zum Gebet für Belarus aufgerufen. Die Europäische Baptistische Föderation (EBF) hat zum Gebet für Belarus aufgerufen.

„Betrübt verfolgen wir die Nachrichten aus Belarus, wo infolge politischer Unruhen hunderte Menschen verletzt, zwei getötet und 5.000 verhaftet wurden. Belarus befindet sich mitten in Chaos und Ungewissheit.“ Mit diesen Worten hat Helle Liht von der EBF die Baptistenbünde zum Gebet aufgerufen.

In ihrer E-Mail berichtet Helle Liht davon, dass EBF-Präsident Meego Remmel in Kontakt mit belarusischen baptistischen Leitern ist, die dazu einladen, für das Land und die Menschen zu beten: „Bitte betet für die belarusischen Politiker (1. Timotheus 2,1-2), dass sie Gott respektieren und sich den Bürgerinnen und Bürgern ihres Landes gegenüber verantwortungsvoll verhalten. Betet für ein Ende der Unmenschlichkeit, der Gewalt und des Blutvergießens ebenso wie für alle Opfer und deren Familien. Betet dafür, dass der Herr Menschen vor Hass, Rache und Groll bewahren möge (Römer 12,19). Und betet dafür, dass sich die Menschen durch Jesus Christus Gott zuwenden und ihn mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Verstand lieben, und ihren Nächsten wie sich selbst (Matthäus 22,37-40).“

BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba bittet die Gemeinden des Bundes darum, dem Aufruf der EBF zu folgen, der mit den Worten endet: „Bitte schließt Euch dem Gebet für Frieden und Gerechtigkeit in Belarus in dieser Zeit der Gewalt und der politischen Unruhe an. Und betet besonders auch für das Zeugnis der Baptistinnen und Baptisten und ihres Präsidenten, unseres Bruders Leonid Mikhovich.“

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news-2761 Thu, 20 Aug 2020 16:49:00 +0200 Libanon: BEFG hilft mit weiteren 60.000 US-Dollar Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/libanon-befg-hilft-mit-weiteren-60000-us-dollar/ Das Komitee der Katastrophenhilfe des BEFG hat beschlossen, über German Baptist Aid weitere Hilfsgelder in Höhe von 60.000 US-Dollar in den Libanon zu überweisen. Das Komitee der Katastrophenhilfe des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) hat beschlossen, über German Baptist Aid weitere Hilfsgelder in Höhe von 60.000 US-Dollar (rund 50.000 Euro) in den Libanon zu überweisen.

Mit dem Geld kann die baptistische Partner-Organisation des Bundes, die Lebanese Society for Educational and Social Development (LSESD), mit der German Baptist Aid seit Jahren zusammenarbeitet, 2.000 Hygienekits verteilen, um die Einwohnerinnen und Einwohner Beiruts vor einer Ansteckung mit Covid-19 zu schützen. Hintergrund ist, dass die Zahl der Corona-Fälle im Libanon infolge der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut stark gestiegen ist, wie tagesschau.de am 19. August berichtet hat. Demnach registrierte die Regierung in den letzten sieben Tagen 2.600 Neuinfektionen, während zuvor in den ersten sechs Monaten der Pandemie insgesamt „nur“ 5.000 Fälle aufgetreten waren. Nach der Detonation hätten sich zahlreiche Menschen infiziert, weil viele Verwundete ohne Schutzmaßnahmen transportiert wurden. Zudem seien Corona-Patientinnen und -Patienten verwundet worden und im Chaos mit anderen Personen in Kontakt gekommen, wie es unter Berufung auf das libanesische Gesundheitsministerium heißt.

Wegen der angespannten Situation im Libanon hatte der BEFG bereits kurz vor der Katastrophe Hilfsgelder in Höhe von 40.000 Euro an LSESD überwiesen, die nach der Explosion durch die Katastrophenhilfe um 20.000 Euro erhöht wurden. Auch nach den Hilfspaketen des Bundes und trotz der großen internationalen Solidarität ist der Bedarf nach wie vor sehr groß. In einem gerade veröffentlichten Video auf YouTube stellt LSESD den aktuellen Stand der Hilfsarbeit vor. Mit einer Spende an die Katastrophenhilfe des Bundes ist es weiterhin möglich, Unterstützung zu leisten.

In welchem Maße die Unterstützung Mut macht, wird im Bericht von Elie Haddad (Englisch) deutlich. Der Präsident des Arabischen Baptistischen Theologischen Seminars wirft darin zunächst die Frage auf, wo Gott in all dem Leid sei, um dann zu zeigen, in welchen Zeichen er Gottes Handeln entdeckt. Er sehe Gott in den unzähligen Libanesinnen und Libanesen, die in dieser Situation Hilfe leisteten, so Haddad. Er sehe Gott im Engagement der Kirchen ihres Landes, deren Handeln „einen wundervollen Ausdruck der Liebe Gottes für die Menschen“ darstellten. Und er sehe Gott in der Unterstützung der Partner aus aller Welt: „Das Ausmaß an Zuwendung, Betroffenheit und Gebet ist bewegend und erbauend.“ Man habe nicht einmal um etwas bitten müssen: „Unaufgefordert geben uns unsere Partner auf großzügige Weise in finanzieller Form Gottes Liebe weiter und statten uns mit dem aus, was wir jetzt brauchen.“

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news-2759 Thu, 20 Aug 2020 13:47:03 +0200 Gemeindehäuser vermieten Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gemeindehaeuser-vermieten/ Am 19. August fand das erste „Bund im Gespräch“ rund um das Thema Gemeindehäuser und ihre Potentiale statt. Am 19. August fand das erste „Bund im Gespräch“ rund um das Thema Gemeindehäuser und ihre Potentiale statt.

Wie ist es überhaupt zu diesem Treffen gekommen? Das Entwicklungsteam des Bundes wurde vom Präsidium beauftragt, Veränderungen im Bund Schritt für Schritt voranzubringen. Ohne langfristige Planungen wurden so neue Ideen einfach ausprobiert. Eine dieser Ideen war es, Gemeindehäuser als Ressource neu in den Blick zu nehmen.

Gemeindehäuser bieten oft ungenutzte Potentiale. Durch Vermietung können die regelmäßigen Einnahmen der Gemeinde gesteigert werden, und eine Öffnung für Außenstehende kann auch missionarisch wirken. Davon berichteten Dagmar Wend, Bernd Siodlaczek und Charlotta Frings den etwa 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Videokonferenz „Bund im Gespräch“.

„Wir vermieten unsere Räume sowohl an Privatfeiern als auch an kommerzielle Kunden“, berichtete Dagmar Wend von den Baptisten Schöneberg. „Bei uns in der Gemeinde kann es vorkommen, dass Führungskräfte von einem Leitungsseminar neben Müttern und Kindern vom Winterspielplatz oder Obdachlosen beim Essen zusammensitzen. Das ist Leben pur!“ Dagmar Wend ist fasziniert davon, dass Menschen durch die Vermietung zusammenkommen und auch Außenstehende erkennen: „Gemeinde lebt!“

Die EFG Ober-Ramstadt habe mit 70 Mitgliedern als einen Glaubensschritt ein Grundstück gekauft, erzählte Bernd Siodlaczek: „Es war nicht vorauszuahnen, dass jetzt in der Nachbarschaft beispielsweise ein Ärztehaus und eine Parkanlage entstehen.“ Die Gemeinde finanziere 20 Prozent ihres Haushaltes aus der Vermietung.

Auch die Baptistenkirche Wedding vermietet ihre Räume an unterschiedliche, auch religiöse Gruppen. „Wir wollen mitten in der Welt sein und im Kiez ankommen“, beschreibt Charlotta Frings das Anliegen der Gemeinde. „Den Weg der Vermietung gehen wir als Gemeinde gemeinsam. In der Gemeindeversammlung diskutieren wir dann auch schon mal, ob eine Beschneidungsfeier in unseren Räumen stattfinden darf.“ Es gäbe manchmal auch Probleme, wie die Räume beispielsweise hinterlassen werden. Das sei wie in einer Wohngemeinschaft. Es brauche eine Balance zwischen Regeln und Flexibilität. Mittlerweile habe sich herumgesprochen, dass die Gemeinde verschiedene Gruppen willkommen heiße.

„Die Vermietung kann ein Willkommenssignal in die Stadt senden, und wir wollen euch ermutigen, diesen Schritt zu wagen“, so Stefan ter Haseborg, der durch die Konferenz leitete. Er stehe auch für weitere Fragen zu dem Thema zur Verfügung.

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news-2758 Wed, 19 Aug 2020 10:10:22 +0200 Leinen los Daniela Singhal (Sprecherin United4Rescue) und Oliver Kulikowski (Pressesprecher Sea Watch) https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/leinen-los/ Das Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4 hat am 15. August den Hafen von Burriana in Spanien verlassen und ist auf dem Weg in die Such- und Rettungszone. Das Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4 hat am 15. August den Hafen von Burriana in Spanien verlassen und ist auf dem Weg in die Such- und Rettungszone. Die Sea-Watch 4 ist aktuell das einzige zivile Rettungsschiff, das auf dem Mittelmeer im Einsatz ist und ein gemeinsames Projekt von United4Rescue, Sea-Watch und Ärzte ohne Grenzen. Der BEFG gehört zu den Bündnispartnern.

Der Kauf des Schiffes wurde im Januar 2020 vom Bündnis United4Rescue ermöglicht. Nach den nötigen, durch die Corona-Pandemie erheblich verzögerten Umbauarbeiten, konnte die Sea-Watch 4 nun die Werft im spanischen Burriana verlassen und ist auf dem Weg ins Einsatzgebiet in internationalen Gewässern vor Libyen. Der Einsatz wird von Sea-Watch operativ geleitet und durch Ärzte ohne Grenzen medizinisch unterstützt. Mit der Sea-Watch 4 wird erstmalig eine Mission der zivilen Seenotrettung von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis getragen: Über 550 Bündnispartner unterstützen United4Rescue aktuell.

„Die Lage vor der libyschen Küste ist nach wie vor dramatisch“, so Michael Schwickart von United4Rescue. „Deshalb sind wir froh, dass unser Schiff endlich auf dem Weg ins Einsatzgebiet ist um Menschen aus Seenot zu retten.“

Seit über sechs Wochen sind keine zivilen Rettungskräfte mehr in der Such- und Rettungszone im Einsatz, fast alle aktiven Seenotrettungsschiffe sind wegen angeblicher Sicherheitsmängel in Italien festgesetzt oder werden mit nicht erfüllbaren Auflagen am Einsatz gehindert. Alleine in diesen sechs Wochen haben die zivilen Aufklärungsflugzeuge von Sea-Watch im zentralen Mittelmeer über 1.500 Personen in Seenot dokumentiert, mehr als 3.500 Menschen wagten laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) die gefährliche Überfahrt. In vielen dieser Fälle wurden die Menschen durch die sogenannte Libysche Küstenwache völkerrechtswidrig nach Libyen zurückgebracht.

„Seit Wochen werden zivile Schiffe unter absurden Vorwürfen vom Retten abgehalten, während Menschen im Mittelmeer um ihr Leben kämpfen“, sagt Chris Grodotzki, Sprecher von Sea-Watch an Bord der Sea-Watch 4. „Das Auslaufen der Sea-Watch 4 ist auch eine klare Ansage an die Europäische Union: Wir hören nicht auf zu retten, solange ihr Menschen zur Abschreckung ertrinken lasst!“ ###3_IMAGES### United4Rescue unterstützt als unabhängiger, gemeinnütziger Verein die zivile Seenotrettung auf dem Mittelmeer. Im Januar 2020 ermöglichte United4Rescue den Kauf der Sea-Watch 4 als zusätzliches Rettungsschiff. Darüber hinaus unterstützt United4Rescue auch andere zivile Seenotrettungsorganisationen, damit niemals ein Rettungsschiff aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht auslaufen kann.

Das Bündnis vereint mehr als 550 große und kleine Organisationen, Initiativen, Unternehmen, Vereine und Stiftungen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Bündnispartner sind unter anderem auch der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland und die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF).

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news-2754 Wed, 05 Aug 2020 17:20:32 +0200 Hilfe nach Explosion in Beirut Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/hilfe-nach-explosion-in-beirut/ Nach der verheerenden Explosion in Beirut sagt der BEFG weitere Hilfen zu und bitten um Gebetsunterstützung. Nach der verheerenden Explosion in Beirut sagen BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba und Joachim Gnep, Leiter von German Baptist Aid, weitere Hilfen zu und bitten um Gebetsunterstützung.

Am Dienstag erschütterten mehrere Explosionen in der Nähe des Hafens die libanesische Hauptstadt Beirut. Die Bilder in den Medien zeugen von unbeschreiblichem Leid. „Uns fehlen die Worte und wir sind zutiefst erschüttert“, schreibt Generalsekretär Christoph Stiba an den libanesischen Baptistenbund (Convention of the Evangelical Baptist Churches in Lebanon) und sichert ihnen Unterstützung zu: „Eure Gebetsanliegen sollen unsere sein. Als BEFG bitten wir unsere Mitglieder für den Libanon zu beten und auch finanziell zu helfen.“

German Baptist Aid unterstützt seit vielen Jahren Projekte der Lebanese Society for Educational and Social Development (LSESD). Unabhängig von der aktuellen Katastrophe wurde in diesen Tagen eine Unterstützung von 40.000 Euro auf den Weg gebracht für Menschen, die durch Hyperinflation, wochenlangem Corona-Lockdown, Arbeitslosigkeit und der allgemeinen Krise im Land in Not geraten sind. „Aufgrund der verheerenden Explosion gestern wurde dieser Betrag heute in einer Spontansitzung des Katastrophenhilfekomitees unseres Bundes um weitere 20.000 Euro erhöht “, so Joachim Gnep, Leiter von German Baptist Aid. Er rechnet mit weiteren Hilfsanträgen. Die Unterstützung wird aktuell aus Mitteln des allgemeinen Katastrophenfonds geleistet.

Nabil Costa, der Geschäftsführer von LSESD, hat folgenden Newsletter mit Gebetsanliegen versandt:

Die massive Explosion, die heute am späten Nachmittag den Hafen von Beirut erschütterte, hat einen wichtigen Teil der Stadt in apokalyptische Ruinen verwandelt. Die Explosion war bis nach Zypern zu spüren.

Beirut sieht aus wie ein Kriegsgebiet: Die verheerende Schockwelle zerschmetterte Fenster und Vitrinen; Trümmer und Glas flogen in alle Richtungen. Das erste Filmmaterial zeigt eingestürzte Gebäude und Häuser, während die nationalen Weizensilos ausgeweidet wurden. Krankenhäuser sind nicht in der Lage, die Zahl der Verletzten und Versehrten zu bewältigen und das Rote Kreuz benötigt dringend Blutspenden. Die Zahl der Opfer ist derzeit nicht bekannt, aber die materiellen Schäden liegen in Milliardenhöhe.

Dieses Unglück hätte für ein Land, das am Rande des finanziellen Zusammenbruchs und der sozialen Implosion steht, nicht zu einem schlimmeren Zeitpunkt kommen können, zumal die Zahl der Coronavirus-Fälle in den letzten Tagen gestiegen ist.

  • Bitte betet für diejenigen, die ihr Zuhause und ihre Angehörigen verloren haben, dass sie Trost und Heilung finden.
  • Bitte betet für die Ärztinnen und Ärzte, Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie Sanitäterinnen und Sanitäter, die sich um die Verletzten kümmern.
  • Bitte betet für die Rettungsteams, die versuchen, vermisste Familienmitglieder und Nachbarn zu finden.
  • Bitte betet für die Menschen, die verantwortungsvolle Positionen innehaben, dass sie die katastrophalen menschlichen und wirtschaftlichen Folgen bewältigen.
  • Bitte betet für die Kirche, die die Betroffenen und Gebrochenen tröstet und ihnen dient.
  • Bitte betet für das Volk Gottes, während es den Herrn sucht und demütig zu ihm um Gnade schreit.
  • Bitte betet für das Team von LSESD (Lebanese Society for Educational and Social Development) /MEBO (Middle East Bible Outreach) und insbesondere für die Beirut Baptist School und den Gateway Bookshop, die erhebliche materielle Schäden erlitten haben, sowie für das Personal, das durch die Glassplitter verletzt wurde.
    In Christus verbunden,
    Nabil Costa
    Geschäftsführer von LSESD
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news-2751 Mon, 03 Aug 2020 14:32:52 +0200 Zuhause mitten in Wetter Liesa Dieckhoff https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/zuhause-mitten-in-wetter/ Die ruhrkirche in Wetter wagt einen Neubau. Die Gemeinde hat das Gelände eines ehemaligen Autohaues gekauft. Seit über 60 Jahren hat die ruhrkirche in Wetter, das im südöstlichen Ruhrgebiet liegt, ihre Wurzeln. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde feierte ihre Gottesdienste bereits in verschiedenen Gebäuden der Stadt, wuchs jedoch nach und nach aus den genutzten Räumlichkeiten heraus. Inzwischen nehmen etwa 180 Gäste regelmäßig an den Gottesdiensten teil, Tendenz steigend. Da ein passendes Gebäude finden, und das in zentraler Lage? Schwierig! Also wagt sich die Gemeinde an ein besonderes Glaubensprojekt: Einen Neubau.

Schandfleck mit Potenzial

Stadtteil Schöntal. Ich treffe Martin Sinn, den Leiter der Bauplanung, am Baugrundstück der Gemeinde. Es regnet kräftig, daher flüchten wir schnell ins Innere eines alten Eckgebäudes. Die ruhrkirche hat es zusätzlich zu dem angrenzenden Baugelände erworben. Das rote Backsteinhaus wir derzeit saniert, renoviert und auf seine neue Funktion als Kinder- und Jugendhaus vorbereitet. Als Kind der Gemeinde ist Martin Sinn in der ruhrkirche groß geworden, hat sie 24 Jahre lang mitgeleitet und engagiert sich nun besonders im Neubau. Mit ihm bilden Pastor Timo de Buhr und der Leiter der Finanzen eine Steuergruppe für das Projekt. Zusätzlich gibt es Teilprojekte mit eigenen Leitern. „Ohne die wäre die Gesamtaufgabe zu groß. Ich bin sehr dankbar, dass wir Leute in der Gemeinde haben, die bereit sind, an diesen Stellen Verantwortung zu übernehmen und das auch wirklich gut und mit Herz machen. Das ist wichtig, damit das Projekt in der gesamten Gemeinde verankert ist.“, meint Sinn.

Beim Durchwandern der Baustelle gibt mir der freiberufliche Coach Einblick in den Prozess, der zum Neubau geführt hat. Wie kam es überhaupt zu dem Entschluss? Seit klar war, dass die ruhrkirche sich vergrößern möchte, war man auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Führte Gespräche zu konkreten Gebäuden, mit der Stadt, mit dem Bürgermeister, mit der Sparkasse und prüfte die Möglichkeiten. Nahm wieder Abstand und suchte weiter. Die Gemeinde hat die Suche im Gebet stark mitbewegt und war so von Anfang an Teil des Prozesses ­–  der erst einmal auch ins Leere lief und frustrierte. „Übrig blieb schließlich dieses Gelände mit dem ehemaligen OPEL-Autohaus, das insolvent gegangen ist und über Jahre schon brach lag. Kurz bevor es eigentlich versteigert werden sollte, haben wir es dann gekauft.“, erzählt Sinn. Der Platz war bis dato ein Schandfleck für das Stadtgebiet, weshalb die Idee des Gemeinde-Neubaus auch von Seite der Stadt positiv aufgenommen wurde. Nach Kauf des Grundstücks war allerding noch nicht klar, was genau darauf gebaut werden soll. Sicher war nur, dass es die einzige in Wetter freie Fläche ist und die Gemeinde zentral bleiben möchte. Das Grundstück trotzdem zu kaufen, war also ein großer Glaubensschritt. Dann wurde das daran angrenzende Gebäude an der Ecke frei, in dem wir nun stehen. Für den Altbau gab es eigentlich auch schon einen sicheren Käufer, aber der Eigentümer entschied überraschend: „Ich möchte, dass Sie als ruhrkirche das Haus kriegen.“ – das erlebt die Gemeinde bis heute als echtes Wunder.###3_IMAGES###Wir sind für das weitere Gespräch mit Pastor Timo de Buhr im aktuellen Gemeindebüro verabredet. Auf dem Weg dorthin zeigt Sinn mir das Gebäude, in dem die ruhrkirche seit Herbst 2017 übergangsweise ihren Gottesdienst feiert: in der Mensa der „Schule am See“. „Dieser Raum ist schön, aber suboptimal, da Nebenräume für Kinderbetreuung fehlen und wir wöchentlich einen hohen Aufwand für den Auf- und Abbau haben.“, erklärt er. Diese Mühen schlauchen die Gemeinde auf Dauer sehr. Umso größer ist die Vorfreude auf das neue Zuhause: Im Sommer 2021 soll es bezugsfertig sein. Gemeinsam mit de Buhr schauen wir kurze Zeit später auf den Grundriss des auf 3000 qm geplanten Gebäudes. Der 37-jährige Familienvater begleitet die ruhrkirche inzwischen schon seit 11 Jahren. „Ich genieße es und bin immer noch gerne hier.“, meint er lächelnd. Deswegen steckt er seine Energie auch gerne in das zukünftige Zuhause der Gemeinde.

Aber was genau wird denn nun eigentlich gebaut? Ein Blick auf die Baupläne zeigt: Hier wird in die Zukunft gedacht. Der neue Gottesdienstraum ist durch teils flexible Wände von 300 regulären auf 400 Plätze erweiterbar. Im geräumigen Foyer werden große Bildschirme aufgehangen, dort können bei Bedarf weitere Besucher den Gottesdienst verfolgen. Durch zusätzliche Baumaßnahmen könnte der Gottesdienstraum in Zukunft außerdem auf 500 Plätze erweitert werden. „Am wichtigsten für uns war die Praktikabilität, dass das Gebäude möglichst multifunktional und zukunftsorientiert ist. Es soll von innen funktionieren und Raum für das haben, was uns wichtig ist und was wir anbieten wollen. Gemeinde ist ja kein Gebäude – ein Gebäude ist etwas, das uns dienen soll, damit Gemeindeleben dort stattfinden kann.“, erklärt de Buhr.

Ganzheitliche Nachhaltigkeit

Auch das Thema Nachhaltigkeit war der Gemeinde für ihr Großprojekt ein wichtiges Anliegen. Das begann eigentlich schon beim Kauf des neuen Gebäudes – sie prüften, ob sie die Altgebäude in das Gemeindeleben einbinden können oder wirklich abreißen müssen. Es wurde viel diskutiert, Wünsche und Ideen immer wieder auf ihre Machbarkeit abgewägt. Das Ziel war aber nie, ein ökologisches Vorzeigeprojekt zu bauen. „Es ist uns wichtig, umweltverträglich zu bauen. Die gesetzlichen Vorgaben geben uns bereits energiesparende Wege vor. Zusätzlich planen wir auf dem Flachdach des Veranstaltungsgebäudes eine Photovoltaik-Anlage und zwei Ladesäulen für E-Autos. Das vormals komplett versiegelte Gelände soll durch Grünanlagen zum Teil wieder renaturiert werden.“, erläutert Sinn. Für den späteren Betrieb ist der Gemeinde Nachhaltigkeit ebenso wichtig. Das bedeutet für sie auch, dass die Räume möglichst oft genutzt werden. Geplant ist ein multifunktionales Gemeindezentrum, dass auch für andere Veranstaltungen im Rahmen der Genehmigung genutzt werden kann. Außerdem ist angedacht, im Foyer des Hauses ein Quartiercafé für die Bewohner des Stadtviertels zu betreiben. „Wir wünschen uns, dass unser neues Gemeindezentrum auch außerhalb der Gottesdienste zu einem Zuhause für Menschen in Wetter wird. Dafür wollen wir innovative und kreative Wege gehen.“, resümiert Martin Sinn. Die Angebote der Gemeinde sollen nicht nur ein kurzes Highlight, sondern beständige Anlaufstelle sein. „Wir wollen kein Feuer, dass nach kurzer Zeit wieder runterbrennt, sondern wünschen uns auch in der Art, wie wir Gemeinde aufstellen und entwickeln, dass es nachhaltig ist.“

Dieser Wunsch reicht bis in die Leitungsstrukturen der Gemeinde hinein. Bereichsleiter sollen eigenverantwortlich und selbstständig entscheiden und arbeiten können. Denn auf diese Weise wächst auch die Identifikation mit der Gemeinde. Gab es Situationen, in denen der Mut für das Projekt auf der Kippe stand? „Ein kritischer Punkt war, als sich herausgestellt hat, dass der zuerst ausgewählte Bauentwurf nicht zu stemmen ist: Die kalkulierten Kosten waren zu hoch. Also wurde eine sogenannte „SOKO Bau“ eingerichtet und alles neu auf den Prüfstand gestellt. Das war für uns ein wichtiger Schritt. Danach sind wir noch mal an den ersten Entwurf dran gegangen und haben geschaut, wo wir Kosten einsparen können.“, erinnert sich Sinn. Das drei-Millionen-Projekt wird nicht über Großspender oder Unternehmer, sondern über die ganze Gemeinde finanziert. Auch dadurch ist es in den Reihen verankert. Finanziell sind der normale Haushalt und die Baukasse streng voneinander getrennt –­­­ der Bau soll nicht zu Lasten der Gemeindearbeit finanziert werden.

Die Zukunft wird groß

Auf die Frage nach einer Vision der Gemeinde, reagiert Timo de Buhr entspannt. „Wir haben da kein festes Bild. Das kann Stress verursachen und Druck machen. Ich denke es sollte flexibel sein. Wir treffen uns regelmäßig mit unseren leitenden Mitarbeitern zum Reflektieren und reden über Ziele, die sich auch immer wieder verändern können. Ich bin zuversichtlich, dass Gemeinde wachsen wird – da, wo wir uns nicht um uns drehen, sondern um Jesus.“ Der Blick in die Zukunft scheint durchweg hoffnungsvoll. „Alle warten darauf, dass es jetzt endlich losgeht. Es ist surreal zu wissen, dass wir in diesem Winter schon in einem geschlossenen Gebäude stehen können. Dann beginnt der Innenausbau und im Frühsommer soll das Ding eröffnet werden. Die Vorfreude und die positive Stimmung wachsen.“, grinst Timo de Buhr. „Es kann losgehen!“, meint auch Martin Sinn.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Gemeinde.Praktisch. Ausgabe 2020.

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news-2750 Fri, 31 Jul 2020 13:38:11 +0200 Tomás Mackey ist neuer BWA-Präsident Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/tomas-mackey-ist-neuer-bwa-praesident/ Während der ersten Online-Ratstagung des Baptistischen Weltbunds (BWA) wurde der Argentinier Tomás Mackey als neuer Präsident eingeführt. Vom 21. bis 23 Juli fand die erste Online-Ratstagung des Baptistischen Weltbunds (BWA) statt. Während dieser Konferenz wurde der Argentinier Tomás Mackey als neuer Präsident eingeführt.

Tomás Mackey ist in diesem Amt Nachfolger von Paul Msiza, der nach fünfjähriger Dienstzeit verabschiedet wurde. „Paul war ein wunderbarer Diener des Herrn“, würdigte BWA-Generalsekretär Elijah Brown den Südafrikaner. „Er war ein Freund, ein Gefährte, ein Vertrauter, ein Verfechter der BWA und ein exzellenter Prediger voll Vertrauen auf Gottes Wort." Er sei unermüdlich in der ganzen Welt herumgereist und habe gute Führungsqualitäten gezeigt. Während seiner Präsidentschaft sind neun Mitgliedsorganisationen zum Weltbund hinzugekommen, wodurch nun insgesamt circa 47 Millionen Baptistinnen und Baptisten der BWA angehören. Paul Msiza habe die BWA auch durch bedeutende Veränderungen geführt, einschließlich der Übergabe des Amts des Generalsekretärs von Neville Callam an Elijah Brown. Zudem musste er sich den Herausforderungen stellen, die durch die globale COVID-19-Pandemie verursacht wurden. In einem Schreiben an den scheidenden Präsidenten würdigte auch der BEFG die enge Verbundenheit und gute Zusammenarbeit mit Msiza. Paul Msiza war mehrfach zu Besuch in Deutschland, zum Beispiel auf der Bundesratstagung im Jahr 2016 in Kassel. Dort sprach er zum Thema „Bunte Gemeinde – Staunen über Christus im Anderen“.

Der neue Präsident Tomás Mackey, Theologieprofessor aus Buenos Aires, bringe sich seit mehr als 30 Jahren aktiv in die Arbeit des Baptistischen Weltbunds ein, hieß es in einer Presseerklärung, zuletzt im Exekutivkomitee sowie als Vorsitzender der Kommission für theologische Ausbildung. Zudem sei Mackey an den theologischen Gesprächen mit dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen beteiligt gewesen. In einem Videostatement nach seiner Einführung sagte Mackey, er habe nun die Möglichkeit seinen Dienst für Gott fortzusetzen und lud ein, sich ebenfalls der BWA anzuschließen: „Ich möchte Euch einladen, dazuzukommen und so gemeinsam den Segen zu erfahren, dem Herrn in der weltweiten Gemeinschaft unserer baptistischen Familie zu dienen.“

Mit dem neuen Präsidenten wurden auch 14 neue Vizepräsidentinnen und -präsidenten für die nächsten fünf Jahre vorgestellt, die die sechs großen Länderregionen der BWA vertreten.

Die ehemalige BEFG-Generalsekretärin, Pastorin Regina Claas, ist nach langjähriger aktiver Mitarbeit aus der Exekutive der BWA ausgeschieden. Aus den Rückmeldungen wurde deutlich, dass sie in dieser Funktion viel für die weltweite Vernetzung des BEFG getan hat und eine respektierte Stimme und Vertreterin Deutschlands in der BWA ist.

Pastor Thomas Klammt, BEFG-Referent für Integration und Fortbildung und Mitglied des Exekutivkomitees des Baptistischen Weltbunds, wurde zum Vorsitzenden des „Award Committee“ ernannt. Dieses Komitee verantwortet die jährliche Verleihung des „BWA Denton and Janice Lotz Human Rights Award“ für Personen, die sich in besonderer Weise für Menschenrechte eingesetzt haben. Zudem wird neuerdings auch ein Preis für innovative Evangelisationsprojekte von Gemeinden verliehen.

In den 14 Komitees der BWA ist der BEFG durch sieben Personen in sechs Komitees vertreten: Erich Geldbach, Uwe Swarat, Martin Rothkegel, Andrea Klimt, Frank Fornaçon, Kieryn Wurts und Thomas Klammt.

BEFG-Präsident Michael Noss und BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba hatten als Delegierte des deutschen Bundes an der Konferenz teilgenommen, BEFG-Referent Thomas Klammt als Mitglied der BWA-Exekutive.

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news-2748 Fri, 31 Jul 2020 13:24:26 +0200 Themenheft „gewagt! mündig leben“ erschienen Reinhard Assmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/themenheft-gewagt-muendig-leben-erschienen/ „Gewagt! mündig leben“ 2020 lautet der Titel eines neu erschienenen Materialbands zum Start in eine Themenreihe zum 500. Gedenken an den Beginn der Täuferbewegung 1525. „Gewagt! mündig leben“ 2020 lautet der Titel eines neu erschienenen Materialbands zum Start in eine fünfjährige Themenreihe zum 500. Gedenken an den Beginn der Täuferbewegung 1525.

„Gewagt! mündig leben“ 2020 – ein attraktiver Materialband liegt vor und ist gegen eine Spende lieferbar: Er enthält unter anderem Entwürfe für Gottesdienste und Bibelstunden, Gemeindeabende, Jugendstunden und Unterricht, dazu vielfältige Hintergrundtexte verschiedener Autorinnen und Autoren zu den Themen Taufe, Freiwilligkeit und Religionsfreiheit.

Die Täufer – heute vielfach vergessen – lebten in ihrer Zeit gewagte Alternativen in ihrer Frömmigkeit und persönlichen Nachfolge, in ihrer Ethik und im Gemeindeaufbau sowie in ihrem politischen Verhalten. An diese Wurzeln unserer Geschichte zu erinnern, und gleichzeitig die verblüffende Aktualität für uns heute aufzuzeigen, hat sich der Verein „500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V.“ zur Aufgabe gemacht. Neben Mitgliedern aus Baptisten- und Mennonitengemeinden arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus der Ökumene an der Gestaltung der Themenreihe mit.

Das jetzt veröffentlichte erste Themenheft „gewagt! mündig leben“ 2020 greift die Forderung nach Religions- und Gewissensfreiheit auf. Sie wird darin sowohl in der mündigen Entscheidung des Einzelnen für die Taufe herausgestellt, als auch im verantwortlichen politischen Engagement heute.

Neben Grundsatzartikeln bieten vor allem persönliche Statements aus verschiedenen Konfessionen interessante Einblicke. Weiterhin finden sich historische Biografien, praktische Beispiele zur Täufer-Spurensuche heute sowie wichtige Literaturtipps.

Dieses 120-seitige Themenheft bietet Anregungen für Predigten und Gemeindekreise. Es eignet sich besonders auch für Begegnungen auf Allianz- und Ökumeneebene vor Ort. Die präzise Kürze der zahlreichen Einzelbeiträge, eine übersichtliche Gestaltung und ein einladendes Layout lassen es zu einer echten Fundgrube werden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünscht in seinem Grußwort, dass die Botschaft dieses Bandes von möglichst vielen Menschen gehört wird. Die Herausgeber schließen sich dem an.

Das Themenheft 2020 ist gegen eine Schutzgebühr von zwei Euro plus Versandkosten bestellbar:
- in der Mennonitischen Forschungsstelle, Am Hollerbrunnen 2a, 67295 Bolanden-Weierhof, mennoforsch@t-online.de, Tel. 06352 700519

- im ACK-Shop: shop.oekumene-ack.de (auch als E-Book erhältlich).

Die Arbeit des Vereins geschieht im Wesentlichen ehrenamtlich und wird durch Spenden finanziert. Das Projekt ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen, der Verein ist dankbar für jede Hilfe:
Konto: 500 Jahre Täuferbewegung 2025 e.V., IBAN: DE18 5009 2100 0001 7351 01.

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news-2746 Wed, 29 Jul 2020 14:31:12 +0200 Mit Gott und den Menschen verbunden Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/mit-gott-und-den-menschen-verbunden/ Pastor i.R. Klaus Fuhrmann ist am 21. Juli im Alter von 88 Jahren verstorben. Seine „zweifache Verbundenheit – mit Gott und mit den Menschen – haben sein Leben und sein Handeln geprägt.“ Klaus Fuhrmann ist am 21. Juli im Alter von 88 Jahren verstorben. Seine „zweifache Verbundenheit – mit Gott und mit den Menschen – haben sein Leben und sein Handeln geprägt“, schreiben BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba in einem Nachruf des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG). Klaus Fuhrmann war 19 Jahre Direktor am Theologischen Seminar des BEFG in der DDR in Buckow (Märkische Schweiz) und Dozent für Praktische Theologie in Buckow und Hamburg.

Klaus Fuhrmann studierte von 1953 bis 1956 Theologie am Theologischen Seminar in Hamburg. Von 1956 bis 1960 war er Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Luckenwalde. Es folgte sein Dienst als Jugendpastor des BEFG in der DDR. 1965 wurde er als Dozent für Praktische Theologie an das Theologische Seminar in Buckow berufen.

Auf Klaus Fuhrmann ist es zurückzuführen, so heißt es in dem Nachruf, „dass den angehenden Pastoren am Seminar Sprecherziehungsunterricht zuteilwurde.“ Er sei gleichermaßen ein vorrausschauender Organisator gewesen wie ein warmherziger und sensibler Pastor und Seelsorger, würdigen Michael Noss und Christoph Stiba den Verstorbenen.

1970 wurde Klaus Fuhrmann Direktor des Theologischen Seminars in Buckow und hatte dieses Amt bis 1989 inne. In diese Zeit fiel auch der Kauf eines neuen Gebäudes, in das das Seminar nach einem gründlichen Umbau umziehen sollte. Seit 1959 war das Seminar in einem Haus untergebracht, das sich Studierende und Dozenten mit der dort lebenden Diakonissen-Schwesternschaft teilen mussten. „Die Liebe zum Detail und seine Begabung zu strukturiertem Denken“, so Noss und Stiba, „waren ihm hier beim ‚Herzstück‘ seiner Dienstzeit von großem Nutzen: der Umbau des ‚Haus Rehoboth‘ zum neuen Seminargebäude“. Nach siebenjähriger Bauzeit konnte das neue Haus fünf Jahre genutzt werden. Denn in Folge der Wiedervereinigung wurde der Studienbetrieb 1991 nach Hamburg verlegt, wo Klaus Fuhrmann noch vier Jahre als Dozent für Praktische Theologie unterrichtete. Im Zusammenhang mit dem für ihn überraschenden Ende seines Dienstes habe es auch „Verletzungen bei Entscheidungen gegeben, mit denen er noch lange gehadert hat“, heißt es in dem Nachruf.

Christoph Stiba und Michael Noss schreiben: „Wir sind Gott dankbar für unseren Bruder Klaus Fuhrmann, für ihn als Menschen und für sein Wirken als Lehrer in unserer Bundesgemeinschaft, das in so vielen Leben und Berufungen Spuren hinterlassen hat!“

Die Trauerfeier ist am Dienstag, dem 4. August 2020, um 13.00 Uhr auf dem Evangelischen Friedhof Friedrichshagen, Peter-Hille-Str. 84, 12587 Berlin. Aufgrund der geltenden Hygienevorschriften ist nur 30 Personen der Aufenthalt in der Friedhofskapelle gestattet. Die Trauerfeier wird nach draußen übertragen.

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news-2743 Mon, 20 Jul 2020 16:12:19 +0200 Videobeiträge der Akademie Elstal online https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/videobeitraege-der-akademie-elstal-online/ Veranstaltungen der Akademie Elstal gibt es nicht nur in Elstal oder vor Ort in den Gemeinden, sondern auch online. Veranstaltungen der Akademie Elstal gibt es nicht nur in Elstal oder vor Ort in den Gemeinden, sondern auch online. Zum Beispiel „Akademie im Gespräch online“, ein Format, das wir in der Coronakrise entwickelt haben und das sich großen Zuspruchs erfreut. Mitschnitte der Beiträge von „Akademie im Gespräch online“ könnt Ihr jetzt auf unserer Internetseite anschauen. Dort findet Ihr auch die Vorträge der Referentin und der Referenten des Seminars für farsisprachige Mitarbeitende. Und bald werden noch weitere Videomitschnitte hinzukommen. Schaut also gerne öfter mal vorbei!

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news-2739 Tue, 07 Jul 2020 11:14:56 +0200 Neues Corporate Design des Bundes https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/neues-corporate-design-des-bundes/ Ein neues Baptistenlogo bildet zusammen mit dem bereits bestehenden Logo des ChristusForums Deutschland das neue Erscheinungsbild des Gemeindebundes. Beide Konfessionsgruppen werden so auf den ersten Blick sichtbar. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) hat ein neues Corporate Design. Ein neues Baptistenlogo bildet zusammen mit dem bereits bestehenden Logo des ChristusForums Deutschland das neue Erscheinungsbild des Gemeindebundes. Beide Konfessionsgruppen werden so auf den ersten Blick sichtbar. Bitte besuchen Sie unsere Themenseite zum neuen Design.

Alle Baptistengemeinden und Landesverbände können ab sofort ihr individuelles Baptistenlogo beim Bund bestellen. Auf Wunsch erhalten sie zudem Druckvorlagen für Briefpapier und Visitenkarten.

Auf der Themenseite befg.de/neues-design wird das neue Design in einem Video vorgestellt. Dort ist auch zu lesen, warum der Bund ein neues Design hat entwickeln lassen, was dabei wichtig war und wofür das neue Baptistenlogo steht. Zudem finden sich auf der Seite Gestaltungsgrundlagen in zwei Corporate Design Manuals.

Und natürlich gibt es auf der Themenseite Informationen, wie Gemeinden und Landesverbände das neue Baptistenlogo und Druckvorlagen bestellen können. „Wenngleich das alte Logo weiterhin verwendet werden darf, freuen wir uns über jede Gemeinde, die von dem Angebot Gebrauch macht und das neue Logo nutzt“, so der Leiter der BEFG-Kommunikation, Dr. Michael Gruber. „Wenn viele das tun, dann erhöht das die Wiedererkennbarkeit unserer Gemeinden, unserer Bundesgemeinschaft.“ Ein Umstieg sei jederzeit möglich: „Ihr könnt das so planen, wie es für Euch gut passt.“ Gemeinden und Landesverbände, die den Service des AK Internet im Landesverband NRW nutzen, können ihre Internetseite demnächst komfortabel auf das neue Design umstellen. Der Arbeitskreis hat dafür ein Konzept entwickelt, das zeitnah an den Start geht.

Eine Änderung gibt es auch bei den Internetadressen. Die Hauptseite des Bundes mit den bekannten Inhalten ist – im neuen Look – ab sofort unter befg.de erreichbar. Unter baptisten.de geht es – passend zum Namen – nun um die Baptisten. Doch auch dort sind alle Bundesinhalte weiterhin über das Hauptmenü zu erreichen.

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news-2732 Wed, 01 Jul 2020 12:40:00 +0200 Überzeugendes Konzept und regionaler Bezug sind wichtig Gabriele Löding https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ueberzeugendes-konzept-und-regionaler-bezug-sind-wichtig/ Das erste digitale Forum Fördermittel informierte über die Frage, was bei der Beantragung von Fördermitteln zu beachten ist. Um diakonische Gemeindeaktivitäten zu ermöglichen oder zu unterstützen, können Fördermittel privater und öffentlicher Geldgeber helfen. Über die Frage, was bei der Beantragung zu beachten ist, informierte das erste digitale Forum Fördermittel, das mit über 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus verschiedenen Gemeinden großen Zuspruch fand.

Für das Einwerben von Fördermitteln sei ein überzeugendes Konzept notwendig, das zu den Zielen der Förderinstitution passt, erklärte Almut Siodlaczek, Diakonin und BEFG-Diakoniebeauftragte für Hessen. Sie sagte: „Die Suche nach Förderern beginnt vor der Haustür, da 80 Prozent der Mittel regional vergeben werden.“

Auch Frank Fornaçon, Pastor der EFG Kassel-West, betonte die Bedeutung des regionalen Bezugs. Der Blick der Gemeinde müsse sich für ihr Umfeld und ihre Nachbarschaft öffnen, sagte er. In der EFG Kassel-West hätten sie damit gute Erfahrungen gemacht: „Die Vertreter der Stadt dankten unserer Gemeinde für das soziale Engagement.“ Er betonte, dass ohne die Unterstützung Einzelner, den Rückhalt der Gemeinde und öffentliche Fördergeber die Gemeinde nicht ein täglicher Treffpunkt so vieler Menschen sein könnte.

„Gefördert wird nicht die laufende Arbeit, sondern Projekte“, sagte Silke Tosch Pastorin und leitende Redakteurin der Zeitschrift „Die Gemeinde“ in einem Kurzreferat. Sie erläuterte, welche Kriterien zu einem Projekt gehören, wie zum Beispiel zeitliche Begrenzung, Innovation und Nachhaltigkeit.

Daria Kraft, Pastorin und Referentin in der Fachstelle für Integration und Geflüchtete des Diakoniewerks der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Baden-Württemberg, stellte ein von ihr durchgeführtes Projekt vor: ein Erlebniswochenende mit geflüchteten und deutschen Jugendlichen. Dieses habe sie mit der Förderung von „Aktion Mensch“ durchführen können. Auch weitere geförderte Projekte wurden vorgestellt, zum Bespiel ein generationsübergreifendes Chorprojekt und „Talentkids“, ein Projekt, bei dem Kinder mit und ohne Fluchterfahrung ein eigenes Rap-Musikvideo produzierten.

Wie eine Personalförderung durch das Jobcenter aussehen könnte, erläuterte Wilfried Roskamp von der Freien evangelischen Gemeinde Ronsdorf, der im Jobcenter arbeitet. „Visionäre brauchen (k)einen Arzt, sie brauchen Fördermittel und ein gutes Konzept“, so Roskamp. Er zeigte auf, wie Langzeit-Arbeitslose, die durch Ein-Euro-Jobs auf die Arbeit vorbereitet werden, dabei helfen können.

An die Referate schlossen sich parallele Gesprächs- und Austauschrunden an, in denen Fragen gestellt und die Themen vertieft werden konnten. Zum Schluss wurden die Teilnehmenden noch einmal motiviert, mutige Schritte zu gehen, sich zu vernetzen und für ihren Ort einzusetzen und Förderern die Möglichkeit zu geben, das Gute was sie tun, zu unterstützen.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren sehr positiv, sodass eine thematische Weiterführung geplant ist.

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news-2733 Wed, 01 Jul 2020 10:00:00 +0200 „Reich Gottes, Kirche, Gemeinde“ Thomas Klammt https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/reich-gottes-kirche-gemeinde/ Am 13. Juni fand das Seminar für Farsisprachige zum ersten Mal als Videokonferenz statt. Thomas Klammt berichtet hier von der Veranstaltung. Omid Homayouni hat den Bericht übersetzt. Zum ersten Mal bot die Akademie Elstal ein Seminar für farsisprachige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als Videokonferenz an. Dadurch war es möglich, dass 75 iranische Christen und Christinnen aus ganz Deutschland daran teilnehmen konnten. Vier thematische Vorträge mit jeweils anschließender Diskussion füllten den Seminartag. Thomas Klammt war einer der Referenten und berichtet hier von der Veranstaltung. Omid Homayouni hat den Bericht übersetzt.

Bei dem Seminar am 13. Juni stand das Thema „Reich Gottes, Kirche, Gemeinde“ auf dem Programm. Zohreh Niazi Vahdati aus Dortmund zeichnete ein biblisches Bild von Gemeinde, in der die Einheit des Geistes und die Verschiedenheit der Menschen gelebt wird. Zum eigenen Nachdenken regte sie mit der Frage an: „Was ist mein Platz in der Gemeinde?“ „Das Thema Gemeinde ist ein wichtiges Thema“, sagte Azadeh Taghipour, die aus Hannover an der Videokonferenz teilgenommen hatte, „Für viele Neugläubige ist das nicht klar, was ‚Gemeinde‘ oder ‚Körper Christi‘ ist. Zohreh hat die wichtigen Punkte dazu erwähnt.“

In einem Beitrag von Amir Paryari wurde deutlich, dass Gottes Plan die Erneuerung der gesamten Schöpfung ist. In der Kirche wird etwas davon sichtbar und wir beten weiter: „Dein Reich komme!“

Bei meiner Einführung in die Entstehungsgeschichte und Merkmale der Kirchen habe ich zunächst die Unterschiede zwischen den orthodoxen, katholischen und evangelischen Kirchen aufgezeigt und auch die Besonderheiten der pfingstlerischen Bewegung und der Freikirchen erklärt.

Omid Homayouni legte seinen Schwerpunkt auf die besonderen Kennzeichen von Baptistengemeinden. Besonderes Interesse fanden seine Erklärungen, wie sich alle Mitglieder am Gemeindeleben beteiligen können und wie die Leitung der Gemeinde verstanden wird.
 
Julius Avdisho aus Karlsruhe zog ein positives Fazit: „Die Themen des Unterrichts waren sehr gut gewählt, und die angesehenen Prediger drückten es mit Genauigkeit und auf einfache Weise in unserer Muttersprache aus.“ Und auch Mohsen Kornelsen aus Hurlach sagte rückblickend: „Das Seminar hat meinen Horizont erweitert hinsichtlich der Bedeutung von Gemeinde. Jedes Bindeglied hat seine Aufgaben und Gaben zum Wohl der Gemeinde. Ich fand die Referate erfrischend und bereichernd. Die Zeit für den Austausch in Kleingruppen, hätte gerne etwas länger sein können.“

Als Akademie Elstal und im Leitungskreis der deutsch-persischen Gemeindeentwicklung sind wir sehr dankbar über die guten Erfahrungen mit Seminaren für Farsisprachige. In Zukunft wollen wir abwechselnd Wochenendseminare in Elstal und Online-Seminare anbieten, um den großen Bedarf an Schulung in der Muttersprache abzudecken. Vom 28. bis 30. August geht es um die Frage, wie wir die Bibel verstehen und auslegen können. Da wir bei diesem Präsenzseminar in Elstal voraussichtlich nur 20 Plätze anbieten können, bitten wir um baldige Anmeldung.

 

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