Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.


Liebe Leserin, lieber Leser,


„Reconciliation in Christ – Versöhnung in Christus“, so lautete das Thema der Ratstagung der europäischen Baptisten. Die European Baptist Federation (EBF) traf sich letzte Woche in Lviv in der Ukraine. Ein Land, in dem das Thema Versöhnung eine wichtige Rolle spielt. Elisey Pronin berichtete aus den besetzten Gebieten in der Ostukraine. Er und seine Familie flüchteten vor dem Krieg in der Ostukraine. Bis ins Jahr 2014 war er Pastor einer Gemeinde mit 300 Mitgliedern in der Region Luhansk. Doch dann brach dort der Krieg aus. Die Separatisten drohten ihm, seine Kirche niederzubrennen und ihn umzubringen, wenn er sie nicht unterstützt. Sie machten ihre Drohung wahr und im August 2014 stand die Kirche in Flammen und brannte komplett aus. Elisey Pronin verarbeitete seine Erfahrungen in einem Buch. Er sprach von den wirtschaftlichen Folgen des Krieges, von Tod, Wunden und Vertreibung – und von der Suche nach einem Weg zur Versöhnung. „Sieh die Menschen, wie Gott die Menschen sieht.“ Diese Erkenntnis wurde für ihn persönlich zum Ausgangspunkt, Versöhnung zu wollen, Versöhnung zu hoffen und Schritte zur Versöhnung zu gehen.

Versöhnung ist auch ein Thema in Deutschland. Auch noch 28 Jahre nach der Wiedervereinigung. Trotz der großen Dankbarkeit, die gestern am Tag der deutschen Einheit vor allem in Berlin wieder sichtbar wurde, gibt es Mauern in Köpfen und Herzen. Menschen grenzen sich voneinander ab, weil ihre Geschichte und ihre Lebensentwürfe nicht zueinander passen. Sie haben Angst, dass ihnen durch den Anderen etwas genommen werden könnte. Deshalb demonstrieren die einen und die anderen demonstrieren gegen diejenigen, die demonstrieren. Gekämpft wird nicht nur mit entsetzlichen Worten, sondern mittlerweile auch körperlich: Gegen Migranten, gegen eine gefühlte Islamisierung, gegen Linke, gegen Rechte, gegen die Polizei, gegen „die da oben“ und am Ende jeder gegen jeden. Die Festnahmen von Mitgliedern einer mutmaßlichen Terrorzelle namens „Revolution Chemnitz“ am Anfang dieser Woche, die wohl für gestern am Tag der deutschen Einheit einen Anschlag geplant hatten, zeigt, dass es eine ernsthafte Bedrohung gibt und Verharmlosungen oder Relativierungen von Gewalt falsch sind. Die Mauern stehen da: Zwischen Ost und West, Rechts und Links, Gutverdienern und Hartz IV-Beziehern, zwischen „denen da oben“ und „denen da unten“. Leider gibt es solche Mauern auch zwischen Christen, auch sie bekämpfen sich, reden abwertend übereinander und sprechen sich gegenseitig sogar den Glauben ab. Die Unterschiede in den Köpfen, die sich irgendwann in den Herzen zu Mauern aufbauen, sind groß. Wir Menschen tun uns schwer damit, miteinander auszukommen.

Wir brauchen Versöhnung. Wir brauchen eine Idee von Versöhnung, einen Traum, wie gemeinsames Leben aussehen kann in gegenseitiger Achtung trotz Andersartigkeit. Wir brauchen einen Weg zur Versöhnung. Wir brauchen Christus. Wir brauchen eine Begegnung mit der Liebe und der Vergebung und der Versöhnungsbereitschaft Gottes. Er zeigt den Weg, er selbst ist der Weg zur Versöhnung – Christus. Sein Geist überwindet Mauern in Köpfen und verändert Herzen von Menschen. „Deshalb treten wir im Auftrag von Christus als seine Gesandten auf; Gott selbst ist es, der die Menschen durch uns ‚zur Umkehr‘ ruft. Wir bitten im Namen von Christus: Nehmt die Versöhnung an, die Gott euch anbietet!“ (2. Korinther 5, 20) – Alles beginnt mit dem richtigen Blick: „Sieh die Menschen, wie Gott die Menschen sieht.“

Christoph Stiba
Generalsekretär





Gottes Gaben weitergeben

Erntedank-Spenden für humanitäre Hilfe

Traditionell bittet der BEFG zu Erntedank um Spenden für überregionale Projekte. In diesem Jahr lädt der Bund Einzelpersonen postalisch und auf seiner Internetseite dazu ein, dies mit einer Spende an German Baptist Aid (GBAid) zu tun. „Durch die wertvolle Arbeit mit unseren Partnern vor Ort erfahren unzählige Menschen Gottes Liebe in Wort und Tat“, heißt es in dem Spendenaufruf. GBAid fördert über 50 humanitäre Hilfsprojekte in Osteuropa und Nahost. Eine Spende zu Erntedank ist ein Zeichen, auch an jene Menschen zu denken, „deren Ernten nicht ausreichen, die kein sauberes Trinkwasser haben, denen Kleidung, medizinische Versorgung oder grundlegende Schulbildung fehlen. Wir geben von den Gaben, die Gott uns geschenkt hat“, schreibt BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba.

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Aktuelles aus den Landesverbänden

Fundraising-Workshop in der EFG Leverkusen

Am 7. September veranstaltete der Landesverband NRW gemeinsam mit der EFG Leverkusen einen Workshop-Abend mit Volker Springer (r.), dem kaufmännischen Geschäftsführer des BEFG, und BEFG-Spenderbeauftragter Timo Neumann (l.). Ziel des Abends zu den Themen Finanzen und Fundraising war es, den Gemeinden des Landesverbands Wissen und Erfahrungen zum Einwerben von Spenden zu vermitteln und einen Austausch der Gemeindeverantwortlichen untereinander zu fördern. Das Treffen fand in dieser Form zum ersten Mal statt. Bei Interesse kann der Workshop auch in anderen Landesverbänden wiederholt werden.

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Spiritualität von und für Frauen

Ein Fachtag im Forum Frauen

Im September trafen sich vierzehn Frauen in Kassel, um der Spiritualität von Frauen auf die Spur zu kommen. Ausgangspunkt dieses Treffens war die Frage, was das Besondere am Glaubensleben und der Frömmigkeit der Frauen sei. Referentin für diesen Tag war Pastorin Nicole Witzemann. Frauen seien in der Begegnung mit Gott oft besonders kreativ und offen für Neues, sagte sie. Die Teilnehmerinnen entdeckten, wie wichtig es für Frauen in der Vergangenheit war und immer noch ist, sich hin und wieder von einer männlich dominierten Gesellschaft und Kirche abzugrenzen. Die anwesenden Frauen waren sich einig, so schreibt es BEFG-Referentin Dagmar Lohan in ihrem Bericht, „dass sie sich alle mehr Vielfalt und Mut in ihren Gemeinden wünschen, wenn es um die Gestaltung von spirituellen Elementen geht.“ Das bestehende Jahresthema des Bundes „INSPIRIERT LEBEN ... dass Christus Gestalt gewinnt“ gebe dazu den Rahmen und auch einige Impulse, sich in Zukunft stärker mit der Frömmigkeit von und für Frauen zu beschäftigen und daraus Anregungen und Angebote für Frauen und Gemeinden zu entwickeln.

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Weiter Raum – Konferenz für geistliche Leiter

Vom 23. bis 26. Januar in Braunschweig

Unter der Überschrift „Vollmacht“ steht die Veranstaltung „Weiter Raum – Konferenz für geistliche Leiter“ der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung (GGE) im BEFG. „Der Begriff Vollmacht kommt aus dem Griechischen (exousia) und bedeutet wörtlich ‚aus dem Seienden‘“, schreiben Stefan Vatter und Dr. Michael Bendorf aus dem Leitungskreis der GGE in ihrem Vorwort zum Programmflyer. „Jeder Christ wie auch jede Gemeinde Jesu ist bevollmächtigt, aus IHM (dem Seienden) zu leben. Während der Konferenz wollen wir uns von dieser uns von Gott verliehenen Vollmacht durch Vorträge und Zeiten in der Gegenwart Gottes neu inspirieren und ergreifen lassen.“ Auch BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba, Heike Beiderbeck-Haus vom Netzwerk „Beratung von Gemeinden“ und Dr. Oliver Pilnei, Leiter der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal, werden Workshops und Seminare anbieten. Der Frühbucherrabatt endet am 31. Oktober.

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Material zu Martin Luther King

Neue Übersichtsseite auf baptisten.de

Wer sich mit dem Leben und Wirken des berühmten Baptistenpastors Martin Luther King näher beschäftigen möchte, kann gemeinhin auf umfangreiches Material zurückgreifen. Eine interessante Übersicht von Texten, Filmausschnitten und Tondokumenten gibt es auch auf der Internetseite der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hamm. Wer nach speziellen Texten aus „baptistischer Feder“ sucht, findet diese ab sofort auf der Internetseite des BEFG. Ergänzende Hinweise und weiteres Material kann gerne an kommunikation@baptisten.de geschickt werden.

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Versöhnung in Christus

EBF-Ratstagung in Lviv

Foto: Shane McNary

Zahlreiche Baptistinnen und Baptisten aus Europa trafen sich vom 24. bis 29. September in Lviv/Lemberg in der Ukraine zur jährlichen Ratstagung der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF). Das Thema der Konferenz lautete „Versöhnung in Christus“. EBF-Generalsekretär Tony Peck (1. v. l.) forderte die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf, Versöhnung durch Friedensstiftung zu verkünden und zu praktizieren. Er sagte: „Lasst Frieden in der Welt sein und lasst ihn mit uns beginnen.“ Auch die Präsidentin der EBF, Jenni Entrican (2. v. r.), forderte die Delegierten heraus, „sich zu engagieren, einander zuzuhören und gemeinsam zu beten.“ Gemeinsam mit Paul Mzisa und Elijah Brown, dem Präsidenten und dem Generalsekretär des Baptistischen Weltbunds, die ebenfalls an der Ratstagung teilnahmen, besuchten sie nach der Konferenz Gemeinden im Osten der Ukraine an der Grenze zu den besetzten Gebieten. Während der Ratstagung wurden zwei Resolutionen verabschiedet. Eine fordert die Einhaltung der Religionsfreiheit in den ukrainischen Regionen von Luhansk und Donezk. Die andere Resolution beschäftigt sich mit der anhaltenden Herausforderung der Migration. Beide Resolutionen sind auf Englisch auf der Internetseite der EBF abrufbar. BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba (1. v. r.), der auch Vorsitzender des Nominierungsausschusses der EBF ist, zeigte sich sehr dankbar: „Es ist wirklich ein Gottesgeschenk, dass wir die Möglichkeit hatten, uns friedlich und ohne Angst vor Verfolgung in der Ukraine zu treffen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie einige der Berichte gezeigt haben.“ So habe die ukrainische Regierung auch schon Gottesdienste von Baptistengemeinden aufgelöst und ihnen Geldstrafen auferlegt. „Uns haben die ukrainischen Geschwister noch einmal ausdrücklich gedankt für die finanzielle Hilfe, die der BEFG ihnen über German Baptist Aid zur Verfügung stellt.“

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Baptistischer Weltgebetstag der Frauen

Steh auf und leuchte

Am ersten Montag im November beten – nicht nur – Frauen auf der ganzen Welt mit- und füreinander beim Weltgebetstag der baptistischen Frauen. 2018 lautet das Thema, wie auch schon in den vergangenen Jahren, „Arise and shine“ („Steh auf und leuchte“). Die Bibelarbeit hat Amelia Gavidi, Präsidentin des südwestpazifischen baptistischen Frauenbundes, verfasst. Sie trägt die Überschrift „Wenn wir aufstehen, scheint ER durch Einheit und Gerechtigkeit“. Das Weltgebetstagsmaterial kann auf der Internetseite des Forums Frauen im BEFG heruntergeladen werden. 

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EBM INTERNATIONAL: Geschichten vom Missionsfeld

Bildungsangebote für Frauen in der Zentralafrikanischen Republik

Matthias Dichristin von EBM INTERNATIONAL berichtet in seiner aktuellen Geschichte vom Missionsfeld von seiner Reise nach Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik. Er besuchte dort das Maison Dorcas, ein Berufsausbildungszentrum, in dem junge Frauen eine Ausbildung zur Schneiderin machen oder grundlegende Fertigkeiten im Bereich Hauswirtschaft erlernen. Die jungen Frauen sind oft alleinerziehende Mütter, die nur wenige Jahre in der Schule waren und sich hier nun weiterbilden können. Dadurch gewinnen sie eine neue Lebens- und Zukunftsperspektive. Durch eine Sonderkollekte auf dem EBM-Missionsrat im Mai konnten zehn weitere Nähmaschinen für das Ausbildungszentrum angeschafft werden. Damit hat sich die Zahl der Maschinen im Maison Dorcas verdoppelt.

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Europa braucht die Hoffnung der Kirchen

Mitgliederversammlung der ACK in Ludwigshafen

„Europa braucht die orientierende Botschaft der Kirchen“, sagte der Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), Heiki Huttunen, vor der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Diese fand vom 19. bis 20. September in Ludwigshafen statt. Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde die Kirche des Nazareners als neues Gastmitglied aufgenommen. Bei einem Studientag diskutierten die Delegierten über den Zusammenhang von Lebensgeschichte und Gotteserfahrung. Der BEFG ist eines der Gründungsmitglieder der ACK.

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Micha-Aktionsmonat

Vom 15. Oktober bis zum 11. November

Micha Deutschland lädt Gemeinden, Organisationen und Einzelpersonen zur Teilnahme an einem Aktionsmonat ein. Dieser soll darauf aufmerksam machen, dass der Lebensstil der Besitz- und Konsumgesellschaft in Europa oft nur aufgrund der Ausbeutung anderer Menschen in weniger reichen Ländern möglich ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Aktionsmonats sind gefragt, „sich gemeinsam für alternative Lebensstile und politische Entscheidungen einzusetzen, die die Würde des Menschen und das Gleichgewicht der Schöpfung ins Zentrum stellen“, heißt es in einem Newsletter von Micha Deutschland. Weitere Informationen über den Aktionsmonat und eine Bestellmöglichkeit für die begleitende Broschüre „Einfach leben – Nachfolge in der Konsumgesellschaft“ gibt es auf der Internetseite von Micha Deutschland.

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„Weihnachten Weltweit“

Ökumenisches Mitmachprojekt für Kinder

„Weihnachten Weltweit“ ist eine ökumenische Mitmachaktion für Kinder in der Adventszeit. Sie sind eingeladen, zum Beispiel im Kindergottesdienst, aus Kugeln, Engeln, Sternen und Herzen kreativen und individuellen Weihnachtsschmuck zu gestalten. Begleitendes pädagogisches Material unterstützt Mitarbeitende und Kinder dabei, gemeinsam die Lebenswelt von Kindern in anderen Ländern kennenzulernen und zu erfahren, wie diese Weihnachten feiern. Auch Ideen für die Gestaltung von Familiengottesdiensten, Adventsfeiern oder Krippenspielen werden zur Verfügung gestellt. „Weihnachten Weltweit“ ist ein gemeinsames Projekt von Adveniat, Brot für die Welt, MISEREOR und dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“.

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