Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland https://www.baptisten.de Die Nachrichten aus dem Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden de-de Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. Fri, 12 Aug 2022 10:40:06 +0200 Fri, 12 Aug 2022 10:40:06 +0200 TYPO3 EXT:news news-3242 Wed, 10 Aug 2022 10:29:21 +0200 Mutig und mit Herz in die Welt gehen Mirko Thiele https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/mutig-und-mit-herz-in-die-welt-gehen-1/ Vom 1. bis 6. August kamen 500 Menschen zum Bundesjugendtreffen (BUJU) nach Otterndorf, um unter dem Thema „Mutiges Herz“ Gott und das Leben zu feiern. Vom 1. bis 6. August kamen 500 Menschen zum Bundesjugendtreffen (BUJU) nach Otterndorf, um unter dem Thema „Mutiges Herz“ Gott und das Leben zu feiern. Mirko Thiele, Referent für Kommunikation im Gemeindejugendwerk (GJW), berichtet.

Vier Jahre mussten wir warten - und es hat sich gelohnt! Bei vielen Jugendlichen war die Vorfreude besonders groß, war es für sie doch das allererste BUJU, weil wir uns pandemiebedingt 2020 und 2021 nicht treffen konnten. Neben den Teilnehmenden aus BEFG-Gemeinden konnten wir auch etwa 70 junge Geflüchtete aus der Ukraine begrüßen.

Inspiration für das BUJU-Thema war das hebräische „Ometz Lev“ aus Psalm 27. „Ein mutiges, festes, starkes und zuversichtliches Herz ist genau das, was junge Menschen brauchen, um im Blick auf die Zukunft, nicht verzagt den Kopf in den Sand zu stecken, sondern sie mit Gottvertrauen und Ideenreichtum zu gestalten“, ist Udo Rehmann, Leiter des Gemeindejugendwerks, überzeugt. Und so wurde das BUJU eine Woche, in der junge Menschen Glaubensschritte gehen konnten, weil sie gemerkt haben, dass es Gott ist, der ihrem Leben Hoffnung und ein Ziel gibt.

In gemeinsamem Lobpreis mit der BUJU-Band, Bibelarbeiten morgens und inhaltlichen Sessions an den Abenden entfalteten wir miteinander die inhaltliche Tiefe und Vielfalt, die sich hinter den zwei Worten „Mutiges Herz“ verbirgt. Christoph Bartels, Natalie Georgi, Benedikt Elsner und Maximiliane Kedaj predigten ermutigend und herausfordernd über das pumpende, das zerbrochene, das starke und das brennende Herz. Für die ukrainischen Teilnehmenden gab es Synchronübersetzungen, damit sie auch den Predigten folgen konnten###3_IMAGES###Aus einer großen Auswahl an Seminaren zu unterschiedlichen Glaubens- und Lebensthemen konnten die Teilnehmenden die aussuchen, die für sie relevante Themen vertieften: „Dein Leben als Gottes Geschichte“ zum Beispiel oder „Gebet im Alltag“ oder auch „Wie umgehen mit schwierigen Bibeltexten?“

Schaut Euch die Bilder und Videos vom BUJU auf www.buju.de an! Die sind bunt, wild, voller Lebenslust und Freude. Sportangebote, Open Stage, Essensstände, all das war ein wichtiger Teil von einem BUJU, das das Leben und die Gemeinschaft feiert. Nora (15) hat in dem bunten Festivalprogramm viele besondere Momente erlebt. „Für mich haben Teezeremonien, Lobpreis, Gespräche mit alten und neuen Freunden und die gesamte Stimmung das BUJU richtig besonders gemacht“, erzählt sie. „An jeder Ecke des BUJU hat man Herzlichkeit, Offenheit und Zusammenhalt gespürt. Das Gefühl, mit vielen Leuten für das gleiche Thema zu brennen und sich darüber in tiefen Gesprächen austauschen zu können, hat mir in den letzten Jahren mit Corona besonders gefehlt.“

Wenn Menschen Jesus begegnen, von Gedanken über Gott bewegt werden, lässt sich das oft nicht präzise in Worte fassen, geschweige denn auf Bildern festhalten. Nora beschreibt ihre persönlichen Erlebnisse so: „Mir ist in den Morningsessions immer wieder bewusst geworden, dass Jesus ganz Mensch und ganz Gott war, dass er also genau weiß, wie es sich anfühlt, Mensch zu sein und Probleme zu haben. Dass zu seiner menschlichen Seite auch Verletzlichkeit und Hoffnungslosigkeit gehörten, hat mir die Geschichte im Garten Gethsemane in der Predigt von Natalie Georgi sehr deutlich vor Augen geführt.“ ###3_IMAGES###Es war nie das eine oder das andere – Das Leben feiern und Gott begegnen ist beim BUJU eng miteinander verwoben. Dennis Sommer vom Seelsorgeteam zieht folgende Bilanz: „Ich konnte erleben, wie sehr die Teilnehmenden und Mitarbeitenden das BUJU vermisst hatten. Die Atmosphäre seit der ersten Session war voll von guter Aufregung, purer Freude und Glaubenssehnsucht. Die Tiefe der Gespräche und die Offenheit der Menschen in der Seelsorge haben mich beeindruckt.“

Und „unterm Strich“? Nun, das ist das Schöne am BUJU, darunter wird kein Strich gezogen. Dahinter steht immer ein Doppelpunkt: Die Erlebnisse und Entscheidungen des BUJU wirken weiter nach, begleiten uns in den Alltag, prägen das Leben vieler Menschen, lange nachdem der letzte BUJU-Song verhallt ist.

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news-3240 Wed, 03 Aug 2022 13:19:26 +0200 Gerechtigkeit als sichtbares Zeichen von Gottes Reich Dr. Michael Gruber mit Originalmeldungen von Merritt Johnston (BWA) https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gerechtigkeit-als-sichtbares-zeichen-von-gottes-reich/ Über 600 Baptistinnen und Baptisten aus mehr als 65 Ländern nahmen an der Jahrestagung des Baptistischen Weltbundes (BWA) im US-Bundesstaat Alabama teil, 150 von ihnen online. Über 600 Baptistinnen und Baptisten aus mehr als 65 Ländern nahmen vom 10. bis 15. Juli an der Jahrestagung des Baptistischen Weltbundes (BWA) im US-Bundesstaat Alabama teil, 150 von ihnen online. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause befassten sich die Teilnehmenden, darunter drei Delegierte aus Deutschland, bei der ersten hybriden BWA-Konferenz schwerpunktmäßig mit der Frage, wie Christen sich für die Gleichbehandlung von Menschen – unabhängig von deren Hautfarbe und Kultur – einsetzen können.

Erklärtes Ziel der Konferenz war es, sich theologisch mit Gerechtigkeit auseinanderzusetzen und Werkzeuge zu entwickeln, wie die BWA, ihre Mitgliedsbünde und deren Gemeinden sich für Gleichbehandlung einsetzen können. Im Eröffnungsgottesdienst wurde der berühmte Baptistenpastor und Menschenrechtler Dr. Martin Luther King zitiert: „Unsere Generation wird eines Tages nicht nur die hasserfüllten Worte und Taten der schlechten Menschen zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der guten.“ Dem habe die BWA schon immer etwas entgegengesetzt und werde es in dieser herausfordernden Zeit weiterhin tun, so die Botschaft.

Die BWA-Arbeitsgruppe für ethnische Gerechtigkeit, zuständig für die inhaltliche Planung der Konferenz, hatte das Grundsatzpapier „Ausgleichende ethnische Gerechtigkeit – ein Ruf zu aufblühender Gerechtigkeit“ verfasst, das von den Delegierten der Konferenz einstimmig angenommen wurde. Auch die auf Basis des Papiers entwickelte Resolution „Ausgleichende ethnische Gerechtigkeit“ verabschiedete die Konferenz. Darin wird festgehalten, dass weltweit zu beobachtende Entwicklungen „ein erneuertes Engagement für die zeitlosen Prinzipien ethnischer Gerechtigkeit und menschlicher Freiheit erfordern, basierend auf der grundlegenden theologischen Überzeugung, dass alle Menschen in Gottes Bild gemacht sind und es deshalb verdienen, mit Respekt behandelt zu werden und aufblühende Gerechtigkeit zu genießen“. Die Resolution schließt mit der Empfehlung, dass alle Baptisten das Grundsatzpapier studieren und sich vor Ort in ihren Kommunen dafür einsetzen sollen. Die Delegierten verabschiedeten eine weitere Resolution zum Schwerpunktthema der Konferenz. Diese beschreibt „eine biblische Grundlage für Reparationsleistungen für von Menschenhandel Betroffene“ und erkennt an, dass es an vielen Orten und in vielen Nationen auch heute noch „Auswirkungen von Menschenhandel“ (im Original „slavery“, also Sklaverei) gibt.###3_IMAGES###Zwei weitere Resolutionen, die von den Delegierten verabschiedet wurden, befassen sich mit der Situation in der Ukraine sowie in Myanmar. Die Ukraine-Resolution verurteilt die „nicht provozierte und ungerechtfertigte Invasion des souveränen Staates Ukraine durch Russland“ und ruft „die EU, die G7 und andere internationale Zusammenschlüsse zu einer Verdopplung ihrer Unterstützung für die Ukraine“ auf. Die Resolution lobt den Einsatz des ukrainischen Baptistenbundes und der Bünde anderer Länder sowie der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) und der BWA für Geflüchtete. Die Myanmar-Resolution verurteilt den Militärputsch vom Februar 2021. Seitdem sei die Gewalt in ihrem Land eskaliert und habe zu unermesslichem Leid geführt, wie die Präsidentin des Asiatischen Baptistischen Frauenbundes, Vernette Myint Myint San, berichtete. Die Resolution fordert für Myanmar „eine echte Demokratie, in der die Rechte religiöser und ethnischer Minderheiten geachtet werden“.

Der Einsatz gegen Rassismus wurde während der Konferenz von ganz unterschiedlichen Seiten beleuchtet. So lud etwa das BWA-Hilfswerk Baptist World Aid zu einem Gespräch zum Thema „Entkolonialisierung von Hilfsprojekten: eine Frage der Gerechtigkeit“ ein. BWAid-Direktorin Marsha Scipio betonte, es gelte, versteckte Strukturen der Benachteiligung niederzureißen: „Es ist für unseren Sektor herausfordernd, sich zu transformieren, indem Befugnisse und Ressourcen an die Menschen vor Ort übergeben werden.“

Der Menschenrechtspreis der BWA wurde an Dr. Daniel L. Buttry übergeben. Thomas Klammt würdigte den Baptistenpastor, Leiter und Missionar in seiner Laudatio dafür, dass er weltweit als Anwalt für Versöhnung tätig war. Mit seinem Lebenswerk „Peace Warriors“ (Friedenskrieger) hat sich Buttry für Gewaltlosigkeit und Frieden eingesetzt und war weltweit als Mediator tätig. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag in Indien und Myanmar. Dort, im ehemaligen Burma, wirkte er unter anderem von 1989 bis 1992 als einziges nicht-burmesisches Mitglied im Friedenskomitee mit, das zwischen der Militärregierung und Aufständischen vermittelte. Später leitete er dort ein internationales Team, das den Prozess der Versöhnung unterstütze.###3_IMAGES###Neben Klammt, der als Referent für Integration und Fortbildung für den BEFG arbeitet und der BWA-Exekutive angehört, waren auch der Student Jonathan Kedaj und Prof. Dr. Andrea Klimt von der Theologischen Hochschule Elstal bei der Jahrestagung dabei. Klimt arbeitet in den BWA-Kommissionen „Theologische Ausbildung“ und „Baptistische Spiritualität und Anbetung“ mit. „Auch in den Kommissionen wurde überwiegend zum Thema Rassismus gearbeitet“, so Klimt. Eine Arbeitsgruppe habe sich etwa damit befasst, wie in multiethnischen, multikulturellen und missionsorientierten Kontexten – sensibel für Rassismus – über Gerechtigkeit gepredigt werden kann. Auch ging es um die Frage, wie man mit künstlerischen Elementen wie Musik oder Bildern mit Menschen arbeiten kann, die durch Rassismus traumatisiert wurden. „In den einzelnen Arbeitsgruppen bin ich hautnah mit der leidvollen Erfahrung meiner afroamerikanischen Geschwister und der Geschwister aus den Kolonialländern in Berührung gekommen und auch mit ihrer Freude über die verabschiedeten Resolutionen“, so Klimt. „Die Hoffnung auf Veränderung war spürbar, und wir selbst sind ein Teil dieser Veränderung, wenn wir uns für Gerechtigkeit, Versöhnung und Reparationen einsetzen.“

Im „National Memorial for Peace and Justice“ in Montgomery (Alabama), der nationalen Gedenkstätte der Vereinigten Staaten für die Opfer der rassistischen Lynchjustiz in dem Land, fand am Ende ein Gottesdienst statt. Bryan Stevenson, der die Errichtung der Gedenkstätte maßgeblich vorangetrieben hatte, sagte in seiner Predigt: „Ich bin überzeugt, dass das Gegenteil von Armut Gerechtigkeit ist.“ Stevensons Worte hätten ihn besonders beeindruckt, so der Elstaler Student Jonathan Kedaj, der als Mitglied der BWA-Initiative für Religionsfreiheit 21Wilberforce an der Jahrestagung teilnahm: „Bryan Stevenson setzt sich als Anwalt und Bürgerrechtler für die Rechte Verurteilter ein. Seine Predigt legte den Finger auf Rassismus, Ungleichheit und Machtmissbrauch.“ BWA-Präsident Dr. Tomás Mackey, Generalsekretär Dr. Elijah Brown und andere BWA-Offizielle formulierten eine Selbstverpflichtung der BWA im Einsatz gegen Rassismus. Mackey sagte: „Als Gottes Volk kommen wir aus allen Himmelsrichtungen zusammen, als Repräsentanten der baptistischen Familie, und geloben feierlich in der Gegenwart des dreieinen Gottes, Gerechtigkeit im Allgemeinen, speziell jedoch ethnische Gerechtigkeit hochzuhalten als ein sichtbares Zeichen von Gottes Reich.“

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news-3238 Fri, 29 Jul 2022 11:04:55 +0200 Unbequemes: Bitte streichen!? Andrea Kallweit-Bensel, BEFG-Präsidiumsmitglied, Pastorin, Dozentin an der BTA Wiedenest https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/unbequemes-bitte-streichen/ Wie kann „Gemeindezucht“ in einem Zug mit Seelsorge heute noch in einem Glaubensbekenntnis vorkommen? „Sollte dieser Abschnitt nicht endlich umgeschrieben werden? – „Das mit der Gemeindezucht haben wir doch hoffentlich längst hinter uns!“ – „Seelsorge ist annehmend und nicht ausgrenzend!“ Wie kann „Gemeindezucht“ in einem Zug mit Seelsorge heute noch in einem Glaubensbekenntnis vorkommen?

Der Abschnitt zu „Seelsorge und Gemeindezucht“ ist derzeit der umstrittenste in der „Rechenschaft vom Glauben“ (RvG). Dabei wirft vor allem der zweite Teil Fragen auf.

Im ersten Absatz geht es um die Seelsorge in der Gemeinde. Diese wird zunächst in ihrer umfassendsten Form beschrieben: Menschen, die in der geistlichen Gemeinschaft der Gemeinde Jesu leben, sind füreinander da. Sie trösten und ermutigen einander. Sie beten füreinander. Sie teilen Freuden und Ängste miteinander: „Einer trage der anderen Last“ (1. Petr 4,10f.; Gal 6,2). Das geschieht in der Gemeinde, weil sie Gemeinde Jesu ist. Gemeinde ist von Christus gesetzt als heilende Gemeinschaft, als ein Ort, der zum Leben und zur Nachfolge befähigt. Darum ist ein ganzer Abschnitt in der RvG der Seelsorge gewidmet. Es geht um Ermutigung, um Trösten, um Zurechtbringen. Gemeinde Jesu ist Lebens-Ermöglicherin.

Doch dann: Bitte streichen! Das ist vielfach die erste Reaktion, wenn jemand den zweiten Absatz, in dem es um Gemeindezucht geht, liest. Darf man denn über einen Menschen und seinen Glauben urteilen? Darf man jemanden aus der Gemeinde ausschließen?

Viele Ältere erinnern sich daran, dass noch in den 1970er Jahren, als die RvG formuliert wurde, Gemeindezucht häufig dann praktiziert wurde, wenn es um Fragen von Liebe und Sexualität ging. So mussten sich damals noch vielfach Paare, die unverheiratet ein Kind erwarteten, vor der Gemeinde entschuldigen. Zusammenleben ohne Trauschein hatte häufig den Ausschluss aus der Gemeinde oder zumindest den Ausschluss aus der Mitarbeit zur Folge. Gemeindezucht wurde in der Praxis häufig sehr einseitig verstanden. Nämlich als: „Bitte streichen! Wenn Du nicht so lebst, wie wir es für richtig halten.“ Noch früher waren Ordnung und Sauberkeit zu Hause ein Kriterium für geordnetes Christsein. Heute ist das anders. Sollten wir dann diese Sätze aus der RvG nicht bitte endlich streichen?

Allerdings: Der Absatz zu Gemeindezucht ist nicht so einseitig zu lesen. Hier geht es zunächst einmal um die Frage, wie mit denjenigen Gemeindemitgliedern zu verfahren ist, bei denen der Glaube erkaltet ist. Menschen also, die schon jahrelang keinen Kontakt zur Gemeinde mehr pflegen. Hier fragen sich viele Gemeinden, spätestens beim jährlichen Überweisen der Bundesbeiträge, ab wann denn gelten kann: Bitte Streichen! Die RvG setzt ausdauerndes seelsorgerliches Bemühen voraus, also kein vorschnelles Streichen, sondern einen langen Atem, ein Mitgehen auf der „zweiten Meile“. Aber sie nimmt es auch ernst, dass manche Menschen ihrer Gottes- und Gemeindebeziehung keine Bedeutung mehr zumessen. Eine Gemeinde, die sich als von Christus zueinander und zu ihm in Beziehung gestellt sieht, wird auch eine solche Entscheidung, die mit dem inneren und äußeren Verlassen der Gemeinde verbunden ist, ernst nehmen. Das wird sich dann auch im Mitgliederverzeichnis niederschlagen. Dabei darf es nicht in erster Linie um die Beiträge gehen, sondern um die Frage nach dem Gemeindeverständnis: Als EFGs verstehen wir uns als eine – mehr oder weniger – verbindliche Gemeinschaft von Nachfolgern Jesu. Wir haben in unseren Gemeinden durchaus einen weiten Raum für die Gestaltung dieser Verbindlichkeit, aber dieser Raum endet auch. Das ist in der Regel da, wo keinerlei Kontaktwunsch mehr gegeben ist. Das „Bitte streichen!“ bleibt dennoch mit der Hoffnung und dem Gebet verbunden, dass Menschen zurückfinden in die Gemeinschaft.

Auch wenn es sich meistens um einen schmerzlichen Schritt handelt, werden viele den Gedanken noch mitdenken können, dass es auch ein Ende der Mitgliedschaft geben kann. Schwierig wird es bei folgendem Satz in der RvG: „Bei wissentlicher und willentlicher Verfehlung und Sünde gegen Gottes offenbaren Willen und dem Verharren darin kann die Gemeinde nur noch zu diesem Mittel der Gemeindezucht greifen.“ Bitte streichen! Darf man das denn tun? Und wenn ja: Wann? Sollen wir diese Sätze aus der RvG nicht endlich bitte streichen?

Noch stehen sie da. Und vielleicht ist es gut, sich mit den angeschnittenen Fragen auseinanderzusetzen. Hilfreich ist ein Blick auf die Bibeltexte, die diesem Abschnitt in der RvG zugeordnet sind: In Matthäus 18,15ff. geht es um offensichtliches Fehlverhalten – welcher Art das ist, wird nicht benannt. Dieses soll nicht breitgetreten werden, darüber soll nicht hergezogen werden, sondern der betreffende Mensch soll zur Umkehr herausgefordert werden, und zwar in geordneten Schritten. Und selbst, wenn am Ende „Bitte streichen!“ steht, dann „sei er dir wie ein Zöllner und Heide“, für den Jesus gekommen ist, damit er zurückgewonnen wird. Diese Hoffnung drückt auch die RvG sehr deutlich aus. Der Text in 1. Korinther 5,1-13 bezieht sich auf eine Beziehung, die im damaligen säkularen Umfeld als absolut schändlich galt und durch die die Gemeinde öffentlich in Misskredit gebracht worden ist. Die herangezogenen Texte reden also von öffentlich bekanntem Fehlverhalten, durch das die Gemeinde beschädigt wurde. In beiden Texten geht es schlussendlich um das Zurechtbringen und Gewinnen.

Auch im heutigen Kontext gibt es ethischen Fragen, die problematisch im Miteinander und für das Ansehen der Gemeinde sind. Die Themen haben sich geändert. Heute wird darauf geachtet, ob sich ein Christ diskriminierend verhält oder äußert – und was das für seine Mitarbeit in der Gemeinde bedeutet. Gemeinde wird sich weiterhin die Frage stellen müssen, wie verbindliche Christus-Nachfolge auch ethisch erkennbar wird. Und sie wird fragen, wie sie Menschen – sich selbst – zum Nachdenken und zur Umkehr bringt. Nicht durch Übereinander-Reden, sondern Miteinander-Reden. Nicht von oben herab, sondern, wie es die RvG ausdrückt, immer „in der Beugung darüber, nicht fest genug geglaubt und nicht innig genug geliebt zu haben“.

Bitte streichen? Es kann sein, dass dieser Abschnitt in der RvG in den nächsten Jahren überarbeitet wird. Aber die Frage nach einem heilsamen Umgang mit menschlichem Fehlverhalten und Sünde ist weiterhin zu stellen. Denn, wenn Gemeinde verbindlich in der Nachfolge Jesu lebt, dann wird sie als Lebens-Ermöglicherin in seinem Sinne leben und damit auch Menschen zurücklieben wollen. Auch das gehört zur Seelsorge.

Und dann heißt es: „Darf sich ändern!“

Einladung zum Weiterdenken

1. Wie reden wir übereinander in der Gemeinde? Und was können wir da besser machen? 

2. Streichen? Oder wie lang darf unser Atem sein?

3. Welche ethisch relevanten Themen der Nachfolge stehen in unserem heutigen Denken im Fokus und wie gehen wir mit denjenigen um, die das anders sehen und leben, als wir es für gut halten?

Erschienen in: Die Gemeinde 17/2022, S. 18-19.

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news-3230 Sun, 24 Jul 2022 08:34:00 +0200 Berufen und begabt, selbständig und verbunden Prof. Dr. Oliver Pilnei, Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/berufen-und-begabt-selbstaendig-und-verbunden/ Der fünfte Abschnitt von Teil 2 der Rechenschaft vom Glauben (RvG) thematisiert die Grundstruktur und Gestalt der Gemeinde Jesu. Der fünfte Abschnitt von Teil 2 der Rechenschaft vom Glauben (RvG) thematisiert die Grundstruktur und Gestalt der Gemeinde Jesu. Das geschieht anhand der drei Stichworte Geistesgaben, Dienste und Ordnungen, die in jeweils einem Absatz entfaltet werden. Ziffer 5 antwortet somit auch auf die Frage, was die Leitung der Gemeinde legitimiert und wie sie auszuüben ist.

Mit der gottesdienstlichen Feier und dem Genuss der Gnadenmittel (Abschnitte 1-4) geht das Geschenk von Gnadengaben und Charismen einher. Unter Bezug auf die einschlägigen neutestamentlichen Texte (1Kor 12-14; Röm 12,1-8; Eph 4,11-16) wird im ersten Satz unterstrichen, dass Sinn und Zweck der Charismen ausschließlich in der Auferbauung des Leibes Christi bestehen. Da alle Glieder mit Gnadengaben beschenkt sind, wirken alle am Aufbau der Gemeinde mit. Sämtliche Fragen, die Form und Gestalt der Gemeinde betreffen, sind daher im Blick auf dieses Ziel zu bedenken.

Mit drei Begriffspaaren werden Gaben benannt, die Gottes Geist insbesondere gibt, um dieses Ziel zu erreichen. Damit wird unterstrichen, dass diese Gaben eine besondere Funktion für das übergeordnete Ziel erfüllen, dem die Gemeinde als Ganze dient. Daher müssen diese Gaben, wie der zweite Absatz zeigt, geordnet werden. Es handelt sich um Gaben, die das Evangelium inhaltlich erschließen (Verkündigung und Lehre), anderen seine Lebenskraft weitergeben (Liebe und Fürsorge) und die Gemeinde orientieren (Leitung und aktuelle Weisung).

Der Ansatz bei den Gnadengaben führt die Verfasser der Rechenschaft vom Glauben zu der weitreichenden Festlegung, dass das Priestertum aller Gläubigen die der Gemeinde von Jesus gegebene Grundstruktur ist. Diese Aussage liegt in der Logik der Argumentation. Wenn jeder Christ durch den Glauben an Christus selbst direkt Zugang zu Gott hat und wenn durch das Wirken des Geistes Gottes jedes Glied am Leib Christi mit Gaben beschenkt ist, dann muss sich das auf die Gestalt der Gemeinde auswirken. Die reformatorische Entdeckung der Rechtfertigung durch den Glauben wird somit konsequent auf die Gestalt der Kirche angewendet. Damit unterscheidet sich das baptistische Bekenntnis allerdings von anderen protestantischen (Frei)Kirchen, wie z. B. der Evangelisch-methodistischen Kirche, die eine bischöfliche Struktur hat.

Die getroffene Festlegung weckt natürlich sofort die Folgefrage, wie die vielfältigen Gnadengaben so ausgeübt werden, dass sie nicht zu einem Durcheinander führen, sondern eine dienende, bereichernde und stärkende Wirkung haben. Darauf geht der zweite Absatz ein, indem er festhält, dass Frauen und Männer in spezielle Dienste berufen und für diese ausgebildet werden. Es kommt zu einem Miteinander von Ämtern, also speziellen – und so müsste ergänzend gesagt werden: ordinierten – Diensten und allgemeinen Geistesgaben. Dass die RvG in diesem Zusammenhang ausdrücklich von Ämtern spricht, ist deutlich zu kennzeichnen. Sie beugt damit dem weitverbreiteten Missverständnis vor, Baptisten würden keine Ämter kennen. Das tun sie aber aus gutem Grund. Deshalb bildet der BEFG gezielt für diese Ämter aus und ordiniert geeignete Personen, indem er sie öffentlich und feierlich beauftragt. Im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden handelt es sich um die Dienste von Pastoren, Diakonen und – im Christusforum (ehem. Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden) – Pastoralreferenten. Frauen und Männer werden aus guten theologischen Gründen gleichermaßen für diese Ämter ordiniert.

Als sachliche Begründung für die Berufung in spezielle Dienste nennt die RvG die „besondere Begabung durch den Heiligen Geist“, die bei einzelnen Personen erkannt wird. Ergänzend wäre die dem Reformator Martin Luther folgende Begründung zu nennen, dass die Gemeinschaft der Gläubigen eine solche Ordnung erfordert, weil nicht alle immer und zur gleichen Zeit verkündigen, unterweisen und leiten können. Um des Friedens und der Auferbauung willen ist die Berufung in und die Ausbildung für Ämter und das Delegieren von Aufgaben erforderlich.

Der letzte Satz des zweiten Absatzes will das Verhältnis von Geistesgaben und Ämtern klären, ist aber nicht eindeutig, wenn er festhält, dass sie „in gleicher Weise der Sammlung und Sendung der Gemeinde Jesu Christ dienen“. Die Wendung „in gleicher Weise“ kann entweder auf Geistesgaben und Ämter bezogen werden. Dann würde richtigerweise festgehalten, dass mit der Unterscheidung der beiden Größen keine Wertung vorgenommen wird. Sie sind nicht ungleich, sondern gleich! Allerdings würde dann unterschlagen, dass die Weise durchaus unterschiedlich ist: die einen sind hauptamtlich, in Form einer Anstellung tätig, die anderen ehrenamtlich. Das muss wahrgenommen, reflektiert und verantwortlich gestaltet werden, denn das Miteinander von haupt- und ehrenamtlichen Diensten kann auch eine Quelle für Konflikte sein. Die Wendung ließe sich aber auch auf „Sammlung und Sendung“ beziehen. Dann würde ausgesagt werden, dass Geistesgaben und Ämter sowohl dem einen als auch dem anderen dienen. Aber das versteht sich eigentlich von selbst.

Der dritte Abschnitt führt den Gedanken dahingehend weiter, dass er aus dem bisher Gesagten zum einen die Selbständigkeit der Ortsgemeinde ableitet, zum anderen im gleichen Atemzug die Verbundenheit der Gemeinden untereinander hervorhebt, die in Gestalt des Gemeindebundes zum Ausdruck kommt. Damit wird dem Missverständnis vorgebeugt, die Gemeinschaft der Gemeinden sei ein beliebiger Aspekt, dem sich eine gleichsam autarke Ortsgemeinde je nach Bedarf und Finanzlage auch entziehen kann. Die Selbständigkeit der Ortsgemeinde und die Verbundenheit mit anderen Gemeinden gehören als einander ergänzende und bereichernde Prinzipien zum Wesen der Gemeinde Jesu Christi, denn die VerBUNDenheit „durch den einen Herrn und den einen Geist“ ist ein Instrument „der Sendung der Gemeinde in dieser Welt“.

Einladung zum Weiterdenken

1. Welche Aspekte in diesem Abschnitt der RvG sind überraschend oder auch irritierend neu?

2. Welche Stärken und Schwächen am Prinzip der selbständigen Ortsgemeinde nehmt ihr wahr?

3. Welche Impulse für die Förderung von Charismen und die Leitung der Gemeinde könnt ihr den erwähnten Bibeltexten und dem hier behandelten Abschnitt der RvG entnehmen?

4. Wie können ehren- und hauptamtliche Dienste einander sinnvoll ergänzen und bereichern? Welche gegenseitigen Erwartungen erschweren das?

5. Wie gestaltet eure Gemeinde die Verbundenheit mit dem BEFG bzw. einzelnen Gemeinden? Wie könnte sie ggf. intensiviert werden?

Erschienen in: Die Gemeinde 15+16/2022.

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news-3234 Fri, 22 Jul 2022 10:18:53 +0200 Hilfe für die Ukraine Matthias Blum, Eva Maria Czysch, Holger Meyer und Thomas Maier https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/hilfe-fuer-die-ukraine/ Im Rahmen der Hilfsaktion „Immanuel Albertinen hilft“ fährt seit Ende März alle 14 Tage ein Hilfstransport nach Chełm in Polen. Die baptistische Immanuel Albertinen Diakonie hat in Kooperation mit dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) die Hilfsaktion „Immanuel Albertinen hilft“ für die Ukraine gestartet. In Abstimmung mit den Baptistenbünden in der Ukraine und in Polen fährt seit Ende März alle 14 Tage ein Hilfstransport nach Chełm in Polen. Konzerngeschäftsführer der Immanuel Albertinen Diakonie Matthias Blum sowie die Mitarbeitenden Eva Maria Czysch, Holger Meyer und Thomas Maier berichten, was sie vor Ort erlebt haben.

Ein Stück dem Krieg näher

Von unserem Logistikzentrum in Werder an der Havel bei Berlin aus führt eine Autobahn direkt bis in die Ukraine. Gefühlt, ohne auch nur einmal abzubiegen. Berlin, Frankfurt/Oder und dann nur noch geradeaus an Warschau und Lublin vorbei. Über 800 Kilometer, das sind knapp 8 Stunden Fahrt mit dem Auto. Wir sind unterwegs, um uns direkt einen Eindruck vor Ort zu machen. Unser Ziel: die kleine polnische Gemeinde Chełm, nur 25 km von der polnisch-ukrainischen Grenze entfernt. Wir, das sind Matthias Blum, Eva Maria Czysch, Holger Meyer und Thomas Maier, alle von der Immanuel Albertinen Diakonie. Matthias Blum, der gleichermaßen auch unser Fahrer ist, bringt uns mit Sicherheit und Ausdauer ans Ziel und wohlbehalten wieder zurück.

Als wir in Chełm ankommen, steuern wir direkt die dortige Baptistengemeinde an. Wir sind verabredet mit Jonasz. Er ist 30 Jahre alt und der Sohn des Pastors. Eigentlich ist er Senior Wirtschaftsprüfer bei einer der großen internationalen Organisationen und lebt in einer anderen Stadt. Aber als der Krieg in der Ukraine ausbrach und dann über Nacht plötzlich der Flüchtlingsstrom nach Polen begann, war die Baptistengemeinde gefragt und Jonasz. Vor etwas mehr als 50 Jahren hatte diese Gemeinde eine moderne Backsteinkirche gebaut. Eigentlich viel zu groß, wie Jonasz uns erzählt. Die rund 90 Gemeindeglieder mit im Schnitt 70 sonntäglichen Gottesdienstbesuchern konnten die räumliche Größe bisher bei weitem nicht füllen. Aber nun stellte sich die Größe des Gebäudes als wesentlicher Hilfs-Baustein dar.

Die großen Herausforderungen werden gemeinsam gemeistert

Von Tag zu Tag kommen immer mehr Geflüchtete und die ankommenden Hilfesuchenden müssen versorgt werden mit Essen, zum Teil mit Kleidungsstücken und vor allem aber mit humanen Schlafmöglichkeiten. Ab den ersten Tagen wird die Kirche zur Anlaufstelle: Sie wird ausgeräumt für Schlafbetten und Verpflegungsplätze. Freiwillige Helferinnen und Helfer müssen gefunden und angeleitet werden. Es stellt die Gemeinde vor extreme Herausforderungen. Innerhalb von drei Monaten werden in der Baptistengemeinde in Chełm über 4.800 Menschen versorgt. Insgesamt fanden bis zu 280 Schlafbetten in der Kirche Platz. Der finanzielle und logistische Aufwand kommt schnell an seine Grenzen. Es zeigt sich, dass das Netzwerk der Baptistengemeinde trägt und auch die Menschen in der Nachbarschaft unterstützen tatkräftig.

Nicht nur aus dem polnischen Gemeindebund kommt Hilfe, sondern auch die internationale Gemeinschaft trägt. Dazu gehört auch der deutsche Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Zusammenarbeit mit der Immanuel Albertinen Diakonie. Im Rahmen der gemeinsamen Spendenaktion „Immanuel Albertinen hilft“ liefern wir über unsere Logistik- und Einkaufsgesellschaft Hospital LogiServe umgehend Lebensmittel und medizinisches Material. Seit Ende März fährt alle 14 Tage ein LKW nach Chełm.###3_IMAGES###

Viele großartige freiwillig Mitarbeitende sind da

Wir sind sehr bewegt und bewundern zugleich die Entschlossenheit von Jonasz und den vielen ehrenamtlichen Helfern. Doch das ist noch nicht alles.

Die Baptistengemeinde in Chełm hat am Rande des Ortes eine große Lagerhalle angemietet und kauft inzwischen mit Spendenmitteln Lebensmittel von den Großhändlern, um sie dann mit großen 38-Tonner-LKWs zusammen mit den von uns gelieferten medizinischen Artikeln in die Ukraine zielgerichtet zu den Menschen zu bringen. Jonasz hat sich auch bereits persönlich ein Bild von der Lage in der Ukraine gemacht. Er berichtete von Irpin, Butscha und Kiew. Bis hinter die Frontline des Krieges ist er gefahren, um sicher zu gehen, dass die Lieferungen dort ankommen, wo sie benötigt werden und dort auch verteilt werden können. Zweimal wöchentlich macht sich inzwischen ein LKW Richtung Kiew auf. 1.200 Paletten mit Hilfsgütern wurden innerhalb der letzten 5 Monate geliefert.

Kostete der Einkauf von Lebensmittel für eine vollgepackte Palette zu Beginn noch rund 800 Euro, so hat sich auf Grund von Inflation und des Krieges der Preis auf mittlerweile um 50 Prozent auf 1.200 Euro erhöht. Auch das fordert Jonasz tagtäglich heraus und erfordert Kreativität und Spontanität, um weitere finanzielle Mittel einzutreiben.

Beeindruckende Menschen packen selbstverständlich mit an

Wir fahren gemeinsam zum Lager am Rande der Stadt. Eine riesige Lagerhalle aus Betonelementen tut sich vor uns aus. Wir steigen aus dem Auto, gehen die Rampe hoch und durch das weit geöffnete Ladetor. Gleich am Eingang ein großes Schild: „We love Ukraine, we support Ukraine“. Auf der linken Seite ein Plakat in Handschrift mit Gebetszeilen. Wir gehen hinein. Im dunklen Licht erblicken wir sechs junge Menschen, die um einen Tisch stehen. Sie machen wohl gleich Feierabend. Angestrengt und müde schauen sie uns mit einem Lächeln und zugleich mit einem fragenden Gesichtsausdruck an: „Was die wohl von uns wollen?“ Wir stellen uns vor. Gut, dass Eva Maria Czysch mit dabei ist, die mit ihrem Sprachschatz beim Übersetzen aushilft. Im weiteren Gesprächsverlauf ist es dann auch oft Englisch, das eine gemeinsame Verständigung ermöglicht.

Kazik, Martin, Ola, Maxim, Katia und Maddie stellen sich vor. Schon aus ihren Worten, ohne dass wir alles verstehen, ist ihr großes Engagement und ihre Leidenschaft zu entnehmen. Sie alle arbeiten ehrenamtlich bei der Verteilung der Hilfslieferungen mit. Sie sind ein Teil eines großen Teams. Maddie, die 22-jährige junge Frau aus den USA, hat ihr Studium unterbrochen und ist auf eigene Kosten nach Polen gekommen, um zu helfen. In den nächsten Tagen wird sie in die Ukraine weiterfahren, um dann vor Ort die Auslieferung zu koordinieren. Sie zeigt uns im Schnelldurchlauf Fotos auf dem Smartphone von ausbrannten Panzern in den Wäldern der Ukraine, auf die Friedenstauben in den ukrainischen Nationalfarben gemalt worden sind. Ein Zeichen der Hoffnung an jenem verlassenen Ort.###3_IMAGES###

Auch wir sind dabei gefragt

Wir sind tief bewegt und auch etwas beschämt von solch einem Mut und selbstloser Hingabe. Wir inspizieren die große Lagerhalle. Eine fast unüberschaubare Menge an abgepackten Palletten sind darin gestapelt, gefüllt mit Nudeln, Konserven, Mehl, Linsen, Milch, Keksen und vielem mehr. Ein Teil geht direkt an die Frontlinie. Wir entdecken nun auch einige medizinische Artikel, die wir durch unser Hilfsprojekt schon seit Wochen regelmäßig liefern.

Unsere Lieferungen werden dringend gebraucht, wie uns Jonasz versichert. Während die Lebensmittel vor Ort eingekauft werden können, sind medizinische Hilfsgüter nicht so leicht zu bekommen. Holger Meyer, der Geschäftsführer von Hospital LogiServe, ist auch deshalb mitgekommen, um im Detail abzusprechen, wie und ob wir hier nachsteuern müssen. Klar ist auf jeden Fall: Weitere Lieferungen werden dringend benötigt.

Wir sitzen abends nochmal in einem Restaurant am Marktplatz der Kleinstadt zusammen. Jonasz sitzt mit am Tisch. Sein Handy klingelt fast ununterbrochen. Es geht fast immer um die Ukrainehilfe. Er legt sein Handy zur Seite und hört uns mit müden Augen zu. Unser Interesse und auch unser tiefes Bewegtsein kann er aus unseren Gesichtern ablesen und selbst unsererseits unausgesprochene Fragen und Gedanken beantworten.

Obwohl wir noch einige wenige Kilometer von der Ukraine entfernt sind, ist es doch ein beklemmendes Gefühl, so nah an dem Land zu sein, in dem gerade ein grausamer Krieg herrscht. Es ist so viel anders und näher als die Informationen aus den Medien zu sehen und zu lesen. Klar ist, wir wollen und müssen weiter helfen. Und wir haben mit der Baptistengemeinde in Chełm und mit Jonasz vertrauenswürdige Partner. 

Unsere Hilfe und Unterstützung kommt an

Am nächsten Morgen fahren wir frühmorgens zum Warenlager. Zwei weitere Helfer, Kazimierz und Mariusz, öffnen die Türen zur Halle. Dort treffen wir unseren polnischen Fahrer Dariusz, der am Donnerstag zuvor unsere Hilfslieferung aus dem Lager in Werder abgeholt hat und dann über Nacht durchgefahren ist. Er freut sich, dass er uns bei der Aktion „Immanuel Albertinen hilft“ unterstützen kann. Er fährt gerne regelmäßig die Strecke.

Mit Hubstablern ist der LKW schnell entladen, wartet doch bereits ein 38-Tonner-LKW zur Beladung für eine Fahrt an die Front in die Ukraine. Das Team der Ehrenamtlichen packt kräftig an. Es geht schnell und geräuscharm vonstatten. Ein eingespieltes Team. Wir hoffen und beten, dass alles gut geht.

Nach einem kurzen Austausch und Instant-Kaffee mit Keksen fahren wir zurück nach Berlin. Wir tauschen uns aus. Wir sind froh und dankbar vor Ort gewesen zu sein und von den Hilfsaktionen der Baptistengemeinde berichten zu können. Zugleich beschäftigen uns diese Eindrücke und hinterlassen nachhaltige Spuren.

Sie wollen „Immanuel Albertinen hilft“ unterstützen?
Dann nutzen Sie das Ukraine-Spendenkonto der Immanuel Albertinen Diakonie gGmbH.

Empfängerin: Immanuel Albertinen Diakonie gGmbH
IBAN: DE75 1005 0000 1050 0031 40
Verwendungszweck: Spende Ukraine Immanuel Albertinen hilft, Ihr Name, Ihre Adresse

oder Sie spenden via PayPal: spenden@immanuelalbertinen.de
Text für "Mitteilung eingeben": Spende Ukraine Immanuel Albertinen hilft, Ihr Name, Ihre Adresse

Oder an die Ukraine-Hilfe des BEFG:

Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
IBAN: DE14 5009 2100 0000 0333 08
Verwendungszweck: P 45 022 Krieg Ukraine

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news-3223 Sun, 10 Jul 2022 06:14:00 +0200 „Sie teilten das Brot mit Freuden“ Alexander Rockstroh, Geschaftsführer im ChristusForum Deutschland https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/sie-teilten-das-brot-mit-freuden/ Alexander Rockstroh hinterfragt in diesem Artikel, was die Feier des Abendmahls in den Gemeinden heute bezeugt. Jugendliche berichten, dass sie die Feier des Abendmahls im Gottesdienst oft als steif und verklemmt empfinden. Nur noch wenig ist dabei von den Feiern der christlichen Urgemeinde zu spüren, von der die Apostelgeschichte berichtet, „sie brachen das Brot mit Freuden“.

Nun ist das Abendmahl eine ernste Sache, weil es mit der Buße und der Erforschung des eigenen Gewissens verbunden ist. Und wir denken dabei an den Tod und das Leiden Jesu Christi. Er ist gestorben für meine Schuld und Sünden.

Man spricht auch von einem Erinnerungsmahl. Paulus sagt in 1. Korinther 11, dass er von Jesus Mitteilungen über das Abendmahl bekommen habe und weitergeben müsse. So stehen in den Versen 24 und 25 die Worte Jesu: „Das ist mein Leib für euch dahingegeben. Das tut zu meinem Gedenken. Ebenso der Kelch. Er ist der neue Bund in meinem Blut. Das tut, so oft ihr trinkt, zu meinem Gedenken!“ Das meint: Denkt dabei an mich!

Unsere Erinnerung, die wir beim Abendmahl pflegen, geht zurück auf das Mahl, das Jesus mit seinen Jüngern noch vor dem Verrat durch Judas, vor seiner Verurteilung, vor seinem Tod und vor seiner Auferstehung feierte. Es war damals ein Abschieds- und Vermächtnismahl! Das Abendmahl verträgt einen feierlichen und bedächtigen Rahmen, aber eine tiefe Freude und Fröhlichkeit ist ausdrücklich erwünscht.

Denn wenn wir heute Abendmahl feiern, darf das unter einem anderen Vorzeichen geschehen. Und zwar nicht unter den Vorzeichen des Leidens und Sterbens, des Abschiednehmens, des baldigen Todes und der Traurigkeit, sondern unter dem Vorzeichen der Auferstehung und der Hoffnung auf die herrliche Wiederkunft Jesu Christi!

Was bezeugen wir also mit unseren Mahlfeiern? Blasen wir Trübsal, als wäre der Stein vor dem Grab Jesu noch nicht weggerollt? Oder haben wir eine Strahlkraft, weil wir Nachfolgerinnen und Nachfolger des Auferstandenen Christus sind? Es ist kein gutes Zeugnis, wenn uns andere Menschen attestieren, wir wären in der Buße steckengeblieben.

Das Abendmahl ist eben nicht nur ein Erinnerungsmahl. Es ist auch ein Mahl der Verkündigung. In 1.Korinther 11,26 sagt Paulus: „Wenn ihr das Mahl feiert, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt!“

Ein toter HERR kann nicht wiederkommen, sondern nur ein auferstandener und lebendiger HERR. Nirgendwo anders als in der Abendmahlfeier kann die Gemeinde Jesu Christi eindrucksvoller bekennen, weitersagen und den Nachweis erbringen, dass Jesus Christus allein Retter und Versöhner mit Gott ist.

So stimmen wir im Abendmahl ein neues Lied an und keine alte Leier. So spielen wir während der Feiern keine Beerdigungslieder, sondern wir jubilieren. So hüllen wir uns nicht in gekünsteltes Schweigen, sondern strahlen den Bruder und die Schwester an und sprechen Worte des Lebens: „Christi Leib für dich gegeben. Christi Blut für dich vergossen!“

Was wir im Abendmahl miteinander feiern und verkündigen, wirkt nach außen. Und unser Leben verkündigt manchmal mehr als unsere Worte. Wenn uns Menschen beim Beten, in der Gemeinschaft und beim Brotbrechen zuschauen dürfen, dann wirkt das oftmals berührender und einladender als manch sprachlich brillante Predigt. In der Apostelgeschichte werden wir ermutigt, neben vielen Dingen, die sich verändern, hier ganz bewusst stetig und beständig zu bleiben:

„Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.“ (Apg 2,42)

Die Bedeutung der Mahlfeier ist ungebrochen hoch. Die Erinnerung an Tod und Auferstehung Jesu sowie die Verkündigung durch das Abendmahl, dass das volle gegenwärtige Heil in Christus ist. Deshalb gehört das Abendmahl zum festen Bestandteil unserer Versammlungen und Gottesdienste: als Erinnerung und als Verkündigung.

Die zentrale Bedeutung der Mahlfeier besteht nach wie vor darin, sich immer wieder bewusst zu machen, dass die Gnade Gottes Grundlage allen Glaubens und Lebens ist. Daraus folgt das Bedürfnis der Erlösten, eine tiefe, innige, greifbare und „schmeckbare“ Gemeinschaft mit ihrem Herrn Jesus Christus, ihrem Erlöser, zu haben.

Es tut gut, sich als Christen bei aller ethischen, missionarischen, sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung immer wieder die Grundlage und Hoffnung unseres Heils in Christus bewusst zu machen. So wie Christus die Liebe zu Gott als „das größte und erste Gebot“ bezeichnet (Mt 22, 38), so kann eine bewusst gestaltete Abendmahlspraxis mit diesem Fokus eine geistliche Erneuerung unserer Liebe zu Gott und den Menschen sein. Wenn sie nicht einfach als Anhängsel an den Gottesdienst oder rein gewohnheitsmäßig praktiziert wird, kann sie Raum geben für besondere Erfahrungen der Gemeinschaft mit Jesus.

Abendmahl kann ein wirklicher „Augenöffner“ sein. Besonders eindrucksvoll erscheint die Gegenwart Christi im Erlebnis der „Emmausjünger“ nach dem Tode Jesu. Worte scheinen bei den beiden desillusionierten Jüngern wenig bewirkt zu haben, als Jesus sie bei ihrer Rückkehr ins Privatleben einholte. Aber als Jesus ihnen das Brot brach, gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn (Lk 24,30f).

Eine Mahlfeier, die Dank, Lobpreis und Anbetung des Gekreuzigten und Auferstandenen in den Fokus rückt und die teilnehmenden Geschwister wahrnimmt, wird sich segensreich für das Klima in der Gemeinde auswirken. Wenn Raum für Versöhnung und Vergebung gegeben wird, kann sich Heilung der Beziehungen einstellen.

So wie Jesus selbst ein starkes Verlangen hatte, mit seinen Jüngern Tisch-Gemeinschaft zu haben (Lk 22, 15), so kann seine Sehnsucht auch seine Nachfolger neu motivieren, die Gemeinschaft mit ihm zu suchen.

Wenn es gelingt, Feiern des Herrenmahls als diesen vorrangigen Raum der Christus-Begegnung zu gestalten, dann sind lebendiger Lobpreis und Weltverantwortung, Heil und Heiligung, Sammlung und Sendung keine Alternativen mehr, sondern Ausdruck des Reichtums der Gnadengaben der Gemeinde in dieser Welt.

Einladung zum Weiterdenken

1. Wie kann die Abendmahlspraxis eine Bereicherung des Gemeindelebens werden?

2. Wie feiern wir das Abendmahl und feiern wir wirklich?

Erschienen in: Die Gemeinde 14/2022, S. 16-17.

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news-3226 Thu, 07 Jul 2022 12:10:00 +0200 Ermutiger und Begleiter für den Glaubensweg Timo Neumann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ermutiger-und-begleiter-fuer-den-glaubensweg/ Der BEFG bittet diesen Sommer um Spenden zur Förderung der Arbeit des GJWs. Diese ermöglichen mitunter Highlights wie das BUJU, das in diesem Jahr endlich wieder stattfinden kann. „Junge Menschen in eine Beziehung mit Jesus zu führen: Alle Dinge, die wir im GJW tun, sind auf diesen Zweck ausgerichtet“, so formuliert Udo Rehmann den Auftrag des Gemeindejugendwerks. Der BEFG bittet diesen Sommer um Spenden zur Förderung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Diese ermöglichen mitunter solche Highlights wie das BUJU, das in diesem Jahr endlich wieder stattfinden kann.

„Die biblische Botschaft soll für Kinder und Jugendliche erlebbar werden und jede Ortsgemeinde ein phantasievoller und sicherer Lebensraum sein. Wir wollen, dass die jungen Menschen eine persönliche Beziehung zu Jesus erfahren, die ihrem Leben Sinn und Hoffnung gibt und sie herausfordert – dass sie Verantwortung in der Gemeinde und in der Gesellschaft übernehmen,“ führt der Leiter des Dienstbereichs Kinder und Jugend weiter aus.

In der Spendenbitte, die einige Haushalte auch postalisch erhalten haben, heißt es dazu weiter: „Motivierte und befähigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielen dabei eine entscheidende Rolle. Das GJW unterstützt die Engagierten in den Gemeinden mit verschiedenen Materialien, die die biblische Botschaft zeitgemäß, innovativ und kreativ erlebbar machen.“

Zu diesen Materialien zählen beispielsweise die KIGO-App Miteinander Gott entdecken, die Kunterbunte Box, mit der sich Kinder und die Mitarbeitenden gemeinsam auf eine spannende Reise durch eine biblische Geschichte begeben – analog in den Gemeinderäumen und multimedial im Internet – oder auch StartUP für den Gemeindeunterricht, das Mitarbeitende befähigt, in tragfähige Beziehungen zu den Teens zu investieren und mit ihnen gemeinsam die Bibel zu entdecken.

Außerdem organisiert das GJW Veranstaltungen wie MLI (Mitarbeiten.Leiten.Inspirieren), wo Mitarbeitende vom 23. bis 25. September in Leipzig die Möglichkeit haben werden, aus gemeinsamem Lobpreis und durch lebensnahe Predigten neue Kraft zu schöpfen und in über 20 Seminaren und Workshops für ihren Dienst neu inspiriert und befähigt zu werden.

Zudem steht das Highlight für Kinder und Jugendliche kurz bevor. Das BUJU kann nach mehrjähriger Corona-Pause wieder stattfinden, vom 1. bis 6. August in Otterndorf am Elbstrand. „Gerade persönliche Begegnungen sind für junge Menschen auf ihrem Glaubensweg prägend und wichtig. Die vielen Herausforderungen der Gegenwart erfordern viel Mut von der jungen Generation. So lautet das diesjährige Thema auch ‚Mutiges Herz‘. Wir wünschen uns, dass Jugendliche beim BUJU Gott begegnen und sich ermutigen lassen, um seinetwillen Glauben und Leben zu gestalten“, heißt es in der Spendenbitte des Bundes.

Das Festival bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich als Gemeinschaft im Glauben gegenseitig zu bestärken, andere Christinnen und Christen kennenzulernen und Glaubensbegleitern zu begegnen. Um die Wichtigkeit solcher Begegnungen weiß auch Udo Rehmann aus eigener Erfahrung: „Als 14-Jähriger habe ich mal eine Freizeit verpasst. Danach hatte ich das Gefühl, alle hatten etwas mit Jesus erlebt, nur eben ich nicht. Ein junger Erwachsener hat das damals vermutlich irgendwie verstanden und hat sich Zeit genommen, hat mit mir Bibel gelesen. Und zum ersten Mal verstand ich, wie sehr die Texte mich persönlich und mein Leben meinen. Es war der Moment, in dem ich meine Beziehung zu Jesus in der Taufe wirklich bejaht habe – durch diesen Mitarbeiter.“

Anmeldungen zum BUJU sind weiterhin möglich. Spenden für die Kinder- und Jugendarbeit können auch ganz bequem online getätigt werden.

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news-3225 Thu, 07 Jul 2022 09:21:34 +0200 Von Hoffnung, Frust und langem Atem Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/von-hoffnung-frust-und-langem-atem/ Zwölf Monate ist es her, seit verschiedene Gegenden Deutschlands und andere Länder von verheerenden Überschwemmungen getroffen wurden. Ein Jahr nach der Flut fällt die Bestandaufnahme recht unterschiedlich aus. In allen Fällen aber wird deutlich: Es ist ein langer Atem nötig. Ein Jahr ist es her, seit Unmengen von Regen in den verschiedenen Gegenden Deutschlands und anderer Länder dafür gesorgt haben, dass kleine Bäche zu großen Flüssen wurden, die über die Ufer traten und verheerende Überschwemmungen verursachten. Ein Jahr nach der Flut fällt die Bestandaufnahme recht unterschiedlich aus. Auch Gemeinden und Einzelpersonen des BEFG waren und sind betroffen. Die Fluthilfe des BEFG hat von Anfang an geholfen. Insgesamt wird deutlich: Es ist ein langer Atem nötig.

„Ehrlich gesagt bin ich ein wenig in Sorge, wenn ich an den bevorstehenden Jahrestag der Flutkatastrophe denke“, sagt Ralf Beyer, gemeinsamer Fluthilfekoordinator vom Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) und vom Bund Freier evangelischer Gemeinden (Bund FeG). „Bei vielen Menschen wird da einiges wieder hochkommen von den traumatischen Ereignissen, die sie vor einem Jahr erlebt haben.“ Leider seien viele Menschen in den betroffenen Gebieten sehr frustriert und enttäuscht, weil der Wiederaufbau so schleppend vorangehe und sie sich von offizieller Seite in ihrer Not alleingelassen fühlten, gibt er zu bedenken. Er und sein Netzwerk von Helferinnen und Helfern werden aber – wie bereits in den vergangenen zwölf Monaten – vor Ort und für die Menschen da sein. 12.000 bis 18.000 Personentage haben sie im vergangenen Jahr an Hilfseinsätzen organisiert, schätzt Beyer. Dies sei von den Leuten vor Ort sehr bewusst wahrgenommen und wertgeschätzt worden. So schrieb ihm unlängst eine Familie: „Ohne euch hätten wir oft sehr gefroren und auch Hunger gehabt. Ihr wart monatelang unser Anker, hattet stets Kaffee und Kuchen und vor allem ein offenes Ohr für uns.“###3_IMAGES###Dass nach Schlamm schaufeln und Schutt wegstemmen mehr und mehr die Notwendigkeit der psychosozialen Hilfe in den Vordergrund rückt, stellt auch Udo Hermann, Mitglied der Bundesgeschäftsführung des BEFG, fest, der dem Lenkungsausschuss Fluthilfe von BEFG und Bund FeG angehört: „Diese lange Zeit, in der in manchen Gebieten noch nichts vorangeht, ist sehr belastend für die Leute. Deshalb vermitteln wir schon seit einiger Zeit Therapeutinnen und Seelsorger, um die Menschen in der Aufarbeitung der Geschehnisse zu begleiten.“

Jens Mankel, Seelsorgereferent in beiden freikirchlichen Bünden, koordiniert die Vermittlung von Seelsorge, Beratung, Therapie, Supervision und Schulung für die Betroffenen und Helfenden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Über seine Vermittlung fand auch ein Traumaseminar in der EFG Hagen statt, die durch die Flut so große Schäden erlitten hat, dass eine Totalsanierung nötig ist. Pastor Ronald Hentschel zeigt sich begeistert: „Dieses Seminar war fantastisch. Es ist sehr gut in unserer Gemeinde angenommen worden.“ Kurz nachdem die Wassermassen die Kirche überflutet hatten, sei man noch davon ausgegangen, dass nur das Gebäude zerstört sei. Doch auch Privatpersonen waren betroffen. Gerade in diesem Zusammenhang sei es sehr hilfreich gewesen, dass durch den Fluthilfefonds des BEFG und des Bundes FeG sehr kurzfristig und unbürokratisch geholfen werden konnte. Die Bewilligung finanzieller Mittel durch offizielle Stellen dauert sehr lange, das hat auch die Gemeinde in Hagen feststellen müssen: „Die Vorplanung lief super“, so Hentschel, „aber seitdem brauchen wir viel, viel Geduld.“ Dennoch blicke man hoffnungsvoll in die Zukunft. „Wir haben diesen Einschnitt genutzt und den Wiederaufbau so geplant, dass wir uns nach Abschluss der Bauarbeiten energetisch auf der Höhe der Zeit befinden mit einer Heizungsanlage mit Wärmepumpe und allem, was dazu gehört.

Die kleine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Wuppertal-Barmen „Köbners Kirche“ muss auch noch warten. Das Untergeschoss des Gemeindehauses, das Wasserschäden erlitten hatte, konnte zwar trockengelegt werden, weiter ist aber noch nichts geschehen. „Wir müssen erst einmal eine Lösung finden, dass so etwas nicht wieder passiert, bevor wir renovieren und neues Mobiliar anschaffen“, sagt Ute Hoffmann von „Köbners Kirche“. Das denkmalgeschützte Gebäude war bereits vom letzten Hochwasser 2018 betroffen. 2019 hatte der der Sturm „Friederike“ Teile des Kirchendachs zerstört. Mit der Flut 2021 wurde die Gemeinde also in kürzester Zeit wiederholt gebeutelt. Mit 50.000 Euro aus der Fluthilfe konnte zunächst Soforthilfe geleistet werden. Ein Gutachten für künftige Schutzmaßnahmen ist mittlerweile erstellt, Ideen gibt es auch, nur die Finanzierung ist noch völlig unklar. Der Gottesdienstraum ist glücklicherweise verschont geblieben.###3_IMAGES###Das war in der EFG Dormagen nicht der Fall. Dort musste die Gemeinde in den vergangenen Monaten ihre Gottesdienste im Schützenhaus oder in der Kulturhalle feiern. Sie hat auch das Konzept der Hauskirche ausprobiert: Mehrere kleinere Gruppen von Gottesdienstbesuchern und -besucherinnen feierten in Privatwohnungen. „Aber wir haben gemerkt: Die Leute haben große Sehnsucht nach einem zentralen Gebäude, einem festen Treffpunkt – wo man auch mal Dinge planen kann und nicht nur von Woche zu Woche lebt“, sagt Gemeindepastor Roger Bahr. Auch hier müsse man überlegen, wie man sich langfristig schützt. „Als neulich Starkregen angesagt war, haben wir kurzerhand Sandsäcke vor die Tür gelegt, aber das ist ja auch keine Lösung auf Dauer“, so Bahr. Dennoch ist die Kirche soweit wiederhergestellt, dass die Gemeinde hofft, am 14. August Einweihungsgottesdienst feiern zu können. Roger Bahr, für den das gleichzeitig auch ein Abschiedsgottesdienst ist, ist dafür sehr dankbar: „Uns bekannte Privatleute waren Gott sei Dank nicht betroffen und bei unserem Gemeindeleben im Provisorium haben alle immer toll mit angepackt.“ Auch diese Gemeinde konnte auf das Wissen und das Netzwerk des Fluthilfekoordinators Ralf Beyer zurückgreifen.###3_IMAGES###Gut 1,6 Millionen Euro an Spendengeldern sind beim BEFG eingegangen. Rund 600.000 Euro wurden davon bislang eingesetzt – im Wesentlichen zur Unterstützung von betroffenen Privatpersonen und Gemeinden. Es wurden davon aber in der Region tätige Hilfsorganisationen und ihre konkreten Angebote mitfinanziert. Ein größerer sechsstelliger Betrag ist zur Unterstützung der direkt betroffenen BEFG-Gemeinden zurückgestellt, um auf Abruf schnell zur Verfügung zu stehen.

Dass der Wiederaufbau von Region zu Region in sehr unterschiedlichem Tempo abläuft, beobachtet auch Ralf Beyer: „Es gibt Gegenden, da ist vieles schon neu und schöner als vorher, aber es gibt eben auch die Regionen, in denen es noch genauso aussieht wie vor einem Jahr, wo noch nicht mal klar ist, ob die Häuser abgerissen werden dürfen oder nicht.“ Besonders schlimm sei es in der kalten Jahreszeit gewesen, wenn Menschen noch in Wohnungen mit kaputten Scheiben leben mussten und kaum ein Fenster erleuchtet war. Jemand sagte dazu: „Es sieht aus, als schaue man in lauter dunkle Löcher.“ Um in diese Dunkelheit Licht zu bringen, werden Beyer und viele weitere Helferinnen und Helfer auch nach dem Jahrestag weiterhin präsent sein, um die Sorgen der Menschen zu teilen und zu helfen. Und dann gibt es auch Rückmeldungen, die Zuversicht vermitteln und Hoffnung schenken: „Ich finde es so bemerkenswert, wie feinfühlig ihr immer wieder an all Eure Mitmenschen denkt. Und wie sensibel ihr mit den Herausforderungen umgeht und sie meistert! Ihr seid so groß! Das größte Flut-Geschenk! Danke!“

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news-3214 Sun, 26 Jun 2022 08:12:00 +0200 Glaube und Taufe Prof. Dr. Christoph Stenschke, Dozent für Neues Testament an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/glaube-und-taufe/ Dieser Abschnitt der Rechenschaft vom Glauben gilt mit der Taufe dem Herzstück baptistischen Selbstverständnisses. Dieser Abschnitt der Rechenschaft vom Glauben gilt mit der Taufe dem Herzstück baptistischen Selbstverständnisses. Immerhin heißen Baptisten (vom griechischen Wort baptizo) auf Deutsch Täufer. Dabei geht es nicht um die Taufe an sich – sie verbindet Baptisten mit fast allen anderen Christen – sondern um den besonderen Zusammenhang von Glauben und Taufe, wie dieser Abschnitt heißt.

Freilich gilt auch hier, dass das baptistische Verständnis der Taufe Teil einer konfessionell geschlossenen Gesamtinterpretation des Evangeliums ist. [1] Dieses Verständnis der Taufe teilen Baptisten mit der Täuferbewegung der Reformationszeit (vgl. das Täufergedenken im Jahr 2025) und mit anderen Gemeindebünden, die aus dieser Bewegung hervorgegangen sind, etwa den Mennoniten, aber auch mit anderen glaubenstaufenden Traditionen wie den Brüdergemeinden (Christusforum). Sie alle betonen, dass Glauben und Taufe ganz eng zusammengehören: Nur Menschen, die das Evangelium gehört, verstanden und angenommen haben, sollen auf ihren Glauben an Jesus Christus hin getauft werden. Diese Reihenfolge entspricht dem Neuen Testament: „Wer da glaubt und getauft wird …“ (Mk 16,16) oder „… die sein Wort annahmen, ließen sich taufen“ (Apg 2,41).

Der erste Absatz dieses Abschnitts fasst wesentliche neutestamentliche Aussagen zu Aneignung des in Jesus Christus geschenkten Heils zusammen. Die Initiative war, ist und bleibt bei Gott. Im Evangelium bietet er seine Gnade an – darauf antworten Menschen und müssen antworten! Gott wirkt Glauben, zugleich werden Menschen zum Glauben aufgerufen. Erst dann haben sie Anteil an Gottes Heilshandeln in Jesus Christus. Sie lassen sich Gottes Urteil gefallen, wenden sich ihm zu und vertrauen auf ihn. Gott beschenkt die Glaubenden mit seinem Heil. Genannt werden hier Vergebung und ewiges Leben. Im NT ist außerdem etwa von Versöhnung, Frieden mit Gott und Erlösung die Rede. Dieses Vertrauen hat Folgen: Christen wenden „sich von allem Bösen ab, bekennen fortan Jesus Christus als ihren Herrn und erklären sich bereit, als Glied der Gemeinde ein verbindliches Leben in der Nachfolge Jesu Christi zu führen“. Ich habe die Formulierungen der RvG in den Plural gesetzt, da es sich um ein kollektives Geschehen handelt … so sehr auch jeder einzelne Mensch aufgefordert ist, im Glaubensgehorsam auf das Evangelium zu antworten.

Der folgende Absatz erklärt, wie sich Glauben und Taufe zueinander verhalten. Die Taufe bezeugt, dass Menschen zum persönlichen Glauben gekommen sind, daher – sachlich richtig – nicht Erwachsenentaufe (das Alter ist nicht entscheidend), sondern Glaubenstaufe. Daher kommt die entsprechende Taufformel: „Aufgrund deines Glaubens an Jesus Christus taufe ich dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19). Nur Freiwillige werden getauft; wenn auch gut gemeint, soll in der Gemeinde niemand zur Taufe gedrängt werden.

Während das Abendmahl regelmäßig gefeiert wird, werden Menschen nur einmal getauft. Daher lehnen auch Baptisten eine Taufwiederholung im Sinne einer Wiedertaufe ab. Dennoch taufen sie Menschen, die als Säuglinge getauft wurden, weil sie in diesem Akt bestenfalls eine Segenshandlung und Willensbekundung der Eltern, Taufpaten und Gemeinde sehen, aber keine gültige Taufe im Sinn des Neuen Testaments. Daher sind Baptisten keine „Wiedertäufer“, wie man sie oft polemisch bezeichnet hat.

Viel wichtiger als Bezeichnungen ist die letzte Anmerkung: Taufe ist kein Schlusspunkt, sondern ein Doppelpunkt: Der Start in ein neues Leben unter der Herrschaft Gottes.

Der dritte Abschnitt umreißt, was in der Taufe geschieht. Sie ist Bestätigung: zum einen persönliche, leiblich erfahrbare Bestätigung des Zuspruchs des Evangeliums an die Täuflinge durch den Täufer und die anwesende Gemeinde und zum anderen Bekenntnis der zu taufenden Menschen. Treffend wird dieses Bekenntnis in der RvG zusammengefasst:

Jesus Christus ist auch für mich gestorben und auferstanden. Mein altes Leben unter der Herrschaft der Sünde ist begraben, durch Christus ist mir neues Leben geschenkt. Gott gibt mir Anteil an der Wirkung des Todes Jesu Christi. Er lässt auch die Kraft seiner Auferstehung an mir wirksam werden, schon jetzt durch die Gabe des Heiligen Geistes und einst durch die Auferweckung zum ewigen Leben.

Darum werden Taufwillige in der Regel zu einem Gespräch eingeladen und „geprüft“. Haben sie das Evangelium verstanden und angenommen? Haben sie noch Fragen? Oft werden sie zudem aufgefordert, vor ihrer Taufe ihren Glauben vor der Gemeinde zu bekennen, ein „Zeugnis“ zu geben. Wenn auch nicht unbedingt in diesen oder anderen geschliffenen Worten, sollten diese Inhalte und Erkenntnisse im persönlichen Bekenntnis vorkommen, sonst kann eine Glaubenstaufe zur Farce werden.

All dies geschieht in dem Wissen, dass Glaube wächst, sich verändern kann, sich im Alltag bewähren muss und angefochten ist – daher die Gemeinde als Gemeinschaft der Glaubenden. Viele Gemeinden stellen den Getauften Begleiter zu Seite, die ihnen auf dem Weg der Nachfolge helfen und ihnen den Weg in die Gemeinde ebnen.

Taufe ist kein „krönender Abschluss“, sondern führt in die Gemeinschaft der Gemeinde. Darum sollten Taufen auch im Kontext der versammelten Gemeinde stattfinden. Die Zugehörigkeit zu Christus und seinem Leib lässt sich von einer Ortsgemeinde nicht trennen; hier bringen Christen ihre Zeit, ihre Mittel, ihre Begabungen und Geistesgaben ein, um Gottes und der Gemeinde willen! Christen brauchen einander! In der Verbindlichkeit einer Mitgliedschaft und der regelmäßigen Teilnahme am Gemeindeleben erfahren Christen gegenseitige Hilfe, Ermutigung, Trost und Korrektur … das geht digital nur begrenzt oder auf Dauer gar nicht.

Wie in jedem knapp und präzise formulierten Bekenntnistext bleiben auch in diesem Abschnitt einige Fragen zur Theologie und Praxis offen. Etwa ab welchem Alter man davon ausgehen darf, dass Menschen das Evangelium verstehen und glauben können. Ist das nur individuell erkennbar (an welchen Kriterien?) oder hält man sich einfach an das staatlich festgesetzte Alter der Religionsmündigkeit (14 Jahre)?

[1] Vgl. C. H. Ratschow, „Konfession/Konfessionalität“, TRE 19 (1990), (419–426) 419.

Einladung zum Weiterdenken

1. Wie habe ich den engen Zusammenhang zwischen Glauben und Taufe bisher erlebt? Wie war das bei meiner eigenen Taufe? Was ist vom Zuspruch des Evangeliums und dem Bekenntnis des Glaubens noch übrig?

2. Welche Rolle spielt die Taufe in unserer Gemeinde – von einer gelegentlichen Tauffeier abgesehen?

3. Sollten wir Menschen taufen, die aber nicht zu einer Gemeinde gehören wollen?

Erschienen in: Die Gemeinde 13/2022, S. 16-17.

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news-3216 Thu, 16 Jun 2022 15:49:10 +0200 Ukraine-Hilfe europäischer Baptisten geht unvermindert weiter Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/ukraine-hilfe-europaeischer-baptisten-geht-unvermindert-weiter/ Die Hilfe der EBF und ihrer Mitgliedsbünde für ukrainische Geflüchtete geht unvermindert weiter. Der BEFG unterstützt die Arbeit seiner Partner und organisiert eigene Hilfstransporte. Die Hilfe der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) und ihrer Mitgliedsbünde für ukrainische Geflüchtete geht unvermindert weiter. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) unterstützt die Arbeit seiner Partner und organisiert eigene Hilfstransporte.

Der ukrainische Baptistenbund bietet aktuell etwa 8.000 Geflüchteten in 300 Unterkünften Zuflucht. 50 Prozent der polnischen Baptistengemeinden wurden zu Flüchtlingsunterkünften umgestaltet, die rund 1.600 Menschen aus der Ukraine Raum bieten. Insgesamt wurden in der Ukraine bisher über 50.000 Menschen und in Polen rund 9.000 Menschen aus dem Fördertopf der EBF unterstützt.

Mit den Spendengeldern seiner Ukraine-Hilfe unterstützt der BEFG die EBF und auch seine Partnerbünde in der Ukraine, in Polen und in anderen Nachbarländern der Ukraine. Auch Hilfstransporte fördert und organisieret der deutsche Bund, um die Geflüchteten mit Lebensmitteln und anderen notwendigen Dingen wie etwa Hygieneartikeln zu versorgen. So hat der Bund zuletzt Lebensmittel im Wert von 30.000 Euro auf den Weg geschickt, die nach einer Woche in Mykolajiw in der Südukraine angekommen sind. Die Baptisten dort bieten den Bewohnerinnen und Bewohnern im Keller ihres Gemeindegebäudes einen Schutzraum vor Bombenangriffen und verteilen die Lebensmittel. Der nächste Lebensmitteltransport wird bereits geplant. Zudem organisiert die Immanuel Albertinen Diakonie mit dem BEFG und in Abstimmung mit den ukrainischen und polnischen Baptistenbünden vierzehntägig Hilfstransporte mit medizinischem Material in die Ukraine.###3_IMAGES###In seinem Newsletter Bund kompakt am 16. Juni hat der BEFG seine Gemeinden auch erneut zu Gebet aufgerufen: „Bitte lasst uns weiter für die vielen Menschen beten, die unter diesem Krieg und den anderen Kriegen weltweit leiden. Lasst uns beten für Zuversicht, Hoffnung, Mut und Trost – für ein Ende der kriegerischen Handlungen, für Frieden!“

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news-3215 Wed, 15 Jun 2022 08:40:27 +0200 Wie Jesus Einzelne und Gemeinden sendet Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/wie-jesus-einzelne-und-gemeinden-sendet/ Gemeinden berichten, wie sie das Andachts-Kalender-Notiztagebuch von Ostern bis Pfingsten genutzt haben. „Dich schickt der Himmel! – Unterwegs notiert“ heißt es auf dem Cover des Andacht-Kalender-Notiztagebuchs, das viele Gemeinden und Einzelpersonen des BEFG von Gründonnerstag bis Pfingsten begleitet hat. „Dich schickt der Himmel“ ist auch das Jahresthema des BEFG. Hier berichten beispielhaft einige Gemeinden, wie sie das Heft genutzt und sich als „Himmelsgesandte“ erfahren haben.

„Mich über längere Zeit mit der Sendung Jesu und der Gemeinde auseinanderzusetzen, hat bei mir noch einmal ganz neu das Staunen hervorgebracht, wie vielfältig unsere Gemeinde im Laufe ihrer Jahre geworden ist,“ stellte ein Gemeindemitglied der EFG Berlin-Weißensee fest. Dort hatte das Predigtteam um Pastor Torsten Milkowski bereits im Vorfeld die einzelnen Wochenthemen frühzeitig inhaltlich vorbereitet, so dass neben den Anregungen aus dem Heft und der dazu gehörigen Internetseite eigene Ideen in Predigten und Gottesdiensten umgesetzt werden konnten. „Auf jeden Fall wirkten sich die kreativen Impulse auf die Gestaltung der Gottesdienste und Andachten in diesem Zeitraum aus. Sie waren abwechslungsreich und frisch,“ so ein junger Mensch, der die Gemeinde seit der Coronazeit immer mal wieder gerne besucht.

Die Gemeinde am Döhrener Turm in Hannover hatte sich ebenfalls längerfristig auf die Aktion vorbereitet und diese „als Chance gesehen, gemeinsam als Gemeinde eine Zeit lang mit einem verbindenden Thema unterwegs zu sein“, so Gemeindeleitungsmitglied Dr. Meike Lierse. Neben wöchentlichen Gottesdiensten zum Thema inklusive Mittagessen und Predigtnachgespräch wurde auf Grundlage der ergänzenden Materialien extra ein Heft für die Kleingruppenarbeit in der Gemeinde erstellt, so dass auch neue Gruppenleitende ein Treffen moderieren konnten. Die Kindergottesdienste orientierten sich ebenfalls an den vorgegebenen Themen. „Die Abwechslung aus geistlicher Tiefe und gemeinsamen Spaß tat gut“, hieß es aus den Hauskreisen. „Insgesamt bewerten wir die Aktion für uns als gelungen, insbesondere auch weil es generationsübergreifend angelegt war und Menschen miteinander ins Gespräch über das kamen, was wir als Zentrum unserer Gemeinde sehen: Jesus“, stellt Dr. Meike Lierse fest. „Das Thema ‚Dich schickt der Himmel‘ geht für uns als Gemeinde weiter: Im September ist es das Leitthema unserer Gemeindefreizeit. Insofern sind wir weiterhin gemeinsam unterwegs.“

Dass das Thema weitergeht, ist auch im Sinne des Redaktionskreises des Andachts-Kalender-Notiztagebuchs. Joachim Gnep, Leiter des BEFG-Dienstbereichs Mission, sagte: „Das Heft war von Gründonnerstag bis Pfingsten konzipiert. Die Materialien bleiben aber natürlich auf unserer Internetseite abrufbar. Wir freuen uns sehr, wenn diese auch weiterhin gelesen und genutzt werden – und so zur Inspiration werden können. Die Sendung Jesu hört ja mit Pfingsten nicht auf, sondern fängt da eigentlich erst an.“

Carsten Hokema war neben Christiane Vachek ebenfalls Mitglied des Redaktionskreises. Er ist auch Gemeindepastor in der Christuskirche Hamburg-Altona: „In unserer Gemeinde haben etwa 50 Leute das Heft zu ihrem täglichen Begleiter zwischen Ostern und Pfingsten gemacht. Gelobt wurde dabei die Vielfalt der Gedankenanregungen – auch in der didaktischen Aufbereitung. Grundsätzlich kann ich sagen, dass das Bewusstsein zugenommen hat, dass wir vom Himmel zu den Menschen geschickt sind, mit denen wir leben.“

Michael Lefherz, Pastor der EFG Potsdam erzählte, dass von dem weiterführenden Material besonders die kreativen Predigtentwürfe, welche besondere Perspektiven auf die Jesus-Geschichten lieferten, auf gute Resonanz stießen. Vor allem auch das griffige Gesamtthema „Dich schickt der Himmel“ sei sehr positiv aufgenommen worden. Die Hefte wurden vor allem persönlich genutzt, es gab keine Restexemplare mehr.###3_IMAGES###Aus der Baptistengemeinde in Hanau berichtete Diakonin Angelika Wunderlich, dass es wöchentliche Abendimpulse gab, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer inspiriert wurden, „neue Blicke und Impulse für das Miteinander und unser Gemeindeleben zu finden, so wie Jesus ein Herz für die Menschen hatte.“ Auch die Teilnehmer der Männerabende in Hanau zeigten sich begeistert von dem Heft: „Gerade die vielen neuen und frischen Impulse für das Miteinander haben uns dazu ermutigt, uns immer wieder neu in unserem Standpunkt zu hinterfragen und dabei Gottes Willen für uns zu ergründen. Alles in allem eine echte Bereicherung.“

In der Gemeinde am Weidkamp in Essen hatte ein Hauskreis, dem vorwiegend Iranerinnen und Iraner angehören, zum Austausch über das Thema Gastfreundschaft eingeladen. „Dort haben wir sehr praktisch und lebhaft voneinander Neues gelernt und viel miteinander gelacht“, wusste Margarethe Tamm, Initiatorin der Aktion, zu berichten.

Pastor Jonathan Schreijäg aus Schwäbisch Hall zog ebenfalls ein positives Fazit: „Wir waren sehr begeistert und würden uns freuen, wenn die Aktion oder eine ähnliche Aktion Wiederholung finden würde.“

Auch die Gemeinde Ober-Ramstadt hatte das Andachts-Kalender-Notiztagebuch an ihre Mitglieder, Freunde und Freundinnen verteilt und in manchem Gottesdienst das Begleitmaterial zu diesem Heft auf kreative Weise genutzt. Im Pfingstgottesdienst zum Abschluss der Aktion, hörten die Besucherinnen und Besucher dann diese echte „Dich schickt der Himmel“-Geschichte:

Sehr einsam fühlt sie sich, seit sie vor einem Jahr Witwe geworden ist. So einsam, dass sie es zu Hause nicht mehr aushält und weinend auf die Straße geht. Eine unbekannte Frau spricht sie an und fragt, warum sie weint. Sie klagte ihr ihre Situation und die Unbekannte fragt, ob sie für sie beten darf. Die traurige Frau freut sich sehr darüber, denn sie hat schon oft dafür gebetet, dass Gott gläubige Menschen in ihre Nähe schickt. Es stellte sich heraus, dass die Unbekannte vor einem dreiviertel Jahr in die Nachbarschaft gezogen ist. Die Einsame berichtet von der Gemeinde, die sie seit einiger Zeit besucht und dass sie dort nur am Gottesdienst teilnehmen kann, wenn sie jemand mit dem Auto mitnimmt. „Da würde ich gerne einmal mitgehen“, antwortet die Nachbarin. Diese Begebenheit erzählt die verwitwete Frau im Pfingstgottesdienst der EFG Ober-Ramstadt. Mit Blick auf die Bankreihen im Gottesdienstraum schließt sie ihren Bericht mit den Worten: „Und da sitzt sie mit ihrem Mann.“ Da ruft die neue Nachbarin aus der Reihe: „Und ich habe an dem Tag dafür gebetet, dass Gott mir jemanden zeigt, dem ich zum Segen werden kann.“

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news-3211 Sun, 12 Jun 2022 08:20:00 +0200 Gemeinde bilden Prof. Dr. Andrea Klimt, Professorin für Praktische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/gemeinde-bilden/ Eine Gemeinde hat viele Aufgaben, aber eine Lebensäußerung tritt an dieser Stelle besonders hervor: In der Gemeinde wird Glauben gelebt, gefeiert und weitergegeben. Eine Gemeinde hat viele Aufgaben, aber eine Lebensäußerung tritt an dieser Stelle der Rechenschaft vom Glauben unter anderen besonders hervor: In der Gemeinde wird Glauben gelebt, gefeiert und weitergegeben.

„Die Sendung der Gemeinde in die Welt findet ihre Zuspitzung in der öffentlichen Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus an alle Menschen und in der biblischen Unterweisung ihrer Glieder und der Kinder.“

Die Gemeinde hat einen Auftrag nach außen und nach innen. Durch sie wird das Evangelium allen Menschen mitgeteilt (nach außen) und Menschen, die zur Gemeinde gehören, werden im Glauben angeleitet (nach innen). So wird die Sendung der Gemeinde konkret. Menschen werden zum Glauben eingeladen und die, die dieser Einladung folgen, werden im Glauben ausgebildet und begleitet. Dabei werden die Kinder besonders in den Blick genommen. Sehr spannend ist hier die Formulierung, die für die „Rechenschaft vom Glauben“ gewählt wurde. Die Frage nach den handelnden „Personen“ wirkt erhellend: Wer verkündigt und wer unterweist denn hier? Zu erwarten wäre, dass die Gemeinde hier aktiv wird oder einzelne Personen in der Gemeinde: Eine Verkündigerin oder ein Lehrer. Davon ist aber nicht die Rede. Auch die Gemeinde als Ganze handelt hier nicht. Bei genauerer Betrachtung entdecken wir, dass im zweiten Abschnitt Jesus Christus selbst der Handelnde ist und nur er: „In den Versammlungen der christlichen Gemeinde richtet Jesus Christus seine Herrschaft auf, indem er seinen Jüngern sein Wort gibt, seine Vergebung zuspricht, seine Liebe zuwendet und ihnen den Heiligen Geist schenkt.“

Die „Rechenschaft vom Glauben“ fragt unser Verständnis von Gemeinde und Gottesdienst an: Wie spiegelt sich das in unseren Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen wider, dass Jesus selbst der Handelnde ist? Was bedeutet das für unser Handeln, unsere Aktivitäten? Wie sehr sollen wir selber handeln und was sollen wir besser einfach wachsen oder geschehen lassen, einfach nur zur Geltung kommen lassen?

Das eigene Handeln kann auch sehr anstrengend sein. Wir sprechen von Gemeinde-„ARBEIT“. Hinter einem festlichen Gottesdienst, einer überzeugenden Predigt oder einem ansprechenden Bibelunterricht stecken sorgfältige Vorbereitungen und oft viele Stunden wertvoller kreativer Überlegungen. Aber das Eigentliche können wir mit all unserer guten Vorbereitung nicht erzeugen: Glauben. Hier kann das in der „Rechenschaft vom Glauben“ Gesagte sehr entlastend wirken: Jesus ist der Handelnde. Er richtet seine Herrschaft auf. Vielleicht auch durch das, was wir tun oder auch trotz unseres Tuns. Bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass es hier nicht um „Programme“ und Veranstaltungen gehen kann, sondern um eine natürliche Lebensäußerung des Glaubens, initiiert durch den Heiligen Geist. Die dem Abschnitt zugeordneten Bibeltexte (Gal. 3,2; Joh. 20,22f; Apg. 4,31) unterstreichen dies noch einmal in besondere Weise. Der Glaube wird durch den Heiligen Geist geschenkt. Er führt Menschen in die Gemeinschaft miteinander und in die Nachfolge.

In den folgenden Zeilen wird der Gottesdienst noch konkreter in den Fokus gerückt. Auch hier wird zunächst das Handeln Jesu herausgestellt: „Im Gottesdienst verpflichtet Jesus Christus die Seinen zur Nachfolge und zum Gehorsam, zum Glauben und zum Dienst, zur Liebe und zur Hoffnung. Im Gottesdienst ruft Jesus Christus Menschen, die noch keine Christen sind, zur Entscheidung des Glaubens und zur Hingabe ihres Lebens an Gottes Herrschaft.“ Hier kann gefragt werden, ob der Gottesdienst damit nicht überfrachtet ist und ob diese Aufzählung dem Wesen eines Gottesdienstes gerecht wird. Der Gottesdienst als Feier des Glaubens muss keinen Zweck verfolgen. Er muss nicht zur Belehrung oder zur Mission verwendet werden. Zugespitzt könnte man auch sagen, er darf nicht zu missionarischen oder belehrenden Zwecken missbraucht werden. Aber die Feier unseres christlichen Glaubens, so wie sie im Gottesdienst geschieht, kann zur Verkündigung des Evangeliums werden. Sie wird zur „Darstellung“ unseres Glaubens und wirkt auf diese Weise missionarisch, d.h. der Heilige Geist kann hier durch die Predigt, die Gemeinschaft, die Gebete, das Lob Gottes wirken.

Der zweite Abschnitt nimmt jetzt die Gemeindebildungsarbeit in den Blick. Durch das „Studium der Bibel“ und die „Übersetzung des Evangeliums in die heutige Zeit“ sollen die Gemeindeglieder zu einem Leben im Glauben befähigt werden. Auch hier ist das handelnde Subjekt interessant, nämlich die „christliche Unterweisung“ kommt hier ihrer Aufgabe nach.

Anschließend wechselt das Subjekt zur „christlichen Gemeinde“. Endlich wird nun ihre Aufgabe angesprochen. Ihre „besondere Aufgabe“ besteht in der „Unterweisung der Kinder und Jugendlichen“. Hier fällt auf, dass der Gemeinde eine spezielle Verantwortung zukommt. Während in den Zeilen zuvor Jesus Christus selber der Handelnde ist und durch den Heiligen Geist Glauben entfacht, wird hier die Gemeinde in die Verantwortung genommen, die „junge Generation zum Glauben an Jesus Christus und zum Leben in seiner Nachfolge“ zu ermutigen. Kinder und Jugendliche werden insbesondere dadurch ermutigt, wenn wir sie und ihre Fragen und Interpretationsansätze ernst nehmen, wenn wir ihren wachsenden Glauben fördern und begleiten, uns ihren Ängsten und Sorgen zuwenden und sie an Entscheidungsprozessen in unseren Gemeinden beteiligen. Ernst nehmen wir Kinder und Jugendliche, wenn wir uns fragen, was wir auch von ihnen lernen können oder was wir mit ihnen gemeinsam lernen können, z.B. Sorge um die Schöpfung Gottes oder besonders vertrauensvoll zu beten und vieles mehr. Wenn wir so als Kinder, Jugendliche und Erwachsene in einer Gemeinde gemeinsam in einem intergenerationellen Lernprozess sind, dann schwindet auch das Gefälle bzw. die Asymmetrie, die dem Wort „unterweisen“ anhaftet. Kommunikations- und Lernprozesse beschreibt man heute eher mit Begriffen wie „Vermittlung – Aneignung – Verständigung“. Gottes Wort wird vermittelt und Menschen unterschiedlicher Generationen eignen es sich an, und sie verständigen sich untereinander darüber. Und in mit und unter diesen Kommunikationsprozessen wirkt der Geist Jesu Christi, der allein Glauben bewirken kann und der die treibende Kraft zur Weitergabe des Glaubens ist.

Einladung zum Weiterdenken

1. Wie geschieht in unserer Gemeinde die Weitergabe des christlichen Glaubens?

2. Was sind Inhalte in unseren Gottesdiensten und wie verhält sich das zu dem, was in der Rechenschaft vom Glauben über die christliche Versammlung und den Gottesdienst steht?

3. Wie geschieht die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in unseren Gemeinden?

4. Wie wird in unserer Gemeinde das Miteinander der Generationen gestaltet, sodass Kinder und Jugendliche zu Glauben ermutigt werden?

Erschienen in: Die Gemeinde 12/2022, S. 16-17.

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news-3207 Thu, 02 Jun 2022 16:26:39 +0200 Miteinander reden, glauben, lieben und hoffen Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/miteinander-reden-glauben-lieben-und-hoffen/ BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba haben in ihrem Bericht auf der Bundesratstagung dazu eingeladen, auch über kontroverse Themen ins Gespräch zu kommen. BEFG-Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba haben in ihrem Bericht auf der Bundesratstagung dazu eingeladen, auch über kontroverse Themen ins Gespräch zu kommen.

„In ‚glauben – lieben – hoffen‘ finden Jugendliche und junge Erwachsene Antworten auf 103 Fragen rund um Glauben und Bibel. Das Buch gibt ihnen eine Orientierungshilfe, um sich selbst eine Meinung zu Glaubensfragen zu bilden“, heißt es auf der Internetseite des Gemeindejugendwerks. Das Buch „glauben – lieben – hoffen“ habe für Bewegung gesorgt, berichtete BEFG-Präsident Michael Noss. „Das Präsidium des Bundes hat entschieden zu diesem Buch keine Stellungnahme zu schreiben“, erklärte Noss. Das Präsidium stehe zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auch wenn es in Einzelfragen möglicherweise unterschiedliche Erkenntnisse gebe. Nach Abklingen des Applauses führte er als weiteren Grund an, dass auch andere Angestellte des Bundes Bücher veröffentlichen, die auch Widerspruch hervorrufen und nach ihrem Inhalt unterschiedlich beurteilt werden können. „Wir lassen uns nicht mit diffamierenden Erklärungen in Einklang bringen oder durch Blogs oder Social Media Beiträge treiben, sondern wir laden zum Dialog ein“, so Noss. „Wir stehen zum Gespräch bereit und kommen gerne auch in Eure Gemeinden.“

Generalsekretär Christoph Stiba unterstützte die Gesprächsbereitschaft und lud zum Gespräch über die Artikelserie zur „Rechenschaft vom Glauben“ ein. Der Theologische Ausschuss des Präsidiums und das Kollegium der Theologischen Hochschule Elstal veröffentlichen 2022 in jeder Ausgabe der Zeitschrift „Die Gemeinde“ und online jeweils einen Beitrag der Artikelserie. „Es ist gut, wenn wir über die ‚Rechenschaft vom Glauben‘, über die Grundlagen, die wir gemeinsam als Bundesrat beschlossen haben, nachdenken und sie gegebenenfalls in einem Gesprächsprozess verändern, wo nötig“, warb Christoph Stiba für das Gesprächsangebot.

Der Bundesrat hat in der Folge mit der Zielsetzung einer gemeinsamen Verständigung beschlossen, innerhalb des Bundes im laufenden Kalenderjahr ein konstruktives Gespräch zu strittigen Themen des Buches „glauben – lieben – hoffen“ anzuregen und zu moderieren.

„Wir haben noch mehr Themen und Gesprächsprozesse, in die wir eintreten wollen“, so Stiba. „Bei Gott sind alle willkommen: beliebte und ausgegrenzte, angepasste und unkonventionelle Menschen, Angehörige von Minderheiten und von Mehrheiten. Vielfalt ist von Gott gewollt und soll in unseren Gemeinden leben“, zitiert Christoph Stiba die Resolution des Bundesrates, die 2016 zum Thema „Bunte Gemeinde: Staunen über Christus im Anderen“ formuliert wurde. Es sei ein großer Schmerz, dass es Menschen in Gemeinden gab und gibt, die Angst haben, sich zu „outen“, weil sie befürchten und es erlebt haben, dann von der Gemeinschaft der Gläubigen ausgegrenzt zu werden. „Das darf nicht sein!“, fordert Stiba. „Wir wollen in unserem Bund und in unseren Gemeinden eine Kultur fördern, in der ein angstfreier Raum für ein offenes Miteinander möglich ist.“ Im Namen des Präsidiums und der Bundesgeschäftsführung sprach Christoph Stiba die Einladung aus, über den Umgang mit sexueller Identität und Vielfalt um der Menschen willen ins Gespräch zu kommen. Dazu soll es in Kürze Materialien und Gesprächshilfen geben. „Lasst uns gemeinsam Christus im Anderen entdecken!“

Ein Gesprächsprozess, der bereits vor mehr als 30 Jahren begonnen hat, ist die Frage von Frauen auf der Kanzel. Seit nun mehr 30 Jahren werden Frauen im BEFG als Pastorinnen ordiniert. Präsident Michael Noss erinnerte an die mühsamen Anfänge und bat die Frauen, die aufgrund ihres hauptamtlichen Dienstes in Gemeinden leiden mussten, stellvertretend um Verzeihung, wie hier nachgelesen werden kann.

Noss und Stiba thematisierten auch die Missbrauchsvorwürfe gegenüber der Southern Baptist Convention, die nicht mehr Mitglied im Baptistischen Weltbund (BWA) ist. Über 700 Pastoren werde von einer unabhängigen Untersuchungskommission in den USA Missbrauch vorgeworfen und der Leitung der Kirche werde vorgeworfen, mehr am Schutz der Kirche als am Aufdecken von Missbrauch interessiert gewesen zu sein. „Missbrauch, Vertuschung, Einschüchterung und Diffamierung in einer Kirche muss eindeutig widersprochen werden“, so Stiba. „Dem widerspricht das Evangelium, dem widerspricht die Barmherzigkeit Gottes, dem widerspricht alles, was uns wichtig ist.“ Deshalb gebe es im BEFG eine unabhängige Anlaufstelle gegen sexualisierte Gewalt und präventiv das Konzept „Auf dem Weg zur sicheren Gemeinde“. Er ermutigte dazu, die Anlaufstelle in den Gemeinden bekannt zu machen und Mitarbeitende präventiv zu schulen.

Auch auf die neuesten Recherchen in Bezug auf das Gesundheitswerk Bethel, bei denen sich erstmals zwei Diakonissen öffentlich über die Missstände im Werk äußern, gingen Stiba und Noss am Ende ihres Berichtes ein und wiesen darauf hin, dass Anne Traub, Gemeindemitglied der EFG Leverkusen, für die Unterstützung der Diakonissen ein Spendenkonto eingerichtet habe.

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news-3206 Thu, 02 Jun 2022 14:37:15 +0200 Erleben, was Gott in dieser Welt bewirkt Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/erleben-was-gott-in-dieser-welt-bewirkt/ Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) macht sich auf den Weg einer Partnerschaft mit der National Baptist Convention of Namibia (NBCN). Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) macht sich auf den Weg einer Partnerschaft mit der National Baptist Convention of Namibia (NBCN). Über Chancen und Ziele der Partnerschaft mit dem südwestafrikanischen Land berichteten auf der Bundesratstagung Koordinatorin Regina Claas, Präsidiumsmitglied Volker Bohle und Generalsekretär Christoph Stiba. „Der Blick über den eigenen Tellerrand kann für beide Seiten eine echte Bereicherung sein“, wie Claas hervorhob.

Die ehemalige BEFG-Generalsekretärin Regina Claas, die in den letzten Jahren als Missionarin von EBM INTERNATIONAL im südlichen Afrika gearbeitet hat, beleuchtete zunächst die Perspektive des afrikanischen Bundes: Es sei „den Namibiern wichtig, zu Baptisten aus einem nichtafrikanischen Land in Beziehung zu treten, um ihren Horizont zu erweitern, sich über das Glaubens- und Gemeindeleben und die Missionsarbeit auszutauschen und sich gegenseitig beim Gemeindebau zu unterstützen.“ Auch finanzielle Unterstützung für die besonderen Herausforderungen in ihrem Land sei ein Aspekt, wie die deutsche Koordinatorin der Partnerschaft berichtete. „Umgekehrt brauchen wir auch die Namibier als Schwestern und Brüder, die ihren Glauben unter ganz anderen Bedingungen leben als wir, und die Gott oftmals auf eine ganz unmittelbare Weise erfahren, die uns vielleicht fremd geworden ist“, so Claas. „Es tut auch uns gut, über den eigenen Tellerrand zu schauen und die Welt aus der Perspektive anderer Kulturen und Glaubensformen wahrzunehmen. So wächst unser Verständnis für das, was Gott in dieser Welt bewirkt.“

BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba betonte, nach den positiven Erfahrungen mit den zurückliegenden Partnerschaften des BEFG mit den Baptistenbünden in Malawi und Südafrika freue er sich sehr auf das Miteinander. „Es gibt gemeinsame Erfahrungs- und Lernfelder, in denen wir uns gegenseitig unterstützen können, etwa in Mission und Diakonie oder der Frauenarbeit, in der die Namibier sehr stark aufgestellt sind.“ Auch die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte sei ein wichtiges Thema für die Partnerschaft mit der NBCN, so Stiba.

Präsidiumsmitglied Pastor Bohle, der viele Jahre als Afrika-Referent für EBM INTERNATIONAL gearbeitet hat und jetzt Pastor einer Berliner Ortsgemeinde ist, stellte das Konzept einer In Via Partnerschaft „auf dem Weg“ vor. „In einer ersten Phase wird es bis 2023 darum gehen, dass Menschen aus unserem und dem namibischen Bund einander kennenlernen und wir Erwartungen an die Partnerschaft formulieren. In einer zweiten Phase wollen wir bis 2027 miteinander in ganz unterschiedlichen Projekten unterwegs sein. Danach sollen Beziehungen auf Ebene von Ortsgemeinden weiterentwickelt und gepflegt werden.“ Hierin werde deutlich, dass das Miteinander über die Leitungsebene hinausgehen soll, wie Bohle mit Verweis auf die Partnerschaft mit Malawi hervorhob: „Wir freuen uns, wenn wieder deutsche Gemeinden eine Partnerschaft mit einer namibischen Gemeinde starten, was den eigenen Glaubenshorizont erweitern und bereichern kann!“

Auf der Seite www.befg.de/Namibia werden die Grundsätze, Ziele, Phasen und mögliche Konkretisierungen der Partnerschaft ausführlich vorgestellt. 

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news-3205 Thu, 02 Jun 2022 12:14:01 +0200 30 Jahre Ordination von Frauen im BEFG Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/30-jahre-ordination-von-frauen-im-befg/ Seit 1992 werden Frauen im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) als Pastorin ordiniert. Seit 1992 werden Frauen im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) als Pastorin ordiniert. „Verzeiht uns!“, bat BEFG-Präsident Michael Noss stellvertretend die Frauen, die aufgrund ihres hauptamtlichen Dienstes in Gemeinden leiden mussten. Auf dem Bundesrat berichteten zudem vier Pastorinnen aus verschiedenen Generationen von ihren Erfahrungen.

„Das war mühsam“, erinnerte Präsident Michael Noss an die zaghaften Anfänge, als man im BEFG begann, über die Zulassung von Frauen als „Predigerinnen“ nachzudenken. „Der erste Schritt wurde gegangen, indem zwei Frauen am Seminar zum Studium zugelassen wurden“, so Noss auf der Bundesratstagung im Rahmen des Berichtes des Präsidenten und des Generalsekretärs. Er habe es nie verstanden, dass man Unterschiede zwischen Männern und Frauen macht, wenn es um das Begabungspotential geht. „Die ersten Frauen, die ihren Dienst als Hauptamtliche, im Dienst einer Pastorin – wie sie damals noch nicht heißen durften – aufgenommen haben, haben schwer leiden müssen. Und es ist hier der Ort, an dieser Stelle auch zu sagen: Verzeiht uns!“ Die Entschuldigung des Präsidenten wurde von tosendem Applaus der Delegierten unterstützt.

„Gott begabt Menschen, Männer und Frauen, und er stellt sie in seinen Dienst. Seit 30 Jahren dürfen sie jetzt auch Pastorinnen heißen – und nicht mehr nur theologische Mitarbeiterin“, fügte Michael Noss dankbar hinzu. Dass es immer noch Gemeinden gibt, die das anders sehen, gehöre zu unserer Vielfalt als Gemeindebund. Aber auch in diesem Punkt gelte: „Lasst uns im Gespräch bleiben und miteinander reden!“

„30 Jahre Ordination zur Pastorin – so lange und so kurz“, blickte Pastorin Andrea Kallweit-Bensel, Präsidiumsmitglied und Dozentin an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest, auf die Zeit zurück. Nach 30 Jahren sei es keine Jubelveranstaltung, aber eine Wegmarke. Sie berichtete: „Auf der Bundeskonferenz 1992 – vor 30 Jahren – wurde nach sehr emotionalen und konträren Beratungen beschlossen, dass Frauen zur Pastorin ordiniert werden können.“ Aber schon vorher habe es Frauen in Ost und West gegeben, die ihren pastoralen Dienst versehen haben. „Im Westen, in Hamburg, war Carmen Rossol die erste Frau, die am Theologischen Seminar studiert hat und dann auch in ihrer Gemeinde Pastorin genannt wurde“, so Kallweit-Bensel. Sie selbst wurde 1987 als theologische Mitarbeiterin ordiniert, war in ihrer Gemeinde jedoch stets „die Pastorin“. Auch wenn sie zum Teil sehr heftigen Widerstand zu überwinden hatte, zeigte sie sich dankbar für diese Wegmarke und den gemeinsamen Weg bis dorthin. ###3_IMAGES###Franziska Suhail, Pastorin der EFG Schleswig, ist in einer Brüdergemeinde aufgewachsen und mittlerweile über zehn Jahre im Gemeindedienst. Sie ist dankbar für Kolleginnen, die ihr auf ihrem Weg Vorbild und Gegenüber waren und bis heute sind, die Themen vorangebracht und Gemeinden neu bewusstgemacht haben. „Ich bin dankbar für Gemeinden, die sich darauf eingelassen haben, dass auch Frauen ‚ganz gut‘ predigen können“, so Suhail. Denn sie habe – insbesondere bei der Verteilung von Reisediensten – auch die Erfahrung gemacht, dass Frauen nicht auf allen Kanzeln willkommen sind. Und Gemeinden, die immer noch skeptisch gegenüber Frauen auf der Kanzel sind, sagte sie: „Ihr verpasst etwas!“ Nach Abklingen des Applauses erzählte sie, dass sie schon bei der Vermittlung in den pastoralen Dienst aufgrund ihres Geschlechts bereits vor der Einladung in eine Gemeinde abgelehnt wurde – mit der Begründung, dass dann zu viele Frauen in der Gemeindeleitung vor Ort wären. Das mache sie betroffen, wenn Frauen ihre Berufung abgesprochen wird. Dennoch sei sie dankbar für diese Wegmarke und für Gemeinden, die allen Hauptamtlichen den Rücken stärken.

„Ob ich eine Frau bin oder nicht, ist für meine Predigt irrelevant“, davon ist Maike Böhl, seit kurzem Pastorin in der EFG Uetersen, überzeugt. In einer Gemeinde habe sie ein Kompliment für ihre „gute Predigt obwohl sie eine Frau ist“ erhalten. Das sei ihr „bitter aufgestoßen“. „Auch, wenn ich schlecht gepredigt hätte, hätte das nichts mit meinem Geschlecht zu tun gehabt“, so Böhl. Sie erlebt Frauen im pastoralen Dienst als selbstverständlich. Sie wünscht sich, dass ganz bewusst Frauen für Predigten angefragt werden und dass Gemeinden weiterhin Frauen im Dienst thematisieren, damit bei aller Selbstverständlichkeit die biblischen Grundlagen und der exegetische Rahmen bekannt sind.

Die Sprecherin der Pastorinnen, Sigrid Falk, Pastorin in der EFG Marburg, berichtete, dass der Anteil von Pastorinnen im aktiven pastoralen Dienst derzeit bei 17 Prozent liegt, im Anfangsdienst sind es zurzeit fast 37 Prozent. Alle drei Jahre gebe es zudem eine Pastorinnentagung zum Austausch und zur Fortbildung. „Dadurch, dass Frauen Pastorinnen geworden sind, hat sich am pastoralen Dienst viel verändert“, sagte sie. Teilzeitanstellungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie seien zum Beispiel mehr in den Fokus gerückt. Auch die Vorstellung von Pastorenehepaaren und Singlepastorinnen passe nicht zu dem klassischen Bild eines Pastors. „Die Lebensentwürfe sind unterschiedlich und diese Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen miteinander, von uns gemeinsam im Dienst der Gemeinde im Reich Gottes für unseren Herrn Jesus – das öffnet uns den Himmel.“

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news-3204 Thu, 02 Jun 2022 09:51:01 +0200 Bundesrat 2022: Lust auf Studium und Gemeinde Jasmin Jäger https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesrat-2022-lust-auf-studium-und-gemeinde/ Der Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde stellte bei der Bundesratstagung Wege in den hauptamtlichen Gemeindedienst vor. Der Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde stellte bei der Bundesratstagung Wege in den hauptamtlichen Gemeindedienst vor. Ob Gemeindepastorin, also Ordinierte Mitarbeiterin, oder Jugendreferent – vielfältige Studien-Programme führen in den gemeindlichen Dienst.

Zu Beginn des Berichts aus dem Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde wurde das Reportage-Video „Vielfalt im Studium erleben“ gezeigt. Darin erzählt unter anderem Lissy Lilja, Diakonin für Junge Gemeinde in der Baptisten-Kirche Dormagen, was sie am Studium an der Theologischen Hochschule schätzen gelernt hat – nämlich die Theorie zu lernen und die Möglichkeit, diese auch in der Praxis anzuwenden und Gemeindearbeit in der Bandbreite, mit unterschiedlichen Generationen, kennenzulernen. „Die Studierenden an der Theologischen Hochschule Elstal bilden ab, was in den Gemeinden an Diversität und theologischen Haltungen lebt“, berichtete der Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Michael Kißkalt, auf der Bundesratstagung. „An der Theologischen Hochschule lernen sie zu diskutieren, sich zu positionieren und einander auch mit unterschiedlichen Positionen zu respektieren.“

Der Dienstbereich Mitarbeiter und Gemeinde richtet sich mit seinen Angeboten zum einen speziell an die Ordinierten und angehenden Ordinierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zum anderen an die Gemeinden. Dazu gehört neben der Vermittlung in den Gemeindedienst auch die Weiterbildung von Pastorinnen und Pastoren sowie Diakoninnen und Diakonen###3_IMAGES###Das Studium an der Theologischen Hochschule Elstal soll flexibler gestaltet werden und ein neues Programm für Seiteneinsteiger wird zurzeit erarbeitet, da der Bedarf an Hauptamtlichen in den Gemeinden steigt: „Weil das Leben unterschiedliche Geschichte schreibt, gibt es neben dem regulären Weg über ein Theologiestudium in Elstal in den Dienst, auch andere Wege zur Ordination, wie zum Beispiel das Kontaktstudium und das Pastorale Integrations- und Ausbildungs-Programm (PIAP)“, so Thomas Klammt, Referent für Integration und Fortbildung. Das klassische Kontaktstudium in seiner bisherigen Form werde komplett überarbeitet und gehe nächstes Jahr neu an den Start. Das neue Seiteneinsteiger-Programm richte sich danach, was die oder der Einzelne an theologischer Ausbildung, pastoraler Erfahrung und Integration in den BEFG mitbringt. Insbesondere nach einer Bibelschulausbildung könne man von dem neuen Programm profitieren und den Weg in den pastoralen Dienst und damit auch zur Ordination individuell und flexibel gestalten.

„In Gemeinden gibt es auch viele Anstellungen von Jugendreferentinnen und -referenten“, so Udo Hermann, Leiter des Dienstbereichs Mitarbeiter und Gemeinde, und fragte: „Haben junge Leute Lust auf Gemeinde?“ Präsidiumsmitglied Andrea Kallweit-Bensel, die als Dozentin für praktische Theologie und Neues Testament an der Biblisch-Theologischen Akademie Wiedenest junge Leute ausbildet, antwortete ihm: „Ja, sie haben Lust auf Gemeinde, aber sie suchen Gemeinden mit Gestaltungsspielräumen, in denen sie kreativ und innovativ sein können, in denen sie nicht gleich für den Gemeindebrief schreiben müssen, sondern auf Insta und Co. aktiv sein können und wo sie Mentorinnen und Mentoren haben.“ Auch die Work-Life-Balance sei der jungen Generation wichtig. Prof. Dr. Christoph Stenschke, Leiter des Akademischen Aufbauprogramms und Dozent für Neues Testament, stellte die neue berufsbegleitende Ausbildung BTA.dual vor. Die Ausbildung sei ein Multi-Tool und vor allem praktisch. Sie helfe, den Glauben zu vertiefen, besser zu verstehen, der Gemeinde treuer zu dienen, Jesus mehr zu lieben und vieles mehr.

Lust auf Studium und Gemeinde kann auch das neue Orientierungsjahr nxtchapter machen. Unter dem Motto „Gemeinschaft erleben, Glauben vertiefen, Gaben entdecken“ bietet nxtchapter jungen Menschen die Möglichkeit, ein Jahr für sich zu nehmen, die Bibel und Theologie kennenzulernen und Gott neu zu erleben und sich auszuprobieren. Fiona Waddell, Studentin an der Theologischen Hochschule Elstal, stellte nxtchapter in einem Video bei der Bundesratstagung vor.

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news-3203 Wed, 01 Jun 2022 12:05:03 +0200 Das werdende Leben fördern und schützen Hannelore Becker https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/das-werdende-leben-foerdern-und-schuetzen/ Die Stiftung „Chance zum Leben“ des BEFG setzt sich für das werdende Leben ein, indem sie Schwangere und Familien in finanziellen Notlagen unterstützt. Im Juni wird die Stiftung 20 Jahre alt. Die Stiftung „Chance zum Leben“ des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) setzt sich für das werdende Leben ein, indem sie Schwangere und Familien in finanziellen Notlagen unterstützt. Im Juni wird die Stiftung 20 Jahre alt. Geschäftsführerin Hannelore Becker berichtet über das Konzept bei der Gründung, eine „geniale diakonische Idee“, Hochs und Tiefs in zwei Jahrzehnten und über ein neues Konzept, durch das die Stiftung in Zeiten steigender sozialer Nöte gut für die Zukunft aufgestellt ist, um Menschen zu helfen und Leben zu schützen.

Wenn wir glauben, dass jeder Mensch ein Gedanke Gottes ist, dann muss es unser Anliegen als Christen sein, auch das werdende Leben zu schützen und zu fördern. Gleichzeitig wäre es viel zu einfach, Frauen zu verurteilen, die sich aus sozialen Gründen für eine Abtreibung entscheiden. Doch ziemlich sicher ist, dass keine Frau diese Entscheidung leichtfertig trifft und dass viele Frauen bis an ihr Lebensende unter dieser Entscheidung leiden.

Am Anfang war ein Anstoß…

Das waren die Konfliktpunkte, die dazu geführt haben, dass Brüder unseres Bundes die Entscheidung getroffen haben: Wir wollen etwas dafür tun, dass Frauen eine Hilfe bekommen, damit sie dem neuen Leben eine Chance geben. Federführend bei der Idee einer Stiftung war Pastor Hartmut Wahl.

Natürlich dauerte es noch etwas, bis es losgehen konnte, denn für die Gründung einer Stiftung war ein Stiftungskapital von 100.000,00 DM erforderlich. Aber im Juni 2002 startete die Stiftung „Chance zum Leben“ nach Erreichen des Stiftungskapitals und der Anerkennung der Satzung. Der Start war in Berlin, denn durch ein Krankenhaus dort kam auch der Anstoß.###3_IMAGES###Das Anliegen war, Frauen im Schwangerschaftskonflikt mit einer finanziellen Hilfe zu ermutigen, sich für das werdende Leben zu entscheiden. Am Anfang nutzten vor allem die Schwangerenberatungsstellen der Immanuel-Group in Berlin das Angebot der Stiftung. Inzwischen ist die Stiftung auch anderen Beratungsstellen bekannt, auch denen der evangelischen und katholischen Kirche und freien Trägern.

…dann kam eine praktische Idee

Wie konnte man die Hilfe nun ganz praktisch konkretisieren? Es sollte eine direkte Hilfe für das Baby sein. Etwas, das für ein Jahr spürbar den Geldbeutel entlastet. Nun, wer Kinder hat oder hatte, weiß, wie gerade die Windelpakete eine stetige Belastung auf dem Kassenzettel sind oder waren. So entstand die geniale diakonische Idee: Windel- bzw. Drogeriegutscheine!

Wachsen und Bekanntwerden…

2007 übernahm das Diakoniewerk Kirchröder Turm die Trägerschaft, und seit 2010 arbeite ich als Referentin mit einer 450-Euro-Stelle, um die Anträge zu bearbeiten, Sponsoren zu finden und die Stiftung in den Gemeinden unseres Bundes bekannt zu machen.

Die ersten Jahre konnte ich finanzielle Unterstützungen von den Drogeriemarktketten dm und Rossmann bekommen. Denn was lag bei Windelgutscheinen näher, als die Drogeriemärkte mit einzubinden! Leider kann ich beide Drogeriemärkte in den letzten Jahren nicht mehr für diese Win-Win-Aktion gewinnen.

Aber ich habe Gemeinden in ganz Deutschland besucht und bin ich dankbar für Gemeinden und Menschen, denen die Arbeit der Stiftung am Herz liegt und die sie durch Spenden, Daueraufträge, Kollekten und Jahresdankopfer unterstützen. Dadurch war über all die Jahre die Möglichkeit gegeben, alle eingegangenen Anträge zu bearbeiten und zu bewilligen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle allen Spenderinnen und Spendern!

Mir ist es vor allem und immer noch ein Anliegen, dass die Gemeinden unseres Bundes die Stiftung und ihr großartiges Angebot kennen und auch selbst nutzen. Es gibt doch auch in unserem Gemeindeumfeld Familien, die an der Armutsgrenze leben und dankbar sind, wenn von irgendwoher Unterstützung kommt. Die Stiftung bietet sozusagen einen „diakonischen Fonds“, der für Schwangere und Familien genutzt werden kann.

Im Laufe der Zeit hat sich die Zahl der Anträge vervielfacht von knapp 20 in den ersten Jahren bis auf 130 im letzten Jahr. Aber das liegt nicht nur daran, dass die Stiftung bekannter geworden ist, sondern auch daran, dass die Nöte größer geworden sind. Die steigenden Energiekosten machen Familien, die schon am Rand der Existenz stehen, zunehmend Probleme. Pandemiebedingte Kündigungen oder Arbeitsverlust haben manchen Familien finanziell den Boden unter den Füßen weggezogen, und ungeplante Schwangerschaften verschärfen den finanziellen Druck dann erheblich. Die Nöte, Probleme, Familienkonstellationen und Herkünfte sind so unterschiedlich wie Menschen und Schicksale eben sind.

…und weiter mit neuer Satzung und neuen Kompetenzen

Ende 2021 haben wir eine neue Satzung und ein neues Konzept erarbeitet. Vier Verantwortliche mit unterschiedlichen Kompetenzen können mehr bewegen, als eine Referentin mit einem kleinen Beirat.  So gibt es nun einen Vorstand: Mareike Klaus ist Vorstandsvorsitzende, Pastorin und BEFG-Referentin für Diakonie und Gesellschaft Agathe Dziuk ist stellvertretende Vorsitzende. Diakonin Sabrina Hemmen gehört dem Vorstand ebenfalls an, und ich arbeite nun als Geschäftsführerin für die Stiftung. Außerdem haben wir einen Stiftungsrat berufen, der aus Menschen besteht, die die Stiftung schon seit längerem auf ihrem Herzen haben und vielfältig unterstützen. Auch sie sollen Vervielfältiger der guten Sache sein, denn die finanziellen Nöte und die Zahl von Alleinerziehenden und Familien am oder unter dem Existenzminimum wird durch Inflation, Krieg und Pandemie wohl noch weiter zunehmen.

Etwas für das werdende Leben und das Leben der Kleinsten in unseren Familien zu tun, dazu kann und will die Stiftung Chance zum Leben auch weiter – gerade bei steigenden finanziellen Nöten –  helfen.

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news-3202 Tue, 31 May 2022 11:59:45 +0200 Finanzen des Bundes: Es gibt einiges zu tun Timo Neumann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/finanzen-des-bundes-es-gibt-einiges-zu-tun/ Im Finanzbericht auf der Bundesratstagung dankte der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, allen Gemeinden sowie Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung. Im Finanzbericht auf der Bundesratstagung dankte der kaufmännische Geschäftsführer des BEFG, Volker Springer, allen Gemeinden sowie Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung, stellte die aktuellen Haushaltszahlen vor und kündigte mit Blick auf die kommenden Jahre Konsolidie-rungsmaßnahmen an.

Das Ergebnis für das zurückliegende Haushaltsjahr 2021 weist mit 21.000 Euro ein leichtes Plus auf. Die Auswirkungen der Pandemie seien weiterhin spürbar, so Springer. Durch die vielen Veranstaltungsabsagen mussten weniger Honorare, Mieten, Reisekosten und ähnliches gezahlt werden. Dagegen fehlten auf der anderen Seite eine Reihe von Teilnehmerbeiträgen. Mittlerweile sei es jedoch zu einer Normalisierung bei den Präsenzveranstaltungen gekommen. „Der Corona-Effekt schwindet, was auch in den Planungen für 2022 berücksichtigt wurde“, berichtete der kaufmännische Geschäftsführer.

2021 hätten zudem Objektverkäufe aufgelöster Gemeinden die Einnahmenseite positiv beeinflusst. „Das sind einmalige Effekte, die wir in unseren Planungen nicht berücksichtigen. Diese Einnahmen wurden vollständig den Rücklagen zugeführt, vorwiegend mit dem missionarischen Ziel, Gemeindeneugründungen zu fördern.“

Die rückläufigen Mitgliederzahlen in den Gemeinden haben bereits seit 2020 erkennbare Auswirkungen auf die Bundesbeitragszahlungen. Die Spenden an das Bundesopfer waren 2021 deutlich rückläufig. Dementsprechend schwierig habe sich auch die Planung für den Haushalt 2022 gestaltet.

Der kaufmännische Geschäftsführer blickte angesichts sinkender Einnahmen noch weiter in die Zukunft. „Das Einsparpotential bei den Kosten ist inzwischen stark begrenzt. Der Druck auf den Haushalt wächst.“ Eine Umstrukturierung sei nötig – mit dem Ziel, das Kostenniveau zu senken. Diesen Ansatz unterstrich auch das Präsidium: „Der Haushaltplan 2022 ist strukturell defizitär, die Mitgliederzahlen rückläufig. Das macht eine Konsolidierung unumgänglich“, betonte die Vorsitzende des Finanzausschusses Dorothee Oesemann.

Für Springer ist klar: „Die Haushaltsplanung 2022 gibt uns einen Vorgeschmack auf die bevorstehenden Konsolidierungserfordernisse. Es gibt in den nächsten Jahren einiges zu tun – in allen Dienstbereichen des Bundes, für uns als Bundesgemeinschaft mit allen Mitgliedsgemeinden, gemeinsam mit den Landesverbänden und den Gemeindejugendwerken.“

Die Notwendigkeit zeige sich auch mit Blick auf die bisherigen Entwicklungen im laufenden Haushaltsjahr. Nach den beiden Corona-Jahren würden die beiden wichtigsten Einnahmepositionen jetzt noch mehr an Bedeutung gewinnen. Insbesondere das Bundesopfer sei bis dato zu niedrig. „Wir freuen uns über jede Spende zur Förderung unserer gemeinsamen Bundesarbeit. Und wir bitten alle Gemeinden, sich in der von den Delegierten beschlossenen Höhe an den Bundesbeiträgen zu beteiligen!“

Für das kommende Jahr beschlossen die Delegierten eine Erhöhung der Bundesbeiträge um 1,50 Euro auf dann 74,50 Euro pro Jahr und Mitglied. Insbesondere unter Berücksichtigung der Inflationsrate sei das eine moderate Erhöhung im Bereich der erwartbaren Tariferhöhung.

Präsidium und die Finanzsachverständigen des Bundesrates dankten Springer und seinem Team ausdrücklich für ihr Engagement, für die offene, konstruktive und zielorientierte Zusammenarbeit. Einen weiteren Dank richteten sie an alle Gemeinden und die vielen Einzelspenderinnen und -spender.

Dem schloss sich auch Volker Springer an und verwies dabei besonders auf die hohe Spendenbereitschaft in der Bundesgemeinschaft. Über 1,6 Millionen Euro wurden für die Flutopfer gesammelt. Und auch im laufenden Jahr wurden bereits fast 1,6 Millionen für die Opfer des Ukraine-Krieges gespendet.

Rückblickend auf die Bundesratstagung hält Volker Springer fest: „Es ist bewegend zu sehen, wie sich die Bundesgemeinschaft für in Not Geratene einsetzt und diese auch mit hohem finanziellen Engagement unterstützt. Wir sind imstande, Großes zu leisten. Das stimmt mich auch für die kommenden Herausforderungen für den Bund selbst hoffnungsvoll!“

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news-3201 Mon, 30 May 2022 15:13:41 +0200 Dr. Maximilian Zimmermann: „Christus sieht Deine Durststrecke“ Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/dr-maximilian-zimmermann-christus-sieht-deine-durststrecke/ Im Online-Bundesgottesdienst zum BEFG-Jahresthema „Dich schickt der Himmel“ ermutigte Dr. Maximilian Zimmermann an der „Dich schickt der Himmel“-Hoffnung festzuhalten. Im Online-Bundesgottesdienst zum BEFG-Jahresthema „Dich schickt der Himmel“, der auf YouTube angeschaut werden kann, ermutigte Dr. Maximilian Zimmermann die Zuschauerinnen und Zuschauer, an ihrer „Dich schickt der Himmel“-Hoffnung festzuhalten: „Wenn das Deine Erfahrung ist, dass schon viel zu lange, vielleicht ermüdend lange das Eingreifen des Himmels auf sich warten lässt, dann möchte ich Dir – bei allem Schmerz und bei allem Zweifel und bei aller Enttäuschung – aus Johannes 5 zusprechen, dass Jesus Christus Deine Durstrecke jetzt sieht und in ihrem ganzen Ausmaß wahrnimmt“, sagte er in seiner Predigt.

Mit seiner Betrachtung der Geschichte aus Johannes 5,1-9, der Heilung am Teich Betesda, machte Dr. Maximilian Zimmermann deutlich, dass Jesus auf die Not der Menschen nicht immer so reagiere, wie die Menschen es erwarten und dass es mitunter sehr lange dauere, bis er reagiert. Was der kranke Mann in der biblischen Erzählung mit Jesus erlebt habe, könnten auch Menschen heute mit Jesus erleben, so Zimmermann: „dass der Himmel Rettung schickt und dass die Rettung Deine Vorstellungen von Rettung bei weitem übersteigt.“ 

Fiona Waddell und Sebastian Rußkamp moderierten den Gottesdienst und zeigten ein Video von der Bundesratstagung, in dem sie verschiedene Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach ihren „Dich schickt der Himmel“-Momenten und dem Wirken Gottes in ihrem Leben befragten. Dabei berichtete ein Ehepaar, das seit 60 Jahren verheiratet ist, von der Liebe – zueinander, aber auch durch die Menschen in ihrem Umfeld – die sie als echtes Himmelsgeschenk erlebten. Eine Frau im Rollstuhl, die an einer chronischen Erkrankung leidet, sagte, natürlich traue sie Gott auch das Wunder zu, sie zu heilen: „Aber warum sollte er das tun? Da finde ich es ganz toll, dass ich erlebe, dass Gott mich in diesem Kranksein begleitet.“ ###3_IMAGES###BEFG-Präsident Michael Noss und -Generalsekretär Christoph Stiba berichteten von der zurückliegenden Bundesratstagung und von den Themen, die auf dieser Veranstaltung besprochen wurden. In diesem Zusammenhang plädierte Michael Noss an die Gemeinden, ihre „Komm her“-Struktur mehr und mehr abzulegen und „hinauszugehen in eine Welt und da zu sein, wo die Menschen sind. Denn wenn ich Menschen berühren will, dann muss ich da hingehen, wo sie sind.“ Dies bedeute, man müsse sich auf Minderheiten einlassen und auf Menschen, die oft sehr herausgefordert sind: „Wir übrigens auch. Aber wir kennen den, der uns berufen hat, der uns sendet.“ Mit diesem Rückhalt könne man – im Sinne des Jahresthemas „Dich schickt der Himmel“ – „hingehen zu den Menschen, wo sie sind“.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Jan Primke, Maren Tielker, Deborah Hofmeister, Manuel Schienke und Steffen Schmidt.###3_IMAGES###700 Geräte waren bei der YouTube-Premiere des Gottesdienstes am Sonntagvormittag zugeschaltet. Von den zahlreichen Gemeinden, die den Gottesdienst übertrugen, berichteten 20 im Live-Chat, dass sie 20 bis 100 Personen im Gemeindehaus dabei waren. Darunter auch eine rumänischsprachige Baptistengemeinde aus dem Schwarzwald. Manche Gemeinden streamten den Gottesdienst über ihren eigenen YouTube-Kanal. Einzelpersonen schalteten sich aus ihrem Wohnzimmer, von der Reha, aus einem Wohnmobil oder von Ibiza aus zu.

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news-3188 Sun, 29 May 2022 10:33:00 +0200 Salz und Licht Klaus Schönberg, BEFG-Referent für Gemeindegründung https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/salz-und-licht/ Die Rechenschaft als Glaubensbekenntnis dient der Selbstvergewisserung nach innen und dem Selbstzeugnis des Glaubens gegenüber anderen Kirchen und der Gesellschaft. Die Rechenschaft vom Glauben beantwortet die Frage: Was glauben wir als Baptisten?  Die Rechenschaft als Glaubensbekenntnis dient der Selbstvergewisserung nach innen und dem Selbstzeugnis des Glaubens gegenüber anderen Kirchen und der Gesellschaft.

Mit der Artikelserie über die Rechenschaft des Glaubens geht es um die Selbstvergewisserung nach innen, also um die Glaubensüberzeugungen in unseren Gemeinden. Diese ist mit der Hoffnung verbunden, dass die Vergegenwärtigung der Inhalte inspirieren und zu einer Revitalisierung der Praxis führen. Tatsächlich könnte mit den Inhalten der Rechenschaft des Glaubens problemlos eine transformative Predigtserie für ein ganzes Jahr gestaltet werden.

Im Teil 2 der Rechenschaft vom Glauben geht es um die Sammlung und Sendung der Gemeinde Jesu. Die wesentlichen Inhalte des Evangeliums werden durch kraftvolle Hauptsätze hervorgehoben. Einige Beispiele:

„Alle, die an Jesus Christus glauben, sind aus dem Machtbereich der Finsternis in das Reich Christi versetzt worden. Christus sammelt sie zu seiner Gemeinde in gemeinsamem Leben, Zeugnis und Dienst.“ „Wie Gott seinen Sohn in die Welt sandte, so sendet Jesus Christus heute seine Gemeinde in die Welt. Allen Gliedern der Gemeinde Jesu Christi gilt der Auftrag ihres Herrn: „Predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! (Markus 16, 15)“.

Die Sammlung und Sendung der Gemeinde:

Indem Gott beruft, sammelt er sein Volk. Die Sammlung zum Volk Gottes im Alten Testament beginnt mit einem Menschen – Abraham (und Sarah, 1 Mose 12,3) –, mit einem Volk – Israel (2. Mo. 19,4-6) – und zielt auf alle Völker (Jes 25,6-9). Die Sammlung im Neuen Testament beginnt mit der Sendung des Sohnes Gottes (Joh 3,17; 17,17), gefolgt von der Berufung des Jüngerkreises (Mk 3,14-19), wird erweitert durch die Berufung und Sendung der 72 Jünger und Jüngerinnen (Lk 10,1-11) und zielt auf die Berufung und Sammlung aller Völker zum einen Volk Gottes (Joh 20,21; Mt 28,18-20; Apg. 1,8).

Wenn das Evangelium angenommen und gelebt wird, entstehen Gemeinden, die von ihrem Wesen her Reich-Gottes-Gemeinschaften sind.  Auf die „Versöhnungstat Gottes“ antworten sie mit „Lobpreis und Anbetung“. Sie bekennen „Schuld“ und empfangen „Vollmacht und Vergebung.“ Als priesterliche Menschen bezeugen sie durch „Evangelisation und Diakonie“ das Heil Gottes. Diese Gemeinschaften sind einerseits Salz und Licht und andererseits prophetisches Gegenüber der Gesellschaft. Sie haben, in aller Unvollkommenheit, eine transformierende Wirkung auf die Gesellschaft, weil die Kraft Gottes in ihnen wirksam ist.

Gerne stimmen wir der Beschreibung dieser Wahrheiten zu. Das ist es, was wir bekennen, aber nicht unbedingt das, was wir kennen. Das ist es, was wir glauben, aber nicht unbedingt das, was wir leben. Das ist es, was wir wollen, aber nicht unbedingt das, was wir sind.

Das Formulieren von Glaubensbekenntnissen gibt aber mehr Auskunft über den Glauben der Vergangenheit als über die geistliche Dynamik der Gegenwart. In der Regel beschäftigt sich eine Kirche mit ihren Bekenntnissen, wenn die Kirche in Frage gestellt wird oder wenn sie nach ihrer Bedeutung, nach ihrer aktuellen Eigendynamik fragt.

Weil alle verschriftlichten Glaubensbekenntnisse Zeugnisse der Geschichte sind, müssen sie durch frische Erfahrungen der Gegenwart Gottes verifiziert werden. Wenn die Sammlung und Sendung der Kirche ihre Dynamik verliert, dann bedarf die Kirche der „Selbstevangelisierung“, der völligen Durchdringung der Kirche vom Evangelium.

Papst Franziskus lädt zur Selbstevangelisierung der Kirche ein, indem er betont: „Ich lade jeden Christen ein, gleich an welchem Ort und in welcher Lage er sich befindet, noch heute seine persönliche Begegnung mit Jesus Christus zu erneuern oder zumindest den Entschluss zu fassen, sich von ihm finden zu lassen.“ Selbstevangelisation ist die Voraussetzung für die Transformation der Kirche, damit sie zur Transformation der Gesellschaft beiträgt.

Die Kirche, die ernsthaft nach dem Wert ihres Bekenntnisses fragt, will die Zeichen der Zeit erkennen. Sie sucht nach einem göttlichen Moment, nach einem Kairos-Moment. „Die Zeit ist erfüllt (Kairos) und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße (Metanoia) und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15). Wenn die Kirche ihr Bekenntnis mit der Realität vergleicht, dann kann es sein, dass sie einen göttlichen Ruf zu Erneuerung hört. Wenn sie ihr eigenes Bekenntnis zur Sammlung der Gemeinde ernst nimmt, wird sie sich aufmachen, ihre Sendung neu zu entdecken.  Die Rechenschaft vom Glauben gibt Zeugnis über Glaubensinhalte. Damit die Inhalte Dynamik und Relevanz generieren, folgt dem Bekenntnis eine erneuerte Praxis, die allerdings immer wieder neu erschlossen werden muss.

Im Evangelium nach Matthäus heißt es: „Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe“ (Mt 28,19f). Jesus teilt seinen Jüngerinnen und Jüngern zwar das Ziel der Sendung (alle Völker) und die Botschaft (alles, was er gelehrt hat) mit, jedoch nicht die Methodik. Nicht unwichtige Details fehlen: Wie tun wir das und auf welche Weise (Strategie), an wen genau wenden wir uns (Zielgruppe). Dazu kommt der nicht unwesentliche Umstand, dass seit diesem Auftrag zwei Jahrtausende vergangen sind. Mit anderen Worten: Jesus gibt seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern eine herausfordernde Aufgabe: Unter der Leitung des Heiligen Geistes müssen sie selbst, durch Gebet und Prophetie, durch Kontextanalyse und Strategie, durch Versuch und Irrtum, in Demokratie und Diktatur Wege finden, damit das Evangelium als Gute Nachricht gehört, geglaubt und gelebt werden kann, damit bis zu seiner Wiederkunft, Sammlung und Sendung geschieht.

Einladung zum Weiterdenken

1. Auf welche Weise sammelt und sendet meine Gemeinde?

2. Stimmt das Bekenntnis des Glaubens mit dem Lebensvollzug meiner Gemeinde überein?

3. Gibt es für meine Gemeinde/Bund einen Kairos für Selbstevangelisation?

Erschienen in: Die Gemeinde 11/2022, S. 14-15.

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news-3200 Sat, 28 May 2022 13:31:35 +0200 BEFG-Bundesrat fordert klimaneutralen Campus Elstal Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/befg-bundesrat-fordert-klimaneutralen-campus-elstal/ Der Bundesrat hat beschlossen, für BEFG ein Klimakonzept zu entwickeln, das für den Campus der Freikirche in Elstal Klimaneutralität zum Ziel hat. Der Bundesrat hat beschlossen, für den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) ein Klimakonzept zu entwickeln, das für den Campus der Freikirche in Elstal Klimaneutralität zum Ziel hat. Die Delegierten folgten damit dem Vorschlag der Bundesgeschäftsführung, der auf eine Initiative aus dem Gemeindejugendwerk (GJW) des BEFG zurückgeht.

BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba und Verwaltungsleiter Tobias Kühl stellten bei der Konferenz in Kassel einen Stufenplan für einen klimaneutralen Campus vor, von einer fundierten Energieberatung über eine Planungsphase bis hin zu Umsetzung und Evaluation. Die Delegierten folgten dem Konzept, indem sie die Bundesgeschäftsführung beauftragten, die vorliegenden Planungen innerhalb von 18 Monaten weiterzuentwickeln und dem Bundesrat wieder vorzulegen. Auf den folgenden Bundesräten sollen regelmäßig Fortschrittsberichte zum Klimakonzept gegeben werden.

Ausgangspunkt für das Konzept war ein Antrag des Jugendverbands der Freikirche. Das GJW hatte darin geschrieben, Klimagerechtigkeit sei auch „eine Frage des Glaubens. Die maximale Emissionsmenge pro Kopf, gerechnet auf die Weltbevölkerung, wird in Deutschland auch bei starker Reduzierung der Emissionen noch deutlich überschritten. Wir verbrauchen auch hier, was Anderen zusteht. Deshalb muss es uns ein hoch priorisiertes Anliegen sein, diese Ungerechtigkeit zu ändern.“ Christoph Stiba stellte sich hinter diese Überlegungen, mit denen er das mehrstufige Konzept begründete: „Wir teilen die Ziele von Klimaneutralität und Klimagerechtigkeit. Dafür haben wir eine Verantwortung. Das unterstützen wir sehr.“###3_IMAGES###Der Beschluss des Bundesrats stand am Ende einer anderthalbstündigen Plenarsitzung über das Thema Klimagerechtigkeit, die vom Arbeitskreis „Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung“ gestaltet wurde. Darin stellte zunächst Arbeitskreisleiterin und Referentin im BEFG-Generalsekretariat Jasmin Jäger den wissenschaftlichen Stand der Klimadebatte vor. Sie betonte, kein Thema sei „wissenschaftlich so sorgfältig und systematisch aufbereitet wie der Klimawandel“, der zu einem neuen Erdzeitalter führen könne. So gebe es „planetare Belastungsgrenzen und Kipppunkte“, bei deren Überschreitung Extremwetterphänomene entstehen und irreversible globale Veränderungen eintreten könnten. „Wir stehen an einem Scheideweg, wie wir mit unserer Erde umgehen“, so Jäger. „Entweder wir reduzieren unsere Emissionen, oder wir kommen in ein vom Menschen verursachtes Verwüstungs-Erdzeitalter“ (Verwüstungs-Anthropozän). Man könne durch eine Veränderung seines Verhaltens viel bewirken. „Es ist dran, etwas zu tun, damit auch die nachfolgenden Generationen eine Lebensgrundlage haben.“

Der Praktische Theologe Prof. Dr. Oliver Pilnei von der Theologischen Hochschule Elstal beschrieb den Einsatz für Klimagerechtigkeit als Dimension der Frömmigkeit. „Schöpfung heißt, Gott erhält und umhüllt diese Welt, führt sie ihrem Ziel entgegen.“ Schöpfung sei ein Ort, an dem Gott präsent ist. „Auf der Welt schlägt Gott sein Zelt auf. Er nimmt Menschengestalt an.“ Die Schöpfung sei keine Bühne, die man beliebig austauschen könne, so Pilnei. „Gottes Fülle bleibt in seiner Kreatur präsent.“ Deshalb lasse sich Heil nicht von der Schöpfung trennen. In diesem Sinne sei der Ruf in die Nachfolge Christi auch ein „Ruf in die Schöpfungsgemeinschaft“. Damit sei auch die Gerechtigkeitsfrage für das Handeln der Christen verbunden: „Wer das Wasser des Lebens predigt, wünscht sich auch sauberes Wasser für alle.“ Pilnei ermutigte die Teilnehmenden der Konferenz, ökologische Verantwortung zu einem Teil ihrer Nachfolge als Christinnen und Christen zu machen.

In mehreren Videos (im Folgenden verlinkt) wurde das Engagement von Christen für Klimagerechtigkeit konkret. So betonten zwei Vertreterinnen der Chemnitzer Lokalgruppe von Micha Deutschland, Schöpfungsbewahrung und damit Klimagerechtigkeit seien „unumgänglich mit Gottes Willen verbunden“. Micha Deutschland setzt sich als Teil des weltweiten Netzwerks „Micah Global“ für die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele ein – der BEFG ist mit der Initiative eng verbunden. Die Theologische Hochschule Elstal ist auf dem Weg, Fairtrade-University zu werden. In zwei weiteren Clips wurde das Engagement der Kreuzkirche Oldenburg und der Gemeinde am Döhrener Turm in Hannover vorgestellt, die sich seit Jahren für Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Dr. Frank Hellberg von der Hannoveraner Gemeinde, der auch Umweltauditor und zusammen mit Jasmin Jäger Leiter des BEFG-Arbeitskreises „Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung“ ist, bot an, Gemeinden in der Umsetzung zweier Klimakonzepte (Grüner Hahn und Schöpfungsleiter) zu beraten.

Nach den thematischen Impulsen und einer engagierten Debatte stimmten die Delegierten mit großer Mehrheit für das vorgeschlagene Klimakonzept und unterstrichen damit die Bedeutung der Klimagerechtigkeit.

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news-3199 Sat, 28 May 2022 11:20:11 +0200 Zurück ins Leben Wolfang Günter, Die Gemeinde https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/zurueck-ins-leben/ Im BEFG gibt es – wie anderswo auch – Gemeinden, die ums Überleben kämpfen. Wie kann man ihnen neues Leben einhauchen? Der Freitagabend auf der Bundeskonferenz war dem Thema Revitalisierung gewidmet. Im BEFG gibt es – wie anderswo auch – Gemeinden, die ums Überleben kämpfen. Wie kann man ihnen neues Leben einhauchen? Der Freitagabend auf der Bundeskonferenz war dem Thema Revitalisierung gewidmet.

Kaum eine Gemeinde ist aus der Corona-Zeit unbeschadet hervorgegangen. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum es Gemeinden gibt, die schrumpfen und kaum mehr lebensfähig sind. Manche sind überaltert, pflegen nur wenig Kontakte in die Nachbarschaft und sind einfach nicht mehr relevant. Doch dagegen kann man etwas tun. Lösungsansätze und Mut machende Beispiele wurden an diesem von Joachim Gnep und Benno Braatz moderierten Abend präsentiert.

Zunächst nahm André Peter, Regionalreferent Nord im Dienstbereich, die Zuhörer und Zuhörerinnen anhand des letzten Kapitels im Johannesevangelium mit hinein in Gottes Perspektive. Dreimal stellt Jesus Petrus die Frage: Hast du mich lieb? Und dreimal bejaht Petrus, nachdem er ihn dreimal verleugnet hatte. So holt Jesus seinen Jünger zurück ins Leben – nach allem, was sie miteinander erlebt hatten. Mehr noch: Er fordert ihn auf, die von ihm gefangenen Fische aufs Feuer zu legen. Auf uns übertragen: Auch wir haben eine mitunter schwierige Geschichte und fragen uns: Sind wir als Gemeinde für unsere Stadt, unser Viertel noch relevant? Würde es jemand merken, wenn es uns von heute auf morgen nicht mehr gäbe? Jesus kennt diese Geschichte, er will uns zurück ins Leben holen – und er setzt das ein, was wir mitzubringen haben.###3_IMAGES###Ingeborg te Loo, die am Internationalen Baptistischen Theologischen Seminar (IBTS Centre) in Amsterdam unterrichtet, beschäftigt sich seit vierzehn Jahren mit dem Thema „Revitalisierung“. Dahinter steckt ein innerhalb der anglikanischen Kirche entwickeltes Konzept. Im Fokus stehen dabei die sieben Merkmale einer gesunden, vitalen Gemeinde, ohne die einfach keine gute Entwicklung möglich ist:

1. Wir beziehen Kraft und Orientierung aus dem Glauben an Christus.
2. Wir richten den Blick nach außen.
3. Wir finden heraus, was Gott heute will.
4. Wir wagen Neues und wollen wachsen.
5. Wir handeln als Gemeinschaft.
6. Wir schaffen Raum für alle.
7. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche.

Ingeborg te Loo berichtete von drei stagnierenden Gemeinden in den Niederlanden. Diese drei Gemeinden waren ganz unterschiedlich geprägt und litten auch unter ganz unterschiedlichen Problemen: Überalterung, keine Kontakte in das Viertel, in dem die Gemeinde ansässig war, negatives Selbstbild. Gemeinsam war diesen drei Gemeinden jedoch der Wunsch, sich auf Veränderung einzulassen. Am Anfang des Revitalisierungsprozesses steht eine genaue Analyse. Dann hieß es zum Beispiel: Wir machen zu viele Dinge, aber wir machen sie nicht gut. Oder: Wir haben keine klare Berufung und wissen nicht, was Gott von uns möchte. Ingeborg te Loo zeigte zum Schluss, wie die drei Gemeinden heute dastehen und welchen Weg sie gefunden haben. Sie betonte, dass nicht alle diese Wege glatt verlaufen müssen und auch Scheitern erlaubt sein muss.###3_IMAGES###

Zum Schluss kamen drei Vertreter von BEFG-Gemeinden zu Wort, die von gelungenen Veränderungsprozessen berichteten. Almut und Bernd Siodlaczek aus Ober-Ramstadt im Rhein-Main-Gebiet erzählten von Neubau eines Gemeindezentrums – raus aus dem Hinterhof und dort hinein, wo Menschen leben und man Kontakt mit ihnen aufnehmen kann. Edwin Witt aus Varel berichtete von einer ungeplanten Vitalisierung: Geflüchtete aus dem Iran und anderen Ländern senkten den Altersdurchschnitt gewaltig. Und die Gemeinde ließ sich auf die Veränderung ein und gestaltete sie: Von den Liedern über die Predigt bis hin zum Gemeindebrief wurde vieles zweisprachig. Bei den vielen praktischen Arbeiten, die es zum Beispiel im Gemeindegarten zu erledigen gibt, arbeiteten alle Seite an Seite. Und schließlich teilt man Leben und feiert miteinander. Einen Einblick ins Schneeberger Gemeindeleben gab Michael Kuhn. Um 1990 erlebte die Gemeinde eine Krise. Unter ihrem neuen Pastor Michael Maas führte sie Veranstaltungen nach dem Vorbild von Willow Creek durch, bot Alphakurse an und verjüngte die Gemeindeleitung. Ganz wichtig war es für sie, auf prophetische Eindrücke zu hören und für Kranke zu beten, die dann Heilung erfuhren. Und auch hier spielte ein Neubau eine wesentliche Rolle.    

Der gesamte Abend wurde nicht nur auf Video (auf YouTube anschauen) festgehalten. Justo Garcia Pulido aus Bonn setzte die Eindrücke im Lauf des Abends auch grafisch um. Beides, Video und das sogenannte „Graphic Recording“, kann man sich auf der Seite www.baptisten.de/revitalisierung noch einmal anschauen.

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news-3198 Sat, 28 May 2022 10:16:03 +0200 Der Blick vom Universum in die Gesellschaft zur Nachbarschaft Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/der-blick-vom-universum-in-die-gesellschaft-zur-nachbarschaft/ „Dich schickt der Himmel – Wie sieht Dein Himmel aus?“ Diese Frage zog sich durch den Konferenzabend zu Himmelfahrt, vorbereitet von einem internationalen Team aus den BEFG-Gemeinden. „Dich schickt der Himmel – Wie sieht Dein Himmel aus?“ Diese Frage zog sich durch den Konferenzabend zu Himmelfahrt, der von Cintia Malnis aus der EFG München-Holzstraße und Patricia Kabambay-Nkossi, Pastorin der New Life Church in Düsseldorf und BEFG-Präsidiumsmitglied, moderiert wurde. Durch die internationale Perspektive auf diese Frage wurde die große kulturelle Vielfalt innerhalb des BEFG deutlich. Jan Primke, Manuel Schienke, Maren Tielker, Deborah Hofmeister und Roy Asabre aus Hamburg als Special Guest sorgten für die musikalische Gestaltung des Abends.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurden die Menschen aus dem Publikum eingeladen, sich über diese Frage auszutauschen. Patricia Kabambay-Nkossi nahm Bezug auf die Stelle aus dem Vaterunser, an der es heißt: „Wie im Himmel so auf Erden.“ „Für mich ist der Himmel da, wo sich Gottes Wille zeigt“, sagte sie. Wenn die Schöpfungsgeschichte davon erzähle, dass Gott den Menschen aus einem Erdklumpen geformt habe, dann „bin ich als Mensch ein Teil der Erde“, so Kabambay-Nkossi. ###3_IMAGES###Dr. Efrain Gatuzz, venezolanischer Astronom am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, führte den Blick der Zuschauerinnen und Zuschauer vom Universum auf die Erde: „Das Universum ist riesig. Die Erde ist ein unbedeutender Ort. Nur ein kleiner Planet, der einen gewöhnlichen Stern umkreist.“. Aus astronomischer Sicht sei die Erde angesichts der Größe des Universums ein sehr gewöhnlicher Ort: „Für Gott ist unser Planet jedoch der wichtigste Ort. Denn dort leben wir. Gott sorgt sich um dich und um mich.“

Agathe Dziuk, Referentin für Diakonie und Gesellschaft im BEFG, sprach über Grenzen zwischen den Ländern und über Grenzen zwischen den Menschen. Sie skizzierte, wie sich in der Begegnung von Geflüchteten und Einheimischen letztere oft gerne als vom Himmel geschickt betrachteten, ohne zu bemerken, dass die anderen, die neu ins Land gekommen sind, auch „Himmelsboten“ sein können: „Was wäre, wenn diese Menschen in dieses Land kommen, weil sie geschickt sind, damit wir uns verändern können?“, fragte sie. „Was wäre, wenn die Grenzen in unseren Köpfen wegbrechen und diejenigen, die Teil der Gesellschaft werden wollen, das auch können.“ ###3_IMAGES###Mauricio da Silva Carvalho, Pastor der EFG Hamburg-Ottensen, beschrieb, wie er als „kochender Pastor“ die Liebe Gottes erlebbar machen will: „Wenn wir Himmelsgesandte sind, bedeutet es automatisch, dass wir irgendwohin zu irgendjemanden gehen sollen. Da denke ich an Jesus: Er aß und trank mit den Leuten und machte dadurch deutlich, dass er sie so liebte, wie sie sind.“ Als 2015 die Grenzen nach Deutschland für geflüchtete Menschen geöffnet wurden, bot er erstmals einen Kochabend für neue und alte Hamburger und Hamburgerinnen an: „Es trafen Welten aufeinander. Fremde wurden zu Freunden.“ Mittlerweile seien viele verschiedene Kochprojekte entstanden, die immer eine Friedensbotschaft transportierten und Menschen miteinander und mit Gott in Beziehung brächten.

Beim anschließenden Podiumsgespräch erzählten die Vortragenden von ihren persönlichen „Dich schickt der Himmel“-Momenten und dass diese häufig auf Wechselseitigkeit beruhten: „Das, was ich gebe, kriege ich zurück. Oft um ein Vielfaches.“ Zum Abschluss des Abends beteten alle Anwesenden das Vaterunser – jede und jeder in der eigenen Muttersprache.

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news-3197 Fri, 27 May 2022 14:45:32 +0200 Der Krieg in der Ukraine und die Frage nach Frieden Julia Grundmann https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/der-krieg-in-der-ukraine-und-die-frage-nach-frieden/ „Der Krieg in der Ukraine und die Frage nach Frieden: Was sollen wir denken und tun, hoffen und beten?“ war der Titel einer Gesprächsrunde auf der Bundesratstagung. „Der Krieg in der Ukraine und die Frage nach Frieden: Was sollen wir denken und tun, hoffen und beten?“ war der Titel einer Gesprächsrunde auf der Bundesratstagung. Die Theologinnen und Theologen Anja Bär, Joachim Gnep, Jasmin Jäger und Peter Jörgensen setzten sich an einen eigens auf der Bühne aufgestellten Küchentisch, um – moderiert von Andrea und Friedrich Schneider – über diese Frage ins Gespräch zu kommen.

Recht persönlich nahmen die Gesprächsteilnehmerinnen und Gesprächsteilnehmer das Publikum hinein in ihre Biografie und welche Sichtweisen und Einstellungen sie zum Thema Krieg und Frieden im Laufe der Zeit entwickelt und auch geändert haben. Dabei spielten nicht nur Alter und Herkunft der einzelnen eine Rolle, sondern etwa auch die Begegnung mit Geflüchteten oder der eigene Aufenthalt in Kriegsgebieten, die die eigene Haltung auf den Prüfstand stellten.

Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer, dass sie Gewalt ablehnen und sich trotzdem aufgefordert fühlen, bei Konflikten dazwischen zu gehen und sich einzumischen. „Da wo sich Gewalt ereignet, möchte ich nicht weglaufen, sondern hineingehen und Streit schlichten und Frieden stiften“, sagte Peter Jörgensen. Zum Thema Waffen und Kriegsgewalt wolle er sich politisch nicht positionieren, aus privater Sicht hingegen glaube er, dass Waffenlieferungen nicht weiterhelfen würden. Auch Anja Bär stellte fest: „Gewalt erzeugt immer neue Gewalt.“ Trotzdem könne sie sich nicht eindeutig gegen Waffenlieferungen in die Ukraine aussprechen. Wichtig sei ihr, so betonte sie, schon vor der Eskalation von Gewalt in der Gesellschaft und im eigenen Handeln und Sprechen Frieden zu erlernen. So würden Menschen befähigt, zu Friedensstiftern und Friedensstifterinnen zu werden.###3_IMAGES###Jasmin Jäger lenkte den Blick der Zuhörerinnen und Zuhörer auf die unter 30-Jährigen in Deutschland, die weder die Weltkriege noch den Kalten Krieg aus eigenem Erleben kennen und nun große Angst vor dem Krieg haben. Auch sie selbst frage sich manchmal: „War das nur eine Illusion des Friedens, in der ich bisher gelebt habe?“ Joachim Gnep gab Einblick in seine innere Zerrissenheit, wenn er als Kriegsdienstverweigerer und Pazifist von seiner ukrainischen Familie höre, dass es für sie völlig klar sei, dass Waffen benötigt werden: „Beide Haltungen zur Waffenfrage haben dasselbe Ziel. Beide sind gleichzeitig jeweils mit grässlich grausamen Übeln verbunden. Mich zerreißt es. Dass es nicht nur eine Haltung dazu gibt, finde ich verständlich und sogar angemessen. Vielleicht kann es die eine Haltung nur geben, weil es jemanden gibt, der die andere vertritt?“ 

Fragen aus dem Publikum bezogen sich auf den Umgang mit Menschenrechten bzw. mit individueller Freiheit und Persönlichkeitsrechten weltweit. Eine der Rückmeldungen nahm Bezug auf den Theologen Dietrich Bonhoeffer, der als erklärter Pazifist trotzdem dazu aufforderte, „dem Rad in die Speichen zu fallen“, um Hitler zu stoppen. Müsse man nicht auch Putin entsprechend stoppen, so die Frage. Auch hier wurde an der Reaktion der Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer deutlich, dass sich vom Ziel her alle grundsätzlich einig sind und nur über den Weg dorthin unterschiedliche Ansichten habe.

Ein ausführliches Gebet mit Bitte um Gottes Erbarmen schloss sich der Gesprächsrunde an.

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news-3192 Fri, 27 May 2022 10:40:00 +0200 BEFG-Statistik 2021: trotz mehr Taufen weniger Mitglieder Referat für Kommunikation https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/befg-statistik-2021-trotz-mehr-taufen-weniger-mitglieder/ Der Mitgliederrückgang lässt sich unter anderem auf eine Zunahme der Austritte aus Gemeinden zurückzuführen. Gleichzeitig gibt es 48 Prozent mehr Taufen und auch sonst mehr Zugänge. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) hat auf der Bundesratstagung in Kassel seine Mitgliederstatistik für das Jahr 2021 vorgestellt. Demnach verzeichnet der Bund einen Mitgliederrückgang von 2,5 Prozent, der unter anderem auf eine Zunahme der Austritte aus Gemeinden zurückzuführen ist. Gleichzeitig lässt sich im Vergleich zu den Umbrüchen des ersten Corona-Jahres eine deutliche Zunahme bei den Zugängen beobachten. So gab es 48 Prozent mehr Taufen als 2020.

Zum Stichtag 31. Dezember 2021 hatte der BEFG 75.767 Mitglieder. Das sind 1.918 weniger als im Vorjahr, wo der Mitgliederrückgang mit 2.510 noch einmal höher ausgefallen war. „Wir sehen, dass es bei allen Zugangsarten eine Zunahme im Vergleich zu 2020 gab, wo die Zugänge wegen der Corona-Pandemie auf einem Tiefststand lagen“, berichtete BEFG-Kommunikationsleiter Dr. Michael Gruber bei der Vorstellung der Zahlen. Gleichzeitig seien die Abgänge auf hohem Niveau leicht ansteigend. Mit Blick auf die jeweils zahlenmäßig größte Zu- und Abgangsart führte er aus: „Bis 2019 gab es mehr Taufen als Austritte. Im ersten Coronajahr 2020 hat sich das Verhältnis umgekehrt – ein Phänomen, das wir auch 2021 noch beobachten.“

Für das Verhältnis von Zu- und Abgängen gebe es mehrere Erklärungen, so Gruber, der zunächst auf die Zugänge einging: „Der Beginn der Pandemie 2020 hatte dazu geführt, dass alle Mitgliederzugänge in Gemeinden deutlich einbrachen. Nicht einmal halb so viele Taufen waren nur eine Folge.“ Im zweiten Coronajahr 2021 sei bei den Zugängen „dann natürlich nicht plötzlich alles wie vor der Pandemie“ gewesen: „Die Gemeinden sortieren sich neu, setzen neue Konzepte um, gestalten ihren Gemeindealltag nach den Umbrüchen um. In diesem Zuge steigen die Zugänge, zum Beispiel die Taufen um 48,4 Prozent. Doch sie sind nicht auf Vor-Corona-Niveau.“

Auch die Abgänge, die auf einem hohen Niveau sogar noch leicht stiegen, müssten in den Blick genommen werden, wie Michael Gruber betonte: „Hier beschäftigt uns nach wie vor in besonderer Weise die hohe Zahl der Austritte, die immerhin knapp 46 Prozent aller Abgänge ausmachen. Auch Streichungen machen immerhin 18 Prozent aller Abgänge aus.“ Hier liege zunächst die Frage auf der Hand, welchen Anteil aufgelöste Gemeinden haben. „Doch sie sind nur für 267 von 4.179 Abgängen verantwortlich, was etwa 6,4 Prozent entspricht.“ Und so scheine sich auch 2021 zu bestätigen, was eine stichprobenartige Recherche zur Vorjahresstatistik ergeben hatte: „Die Austritts- und Streichungsgründe sind sehr individuell und hängen mit der jeweiligen Gemeindesituation zusammen“, so Gruber, der hierfür mehrere Beispiele nannte: „Da sind Gemeindeleitungen, die nach Jahren erstmals das Mitgliederverzeichnis durchforsten und Personen, die schon längst weg sind, rausnehmen oder um Austritt bitten. Da sind Menschen, die schon länger innerlich auf Abstand sind und dann den Austritt vollziehen – oft beschleunigt durch Corona. Andere schließen sich einer anderen, nicht bekenntnisverwandten Gemeinde an, was als Austritt zählt. Oder es gibt aus den unterschiedlichsten Gründen Streit in der Gemeinde, und Menschen ziehen daraus Konsequenzen. Und manchen Mitgliedern ist ihre Gemeinde zu liberal, anderen ihre zu konservativ.“

Die Austritte führten zur Frage, wie Gemeinden auf „Umbrüche reagieren – oder besser noch: diese aktiv gestalten“ könnten, so Gruber in seinem Fazit. „So herausfordernd das ist, so zuversichtlich blicken wir auf unseren Herrn, in dessen Auftrag wir unterwegs sind und der in der Gemeindearbeit mit uns ist. Wir sind auch dankbar für gute Entwicklungen wie die Zunahme bei den Taufen. Und wir merken, wie gut es ist, dass wir hier als Bund gemeinsam unterwegs sind. Wir können als Gemeinden gegenseitig füreinander da sein, und wir wollen mit der überregionalen Arbeit die Gemeinden unterstützen!“

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news-3196 Thu, 26 May 2022 21:35:06 +0200 Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/verankerung-von-kinderrechten-im-grundgesetz/ Der Bundesrat unterstützt das Vorhaben, Kinderrechte gemäß der UN-Kinderrechtskonvention im Grundgesetz zu verankern. Damit sind die Delegierten einem Antrag des Gemeindejugendwerks gefolgt. Der Bundesrat des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) unterstützt das Vorhaben, Kinderrechte gemäß der UN-Kinderrechtskonvention im Grundgesetz zu verankern. Das Kirchenparlament fordert die Bundesregierung auf, das Thema voranzutreiben. Damit sind die Delegierten der Tagung in Kassel einem Antrag des Gemeindejugendwerks (GJW) der Freikirche gefolgt. Im Plenum war dem Antrag am Himmelfahrtstag eine ganze Stunde gewidmet, in der unterschiedliche Positionen vorgestellt und diskutiert wurden.

Jana Bednarz aus dem GJW-Bundesvorstand erläuterte, dass durch eine Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz – über die bereits vorhandenen gesetzlichen Regelungen hinaus – die besondere Position der Kinder gestärkt werde und man diesen mehr Gehör gebe. Besonders könne auf diese Weise die Situation von Kindern verbessert werden, die Gewalt ausgesetzt sind oder die unter Beeinträchtigungen oder Benachteiligung leiden. Dem GJW sei es ein Anliegen, dass sich nicht nur der Jugendverband, sondern die ganze Freikirche dafür einsetze.

Der im Koalitionsvertrag von 2018 enthaltene Abschnitt zur Aufnahme der Kinderrechte, dessen Umsetzung schließlich scheiterte, sei nicht weitgehend genug gewesen, betonte Bednarz. So solle das Kindeswohl im staatlichen Handeln nicht nur „angemessen“, sondern „vorrangig“ oder „wesentlich“ berücksichtigt werden. Zudem reiche es nicht, Kinder „einen Anspruch auf rechtliches Gehör“ zu geben, weil in einer solchen Formulierung das Recht des Kindes auf Beteiligung als Grundprinzip der UN-Kinderrechtskonvention nicht deutlich genug zum Ausdruck komme. Das GJW sei dankbar, dass die neue Bundesregierung das Anliegen nun wieder auf die Agenda genommen habe.

In einem Videoclip vom „Aktionsbündnis Kinderrechte“, der in der Sitzung gezeigt wurde, wurden Pro-Argumente vorgestellt. So seien etwa auch staatliche Stellen gefordert, Kinderrechte konsequenter umzusetzen, wenn diese im Grundgesetz verankert seien. Ein anderer Videoclip stellte Kontra-Argumente vor. So befürchten Gegner des Vorhabens, die Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz schränke das Sorgerecht der Eltern ein, indem es dem Staat zu viele Eingriffsrechte einräume.

Auch die gegensätzlichen Argumente zweier Politiker wurden den Delegierten vorgestellt. So spricht sich Marcus Weinberg von der CDU gegen das Vorhaben aus, da eine Nennung von Kinderrechten im Grundgesetz aus seiner Sicht rein symbolisch wäre und die Kinder in rechtliche Distanz zu ihren Eltern brächte. Sönke Rix von der SPD hingegen ist der Ansicht, eine Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz würde klarstellen, dass bei Entscheidungen, die Kinder betreffen, das Kindeswohl vorrangig zu betrachten ist.

Volkmar Hamp vom GJW beschrieb die Sorge eines Eingriffs des Staats in das elterliche Sorgerecht als „Schreckgespenst“ und betonte, wie wichtig eine ausgewogene Formulierung der Kinderrechte im Grundgesetz sei. Auch GJW-Referent Jason Querner hob hervor, dass es in der Gesetzesformulierung um eine wohlaustarierte Balance zwischen Kindeswohl und Elternrechten gehe. In der folgenden ausführlichen Debatte sprach sich ein Gemeindevertreter mit dem Argument gegen den GJW-Antrag aus, dass die Väter des Grundgesetzes bei Artikel 6 auf genau diese Balance geachtet hätten. Auch die Sorge vor einem zu großen Eingriff des Staates kam zur Sprache. In vielen Redebeiträgen wurde hingegen betont, wie wichtig es sei, sich für den Schutz der Kinder und deren Wohlergehen einzusetzen. Und die Stärkung der Kinderrechte durch deren Aufnahme in das Grundgesetz könne hier einen wichtigen Beitrag leisten. Nach der Debatte stimmte der Bundesrat für den GJW-Antrag und lehnte damit auch den Gegenantrag einer Gemeinde ab.

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news-3195 Thu, 26 May 2022 19:30:46 +0200 Die Himmelfahrt Jesu und die Sendung der Christen in die Welt Wolfgang Günter, Die Gemeinde https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/die-himmelfahrt-jesu-und-die-sendung-der-christen-in-die-welt/ Einen besseren Auftakt zur Bundesratstagung als einen Gottesdienst kann es ja gar nicht geben. Wie im letzten Jahr stand das Motto „Dich schickt der Himmel“ im Mittelpunkt. Einen besseren Auftakt zur Bundesratstagung als einen Gottesdienst kann es ja gar nicht geben. Wie im letzten Jahr stand das Motto „Dich schickt der Himmel“ im Mittelpunkt.

Eigentlich könnte man dieses Thema noch ein paar Jahre lang beibehalten. Denn darum geht es: Gottes Mission zu folgen und sich von ihm schicken zu lassen. Nicht nur in diesem Jahr und in diesem Gemeindebund, sondern bei allen Menschen, die Christus nachfolgen.

Bevor der Generalsekretär der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF), Alan Donaldson, die Predigt hielt, stellte ihn Christoph Stiba, der Generalsekretär des BEFG, ihn im Interview vor. Zwei Dinge, die man im Gedächtnis behält: Er stammt aus Schottland und wohnt mit seiner Frau auf einem Hausboot.

Die letzte Interviewfrage schlug den Bogen zum Jahresthema. Christoph Stiba wollte von Donaldson wissen: „Bei welcher Gelegenheit hast du am stärksten empfunden, dass der Himmel jemanden geschickt hat?“ Als Antwort gab es eine kleine Geschichte: Im zarten Alter von 18 Monaten hatte Alan gelernt, Treppen hinauf zu krabbeln. Das tat er auch in dem Hotel, in dem die Familie den Urlaub verbrachte. Im vierten Stock fehlte im Geländer eine Strebe, Alan stürzte hinab – und landete genau in seinem Kinderwagen, den sein Großvater gerade in diesem Augenblick wegen des einsetzenden Regens hineingeholt und unten an der Treppe eingestellt hatte. Auch wenn er sich heute natürlich nicht mehr daran erinnern kann: Das war ein entscheidender Augenblick für sein Leben.###3_IMAGES###Welche solcher prägenden Augenblicke, so Donaldson, gab es im Leben Jesu? Matthäus hebt eine Reihe von Ereignissen hervor, die auf einem Berg oder Hügel stattfanden: die Bergpredigt, die Verklärung, durchbetete Nächte auf dem Ölberg, die Kreuzigung auf Golgatha und schließlich die Himmelfahrt auf einem nicht näher benannten Hügel. Für Lukas war die Himmelfahrt so wichtig, dass er gleich zweimal davon erzählt – einmal am Ende seines Evangeliums und dann im ersten Kapitel der Apostelgeschichte. Die Jünger waren nach der Himmelfahrt Jesu zunächst verwirrt, wussten nicht, woran sie waren – uns aber schenkt dieser Augenblick Orientierung, und zwar auf dreifache Weise. Ausgehend von Philipper 2,5ff erläuterte Donaldson, dass uns die Himmelfahrt Jesu erstens einen neuen Blick auf die Größe Gottes schenkt. Er hat alles unter Kontrolle. Seine Macht ist nicht nur auf die Erde beschränkt. Zweitens schenkt uns die Himmelfahrt einen neuen Blick auf unsere Errettung: Die Sünde ist besiegt. Und drittens ist die Himmelfahrt mit dem Missionsauftrag verknüpft. Die Verfasser der biblischen Bücher wussten durchaus, dass das Leben nicht einfach ist, und Zeugnis zu geben schon gar nicht. Doch wir müssen und können nicht darauf warten, bis sich alles zum Besseren wendet. Jesus ist in den Himmel aufgefahren, an einen Ort, an dem er für uns betet. Er schickt uns heute in die Welt – und wir gehen nicht allein.###3_IMAGES###Nach der Predigt stellte David Kröker, im ChristusForum Deutschland verantwortlich für Gemeindegründung, Armbändchen mit dem Aufdruck #DerNächsteBitte vor, die auf allen Tischen für die Teilnehmenden bereitlagen. Diese Bundesaktion soll uns daran erinnern, uns von Gott aussenden zu lassen und ihn zu fragen, wem wir der Nächste sein können.

Musikalisch wurde der Gottesdienst in bewährter und begeisternder Weise von Jan Primke und Band gestaltet. Die Kollekte zugunsten des EBF ergab 4.912,80 Euro.

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news-3194 Thu, 26 May 2022 18:56:06 +0200 Eröffnung der Bundesratstagung Referat für Kommunikation https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/eroeffnung-der-bundesratstagung/ Die Bundesratstagung 2022 startete mit einem dezentralen Eröffnungsabend in verschiedenen Kasseler Gemeinden. Die Bundesratstagung 2022 startete mit einem dezentralen Eröffnungsabend in verschiedenen Kasseler Gemeinden.

In der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Baunatal gab es Ermutigungsimpulse aus BEFG-Gemeinden. Jonathan Walzer und David Kröker hatten hierzu drei Gäste aus verschiedenen Gemeinden eingeladen, die trotz Corona in den letzten Jahren neue Wege gegangen sind, Menschen mit dem Evangelium erreicht haben und positive Erfahrungen gemacht haben. So berichtete Andreas Latossek über eine Aktion der EFG Frankenberg, die als Hilfsaktion 100 Lebensmittelpakete packte. Wegen der kam die Gemeinde ins Gespräch mit Nachbarn, die vorher noch keinen Kontakt zur Gemeinde hatten. Dadurch schauten mehr Menschen die Übertragung des Gottesdienstes. Und viele Menschen spendeten für die Aktion. Zunächst wurden 450 weitere Pakete gepackt, am Ende waren es sogar 1.000 Pakete, für Latossek ein „Corona-Wunder“.

Steffi Herhaus berichtete über die Arbeit der GelsenKirche. Elf verschiedene Kulturen sind in der Gemeinde dabei, für sie eine „Vielfalt, die bereichert“. Ein neues sozial-diakonisches Projekt für Jugendliche wurde während der Pandemie gestartet. Weihnachten 2021 war dann wegen Corona sehr herausfordernd. Dennoch bleibt die Gemeinde diakonisch aktiv, will die Menschen der Stadt erreichen, setzt Gemeindegründer ein und engagiert sich aktuell für Geflüchtete aus der Ukraine.

Johan Drogt berichtete über die Herausforderungen der EFG Straubing in der Pandemie. „Aus der Überzeugung, dass Gott in Krisen seine Gemeinden baut, haben wir weitergemacht“, so Drogt. Mittlerweile gibt es jeden Sonntag zwei Gottesdienste.

Außerdem berichtete David Kröker aus dem Gemeindegründungsprojekt Euskirchen, dass Menschen in vier Phasen neu in die Gemeinde kommen: Integration ins Herz, ins Haus, in die Gruppe, in die Gemeinde. Durch die Gruppenarbeit ist trotz der Pandemie, die sehr herausfordernd war, viel gewachsen.###3_IMAGES###Ein Mitmachkonzert mit dem Gospelchor Up to You unter der Leitung von Manuel Schienke fand in der EFG Kassel Möncheberg statt. Präsidiumsmitglied Cornelia Gerlach hat das Konzert besucht und berichtet von derebendigen und berührenden Atmosphäre: „Spürbar war die Freude des Chores, der Solistinnen und der Musiker, nach der Coronapandemie endlich wieder singen zu dürfen. Schön auch, dass alle zum Mitsingen eingeladen waren und viele bekannte Lieder gesungen wurden. Der Funke sprang sofort über.“ Es nahmen auch ukrainische Gäste an dem Abend teil und am Ende ließen sich die Musikerinnen und Musiker nicht lange bitten und legten noch mit zwei oder drei Liedern nach. Zu einer musikalischen Eröffnungsveranstaltung wurde auch in der EFG Kassel-Oberzwehren eingeladen. Die Studierenden der Theologischen Hochschule Elstal leiteten dort einen musikalischen Sing & Pray-Abend. Zeitgleich fand auch das EBM INTERNATIONAL-Freundestreffen in der EFG Kassel-West statt. ###3_IMAGES###Um die Zukunft von Kirche nach Krisen – wie der der Corona-Pandemie – ging es in der Gemeinde Fuldatal-Ihringhausen bei einem Vortrag von Pastor Jens Stangenberg. „Dass Glauben und Kirche sich verändern, ist offenkundig“, stellte er fest. „In welcher Form das geschieht, hängt viel mit unseren Denkmustern und dem inneren Bild von Zukunft zusammen.“ Wenn Gemeinde so etwas wie ein Schutzraum sei, der durch Corona weggerissen werde, stelle sich die Frage: „Wollen wir das Bestehende befestigen oder umglauben?“ Die 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort und 26 Online-Zuschauerinnen und -Zuschauer waren eingeladen, sich darüber Gedanken zu machen, wie dieses Umglauben aussehen könne. Gastfreundschaft üben und Beziehungen pflegen, kleinere Gruppen stärken, sich fokussieren und relevante Inhalte für das 21. Jahrhundert liefern, mehr beten und den Heiligen Geist wirken lassen sowie Verantwortung auf viele Verteilen und Initiativen „von unten“ unterstützen waren einige der Ideen, die bei diesem Austausch aus dem Publikum genannt wurden. „Was macht man aber als Gemeinde“, so fragte eine Teilnehmerin, wenn man beides zusammenbringen muss: Die Menschen, die die Gemeindearbeit genauso gestalten und leben wollen wie früher und die Gruppe, die vor allem die neuen Methoden und Gestaltungsmöglichkeiten nutzen wollen, die in der Krisenzeit entstanden sind?“ Das gehöre zu den grundsätzlichen Herausforderungen christlicher Gemeinschaften, so Jens Stangenberg. Mit der Bereitschaft, Herausforderungen mutig anzugehen, Unfertigkeiten gemeinsam auszuhalten und lernbereit zu bleiben, könne das auch in Zukunft gelingen. 

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news-3193 Wed, 25 May 2022 09:11:58 +0200 „Stell Dir vor, es ist Gemeinde und alle machen mit!“ Silke Sommerkamp https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/stell-dir-vor-es-ist-gemeinde-und-alle-machen-mit/ Unter diesem Motto trafen sich am 9. Mai 2022 über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem Onlineseminar der Akademie Elstal. Unter diesem Motto trafen sich am 9. Mai 2022 über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem Onlineseminar der Akademie Elstal.

Diplom-Pädagogin Stefanie Diekmann aus Göttingen war Referentin des Abends. In einer gelungenen Mischung aus wissenschaftlich fundierter Reflexion und ihren persönlichen Erfahrungen aus dem Gemeindealltag machte Stefanie Diekmann Mut, bereits Kinder und Jugendliche an den Zukunftsprozessen der Gemeinde zu beteiligen und nicht nur für diese etwas anzubieten. Ihre Analyse startete dabei mit einem Blick auf die Kernherausforderungen des Jugendalters und die Chancen, die wir als Gemeinden haben, wenn Kinder und Jugendliche bei uns erleben, dass sie etwas gestalten und bewirken können. Dass diese Art von Beteiligungskultur auch langfristig in Gemeinden Früchte tragen wird, darin waren sich alle einig. Auch die geistliche Notwendigkeit eines solchen Ansatzes machte die Referentin deutlich, indem sie betonte, dass das Anliegen der mündigen Nachfolge nicht durch satte und zufriedene Teilnehmer unserer Veranstaltungen erreicht werden könne. Neben dem inhaltlichen Input gab es genug Zeit auch zum persönlichen Austausch, so dass der Abend als sehr kurzweilig erlebt wurde. Aufgrund des positiven Feedbacks und der Dringlichkeit des Themas wiesen Agathe Dziuk und Silke Sommerkamp, die den Abend für die Akademie Elstal verantworteten, darauf hin, dass weitere Veranstaltungen angeboten werden sollen.

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news-3190 Mon, 23 May 2022 12:04:44 +0200 Bundesrat beleuchtet gesellschaftliche Verantwortung der Christen Dr. Michael Gruber https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/bundesrat-beleuchtet-gesellschaftliche-verantwortung-der-christen/ Die Bundesratstagung findet vom 25. bis 28. Mai erstmals in hybrider Form statt. 530 Delegierte und Gäste werden vor Ort in Kassel dabei sein, 200 Personen online. Die Bundesratstagung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) findet vom 25. bis 28. Mai erstmals in hybrider Form statt. 530 Delegierte und Gäste werden vor Ort in Kassel dabei sein, 200 Personen online. Als Ehrengast wird der Schotte Alan Donaldson, Generalsekretär der Europäischen Baptistischen Föderation, das Programm mitgestalten. Auf der Tagesordnung stehen gesellschaftliche Themen wie Klimagerechtigkeit und Kinderrechte. Den inhaltlichen Rahmen der Tagung sowie eines sich anschließenden Online-Bundesgottesdienstes bildet das Jahresthema „Dich schickt der Himmel“.

BEFG-Präsident Michael Noss blickt „gespannt auf eine neue Form von Bundesgemeinschaft“ bei der hybriden Konferenz: „Während wir gemeinsam wichtige Zukunftsthemen unserer Freikirche beraten, können sich gleichermaßen Delegierte in der Halle und Abgeordnete an ihren Laptops zu Hause engagiert mit Redebeiträgen und an den Abstimmungen beteiligen.“ Die positiven Erfahrungen mit dem ersten Online-Bundesrat im November 2021 machten hier Mut: „Die digitalen Medien erleichtern die Teilnahme, und gleichzeitig ist für alle, die das wollen, wieder die Gemeinschaft einer Präsenz-Konferenz möglich.“

Im Kern stehe bei der Konferenz der Auftrag der Christinnen und Christen in dieser Welt, so Michael Noss. „Das Motto ‚Dich schickt der Himmel‘ ist für uns Ansporn und Aufforderung, anderen Menschen etwas von der großen Hoffnung weiterzugeben, die wir aus unserem Glauben ziehen.“ So wird es beim Konferenzabend am 26. Mai um die Frage gehen, was es „für unsere Gesellschaft, für unser Land bedeutet, Gesandte des Himmels zu sein – auch im Hinblick auf die Begegnung von Geflüchteten und Einheimischen“, wie in der Ausschreibung zu lesen ist. Und der Konferenzabend am 27. Mai begibt sich unter der Überschrift „Vitale Gemeinde entwickeln“ auf eine „abwechslungsreiche Spurensuche, wie aus Zerbrochenem atemberaubend Neues entstehen kann, wie mutige Schritte die Perspektive einer Gemeinde beflügeln und wie unverhoffter Besuch deren Pulsschlag erhöht“.

„Besondere Kraft entfaltet sich oft dann, wenn sich Christinnen und Christen aus verschiedenen Ländern gemeinsam von Jesus Christus senden lassen“, ist Christoph Stiba überzeugt. Ein „eindrückliches Beispiel“ hierfür ist für den BEFG-Generalsekretär die Zusammenarbeit verschiedener Bünde der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) bei der Hilfe für die Betroffenen des Ukraine-Kriegs. „Ich freue mich sehr darüber, dass EBF-Generalsekretär Alan Donaldson unser Gast ist und im Himmelfahrtsgottesdienst darüber predigen wird, wie die Himmelfahrt als einer der Schlüsselmomente der Bibel nicht zuletzt auch unser Verständnis der Sendung Gottes prägt.“ Der Situation in der Ukraine und der Frage nach einer Friedensethik im Angesicht des Krieges ist am Donnerstagnachmittag eine Stunde im Bundesrat gewidmet.

„Zum Sendungsauftrag gehört auch ein verantwortungsvoller Umgang mit drängenden gesellschaftlichen Fragen“, so Christoph Stiba. „Deshalb werden wir uns im Plenum des Bundesrats am Freitag anderthalb Stunden mit der Frage befassen, wie wir als Freikirche nachhaltig handeln und einen Beitrag zur Klimagerechtigkeit leisten können.“ Zudem werde der Bundesrat über einen Antrag des Gemeindejugendwerks (GJW) beraten und abstimmen, der das Ziel hat, dass sich der BEFG für die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz ausspricht und einsetzt.

„Dich schickt der Himmel“ steht auch als Überschrift über dem dezentralen Eröffnungsabend am 25. Mai, über mehreren Bibelarbeiten am Donnerstag- und Freitagmorgen sowie über dem Bundesgottesdienst am 29. Mai ab 10 Uhr. Predigen wird Dr. Maximilian Zimmermann, der ab 1. September 2022 Professor für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Elstal des BEFG wird. Dort studieren Fiona Waddell und Sebastian Rußkamp, die den Gottesdienst moderieren. Jan Primke und Band werden den Vormittag wie auch die ganze Bundesratstagung musikalisch gestalten.

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